Vetlight 03-12-2012 16:30 - E-Mail an User
Fruchtbarkeit
Servus Landwirte!
Als Tierarzt würde mich interessieren, wie Ihr die Fruchtbarkeit eurer Kuhherde kontrolliert und welche Probleme im Zusammenhang Fruchtbarkeit so auftreten.
http://www.vetlight.info/frucht.php

Viele Grüße
Erich Leitgeb


Hausruckviertler antwortet um 03-12-2012 19:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit
Im Laufstall ist die Brunstkontrolle relativ einfach. Die Kontrolle der Fruchtbarkeit ergibt sich automatisch durch die Zahl der Besamungen pro Kuh.
Probleme gibt es in unserem Betrieb meist nur durch Zysten, hoffen aber auch das durch vermehrte Energiezufuhr in der Zeit vor, während und nach der Geburt, in den Griff zu bekommen. Eventuell könnte Phosphormangel eine Rolle spielen, da wir im Futter einen Mangel daran haben. Auf alle Fälle sind die Kühe wieder etwas vitaler seit wir wieder eine phosphorreiche Mineralstoffmischung füttern.


Vetlight antwortet um 03-12-2012 22:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit
Servus Hausruckviertler!
Wieviele Kühe werden im Jahr in Deinem Betrieb tragend?
Wie hoch sind die Fettwerte Deiner Kühe am Anfang der Laktation?

Viele Grüße
Erich Leitgeb
Ehemaliger Mühlviertler
www.vetlight.info



Hausruckviertler antwortet um 04-12-2012 11:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit
No-Return-Rate 66,7. Zwischenkalbezeit 385 Tage. Fett 4,20%, Eiweiß 3,54%.
Der Fettgehalt nach dem Kalben liegt zwischen 4,5% und z.T. 6,5%. Durchschnitt so ca. 5,0 - 5,5%. Er geht nach ein paar Wochen runter auf ca. unter 4% und steigt dann bis zum Laktationsende wieder kontinuierlich an. Die Werte nach der Geburt werden z.T. erreicht, aber nicht von allen Kühen (10 St.), meist bleiben sie darunter.


liesbeth antwortet um 04-12-2012 14:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit

Hallo Herr Leitgeb!
Die Fruchtbarkeit unserer Rinderherde lässt immer noch zu wünschen übrig,obwohl wir seit zwei Jahren im Laufstall sind.Besonders bei den Kalbinnen muß der Tierarzt immer wieder mal mit Hormonen nachhelfen,Eierstöcke sind aber in Ordnung und auch keine Zysten.
Ein Erstkalbealter von 37,6 Monaten ist doch etwas spät. Bei den Kühen sind sicher 40% bei denen , 50 Tage nach der Abkalbung noch keine Brunst erkennbar war. Nachdem wir Salz und Mineralstoffzufuhr erhöht haben, hat sich die Lage leicht gebessert.
Unsere Pinzgauerherde besteht aus 20 Kühen, Stalldurchschnitt: 5.500 kg
Gibt es Besamungsstiere die Fruchtbarkeit besser vererben als andere ? Schaut man bei Stiermüttern auf dieses Thema ?
mfg Liesbeth


Hausruckviertler antwortet um 04-12-2012 14:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit
@ liesbeth
Bei den Pinzgauern war früher das Problem, dass Kalbinnen schnell verfetten. Ich weiß nicht wie das heute ist. Wir hatten früher Pinzgauer, haben aber Kalbinnen nie zum tragen gebracht. Sie brauchen mageres Futter. Sind eine der genügsamsten Rassen. Ein richtiges Almvieh. Bei den Kühen hat es deshalb funktioniert, weil wir sie als Zugtiere gebraucht haben und so das hochwertige Futter, das bei uns wächst, besser verwertet haben.


helmar antwortet um 04-12-2012 15:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit
Ein bisserl bin ich jetzt ja schon draußen, aber der Besamungsindex war auch in für mich sehr"schlechten" Jahren so gut wie nie über 2. Was aber interessant gewesen ist: wir hatten bei 9 Kühen in einem Jahr 4 mal Zwillingsgeburten. Und da habe ich den Kühen doppelt soviel Zeit gelassen bis zur Besamung. Ich hatte da zwar eine ZKZ von 420 Tagen, aber einen Index von 1,2. Bei Stalldurchschnitt meistens knapp unter oder über 7000, Fett 3,70-3,90, Eiweiß aber immer über 3,50.
Und was die Brunsterkennung betrifft, da ist der Laufstall nicht zu übertreffen.
Mfg, Helga


Vetlight antwortet um 04-12-2012 20:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit
An ALLE:
Für mich macht die Fruchtbarkeit aus, dass man in einer gewissen Zeit viele Kühe oder Kalbinnen trächtig bringt. Eine Zwischenkalbezeit oder eine Non-Returnrate sagt da weniger aus, weil man diese Werte zeitlich nicht zuordnen kann. Man kann zum Beispiel keine Zwischenkalbezeit von Januar bis März ausrechnen. Auch erfasst die Zwischenkalbezeit nicht alle Kühe. Wenn Du eine einzige Kuh im Jahr schnell nach der Geburt trächtig bringst, dann hast Du eine gute Zwischenkalbezeit, aber eine schlechte Fruchtbarkeit. Was die NonReturnrate betrifft ist zu beobachten, dass die wirkliche Konzeptionsrate pro Besamung mit 40% oft viel niedriger liegt.
Ich finde es besser mit etwas mehr Besamungen viele trächtig zu bringen als vielleicht mit einem guten Besamungsindex(Kehrwert von der Konzeptionsrate) eben nicht so viele Kälber in einem Jahr zu bekommen. Zur Überwachung der Fruchtbarkeit nehme ich deswegen die Anzahl der Trächtigkeiten pro Zeiteinheit. Deswegen meine Frage(Ich weiß ich bin lästig) an Alle: Wieviele Kälber bringen eure Kühe im Jahr(Kalbinnen ist ein anderes Kapitel)Ich sehe kein Problem Kalbinnen, auch Fleckvieh schon mit 16 Monaten zu besamen, spätestens aber mit 18 Monaten.

An Hausruckviertler:
ab 5,1% Fett am Anfang der Laktation steigt das Risiko für Unruchtbarkeitsstörungen, Euterinfektionen und Mortalität. Schau Dir doch mal diesen Link an, ist vielleicht etwas wissenschaftlich aber sagt doch viel aus: http://www.vetlight.info/fetteiweiss.pdf
Ich denke, dass Du wie DU selber schon bemerkt hast viel über die Fütterung machen kannst, wobei neben der Ration natürlich auch die Grundfutterqualität sehr wichtig ist.

An Frau Lisbeth:
Ein durchschnittliches Erstkalbealter von 37 Monaten ist wirklich viel zu hoch. Mit welchem Alter fangt Ihr an zu besamen? Ich habe viele Herden in Deutschland und Österreich gesehen und ich weiß dass man in Österreich die Latte für die Fruchtbarkeit höher legt. Wirklich etwas sagen traue ich mich nur, wenn ich weiß wie viele Kühe prozentual zur Herdengröße übers Jahr trächtig werden. Vielleicht habt Ihr zu viel Angst vor dem Nachstieren. Ich habe berechnet, dass man, wenn man leichter besamt, mehr Kälber hat. Die Inhaltsstoffe der Milch, besonders die Werte der Kühe am Anfang der Laktation wären interessant, um die Lage zu beurteilen.

An Frau Helga
Die Inhaltsstoffe sagen in verschiedenen Laktationsstadien etwas anderes aus. Der Stalldurchschnitt ist also nicht so aussagekräftig.
Ich habe einmal 40 000 deutsche Kühe durchgerechnet , die hatten durchschnittlich einen Besamungsindex von 2,6. Es scheinen da doch gewaltige Unterschiede zu bestehen. Ich find es besser eine Kuh vielleicht einmal mehr zu besamen, aber dafür früher trächtig zu bringen.

Viele Grüße
Erich Leitgeb



Holzwurm357 antwortet um 04-12-2012 22:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit
Also, mit Besamungsindex und Zwischenkalbezeit hab ich mich noch nicht sosehr befasst, es ist eigentlich so, das meine Mutterkühe mit 6 Wochen am leichtesten trächtig werden, mit 9 Wochen so gut wie gar nicht (das hat schon meine Grossmutter festgestellt) und mit 12 Wochen gehts dann wieder. Wobei man sagen muss, das sich die MuKuh's auch im Laufstall oft sehr still stieren, angeblich wegen des Saugens der Kälber. Stier zahlt sich bei 6 Kühen grad nicht aus...

Hab übrigens bei den letzten 8 Geburten 5mal Zwillinge gehabt.



Vetlight antwortet um 04-12-2012 23:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit
Welche Rasse hältst Du Holzwurm?

Viele Grüße
Erich Leitgeb


Holzwurm357 antwortet um 05-12-2012 21:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Fruchtbarkeit
Hallo,
habe Fleckvieh, gedeckt wird wenn Nachzucht erwünscht; mit Fleck, ansonsten Charolais, Kalbinnen mit leichtkalbenden WB.
Lege eigentlich grossen Wert darauf, das die Geburten leicht vonstatten gehn, kleine Kälber sind kein Problem, die wachsen dann schon.
lg


K(R)indergarten
 


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