Was tun gegen Keimlingsverbiss?

Antworten: 18
Sorbus 03-05-2012 11:27 - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
Wie sieht bei euch die Naturverjüngung aus?? Sind auch keine Keimlinge vorhanden bzw. Jungbäume stark verbissen? Was macht ihr dagegen?


Halodri antwortet um 03-05-2012 13:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
Wildbestand verringern!


Jophi antwortet um 03-05-2012 14:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
Bei mir sind es die Sauen bzw. eine Sau, hält sich ständig in meinem Wald auf und bricht im Boden.
Dabei reißt sie alles aus was ihr im Weg steht. Jäger und Förster wissen alle Ausreden.



Sorbus antwortet um 03-05-2012 16:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
Wie willst du das anstellen, wenn dein Wald in einem Gemeindejagdgebiet befindet! Wenn ich selbst am "Drücker" wäre - dann ist deine Antwort leicht umzusetzen!


JD 5080 R antwortet um 03-05-2012 17:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
Ich spritz die Bäume 1 mal im jahr mit einen verbissmittel an,das funktioniert recht gut aber ist natürlich viel arbeit! Oder du zäunst den fleck ein ist natürlich sehr viel arbeit auf einmal aber wennst du dann den zaun hast dann hast deine ruhe!! MFG


Sorbus antwortet um 03-05-2012 17:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
Einzäune, spitzen, Einzelschutz - sind alles Maßnahmen die ich als Grundbesitzer durchführen muss um an mein Ziel (artenreicher naturverjüngter Mischwald) zu gelangen. = viel Zeit + viel Material = viel Geld
Dieses Geld sollte den Jägern verrechnet werden können - wie schnell würden die den Finger krumm machen um nicht zahlen zu müssen. Aber so einfach ginge es ja auch. Es müssen sich immer mehr und mehr Grundbesitzer sich um ihre Rechte bemühen (kämpfen) und es werden Veränderunge stattfinden.


Schaf_1608 antwortet um 03-05-2012 18:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
Sorbus wie komst du auf die idee, dass die jäger zahlen sollten damit dein wald hochkommt? sollen sie zukünftig auch gleich das pflanzensetzen und ausmähen bei kahlschlägen übernehmen?
Ich muss sagen bei uns kommen naturverjüngungen sehr gut hoch, warum ist das so? Weil wir jäger haben die mit hirn arbeiten, selbst bauern sind und den wildstand auf einem passenden niveau halten!!!
Wenn Naturverjüngungen nicht hochkommen, so wie bei dir, dann läuft da was falsch, das steht außer frage, aber denkst du ernsthaft, dass du ohne jäger weniger rehe hättest??? Komische logik: rehe reduzieren indem man jäger reduziert....
Meiner Meinung nach solltest du den Jägern dankbar sein, dass nicht noch mehr rehe da sind (Man könnte ja auch forden, dass du anstatt der freiwilligen Hobbyjäger einen Berufsjäger zahlst damit er dir das wild reduziert, und glaub mir das wird teurer als streichmittel oder zaun)

Klar ist jedoch, dass manche jagdgesellschaften nicht in der lage sind (oder wirjlich zu blöd dafür) einen ordentlichen wildstand herzustellen, die lösung dagegen ist jedoch nicht herumjammeren im forum sondern sich an den von dir gewählten jagdausschussobmann, der wird dir helfen!!! wenn nicht, dann hast schlehct gewählt....

Und noch ein Löungsvorschlag: Anstatt nur zu meckern mach doch einfach die Jagdprüfung, bewirb dich bei eurer jagdgesellschaft (grundbesitzer lehnen die sicher nicht ab) und erlege das wild in und um deinen wald....

glg:-D


Sorbus antwortet um 03-05-2012 19:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
patrick_1608
Wie kommst du darauf, das ich denke, ohne jäger weniger rehe zu haben??? - komische Interpretation -
"den Jägern dankbar sein, dass diese den Wildstand künstlich mit allen möglichen Mitteln (Fütterungen, Abschusspläne nur so recht und schlecht erfüllen, Fallwild in den Abschussplan einfließen lassen, wenn man Schäden beklagt bekommt man sämtliche Ausreden: "man kann das Wild ja nicht ausrotten, es gibt eh kaum mehr Rehe" (wo kommen dann die knapp 70.000 Rehe her die alljährlich in Ö überfahren werden) "die Rehe machen im Wald eh keinen Schaden und wenn - dann zeig mir den", hochhalten?!" - Glaubst du im ernst, dass den meisten Jägern der Wald interessiert obwohl sie lautstark reden vom "Naturschutz". Diese schützen, wie der Name von diversen Vereinen schon ausagt, nur die Jagd (schützen alles was zum jagen geht) Und wenn ich jetzt die Jagdprüfung mache, ist deiner Meinung nach alles rund um meinen Wald gelöst. Ich glaube dir ist die tragweite des Schadens der in den österreichischen Wäldern durch Verbiss entsteht nicht ganz bewusst. Es geht nicht nur um meinen Wald oder um den meines Nachbarn - es geht um das Allgemeingut Wald der für uns Funktionen (Nutz, Schutz, Erholung, Wohlfahrt) auch in Zukunft erfüllen muss. Und wenn es laut den Klimavorhersagen bis zum Jahr 2100 um 2 - 3°C wärmer wird, dann ist höchste Zeit, dass sich ein naturnaher, klimaverträglicher Mischbestand (braucht dazu ca. diese verbleibenden 80 Jahre) entwickeln kann.



Schaf_1608 antwortet um 03-05-2012 19:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
Mir ist sehrwohl klar, dass Mischwald integriert gehört, deswegen fördere auch ich Naturverjüngung in meinem Wald, komischerweise klappt es bei mir und ich muss nicht im Forum ablästern....
Wildstand durch füttern hoch halten, das finde ich auch alles andere als korrekt, und denke, dass dies deutlich seltener praktiziert wird als du denkst.... Ich glaube du verwechselst da was, und zwar rotwild mit grundfutter füttern oder rehe mit kraftfutter füttern, das erste ist streng geregelt und schützt den wald, zweiteres ist klarerweise zu verurteilen, aber auch für die wenigsten leistbar, wenn das bei euch so praktiziert wird, dann habt ihr die falschen jäger, meinen löungsvorschlag kennst eh (Jagdausschussobmann und/oder Jagdprüfung)

Und Verbiss ist kein Schaden, denn sonst würds schon seit jahrtausenden keinen wald mehr geben, schadschwellen sind da wichtig, klar kanns nicht sein, dass so wie bei schnellniesel nichts hoch kommt, wobei selbst da kommt laut ihm genug auf....

Über alle Jäger lästern obwohl es nur ein paar schwarze schafe gibt und selbst nichts verbessern.... Die Zügel haben immer die Grundbesitzern in der Hand, dass kann keiner abstreiten....

glg

ps: ds mit weniger jäger weniger rehe war indianerlandwirt, sry habs verwechselt.... aber was wäre deine lösung zur rehreduktion?


Sorbus antwortet um 03-05-2012 20:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
Das WEM (Wildenflussmonitoring) bei der Erstellung der Abschusspläne miteinbeziehen. Das WEM zeigt nämlich auch flächendeckend wie, wo, was passiert. Ich weiß nicht ob du es weißt, aber 2/3 des österreichischen Waldes sind stark durch Wild beeinflusst. - also für mich eine alarmierende Aussage -
Den Abschuss so lange nach oben setzen, bis nur noch max. 5% stark beeinflusst sind.
Das heißt auf deutsch für alle trationellen, alteingesessenen Hegejäger einfach mehr schießen!
Das aber durch die Wildstandsreduktion dem Wild selbst auch geholfen ist, beweißen zahlreiche Versuche.
Aber mach das einmal einen dieser Jäger begreifbar.
Es gibt in Österreich aber auch bereits die Ökojagd. Wenn nur mehr nach deren Grundlagen jagen würden.
Auch in Deutschland gibt es schon sehr viele Bundesländer die nach dem Prinzip "Wald vor Wild" ihr Wild bewirtschaften und kaum mehr auf Widerstand stoßen! Die Deutschen sind, was die Jagd betrifft, uns um Jahre voraus.

glg



Schaf_1608 antwortet um 03-05-2012 20:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
Ich gebe dir vollkommen recht, da wo der wildstand zu hoch ist, weil die jäger jahre lang geschlammt haben oder weil sich die lebensbedingungen fürs reh gebessert haben, muss mehr erlegt werden, der abschussplan wird aber eh so erstellt.... Wenn ihr als bauern gemeinsam für eine erhöhung des abschussplanes eintretet wird die auch erfolgen....
In meiner Gemeinde hat eine Jagdgesellschaft eine Sperre, weil sie letztes jahr nur 20% der geißen erlegt haben die sie hätten sollen, das bedeutet sie dürfen erst wieder was anderes erlegen bis sie die weiblichen rehe dezimiert haben, man sieht also das alles gut läuft, selbst wenn jäger fahrlässig handeln wird vom hegeringleiter und von den bauern gemeinsam korrigierend eingegriffen... Sollte dies nochmal vorkommen oder sich nicht schnell was ändern werden die das revier sofort los und anderweitig verpachtet.... soll nur ein kleines beispiel sein...
Ob uns die deutschen voraus sind bezweifle ich aber gewaltig... ich war schon öfters in deutschland unterwegs, da wird nur zwischen weiblichen und männlichen rehen unterschieden, wobei die weiblichen erst ab herbst erlegt werden dürfen... zudem gibt es keine hegeschau zur kontrolle was erlegt wurde...






Sorbus antwortet um 03-05-2012 21:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
Gut, dass du die Tröphäenschau (wurde auf Hegeschau umbenannt - klingt gleich viel besser) ansprichst. Die Hegeschau als Kontrollfunktion kann man vollkommen vergessen. Und welche Tiere wichtig wären, damit der Wildstand reduziert wird, sprich die weiblichen, hängen eh nicht an den Wänden. Wozu dient die ganze Dabietung der Knochen - zu zeigen wer wie gute Böcke usw. hat. Somit entsteht Neid und dieser veranlasst den Nachbarn im nächsten Jahr noch mehr zu fütter, damit seine Böcke besser sind als die des anderen - Teufelskreis keine Kontrolle. Es sollte eine "Waldschau" geben - zeigen wo der Wald sich natürlich und unbekümmert vermehren kann.

glg


Jophi antwortet um 03-05-2012 22:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
@ Patrik_1608: !

In Deutschland gibt es sehr wohl die Pflichttrophäenschau, in meinem Hegering sogar zweimal jährlich.
Wie die verbissituation in Österreichs Wäldern aussieht, kann ich nur anhand der Forenbeiträge abschätzen.
In meiner Region schaut es da doch wesentlich besser aus, Verbiss spielt eigentlich keine Rolle mehr.
Der Jäger der in meinem Wald jagd sagt er braucht 20 bis 60 Ansitze um ein Reh zu erlegen.
( nicht weil er so tollpatschig ist, sondern weil so wenig Rehe da sind )
Nur mit den Sauen stellt er sich recht an, aber das wißt ihr ja schon.


Woodster antwortet um 03-05-2012 23:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
Solange man die Schadensregulierung nicht drastisch vereinfacht und verbessert, wird sich am derzeitigen Walddesaster zu Lasten der Eigentümer nix ändern....

Aber das wird ja bewußt so gehalten, damit sich ja nix ändert.
Das Hobby ist eben wichtiger als der Schaden für die Eigentümer und Allgemeinheit.

Erst wenn die ersten Wälder zusammenbrechen, wirds heissen:
Na das haben wir ja nicht vorraussehen können.... ist ja so überraschend gekommen....

http://www.naturwald.info/pdf/Keimlingsverbiss.pdf
 


Schaf_1608 antwortet um 04-05-2012 08:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
jophi kann das sein das es in einzelnen bundesländern unterschiedlich ist? weil in sachsen anhalt gibts die offensichtlich nicht....

sorbus, die hegeschau ist keine machtdemonstration der einzelnen jäger sondern diehnt der kontrolle ob passende stücke erlegt wurden, sprich das sie das richtige alter haben usw....
Die weiblichen stücke werden dabei genauso ausgestellt und beurteilt wie die männlichen...
Du sagszt zwar es ist unwichtig was erlegt wird, hauptsache geschossen, aber in wirklichkeit ist es besonders wichtig die natürliche alterstruktur zu erhalten, dies sorgt für weniger stress und dadurch auch für weniger verbiss... ;-)
glg


Waldleben antwortet um 04-05-2012 08:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
Zu Patrick!
Es sieht so aus, als würde Patrick auf einem anderen Stern leben. In unserem Bezirk hat sich die Situation in den letzten Jahren bedauerlicherweise weiter verschlechtert. Während beim Wildeinflussmonitoring im Jahre 2006 auf 79% der erhobenen Flächen ein starker Wildeinfluss festgestellt wurde, ist dieser 2009 auf 89.7% angestiegen. Es ist daher zu erwarten, dass sich der Verjüngungszeitraum erheblich verlängert, Mischbaumarten ausfallen und somit ein gravierender wirtschaftlicher Schaden entsteht. Dabei starten die WEM-Erhebungen erst, wenn auf einer Fläche mindestens 5 Bäumchen mit einem Abstand von mindestens 1,5 m voneinander über 30 cm hoch gewachsen sind. Daher werden Flächen, auf denen verbissbedingt die Verjüngung ganz ausbleibt oder die Pflanzen nicht über 30 cm hoch werden, von dieser Erhebung nicht erfasst. Insgesamt wird also der Wildeinfluss unterschätzt. Ich habe daher volles Verständnis, wenn Sorbus dieses Thema anspricht. Schließlich ist Sorbus ….. neben Tanne und Ahorn für das Wild ein ganz besonderer Leckerbissen. Leider beißt man aber bei dieser Problematik auf Granit.
Das leidige Wildschadensproblem wird daher mit Sicherheit nur dann gelöst werden können, wenn die rechtliche Situation der Grundeigentümer verbessert wird. Dabei könnte ein Antragsrecht der Grundeigentümer auf eine Jagdgebietsteilung und die Schaffung von echten Jagdgenossenschaften (keine Zwangsgenossenschaften) die Lösung sein. (Siehe www.wald-wild-jagd.at)


Schaf_1608 antwortet um 04-05-2012 11:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
Ich kann dich beruhigen, ich lebe auf unserer erde... ;)
Beurteilen kann ich nur meine Situation und die ist soi dass bei mir naturverjuengungen sehr gut hochkommen und die baumartenverteilumg wunderbar, das will ich jetzt aber nicht nur so dahinschreiben. Betrachte dich als eingeladen, ich zeige dir gerne meine flaechen....
Ich habe nie bestriten, dass es anderswo aussieht und loesungen habe ich auch beschrieben, man muss sich im realen leben aufregen, das heisst sich an die jaeger und den jagdausschuss, sprich die anderen bauern wenden.
Glg


1144 antwortet um 04-05-2012 13:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
ES wird hier sehr weit alles hergeholt. das das Verstreichen und der Wildverbiss in der Pflicht des Jägers ist sagt keiner !, und das die Ökojagd eigentlich nur ein einfaches abschiessen alles sich bewegenden ist, ist schon lange in aller Munde. dort sind die wahren Bambimörder. liegt ja alles bei den sogenannten Hegeschauen auf.


Woodster antwortet um 05-05-2012 23:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Keimlingsverbiss
@1144,

was ist da weit hergeholt?
So lange es zuviel Verbiss gibt, gehört geschossen, dass der Lauf glüht.
Und wenn eine Geiss mit zwei Kitzen da ist, werden diese wenn geht auf einmal - Kitz, Kitz, Geiss - erlegt. Alles andere ist Weicheierei die zu nix führt, ausser zu dem, was wir eh haben...

Und wenn ich das Wort Bambi-Mörder schon höre... die wahre Tierqualerei ist das was jetzt passiert.
Viel zu viel Rehe, die sich kaum mehr ernähren können. und das Gewicht der erlegten Tiere geht Jahr für Jahr zurück. Wie wärs da mit Bambi-Quäler??



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