Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk

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Indianerlandwirt 16-04-2012 20:33 - E-Mail an User
Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk
Im Fortschrittlichen Landwirt wurde über die neuen Brüssler Vorschläge berichtet. Es wird nun der "aktive Landwirt" eingeführt. Das ist eine Person deren Agrarzahlungen "mehr" als 5% des außerlandwirtschaftlichen Einkommens ausmachen müssen. Ich habe mir mal gedacht, ich mache mir eigene Beispiele:

Durchschnittliches Bruttojahreseinkommen eines Ö. laut Statistik Austria: 24516 EUR. Von 24526 EUR sind 5 % der Betrag von 1226 EUR. Hier muss sich also jeder der mehr als 1226 EUR Agrargeld bekommt, keine Sorgen machen. Er ist dann ein "aktiver Landwirt".

Wer kann also kein "aktiver Landwirt" sein. Eventuell ein österreichischer Bundesrat? Dessen Bruttojahreseinkommen beträgt 57120 EUR (ohne Gewähr). Von 57120 EUR sind 5 % der Betrag von 2856 EUR. Hier kann also auch ein Bundesrat ohne weiters ein "aktiver Landwirt" sein. Er müsste nur einen Betrieb von 4 bis 1000 ha und noch mehr bewirtschaften.

Soviel zu den Brüssler Vorschlägen.




Indianerlandwirt antwortet um 17-04-2012 15:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk
Nachtrag: Die Familie eines Freundes von mir betreiben Weinbau und eine Gastwirtschaft. Aufgrund der geringen Agrargelder für diese Fläche, wären sie keine aktiven Landwirte mehr. Und da kenne ich noch mehr Obstbauern, Gärtner, Schafhalter, Bauern die ihre Weiden für Zinsvieh vergeben. Alles keine aktiven Landwirte mehr.


Fallkerbe antwortet um 17-04-2012 17:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk
Weit haben wir es gebracht-
Ein Landwirt gilt also dann als "Aktiv" wenn er ein mindestmaß an Subvensionsanträgen stellt.
Demnach definiert man die aktivität Landwirtschaft mit dem Steuergeldverbrauch.
ich halte das für bedenklich.

die Rechenbeispiele halte ich für eine neiddebatte.
Wenn wir die Förderungen als "Leistungsabgeltung" angesehen sehen wollen, dann ist es wurscht, ob die leistung ein Kleinhäusler oder ein Magnat erbringt. Jedem der die leistung erbringt steht die Leistungsabgeltung zu.











Hirschfarm antwortet um 17-04-2012 18:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk
Wie waere es wenn man den aktiven Landwirt so definiert: Er hat eine mindestens 3 jaehrige landwirtschaftliche Ausbildung und ist mindestens 200 Stunden pro Jahr landwirtschaftlich taetig!
Arzt kann ja schließlich auch nicht ein jeder werden! Aber Nahrungsmittel produzieren soll jeder "können"?
mfg


Fallkerbe antwortet um 17-04-2012 18:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk
zitat
Aber Nahrungsmittel produzieren soll jeder "können"?
zitat ende

@hirschfarm,
kann das nicht jeder?
natürlich eine frage der grössenordnung





biolix antwortet um 17-04-2012 19:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk
Hallo !

Ja hf das hast du wohl recht.... hab mich ein wenig geschreckt wie das tituliert wird... und wenn es um bäuerliche Betriebe geht wie es immer heisst, hätte ich mir unter dieser Titulierung auch etwas anderes gewunschen..

Klar ist aber das jeder sich seine Lebensmittel auch selbst produzieren sollte, aber dazu trägt ja das Agrarfördersystem nicht bei, eher zum Gegenteil..;-(

lg biolix


Christoph38 antwortet um 17-04-2012 20:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk
Mich hat auch die Überschrift geschreckt.
Klingt irgendwieso wie wenn man sich zu Tode investieren muss, dass man noch als aktiver Landwirt gilt.
Ähnlich wie bei der Quotenzuteilung damals, wo nur die "aktiven" was bekommen haben.

Bei näherem Lesen schockts mich noch mehr. Bei den lumpigen 10.000,- Förderung die ich kriege, wirds sicher eng mit dem Zuverdienst, dass ich als aktiver gelte. ;-)


Indianerlandwirt antwortet um 17-04-2012 20:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk
@fallkerbe
Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen - Ich zitiere dich:
"Ein Landwirt gilt also dann als "Aktiv" wenn er ein mindestmaß an Subvensionsanträgen stellt. Demnach definiert man die aktivität Landwirtschaft mit dem Steuergeldverbrauch."


Es gab schon Rechenbeispiele im Fortschrittlichen Landwirt. Die waren mir aber zu weit weg vom österreichischen Durchschnittsverdiener. Und ein Bundesratsgehalt sollte nur zeigen, wie sich das nach oben hin auswirkt.


Fallkerbe antwortet um 17-04-2012 21:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk
man ist nach meiner Meinung dann aktiver Landwirt, wenn er AKTIV LAND beWIRTschaftet.
Ist doch recht einfach.

@indianer,
zum thema, wie sich das nach oben hin auswirkt?
warum sollte jemand nicht gutverdiener sein und gleichzeitig aktiver landwirt?



Indianerlandwirt antwortet um 17-04-2012 21:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk
@fallkerbe
Der Fortschrittliche Landwirt hatte als Rechenbeispiel Landwirt C welcher ein außerlandw. Einkommen von 140.000 EUR hat. Dieser bekommt nach der Brüssler Berechnung keine Direktzahlung mehr. Er ist gutverdiener und kein "aktiver landwirt" lauf Brüssel. Das "Warum" kann ich dir nicht beantworten.


Hirschfarm antwortet um 17-04-2012 21:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk
@fallkerbe: Landwirtschaft ist derart komplex, speziell wenn Chemie im Spiel ist , daß ich mir nicht sicher bin ob das JEDER kann. Machen kann man schnell etwas. Aber richtig machen ist schon wieder was anderes. Heutzutage braucht man ja schon einen Doktortitel wenn man einen Stapler bedienen will. Aber wie schon oben gesagt Bauer werden kann theoretisch jeder (auch ohne entsprechende Ausbildung).
mfg


helmar antwortet um 18-04-2012 07:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk
Hallo Christoph.......du nennst 10.000,--€ "lumpig"?.....;-).
Mfg, Helga


Indianerlandwirt antwortet um 18-04-2012 10:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk
@fallkerbe
Deine Frage: "warum sollte jemand nicht gutverdiener sein und gleichzeitig aktiver landwirt?" hat mich ein wenig beschäftigt.
Brüssel hat mit der Verknüpfung von Agrargeld mit der Einkommenslage einer Person, diese Zahlungen zu einer Sozialleistung gemacht. Sozialleistungen bekommen Menschen, deren Einkommen nicht ausreicht Nahrung, Wohnung, Heizung, Arbeitsplatzmobilität und Kinder zu unterhalten. Für Sozialleistungen muss man keine Gegenleistung erbringen. Ein mittlerer Teil der Landwirte müssten ohne Agrargelder (Leistungsentgelte) stattdessen Sozialleistungen (Mindestsicherung) in Anspruch nehmen.
Agrargelder sind eine Gesellschaftsleistung. Vergleichbar mit Straßenreinigung und Erhaltung. Da wird eine Leistung erbracht, welche der Staat (Gesellschaft) bezahlt. Schließlich hat keiner Freude mit vermüllten Straßen mit Ratten und kaputten Straßen.
Alle Agrar-Umweltförderungen und teilw. auch die ökologischen Verpflichtungen der Einheitlichen Betriebsprämie haben eine Wohlfahrtsfunktion. Hier sollen Wiesen und Äcker eine ähnliche Funktion wie der natürliche Wald erfüllen.
Die Gelder für das benachteiligte Gebiet erhaltet das Grünland ab 700 m Seehöhe. Sonst hätten wir ab dieser Seehöhe nur noch Fichten-Holzplantagen. So ähnlich hat es bei uns bei den Römer ausgesehen. Und das bei zB Tirol als Urlaubsparadies. Also eher eine gesellschaftliche Leistung bis der Staat mehr Holz als Roh- und Energiestoff braucht. In den 1970er und 1980er war die Bergbauernförderung eine Sozialleistung verknüpft an das Einkommen. Die Mobilität war damals anders, man konnte schwer einen Arbeitsplatz erreichen.
Agrargelder die einen reinen Preisausgleich für Produkten schaffen, wären demnach eine Sozialleistung und keine gesellschaftliche Bezahlung von Leistungen. Dort hätte Brüssel Recht, wenn es dies mit dem Einkommen einer Person verknüpft.



Indianerlandwirt antwortet um 18-04-2012 22:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Aktiver Landwirt der neuen Agrarpolitk
Danke für die Antworten. Besonderen Dank an fallkerbe.


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