kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?

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Restaurator 29-03-2012 22:43 - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
das video spricht für sich selbst....
sowas kann in meinen augen nur in einer restlos übersättigten überflussgesellschaft entstehen.
und das ist jetzt kein statement gegen tierschutz und tier-, bzw. artgerechte haltung.
hätten dieselben leute nicht ein kastrationsverbot bei hähnen durchgesetzt (ich hab das sicher schon einmal wo erbost geschrieben) müssten die züchter der alten, qualitativ hochwertigen, aber langsam wachsenden rassen nicht die männlichen eintagsküken vergasen oder vermusen. diese sauerei geht jedenfalls aufs konto der tierschützer. dabei hätten die hähne 5 - 6 monate freien auslauf mit echter qualität und bestes futter, kurzum ein erfülltes hühnerleben.
als nächstes fordern sie noch alle füchse zu vertilgen weil die mäuse töten, katzen ebenso und mein uhu g'hört sicher auch ausgerottet wenn er sich eines meiner kitzerl holt wenn es zu schwach ist.
ich hab zu tieren immer schon eine sehr innige beziehung gehabt und ich kann auch nicht jedes schlachten (lassen) und es soll sich jeder ernähren wie er will - aber was mit denen abgeht fällt für mich bereits unter schwere emotionale störung mit realitätsverzerrung.
 


traktorensteff antwortet um 30-03-2012 00:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
Genau, erst die "übersättigte Überflussgesellschaft" führt zu Massentierhaltung und zu nicht artgerechter Haltung. Und das führt zu Protestströmungen, die auch etwas heftiger ausfallen können.

Ich kann es nicht abschätzen, aber ich denke, dass das Kastrieren von Hähnen zur Fleischerzeugung in der normalen Produktion zu aufwändig wäre und sowieso nicht angewendet werden würde.

Leider bedarf es wohl solcher drastischen Aktionen, um die Leute auf Probleme aufmerksam zu machen. Beim Thema Tötung von männlichen Küken wäre es schon ein Fortschritt, das "Vergasen", besser gesagt Ersticken, zu verbieten und andere Möglichkeiten zu verwenden, denn das Ersticken dauert fast eine halbe Minute (oder so).

Bei solchen Diskussionen würde ich mir auch immer wünschen, wenn stellenweise nicht maßlos übertrieben werden würde, mit Dingen, die sowieso niemand fordert und was offensichtlich absurd wäre.


sturmi antwortet um 30-03-2012 07:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
Peta (= Deppade) ist ja durch die Kampagne "Holocaust auf ihren Teller" berühmt geworden und hat Gerichte beschäftigt!
Fallen solche Aktionen, wie das von Restaurator verlinkte Video, nicht unter den Tatbestand der Volksverhetzung?!
MfG Sturmi



textad4091 antwortet um 30-03-2012 09:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
Ich hab nix gegen Menschen die sagen sie sind halt Veganer oder Vegetarier aus dem und dem Grund ... Aber wenn da jemand meint "Ma darf kein Fleisch essen", "Des is Mord" und blablabla dann hab ich da automatisch so einen Filter in meinen Ohren eingebaut^^ Is ja in Wirklichkeit nix andres als wie in Wahlwerbezeiten- Jeder sagt du sollst IHN wählen aber niemand weiß warum eigentlich;
Aber solche Tierschützeraktionen is man ja mittlerweile schon gewohnt ... Früher gab's ohne Zweifel einige Missstände in der Tierhaltung oder einfach nur Produkte von Tieren, die man einfach nicht braucht und wo die Herstellung auch große Zweifel zulässt (Siehe Pelz), aber heute wird's zusehends schwieriger großes Publikum dafür zu bekommen- Da müssen dann einfach mal a paar Tíerkadaver herhalten^^
Irgndwo hab ich mal eine interessante Sendung auf arte gesehen u.a. zwecks Massenteirhaltung- Bestes Argument in der Sendung: Wenn man nach den Argumenten von Veganern vorgehen würde, würd ma bald anstehen, denn wo will man ohne Tierhaltende Betriebe noch (natürlichen)Dünger für Pflanzen (Sprich Nahrungsmittel) herbekommen ...


tch antwortet um 30-03-2012 09:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
Hallo Sturmi

Peta im kollektiv als deppat hinzustellen ist nicht zielführend.....
Es ist nicht unbedingt alles schlecht was von der Seite kommt.
Volksverhetzung- das mag für Dich so sein.

Traktorensteff

die von Dir gennate Masentierhaltung gibt es schon seit "ewigen" Zeiten, früher teilweiseunter sehr grausamen Haltungsbedingungen, auch früher versuchten Landwirte mit der Masse zu punkten und die Kleinhäusler aus dem Markt zu drängen.

Was ist eigentlich Massentierhaltung?

Was ich immer wieder bewundere sind die Bobo Nutzviehhalter die ganz bewusst ihren Tieren einen rutschfesten Boden vorenthalten und über die Massentierhalter wegen der Haltungsbediengungen schimpfen..

tch


Restaurator antwortet um 30-03-2012 10:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
@sturmi:
unter volksverhetzung fallt's denk ich net, eher unter volksverdummung:
wie kann ein küken für mein frühstücksei sterben müssen wenn des gar net befruchtet, bzw. angebrütet ist? lass ma dann die hühner aussterben? was für einen sinn haben hühner wenn man nicht einmal die eier mehr verwendet, also haben sie gar keine existenzberechtigung in der veganen welt.
wie kann wegen einem glas milch ein kalb sterben? ist sicher plakativ gemeint, aber bar jeglicher vernunft, weit unter der gürtellinie. statt mit stichhaltigen argumenten wird mit emotionalen themen gespielt, das schrammt in meinen augen schon knapp an volksverhetzung vorbei.
das dann noch kinder, die nie eine freie entscheidung hatten miteingebunden werden setzt dem ganzen für mich die krone auf.
mit so einer vorgangsweise wird jedenfalls mich niemand sympathiemässig auf seine seite ziehen können und wenn die anliegen selbst noch so wichtig wären.
querulantische manipulatoren die glauben sie haben die weisheit mit dem löffel g'fressen und wissen alles besser und sind besser....
sie sollten sich damit auseinandersetzen warum z.b. kaninchen mehrmals millionen menschen in europa (vor allem in frankreich) vor dem hungertod bewahrt haben: weil ganz einfach die grundversorgung mit getreide ausgefallen ist.
es hat ja schon einmal 2 menschenrassen gegeben die reine veganer waren, nur sind die relativ schnell wieder ausgestorben.
und das der ganze spot mit milka alpenvollmilch eingeleitet wird grenzt an ironie.

traktorensteff:
das kastrieren von hähnen lohnt sich sehr wohl und kostet weniger als eine entwurmungsspritze. die sulmtaler kapaune wurden voriges jahr noch für 30 - 35€ das kg gehandelt und ein kapaun wiegt rund 5kg. die landwirte aus der südsteiermark mussten heuer erstens ihr eu-gefördertes konzept sterben lassen und zweitens wegen des verbotes einen abgelegenen landwirt suchen bei dem die hähne bis zur schlachtung schreien können. jetzt sucht man nach möglichkeiten der chemischen kastration - aber (zumindest welcher mann) will so ein fleisch essen?


Steinpilz antwortet um 30-03-2012 10:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
@restaurator: wieso ein kücken für das frühstücksei sterben muss? weil die hähne der legehennenhybriden nunmal nicht zur mast taugen - und deswegen als eintagskücken getötet werden. und das sind immerhin 50% der kücken. eigentlich muss man sagen für ca. 330 - 350 eier (legeleistung hybridhuhn) muss 1 hahn kücken sein leben lassen.
die - bis jetzt noch nicht gefundende lösung - wären schnellwüchsige zweinutzungsrassen wo die hähne gemästet (und vor der geschlechtsreife geschlachtet werden) und die hennen als eierlieferanten dienen.

bei der milch ist es doch genauso. ohne kalb keine milch, und dieses kalb muss irgendwann geschlachtet werden. konsequenterweise müssten also vegetarier die milchrodukte und eier essen, auch den anteil von rind/kalbfleisch verzehren, die aus der milchkuhhaltung entstehen.

http://www.kagfreiland.ch/kagfreiland.asp?lv1=17&lv2=81


traktorensteff antwortet um 30-03-2012 11:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
@ tch
Für mich ist Massentierhaltung dann gegeben, wenn Tiere ohne Bewegungsfreiheit nebeneinander stehen und in ihrem eigenen Verhalten (Spielverhalten, usw.) gehindert sind. Natürlich ist es klar, dass die Produktion jahrzehntelang anders ausgelegt war und nun schrittweise vom Gesetz her geändert wird. Das geht langsam, da man natürlich jemandem nicht einen neuen Stall vorschreiben kann, wenn der alte noch gar nicht abbezahlt ist. Und natürlich ist eine wirklich angemessene Haltung nicht so "kostenoptimiert" hinzubekommen, wo man wieder beim Thema "Preise für LEBENSmittel" ist.

@ Restaurator
Ich kenne auch diese Sulmtaler-Hähne. Ich habe deswegen auch von "normaler Produktion" geschrieben. Da wäre ich mir wie gesagt nicht sicher, ob man für das Billa-Hendl männliche Küken "billiger" kastrieren (ab welchem Alter eigentlich?) kann, als ein weibliches Küken in der "Produktion" kostet. Kann ich aber nicht einschätzen. Das mit dem Kalb und der Milch hat der Steinpilz schon beantwortet.


__joe007 antwortet um 30-03-2012 11:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
Ich lass mich doch nicht auf das Niveau von den Veganern runter,....

Das ist die Natur !!
Das Recht des Stärkeren !!

Sollen wir nun alles verweichlichen, oder wie ?




Fallkerbe antwortet um 30-03-2012 12:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
Ich selbst esse Täglich Fleisch.
Wir sollten aber schon die Tolleranz aufbringen, andere Ernährungsgewohnheiten als ebenso "normal" anzusehen wie die unsere.

Da von "deppat" oder vom "tiefen Niveau" der veganer zu sprechen deutet auf einen recht eingeschränkten horizont.
Die Meinungsfreiheit sollte als hohes Gut geachtet werden.


__joe007 antwortet um 30-03-2012 12:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
@Fallkerbe: Mit Niveau hab ich die Art der Präsentation gemeint,......

Und eingeschränkten Horizont, danke für deinen Standpunkt gegenüber Andere.

Wer sich da nun wo hinplatziert hat,............


Fallkerbe antwortet um 30-03-2012 12:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
@joe
mit horizuont meine ich, das man ein thema nicht "nur" aus sicht des Produzenten sehen sollte,
mal gedanklich den standpunkt wechseln, das erweitert den horizont


__joe007 antwortet um 30-03-2012 12:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
achso, des ist aber eh klar, .....
Es ist halt immer die selbe Leier, daher kommen so "schnelle und direkte" Kommentare,........


Restaurator antwortet um 30-03-2012 14:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
@steinpilz:
warum schnellwachsend? warum vor der geschlechtsreife schlachten?
meine hähne schmecken auch im alter von einem jahr traumhaft und qualität so wie tiergerechtheit hat halt seinen preis. es muss nicht alles der 1€-mac werden. das problem liegt in der aufzucht eher im platzbedarf damit die hähne nicht raufen und an den nachbarn die da gekrähe nicht unbedingt lieben. naja, 500 statt meiner jährlichen 7 - 8 möcht ich auch nicht haben :)
und wie bereits geschrieben: mit 1-2- wochen kastrieren und die männlichen küken sind im nahrungskreislauf statt in der mülltonne.
mit der milch hast so gesehen recht, aber mit den doch recht kruden gedankengängen dieser leute würde das das "aus" für sämtliche nutztiere bedeuten, ausser ein paar restexemplaren in schönbrunn.
kann man wirklich etwas, was unseren vorfahren über jahrzehntausende das überleben gesichert hat einfach zerstören / untergehen lassen, nur weil es uns gerade einmal knapp mehr als ein halbes jahrhundert gut geht?
immer wenn hungersnöte durch missernten auftreten sind es z.b. die kleintiere die das endgültige massensterben verhindern oder zumindest noch einen zeitlichen aufschub gewähren. will man sich echt den luxuxs leisten diese versicherung für unser überleben aufzugeben? das wäre in meinen augen dumm und kurzsichtig.
wer kann garantieren, dass die warentransporte und die wirtschaft in der derzeitigen form für immer weiterlaufen werden? eine richtige vogelgrippe und ALLE sind auf nahrungsmittel aus dem unmittelbarsten bereich angewiesen. wer dann nicht in einem getreideanbaugebiet wohnt wird doppelt auf das fleisch angewiesen sein um überleben zu können. die preise werden wie in den früheren zeiten bis zu 70 oder 80% des einkommens auffressen und wer dann satt werden will hat wider ziegen, schafe, kaninchen. warum wohl gab es diese "eisenbahnerkühe"?
im übrigen: fressen dann die veganer die botanisch und zoologisch gesehen wertvollen biotope ab um sie zu erhalten?
oder lassen wir dann alles urwald werden und hoffen, das wir uns in krisenzeiten aufgrund der klimaerwärmung einfach von bananenstaude zu bananenstaude schwingen.


sturmi antwortet um 30-03-2012 15:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
@tch
@Fallkerbe
Wer den Völkermord (Holocaust) an 6 Mio. Menschen in seiner Kampagne mißbraucht hat meiner Meinung nach die Bezeichnung "Deppade" redlich verdient! Da würden mir noch ganz andere "Hausnamen" einfallen, möchte aber nicht gegen die Forumsregeln verstoßen!
Warum soll ich eigentlich gegenüber diesen Leuten tolerant sein?! Im Endeffekt sprechen Sie uns konv. Nutztierhaltern (Bauern) die Existenzberechtigung ab.
MfG Sturmi



Steinpilz antwortet um 30-03-2012 16:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
@restaurator: kastrieren hilft den männlichen legehybriden auch nichts, die werden trotzdem nicht gemästet weil sie einfach zu wenig fleisch ansetzten.
frühreife zweinutzungsrassen wären genau aus dem von dir geschriebenen grund sinnvoll: weil sich die geschlechtsreifen hähne ein krähduell nach dem anderen liefern und sonst auch nicht sehr liebevoll miteinander umgehen.
hab heuer ca. 25 sulmtaler aufgezogen, die weiblichen legen schon brav, die männlichen geben einen köstlichen sonntagsbraten,
nur: die nachbarn haben einiges mitgemacht (gekrähe) und die letzten wochen haben sich die hähne trotz genügend platzangebot nur mehr bekriegt. außerdem verbrauchen die jede menge futter, bis sie die schlachtreife erreichen. als spezialität super, sollten auch absolut erhalten bleiben, nur muss sich in der zucht was ändern. nicht jeder kann ein kg hähnchenfleisch um 25 € kaufen.

deswegen frühreife zweinutzungtiere (geringerer futterverbrauch, schlachtung vor der geschlechtsreife, akzeptable kosten für die konsumenten).

im übrigen halt ich die verwertung von rauhfutter über wiederkäuermägen für eines der genialsten dinge die die natur hervorgerbracht hat. das heißt aber nicht dass wir wiederkäuern unmengen an kraftfutter füttern müssen damit sie 10000kg milchleistung geben.

wenn's mit dem getreide irgend wann mal richtig knapp wird hören sich die späße sowieso von alleine auf. dann fressen schweine und hühner wirklich nur getreide, welches für den menschlichen verzehr nicht geeignet ist (auswuchs etc.). nur müssen wir dann mit unserem fleischverzehr auch demensprechend runterfahren.

eine faire lösung wäre bereits jetzt nur soviele tiere zu mästen, wie auch wirklich futter in österreich angebaut wird. dann kann man sagen, dass die fütterung von schweinen, hühnern, rindern etc. in österreich keine auswirkungen auf lebensmittelknappheit woanders auf der welt hat...

derzeit treibt auch unser hunger nach eiweißfrüchten (neben spekulation, agrotreibstoff, dürren etc.) die preisspirale nach oben.


Fallkerbe antwortet um 30-03-2012 16:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
@sturmi,

wenn du die dümmste aktion der Tierschützer hernimmst, um dein Bild über Tierschützer zu verdeutlichen, dann können die andern die Dümmste aktion der Bauern hernehmen, um das Bild der Bauern zu zeichnen.

Damit kämen die Bauern sicher schlechter weg als die Tierschützer, die sich in dem Fall in der Wortwahl vergriffen haben. Aber im grunde ist dir das sicher klar- die horrorbilder (verhungerte, vernachläässigte tiere usw. ) haben wir alle vor augen.

man sollte schon fähig sein, die sache ein wenig differenziert zu sehen.


AnimalFarmHipples antwortet um 31-03-2012 05:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
Alleine schon der Titel dieses Threads richtet sich von selbst, detto das Gros der obigen Beiträge.

Ich persönlich finde die PETA-Kampagnen seit jeher sehr gut, weil zwar sicherlich einseitig und überzeichnet und nicht selten auch an der Grenze des guten Geschmacks, aber jedenfalls aufrüttelnd.

Daß sich die Sturmis unter uns dadurch auf den Schlips getreten fühlen, rührt mich demgegenüber genau gar nicht - ebenso wenig wie unseren Obersten Gerichtshof, der beispielsweise zur "Holocaust auf den Teller"-Kampagne judiziert hat :

"Der erkennende Senat verkennt nicht, dass die bekämpfte Kampagne zugunsten des Tierschutzes durchaus als pietätlos, geschmacklos, überzogen und sogar als unmoralisch beurteilt werden kann. Beim zivilrechtlichen Unterlassungsanspruch kommt es aber auf die Rechtswidrigkeit an, die - wie ausgeführt - ein Überwiegen der Interessen der Kläger im Rahmen der Interessenabwägung voraussetzte. Ein Wertungsexzess, dem der Gedanke des Rechtsmissbrauchs innewohnt, könnte zwar allenfalls dann bejaht werden, wenn das mit der Kampagne verfolgte Ziel von geringer Bedeutung wäre, sodass das Mittel dazu in einem krassen Missverhältnis stünde, oder aber die Vergleichsgrundlagen (die Sachverhalte) so differierten, dass von einem thematisch völlig verfehlten („an den Haaren herbeigezogenen") Vergleich gesprochen werden könnte. Beides liegt hier nicht vor. Die schockierende Wirkung der Fotomontagen ist zum Großteil vom Thema vorgegeben (durch Menschen brutal verursachtes Leid anderer). Die Heranziehung eines drastischen Vergleichs dient einem grundsätzlich erlaubten Zweck, nämlich in einer von Werbung reizüberfluteten Gesellschaft Aufmerksamkeit für ein Anliegen zu erzielen. Das Tierschutzanliegen selbst ist - wie ausgeführt - gewichtig, gesellschaftspolitisch umstritten und aktuell (vgl die Tierschutzgesetzgebung aus der jüngsten Vergangenheit). Aus den dargelegten Gründen ist eine exzessive Meinungsäußerung zu verneinen."

Weitere gleichlautende Nachweise auch aus der jüngeren Rechtsprechung siehe im Link unten.


 


teilchen antwortet um 31-03-2012 08:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
Danke AFH, das ist eindeutiger der Punkt:
"Die Heranziehung eines drastischen Vergleichs dient einem grundsätzlich erlaubten Zweck, nämlich in einer von Werbung reizüberfluteten Gesellschaft Aufmerksamkeit für ein Anliegen zu erzielen."

Aus der Sicht der Werbung machen es die Tierschützer eindeutig besser.
Die Fleisch- oder Milchindustrie investiert Millionen Euro in die Werbung.
Es vergeht kein Tag an dem Ihr nicht mindestens eine wenn nicht mehrere Joghurtwerbungen mit super-rechtsdrehenden aktiven Bakterienkulturen seht, die uns einreden wollen, dass mit ihnen alles leichter geht, dass unsere Kinder intelligenter werden, dass man sich besser mit der Schwiegermutter versteht, weil man ja das Gleiche isst wie sie, und dass wir dann ganz allgemein ein besseres Leben führen werden.
(Dabei wissen wir genau, dass unser Darm genau deshalb nicht mehr funktioniert, weil er eben zu viel von diesem Zeug reingestopft bekommt)
Was für ein Quatsch, oder. Aber Menschen glaubens und kaufens, zum Wohl der Milchindustrie.

Und diesem Werbedruck von Millionen Euro stehen die Tierschützer mit ein paarhundert Euro für Aktions-T-Shirts gegenüber, und sie müssen es auch schaffen ins kollektive Gedächtnis der Menschen zu kommen.
Ja wie denn sonst außer durch Emotionalisierung? Das ist legitim.
Und wenn man sich die Kosten-Nutzen-Relation ihres Aufwandes anschaut, alles andere als dumm.



teilchen antwortet um 31-03-2012 08:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?

eindeutig...



helmar antwortet um 31-03-2012 08:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
Werbung..hmmmmm......wenn ich mir manche Clips so ansehe, könnte ein Milchkühe haltender Bauer wenn er die Tiere in den Ställen aus "der guten, alten Zeit" hält im Ernstfall im fall einer Kontrolle ein Problem bekommen....ein wahres Gustostück war ja die an die Heimatfile der 50iger angelehnte Sparwerbung in der das "Kommen der Miriam" von Zopferlmäderln und Lederhosenbuberln bejubelt wurde....;-).
Mfg, Helga


Restaurator antwortet um 31-03-2012 10:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
zitat AFH:
"Die Heranziehung eines drastischen Vergleichs dient einem grundsätzlich erlaubten Zweck, nämlich in einer von Werbung reizüberfluteten Gesellschaft Aufmerksamkeit für ein Anliegen zu erzielen."

schön, dass du das zwar peta, usw. zugestehst, aber sonst offenbar niemandem. auch das richtet dich von selbst.
und mir geht es bei gott nicht um massentierhaltung.
möcht wissen ob die hysterischen vom video auch schon hunderte euro (vom SELBST verdienten geld) ausgegeben haben damit der ziegenbock nicht geschlachtet werden muss. oder ob sie km-weise uralten stacheldraht kreuz- und quer im wald gesammelt und entsorgt haben. oder wieviele nächte sie neben einem lamm gesessen sind damit sie es durchbringen wenn es von irgendwelchen deppen die zwar für sie protestieren, aber nix über sie wissen, mit brot fast totgefüttert wurde.
und trotz allem nehm ich mir heraus, dass ich fleisch von ihnen esse, da besteht kein widerspruch.
aber es steht jedem frei sich am unteren ende der nahrungspyramide anzusiedeln.


AnimalFarmHipples antwortet um 31-03-2012 10:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
Restaurator - nur damit Du nichts falsch verstehst :

Die Betonung liegt auf GRUNDSÄTZLICH erlaubt.
Der bezuggenommene Grundsatz ist die verfassungsmäßig garantierte Meinungsäußerungsfreiheit.
Von jedem Grundsatz gibt es aber -mit Billigung des Verfassungsgesetzgebers- auch Ausnahmen.

Ich hab allerdings nicht einmal näherungsweise behauptet, daß irgendeine der obigen Meinungsäußerungen rechtlich gesehen unzulässig wäre.

Du vermischst also Äpfel mit Birnen, weil es Dir nicht paßt, daß ich die Standpunkte der Vorposter mißbillige, was aber mit der Frage ihrer rechtlichen Zulässigkeit nichts zu tun hat.
(Daß Du meinen Standpunkt mißbilligst, kratzt mich nicht im geringsten; die Zeiten, wo ich mich noch mit intellektuellen Fliegengewichtern als Frühstück abgegeben habe, sind für mich schon vorbei; daß Du ein solches sein dürftest, erschließe ich aus der einfach nur idiotischen Aussage, es stünde "jedem frei, sich am unteren Ende der Nahrungspyramide anzusiedeln".)

Im übrigen mißbillige ich auch nicht einmal die Standpunkte von Sturmi & Co, sondern primär die blindwütige und stumpfsinnige Art, wie sie diese zu "vertreten" glauben.
Man kann über das Thema auch sachlich diskutieren, Schimpftiraden sind keine Argumente.

Und weil's sicher noch kommt:
Auch die persönliche Betroffenheit von Kampagnen wie dieser rechtfertigt es keineswegs, im Umgang miteinander die Zivilisation über Bord zu werfen.
Auch mein Berufsstand ist immer wieder mit allen möglichen Vorurteilen und Anschüttungen konfrontiert, die zu einem Gutteil auf Unwissenheit basieren bzw. zum Teil wohl auch auf dem Verhalten schwarzer Schafe, die es überall gibt - siehe zB Wikilegia.org (der Großteil der dort vorgebrachten Kritik gegen meine Berufskollegen beruht auf krassen Fehldeutungen der Sach- und Rechtslage seitens der dortigen Kritiker).
Von uns wirst Du deshalb aber nie derlei Töne zu hören bekommen wie in manchen der Vorpostings hier, obwohl es ziemlich image-schädigend bis existenzbedrohend sein kann, auf einem dieser Indices gelistet zu sein.
Und wir werden auch nicht ausfällig gegenüber Leuten, die meinen, ihre Rechtsprobleme auch ohne fachlichen Beistand lösen zu können.

Entsprechend würde ich mir erwarten, daß auch Sturmi & Co auf verbale Lynchjustiz verzichten, wenn es um Leute geht, die -egal ob berechtigt oder bloß aus Unwissen- Mißstände in der industriellen Tierhaltung ansprechen oder -so wie Peta- bewußtseinsbildend agieren; es geht nämlich überhaupt nicht darum, jemandem den Fleischkonsum zu verbieten, aber der Hinweis darauf, wie es dem Schnitzel ergangen sein könnte, bis es auf den Teller gelangt ist, muß erlaubt sein, selbst auf die Gefahr hin, daß es jemandem dann nimmer schmeckt.


Restaurator antwortet um 31-03-2012 12:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
@afh:
gut, dass du deine intellektuellen fähigkeiten und die von anderen selbst so objektiv einschätzen kannst.
aber davon hat's in der geschichte schon genug gegeben - in allen politischen lagern.
im übrigen: man kann mit jemandem eine sinnvolle diskussion suchen - oder ihm einfach hinbrunzen (ich argumentiere jetzt einfach einmal im leichtgewichtsjargon). nur darf man sich dann nicht wundern wenn jemand zurückspuckt. und sympathie erzeugt es auch nicht - im gegenteil: wegen solcher geschichten haben mich diese früher von mir unterstützten gruppierungen sowohl im kopf auch als bei den spenden verloren.
was ist an meiner aussage: "am unteren ende der nahrungspyramide ansiedeln" falsch? als biologe kann ich nur sagen, dass das einfach den tatsachen entspricht. das negative interpretiert dein intellektuelles superego hinein, nicht ich.
warum ich veganismus für bedenklich halte habe ich oben ausreichend erklärt und den platz der veganer kannst du ja am bild drunter selbst suchen.



 


AnimalFarmHipples antwortet um 02-04-2012 18:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
Okokok, Du hast schon Recht:
Spätestens wenn ich einmal nicht mehr bin, wird sich die vorletzte Ebene über mich hermachen, genauso wie über Dich ;-)
Aber was hat das mit dem Thema zu tun ?


muk antwortet um 03-04-2012 21:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
kollektiver wahn inzwischen gesellschaftsfähig?
ohne worte, jeder soll sich selbst darüber gedanken machen
 


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