Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????

Antworten: 17
BB 06-03-2012 07:47 - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
Es ist verdächtig ruhig um den Herrn Auer und seinen Aussagen, daß man das mit den österreichischen Bauern nicht machen kann (Grundsteuer usw.), weil heute wird das Sparparket mit alllen seinen Begleitgesetzen abgesegnet. Bis 27. Feb. wäre noch Zeit gewesen für Änderungen!


walterst antwortet um 06-03-2012 08:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
in allen Aussendungen wird ja hartnäckig so getan, als würde es nach wie vor nur um die Umwidmungssteuer gehen und nicht um eine allgemeine Grundstückssteuer.
Wenn das tatsächlich noch wegverhandelt wurde - super.
Wenn nicht, dann werden viele noch lange an die "Schwarzmalerei" zum Thema in diesem Forum denken.


Christoph38 antwortet um 06-03-2012 08:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
Binnen kurzem im Amt hat Auer schon viel erreicht.

Durch seinen Frühstart bei der Umwidmungsabgabe hat er erreicht, dass die Finanz Geld gewittert hat, nach dem Motto wo man bereitwillig Geld opfert, da muss noch mehr sein.
Dieser aufgelegte Elfer wurde dankbar angenommen und nach Anpfiff gleich nachgelegt, sodass jetzt alle landwirtschaftlichen Grundstücke die "Umwidmungsabgabe" zahlen dürfen.
Da wird es noch manches böse Erwachen geben, bei denen die artig Beifall geklatscht haben zur Umwidmungsabgabe, wenn sie für den selbst genutzten Bauplatz zahlen dürfen (lt. Stellungnahme der Kammer) usw.

Klarerweise hatte der Frühstart zur Folge, dass die Summe auf andere Belastungen nicht angerechnet wurden und daher Agrardiesel, SVB usw. trotzdem kamen.

Verhandlungstechnisch vom Feinsten der Herr Auer. Hat er von einer roten Vorfeldorganisation/Firma Geld bekommen oder ist er nicht gscheiter ?

PS: Lt. Sbg. Nachrichten entfällt die Zahlung der € 100,- bei Kündigung von Dienstnehmer, nach massiven Protesten der Gastronomie. Wetten dass sich Herr Auer den Erfolg auf die Fahnen heftet, die dem Durchschnittsbauer null gekostet hätte.



walterst antwortet um 06-03-2012 17:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
Spindelegger spricht von "bitterer Medizin" für manche.
Erfreulicherweise wird die Medizin für die Landwirtschaft als Zäpfchen (oder Rektalbolus - da kann man streiten) appliziert. Da wirkt sich die Bitterkeit nicht so aus und die Staatsgesundung schreitet dennoch voran.


JD6230 antwortet um 06-03-2012 17:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
aiz-Pressedienst-Newsletter(6-3-2012):

Im Bereich der Immobilienertragsteuer, die ursprünglich als Umwidmungsabgabe gedacht war, sollten alle Grundstücksveräußerungen, die zu Kapitalerträgen führen, mit 25% besteuert werden. Davon wären auch Übergaben betroffen gewesen. Dies konnte offenbar jedoch abgewendet werden. Entnahmen aus dem Betriebsvermögen (etwa bei Schenkungen, Betriebsaufgaben und Flurbereinigungen) sollen zu keiner Steuerpflicht führen. Grundabtretungen, die im Rahmen von behördlichen Eingriffen oder zur Vermeidung solcher vorgenommen werden, sollen steuerfrei bleiben. Einkünfte aus Tauschvorgängen sind grundsätzlich steuerlich zu erfassen, ausgenommen im Rahmen von Zusammenlegungs- oder Flurbereinigungsverfahren.


Mick antwortet um 06-03-2012 17:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
Kann mir jetzt einer erklären wieviel Steuer zu berappen ist, wenn ich einen Acker kaufe?
25% vom Kaufpreis? Oder 25% vom Wertzuwachs, den der Verkäufer möglicherweise hatte (irgendwann hat der das ja auch gekauft). Gibts da eine Steuerbefreiung, wenn ich ein Grundstück kaufe, wo ich daneben bereits eines besitze, so wie bei der Grunderwerbssteuer?
Grundsätzlich ist ja der Verkäufer steuerpflichtig, aber man kann sich ja denken, wers im Endeffekt bezahlt...

Und wenn ich ein Grundstück mit jemandem tausche ohne dass Geld fliesst, ist dann auch was zu versteuern?



diewahrheitist antwortet um 06-03-2012 17:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
@ JD6230: Danke für die Info! Vielleicht kehrt zumindest in kleinsten Ansätzen schön langsam doch noch etwas Vernunft ein.

Hoffnungsvoll
diewahrheitist


diewahrheitist antwortet um 06-03-2012 17:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
@ Mick:

Eines der ersten Google-Ergebnisse nach "Sparpaket 2012" erklärt dies recht verständlich:
http://www.appellator.at/kinfo/sp2012-2016.pdf

Die Originale zu finden auf:
http://www.bmf.gv.at/steuern/fachinformation/neuegesetze/stabilittsgesetz2012/_start.htm

Details ab Seite 5 (Änderungen der §§ 30ff EStG): Die Regierungsvorlage, die heute den Ministerrat passiert hat:
http://www.bmf.gv.at/Steuern/Fachinformation/NeueGesetze/Stabilittsgesetz2012/1StabG_2012_MRV_Gesetzestext.pdf

Die meisten Fragen müssten so beantwortet werden können, es kommt immer auf den Einzelfall an, generelle Antworten sind meist hier schwer (seit angeblich Flurbereinigungen etc zT doch wieder von der kommenden Besteuerung ausgenommen sein sollen, muss mich erst informieren).


diewahrheitist antwortet um 06-03-2012 18:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
Um auf den Titel des Threads zurückzukommen, anscheinend schon:

"So führen nunmehr Entnahmen aus dem Betriebsvermögen, zum Beispiel bei Schenkungen, Betriebsaufgaben und Flurbereinigungen, zu keiner Steuerpflicht. Weiters ist es dem Bauernbund gelungen, gewisse Ausnahmen von der Besteuerung zu erreichen. So sind Grundabtretungen oder -belastungen, die im Rahmen von behördlichen Eingriffen oder zur Vermeidung solcher vorgenommen werden, steuerfrei. Ebenso steuerlich nicht erfasst werden Einkünfte aus Tauschvorgängen im Rahmen von Zusammenlegungs- und Flurbereinigungsverfahren.

"Dank intensiver Verhandlungen bleiben Schenkungen an Kinder, Hofauflassungen und auch Flurbereinigungen genauso wie Grundabtretungen wie bisher steuerfrei. In diesen Punkten hatten sich Details in den Gesetzesentwurf eingeschlichen, die mit uns nicht ausgemacht waren. Der eingelegte Protest hat Wirkung gezeigt", sagt Auer zur nunmehr von der Regierung beschlossenen Regelung.

Eine Bereinigung im Sinne der Landwirtschaft konnte auch hinsichtlich der sogenannten "Auflösungsabgabe" erreicht werden. Die im Rahmen des Sparpakets vorgesehene Abgabe an das Arbeitsmarkt Service (AMS) hätte ursprünglich Kosten für den Arbeitgeber von 110 Euro bei jeder Auflösung eines Dienstverhältnisses vorgesehen, was für landwirtschaftliche Betriebe, die auf Saisonniers angewiesen sind, eine unverhältnismäßige Belastung dargestellt hätte."

Quelle:
http://www.bauernzeitung.at/?id=2500%2C127970%2C%2C


walterst antwortet um 06-03-2012 19:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
@mick

1. Du zahlst, wie Du richtig erkannt hast, keine Steuer (außer die Grunderwerbsteuer, mit Ausnahmen. Diese wächst natürlich auch mit dem durch die Wertzuwachssteuer gesteigerten Kaufpreis mit)
2. Wieviel Steuer der Verkäufer zahlt hängt erstens vom Zeitpunkt seines Erwerbes ab und von den konkreten Zahlen und Bedingungen, die jetzt in Gesetzesmarmor gemeisselt werden. (3,5% bzw.15% bzw.25%)
3. Laut Bauernbundzeitung, die sicher nicht lügt, und allen Veröffentlichungen der Agrarvertretung existiert die Absicht einer allgemeinen Grundstückssteuer eh nicht oder wird noch voll wegverhandelt. Also ruhig Blut!


Mick antwortet um 06-03-2012 19:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
@diewahrheitist:
Danke für die hilfreichen Links.

Also werden gewöhnliche Acker/Grünland(ver)käufe mit 3,5% durchs Sparpaket belastet...


walterst antwortet um 06-03-2012 19:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
@mick
kommt auf den Zeitpunkt des Erwerbes durch den Vorbesitzer an.

@diewahrheitist

die wahrheit ist, dass Auer mit viel Mühe, Verhandlungsgeschick, Autorität und Klugheit ein paar Dinge wegverhandelt hat, die sowieso gar nicht im Gesetz vorgesehen waren. Z.B. die Grundabtretungen im öffentlichen Interesse.
Aber für Bauernbund- und Kammerzeitung reicht diese Form der Wahrheit allemal.


BB antwortet um 07-03-2012 13:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
Last euch doch vom BB, Auer und so weiter nicht auf der Nase herumtanzen, in der heutigen Kammerzeitung (Bauer) steht ganz was anderes geschrieben und die werden doch auf dem neuesten Stand sein????


71herbert antwortet um 07-03-2012 17:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
Hat der Auer also erfolgreich verhandelt daß der Staat bei Grundabtretungen die Steuer auf den Kaufpreis nicht zahlen muß den er nachher vom Bauern eh wieder kassiert.
Für den Staat ein Nullsummenspiel aber für den BB anscheinend ein "gewaltiger Verhandlungserfolg" Ich fürcht halt die Bauern sind nicht so blöd wie der Bauernbund (Auer) und die ÖVP glauben


Christoph38 antwortet um 07-03-2012 17:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Mich hat vor allem die Verhandlungstaktik von Auer beindruckt, wie er es schaffte aus der roten Forderung nach einer Umwidmungsabgabe (zB LH Gabi Burgstaller) eine allgemeine landw. Immo-Steuer herauszuverhandeln.

Hut ab Herr Auer.
So perplex waren die Roten schon lange nicht mehr. Die haben selber nämlich max. damit gerechnet einen Teil der Umwidmungen abzukassieren, nämlich die Neuwidmungen ab 2012, so ein Nachbar und Genosse.
Die rote Reichshälfte war so baff, dass der Mitterlehner für die Wirtschaft noch ein paar Immo-Vergünstigungen rausholen konnte.


diewahrheitist antwortet um 09-03-2012 06:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
@ walterst und Christoph38:

Genau das habe ich mir dann auch gedacht, als ich mir die Details später nocheinmal durchgelesen habe, wollte eigentlich bloß auf die neu hinzugekommenen Passagen des Entwurfs hinweisen.

Es stimmt: Man kann schnell etwas erfinden, das dann eh nicht kommt (auch wenns ja gar nie da war / sowieso nicht gekommen wäre). Gerade bspw im Zuge einer Grundabtretung wäre eine Abgabe ja wesensfremd und wahrscheinlich ohnehin nicht rechtlich haltbar. Soviel zum Umgang der Kammer mit ihren eigenen Mitgliedern und Beitragszahlern. Eine Interessenvertretung müsste sich innerhalb eines Berufsstandes doch zumindest ehrlich artikulieren (zB "So und so schaut es aus und das und das wollen wir auf diese Weise erreichen...") und nicht anderes darüberstellen. Als positives Beispiel dienen diverse andere Kammern, die ebenfalls in Verfassungsrang stehen...
und Erfolge vorweisen können. Hier geht es schließlich nicht um die drohende Kürzung einer Erhöhung, sondern um tatsächliche Verluste, ohne jeden Ausgleich - vermutlich auf lange Zeit.


Muuh antwortet um 29-03-2012 10:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Na dann ist ja alles in Ordnung, laut Bauernzeitung

"Neue von der SPÖ geforderte Vermögens- und eigentumsbezogene Steuern konnten erfolgreich verhindert werden." Es sei in dieser Regierungskonstellation das bestmögliche Ergebnis für die Landwirtschaft erzielt worden. "AK und SPÖ hätten das Budget nur allzu gerne auf dem Rücken der Bauern saniert. Eine existenzbedrohliche Belastungslawine höherer Grundsteuern, der Abschaffung der Pauschalierung, neuer Kfz-Steuern für landwirtschaftliche Fahrzeuge oder einer Streichung von Agrarausgleichszahlungen – kurz ein Bauernschröpfpaket in der Höhe von mehr als 1,85 Mrd. Euro – konnten unsere Verhandlungsführer, Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich, Finanzministerin Maria Fekter und Vizekanzler Michael Spindelegger, erfolgreich abwenden", hielt Auer fest.
 


Christoph38 antwortet um 29-03-2012 11:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hat eigentlich Jakob Auer noch was erreicht????
Haben nicht SPÖ und AK eine "Umwidmungsabgabe" gefordert ?

Was ist gekommen, dank der schwarzen Verhandlungskünstler:
... zusätzlich zu den Umwidmungen ist auch bei jedem lw. Grundverkehr die neue Immosteuer zu blechen...

Eines hat Auer jedenfalls erreicht: In seiner Funktion als Budgetausschussvorsitzender konnte er darauf verweisen, dass die Bauern massiv geschröpft werden, dank seiner Vorgangsweise.


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