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Milchwirtschaft ohne Quote

Antworten: 11
JDriver antwortet um 10-03-2011 11:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchwirtschaft ohne Quote
Anhand der Schweizer ist es ersichtlich, dass es ohne eine staatliche Regulierung einfach nicht geht. Die BO Milch hat zwar meiner Ansicht nach ein gutes Konzept erstellt, welches sich aber in der Praxis leider nicht bewähren konnte. Sehr zum Leidwesen der Milchbauern.
Somit denke ich, dass es auch in Österreich nicht möglich wird ohne Qutenregelung einen halbwegs akzeptablen Preis zu erstehen. Meiner Meinung nach wird die Milchwirtschaft kippen, denn gewisse Landwirte die noch Kapazitäten übrig haben, werden dann ihr volles Potenzial ausschöpfen und den Milchmarkt überschwemmen. Was natürlich in Minimalpreise enden wird und somit ein Knieschuss des Landwirts selbst darstellt.
Wobei sicher noch erwähnenswert ist, dass diese Qutenauflösung nur ein Vorwand ist, damit ein weiterer Preisfall gerechtfertigt ist.
cowkeeper antwortet um 10-03-2011 11:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchwirtschaft ohne Quote
Der ständige Vergleich mit der Schweiz hinkt natürlich gewaltig. Denn die Schweizer produzieren nach wie vor in einem quasi abgeschottetem Markt. Hier ist eine Quotenregelung durchaus sinnvoll und möglich.

Wir haben uns allerdings entschieden zumindest EU-weit Freihandel zu betreiben. Und bei der Milch produzieren wir jetzt eigentlich eh schon einige Jahre (mehr oder weniger) erfolgreich zu Weltmarktpreisen. Dessen ist sich kaum jemand bewusst.
Unser Milchpreis ist nicht mehr besser oder schlechter als der der Neuseeländischen oder Amerikanischen Farmer (evtl. mit geringeren saisonalen- oder Währungsabweichungen).

Wozu sollen wir uns dann jetzt noch selbst begrenzen. Auf den Preis hats keine Auswirkung mehr.

lg cowkeeper


43613 antwortet um 10-03-2011 11:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchwirtschaft ohne Quote
Ich bin der gleichen Meinung wie cowkeeper.

Wir haben ja erst vor ein paar Jahren erlebt was passiert wenn der Markt aufgrund des hohen Milchpreises und der Wirtschaftskrise beginnt wegzubrechen. Der Preis rasselt TROTZ QUOTENSYSTEM nach unten.Mann muss akzeptieren, dass wir bereits jetzt für den Weltmarkt produziert haben. Nur eben mit einer Handbremse welche unsere Bauern in der Entwicklung gehemmt hat.

Zum Thema Quotenkauf: Meine Meinung ist, keine Quote mehr zu kaufen, sondern dieses Geld in die Verbesserung der BEtriebstruktur zu investieren. Dies ist längerfristig gesehen sicher der bessere Weg.

Deshalb versuchen wir auch weiterhin in unseren Familienbetrieben die Milch zu produzieren denn diese sind viel wettbewerbsfähiger als so manche Mitbewerber glauben.

iderfdes antwortet um 10-03-2011 12:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchwirtschaft ohne Quote
Ich denke mal, dass sich gar nicht sooo viel ändern wird, weil auch die Molkereien nicht jede Menge kaufen werden. Könnte gut sein, dass jener Teil der Milch, den ein Betrieb nachher mehr liefert als er Quote hatte, nur zu niedrigerem Preis übernommen wird, wenn der Absatz nicht gegeben ist.

mfj antwortet um 10-03-2011 12:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchwirtschaft ohne Quote


Es gibt ja ein schönen Witz aus der Landwirtschaft:

Treffen sich zwei Milchbauern. Fragt der eine: Was würdest Du machen, wenn Du eine Million gewinnen würdest?
Antwort: Melken, bis sie weg ist...


Die Zukunft sieht für jene gut aus, die bestimmte betriebliche Verhältnisse haben.
Dazu gehört ein BMI Maß der Kapitalgröße von mind. 50/1, große „eigene Flächenausstattung, gute innere Verkehrslage der Flächen, eine leistungsfähige Molkerei und eine gesunde Familienstruktur im eigenen Betrieb.

Bei uns in Österreich ist von alledem wenig vorhanden. Eine schlechte Flächenstruktur und Verteilung und ein relativ hoher Kapitaleinsatz – der sich schlecht verzinst.
Einzig positiv, ist die starke Familienfixierung – wenn auf dem Hof mal Milchwirtschaft betrieben wurde...

Die Quotenauflösung wird nur eine dezente Erholung auf der Ertragseite ausmachen, auch wenn langfristig die Milchmenge in der EU um ca. 20% sinken wird.
Wir haben einen übersättigten Markt in Sachen Milch – und deutlich lukrativere Möglichkeiten Landwirtschaft zu betreiben...




atomix antwortet um 10-03-2011 14:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchwirtschaft ohne Quote
Ich bin der Meinung, dass man bei freien Kapazitäten am eigenen Betrieb um 10 Cent/kg auf jeden Fall Quote kaufen sollte. Bei vier Jahren Restlaufzeit der Quote und halbwegs gutem Milchpreis wären das 2,5 Cent pro Jahr, die von der anteiligen Superabgabe wahrscheinlich übertroffen werden. Allerdings würde ich nicht mehr Quote zukaufen, wie ich fix liefern kann.
Auch denke ich, dass nach dem Wegfall der Quote seitens der Molkereien irgend eine Regelung im Hinblick auf Überschussmengen am Markt gesucht werden muss. Und dabei könnte die ehemalige Quote doch eine Rolle spielen ...


@ mfj
Ich geh mit dir konform, dass eine erfolgreiche bäuerliche Milchwirtschaft sehr stark an eine funktionierende Familienstruktur gebunden ist. Milchkühe brauchen nunmal mehr Aufmerksamkeit als andere Tiergattungen und machen dadurch auch mehr Arbeit. Allerdings ist es auch so, dass gut funktionierende Milchbetriebe auch heute noch lukrativ sind. Und dass wird sicher auch in Zukunft so bleiben.

rirei antwortet um 10-03-2011 15:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchwirtschaft ohne Quote
Nicole, Du schreibst ja selber, daß alles, was nach 2015 kommt, noch sehr vage ist und keiner was zu wissen scheint.
Also was bitte sollen wir hier diskutieren? Wir wünschen, aber sie spielen es nicht?

Hausruckviertler antwortet um 10-03-2011 18:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchwirtschaft ohne Quote
Meiner Meinung nach sollte man sich anschauen wie die Molkerei dasteht zu der man liefert. Die unsere muß viel Milch von anderen Molkereien zukaufen um den Bedarf zu decken, da wird es wohl sinnhaft sein die Jahre bis zur Quotenaufhebeung zu überliefern, weil ich denke, dass die Molkereien Lieferverträge mit den Lieferanten machen und als Grundlage die Anlieferung der letzten Jahre hernehmen, sowie es geschehen ist, wie die Quote eingeführt wurde.

krähwinkler antwortet um 10-03-2011 21:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchwirtschaft ohne Quote
Einige Fakten:
Die öst. Molkereiwirtschaft erlebt einen starken Strukturwandel, der noch nicht abgeschlossen ist. Größe zählt.
Die öst. Milchbauern steigern die Milchproduktion überproportional stark.
Der Milchpreis ist an den Energiepreis gekoppelt.
Immer weniger Betriebe erzeugen immer mehr Milch.
Familienbetriebe dominieren noch, das Wachstum über den Familienbetrieb hinaus kommt erst in Gang.
Die lockere Quotenregelung wird positiv aufgenommen.
Die COPA arbeitet an Versicherungsmodellen nach amerikanischem Vorbild gegen Preisabsturz. Also vage ist da relativ wenig!

berndi_ antwortet um 13-03-2011 11:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchwirtschaft ohne Quote
Hallo!
ich würde sagen, man sollte in den kommenden Jahren nur mehr die notwendigsten Invesitionen durchführen. Größeres bzw. ausbau der Milchwirtschaft bzw. Neubau des Stalle etc. oder größere neue Maschien etc. Mal Geld auf die Seite Legen, und schaun was kommt. Was man hat, hat man;)
glg.

jacky65 antwortet um 24-03-2011 17:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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na berndi, dass ist bei geld auf die Seite legen, gar nicht so sicher.

eine mittlere finanz/wirtschaftskrise gefällig, ein bissl mehr inflation .... gelddruckmaschinen .... geldentwertung ....

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