Zu viel Bio am Markt

Antworten: 18
Icebreaker 29-06-2010 19:40 - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
Aha. Do schau her.

http://derstandard.at/1277337019374/Bauern-bleiben-auf-Biogetreide-sitzen



Felix05 antwortet um 29-06-2010 19:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
Hallo Ice,

frag´mal den User Gottfried (179781), der bleibt garantiert nicht auf seinem Getreide sitzen.

Gruß, Lutz!


sturmi antwortet um 29-06-2010 21:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
Bio-Boom hat eine Schattenseite:
Gewachsen ist der Markt ausschließlich bei Diskontern, die in den letzten Jahren den Bio-Bereich stark forcierten. Da Diskonter definitionsgemäß billiger sind, herrscht folglich ein starker Preisdruck in diesem Sektor. Man kann das beklagen – wie es der Verband Bio Austria derzeit tut. „So stark wie jetzt ist der Druck noch nie gewachsen, sagte Verbandsobmann Rudi Vierbauch der „Presse“.
Doch das Beklagen ist im Grunde müßig: Wenn Bio-Lebensmittel, die früher ein Mangelprodukt waren, nun im Überfluss vorhanden sind, dann wirken ganz einfach die Marktkräfte und führen zu einer Verbilligung.
"Die Presse"
MfG Sturmi



179781 antwortet um 29-06-2010 21:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
Da bin ich schon!

Sitzen bleibt keiner auf dem Getreide, aber die erwarteten Preise sind halt ein Trauerspiel. Wer seine Kundschaften in der Vergangenheit anständig bedient hat, wird auch in Zukunft ein Geschäft mit ihnen machen. Die Abzocker haben es nicht so leicht.

Vor zwei, drei Jahren waren die Preise noch extrem hoch, was dazu geführt hat, dass viele Getreidebauern neu eingestiegen sind. Nicht wenige Ackerbauern haben in kurzsichtiger Denkweise sich hauptsächlich auf den Getreideanbau konzentriert und dabei vergessen, dass z. B, bei Eiweißpflanzen immer noch Importbedarf besteht.

Manche haben es so weit getrieben, dass sie mehr als 75 % Getreide und Mais angebaut haben, was ja laut Öpol zulässig ist, aber fachlich eben falsch. Ackerbau ohne mehrjährigen Futterleguminosen in der Fruchtfolge ist langfristig halt schwer möglich.

Am Futtergetreidesektor haben die hohen Preise auch dazu geführt, dass z. B. viele Milchbetriebe draufgekommen sind, dass die Kühe vom Gras auch Milch geben und auch die Milchpreise haben deutlich nachgegeben weshalb jetzt nicht mehr so viel Futtergetreide gebraucht wird.

Dazu kommt noch, dass die Konsumenten von dem dauernden Krisengesudere verunsichert sind. Ein nicht unwesentlicher Teil der Käufer von Biolebensmittel sind solche
"Zeitgeistjünger" die sich immer nach dem richten, was die Medien gerade predigen. Und da geht auch beim Endverbraucher ein Teil des Marktes viel schwieriger.

Gottfried



Biohias antwortet um 29-06-2010 22:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
Ja so is...
es sind in den letzten 2 jahren viele auf die Getreideproduktion eingestiegen, was zu einem überangebot geführt hat. fakt ist aber das ich keinen kollegen kenne der auf seiner ware sitzen geblieben ist und es ist auch so das zum beispiel für e-weizen der bedarf immer noch nicht gedeckt werden kann.
das dürfte hauptsächlich daran liegen, dass die meisten ackerbaubetriebe allein durch die fruchtfolge das protein nicht so hoch kriegen.
anderes getreide wie roggen oder dinkel sind genügend vorhanden, futtergetreide wie Triticale natürlich auch. der bedarf an Eiweißfrüchten ist in der tat enorm und hier werden einige heuer anbauflächen vergrößern, allein die ich kenn schon über 100 ha.
ich weiß aber schon die neuen wachstumszahlen und kann deshalb mit sicherheit behaupten, dass der bedarf jetzt erst richtig steigen wird, in deutschland über 5 %.....
also was soll die diskussion, der preis steigt jetzt schon und wird erfahrungsgemäss nach der ernte wieder sinken, sich aber wahrscheinlich deutlich über dem niveau des vorjahrs bewegen.
Mfg


Haa-Pee antwortet um 29-06-2010 22:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
tja auch bei bio wachsen die bäume nicht in den himmel.

denn exponentionelles wachstum gibt es schlicht und einfach nicht.

da auch die handelsketten massiv im biobereich tätig sind geht es den biologen nicht viel anders als den rest der "rohstofflieferanten" preisdruck in gesättigten märkten!

eine logische folge der massiven ausdehnung vom biolandbau aber mal abwarten wie dei neuen förderrichtlinien nach 2013 aussehen da kann es leicht wieder zu einer markträumung kommen wenn die subventionen wie man es schon nuscheln hört massiv gekürzt werden!

und in der tat die vielen bioackerbauern die in den vergangen jahren sicher sehr gut verdient haben mit verhältnissmässig wenig aufwand die werden um die gleichberechtigung wieder herzustellen in den nächsten jahren gewinn mässig kürzer treten müssen.....


für die neueinsteiger die erst kurz dabei sind ist es wie so oft im leben dass die "letzten die hunde beissen".....eine alte bauernweisheit...;-)



Else antwortet um 29-06-2010 22:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
Ich liebe meine Bio-Ackerbauern!
Ich liebe ihre Produkte. Vor allem dann, wenn ich weiß, daß sie bio nicht nur wegen der Förderungen sind.
Danke, liebe Bio-Ackerbauern!


Haa-Pee antwortet um 29-06-2010 22:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
liebe else du bringst mit deiner unendlichen liebe zu deinen bioackerbauern sie in ärgste not denn dir ist hoffentlich bewusst dass sie deine liebe nicht erwidern können da sie nach dem biokodex nicht spritzen dürfen.....


Else antwortet um 29-06-2010 22:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
Du sprichst mir zu hochtrabend (unprofessionell).


daniel1 antwortet um 30-06-2010 10:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
Hallo Else
als kleinen Liebesbeweis könntest du ja meine 70 Tonnen bestes Bio-Getreide zu einem vernünftigen Preis kaufen.
Lg Lois


Tyrolens antwortet um 30-06-2010 11:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
Was ist ein vernünftiger Preis?
Hat die Agentur für Biogetreide 2008/2009 vernünftige Preis ausbezahlt?

Und wo ist die große Nachfrage nach Biogetreide, wenn die Agentur für Biogetreide nunmehr auf ihrer Ware sitzen bleibt?

Jahrlang wurde von den Bios das Wachstum generell kritisiert. Nun fällt ihnen scheinbar genau das eigene Wachstum auf den Kopf.


biolix antwortet um 30-06-2010 11:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
Hallo !

Wachstum ist grundsätzlich nichts schlechtes.. nur die Bäume wachsen nicht in den Himmel, und Bio kann auch nicht in den Himmel wachsen, udn bei 100% wäre Schluss..
Und das hätte viel gute für die BäuerInnen zu bieten....wie auch shcon die letzten Jahre gezeigt haben.. ;-))))

Ja, nach Jahren der Biogetreide unterversorgung, ist mal das zu bewältigen, schau ma mal, wo die Mehrheit der BiobäuerInnen hin will..

lg biolix

p.s. Vor 4 jahren jatten wir eine Studie das der "Bioteich" leer gefischt ist, d.h. alle die wollen schon umgestellt haben, , udn das Wachstum war 2-3 % im jahr, nun ist der Eintiegsstopp mit nächsten jahr, da haben schon viele die "Panik" bekommen, zeigt aber auch nur das die konv. LW noch schlechter geht... und wer die lettzen Jahre geholfen hat den Biomarkt auszubauen und zu pushen das mus snun auch bewertet werden, die jenigen die nun nach "Schuldigen" suchen, eher weniger.. ;-))


cowkeeper antwortet um 30-06-2010 14:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
jaja, so gings halt immer denen, die genaudas gemacht haben, was gerade extrem propagiert wird.
So gesehen bei:
den Milchziegenbetrieben (war vor 3-4 Jahren die große Kampagne, und die sich dadurch den Preis gedämpft haben)
den Biogaslern (darüber brauch ma gar net redn- sogar oberste Kammerfunktionäre haben sich Millionengräber geschaufelt)

und eben nun bei Bio (wurde jetzt immer groß propagiert, auch wegen dem Einstiegsstop)

Ein alter Nachbar von mir sagte oft. "Wennst wissn wüst, wost mochn sollst, fragst hoid amoi auf da kammer, und machsts genau umkehrt."


lg cowkeeper


Tyrolens antwortet um 01-07-2010 13:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
Was ist da los?

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100701_OTS0241/biogetreide-wirbel-bio-austria-fordert-sicherung-baeuerlicher-ansprueche


Zitat: "Spitzenvertreter der Landwirtschaftskammern (LK) zeigten sich
diese Woche besorgt ob der dramatischen Situation für die betroffenen
Biobauern und betonten aber klar die primäre Verantwortlichkeit der
Gesellschafter der Agentur für Biogetreide. Man wolle die Beteiligten
an einen Tisch holen, um eine Lösung zu finden, die Ansprüche der
Biobetriebe einzubringen. Diese hätten nur rund 40% der zugesagten
Erlöse als Akonto ausgezahlt bekommen und drohten um tausende, in
Einzelfällen sogar um bis zu EUR 40.000,- umzufallen."


Abgesehen von der Dramatik. Wenn die größten Betriebe EUR 40.000,-- verlieren würden - sind das wirklich die größten Biogetreidebauern die bei der Agentur unter Vertrag stehen?


Tyrolens antwortet um 02-07-2010 10:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
Kein Tag ohne schlechte Nachricht:

http://derstandard.at/1277337215304/Biogetreide-Bei-den-Lieferanten-liegen-die-Nerven-blank


biolix antwortet um 02-07-2010 11:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
da liegen aber ordentlich, auch bei wem Anderen, die Nerven blank...

Ja es gibt einiges zu tun, packen wirs an....

lg biolix


firehand antwortet um 06-07-2010 13:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
die agentur für biogetreide hat in ihrem vorletzten schreiben (ca. mai) davon gesprochen, dass sie getreide zukaufen mussten, da es bauern gegeben habe, die vertragsware nicht geliefert hätten. war das eine lüge? es liegen doch zig-tausende tonnen getreide auf lager! mein vertrauen in diese firma ist schwer angeschlagen...


helmar antwortet um 06-07-2010 13:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
So wie bei der Biomilch? Weisst eh, die gekündigten Lieferanten...
Mfg, Helga


Bauernprofi antwortet um 06-07-2010 19:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zu viel Bio am Markt
... und der Rest der Biomilch wird in Standard- Milchpackung als Konventionelle Ware in den Almgebieten verkauft.


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