Pöttinger-Pflug SERVO 45 S Plus: Mehr Leistung mit Traction Control

Pöttinger hat für seine schwerste Anbau-Pflugbaureihe Servo 45 S zur Schlupfreduzierung ein „Traction Control“-System entwickelt. Die Antworten auf den praktischen und wirtschaftlichen Nutzen dieser Innovation und wie sich der Pflug selbst in der Praxis bewährt hat, gibt Ihnen das „Landwirt“-Testteam.
Das vorgesetzte Pendelstützrad eignet sich gut zum Grenzpflügen.
Das vorgesetzte Pendelstützrad eignet sich gut zum Grenzpflügen.
Das Grieskirchner Familienunternehmen hat sich im letzten Jahrzehnt von einem traditionellen Grünlandhersteller zu einem Allrounder der Landtechnik entwickelt. Immerhin erzielt das Unternehmen heute schon 25 % des Umsatzes mit der für Pöttinger noch jungen Sparte Bodenbearbeitung und Sätechnik. So wie Pöttinger in der Grünlandtechnik zu den Tonangebern zählt, setzte das Unternehmen auch im Bereich der Bodenbearbeitung und Sätechnik immer wieder Akzente und ist so schon nach kurzer Zeit zu einer fixen Größe aufgestiegen. Auch der von uns getestete Anbaupflug hat einige Besonderheiten und innovative Features.

Traction Control reduziert den Schlupf…
…und hält die Arbeitstiefe konstant. Üblicherweise wird versucht mit der Regelhydraulik des Traktors oder bei modernen Traktoren auch mit elektronischen Antischlupfregelungen den Schlupf zu reduzieren. Diese klassischen Methoden können je nach Bodenbeschaffenheit zu Schwankungen in der Arbeitstiefe führen. Aus diesem Grund bietet Pöttinger bei der schweren Anbau-Pflugbaureihe Servo 45 S optional das Traction Control-System an. Systembedingt gibt es diese Variante nur bei den 5- und 6-scharigen Pflügen. Traction Control besteht aus einer Traktionswippe im Anbauturm, einem Hydraulikzylinder, einem Stickstoffspeicher mit Absperrhahn und einem Manometer. Mit einem einfach wirkenden Hydrauliksteuergerät und einem Absperrhahn am Stickstoffspeicher lässt sich der Vorspanndruck einstellen. Damit wird das Gewicht teilweise auf die Hinterachse des Traktors übertragen. Bei einem Vorspanndruck von 150 bar sollen das laut Herstellerangaben etwa 2.250 kg sein. Bei 90 bar sind es immerhin noch 1.350 kg. Durch die Hebelwirkung des Pfluges verlagert sich auch ein Teil der Vorderachslast nach hinten. Für eine möglichst effektive Kraftübertragung muss daher auf ausreichenden Frontballast geachtet werden. Da mit Traction Control die Hinterachse ständig belastet wird, kann die Zugkraftregelung stark zurück genommen werden. Das hat den Vorteil, dass der schädliche Schmierhorizont durch die Traktorhinterräder vermieden wird und die Arbeitstiefe nahezu konstant bleibt. Ein weiterer Vorteil ist, dass während der Pflugarbeit trotz Traction Control der Pflug nicht fix verspannt ist und das Stützrad entlastet wird. Diesen Vorteilen steht ein Mehrpreis von etwa 900 Euro gegenüber.
Die Zugkraftverstärkung durch Traction Control ist auf schweren Böden oder auch bei Hanglagen deutlich spürbar. Auf sehr leichten, sandigen Böden muss der Vorspanndruck reduziert werden, damit der Pflug hinten in der Erde bleibt. Bei derartigen Verhältnissen gibt es allerdings selten das Problem von zu geringer Zugkraftübertragung.

Fazit: Optimierte Pflugarbeit
Der 5-Schar-Pflug Servo 45 S Plus eignet sich gut zum Unterpflügen von großen Mengen organischer Masse. Mit dem Pflugkörper 46W lässt sich ein gleichmäßiges Pflugbild mit guter Krümelung erzielen. Die Einstellung des Pfluges ist dank Servomatic-Einstellzentrum ein Kinderspiel. Die Schnittbreite der einzelnen Körper lässt sich von 25 bis 53 cm hydraulisch verstellen. Mit dem Traction Control-System lässt sich der Traktorschlupf bei schwierigen Bedingungen bedeutend reduzieren, was zu einem reduzierten Treibstoffverbrauch führt. Die Arbeitstiefe bleibt dabei konstant.

Landwirt-Tipp
Weitere Bilder sowie ein Einsatzvideo von diesem Pflug finden Sie auf unserer Homepage: www.landwirt.com/landtechnik

Autor: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


Pöttinger Servo 45 S PLUS von www.landwirt.com




Aktualisiert am: 07.01.2010 10:01
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