Was wir Bauern wollen

Antworten: 49
Harpo 24-06-2019 23:35 - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Leserbrief in Landwirt Juni 2019.
Wie viele Bauern haben den Wunsch im Internationalen Wettbewerb überleben zu können??? Oder wünschen sich das nur eine Handvoll Größenwahnsinniger



svoboda12 antwortet um 25-06-2019 08:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Naja, ich glaube jeder hat den Wunsch überleben zu können. Und das betrifft dann m.M. nach, dann nicht nur National, sondern International. Es hilft mir nichts, wenn ich National lange überlebe, mich aber auf lange Sicht, die internationale Konkurrenz umbringt. Ob man jetzt als "großer" oder "kleiner" überleben will/möchte ist jeden selbst überlassen und ich glaube ab einer gewissen Größe auch möglich. Wobei dieser Größenwert leider immer höher wird.


jakob.r1 antwortet um 25-06-2019 09:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Grüße Euch, -- das ist wie in der Industrie. Alle Jahre werden die Betriebsmittelpreise, Steuern, Versicherungen, Lebenshaltungskosten weiter steigen und als Landwirt wird man eben in Gegenden ausweichen müssen, welche billige Arbeitslöhne, wenig Umweltstandarts und billige Flächen bereithalten falls man von Landwirtschaft leben möchte, ---- also Stundenlöhne erhält die dem freien erfolgreichen Unternehmertum gerecht werden. Dies wird sich nicht mehr in Europa abspielen wenn sich die Landwirte nicht endlich auf Verknappung der Produktion absprechen und gemeinsame Mindestpreisgestaltung.
Wenn alles so bleibt in Europa wird man sich als Landwirt darauf einstellen müssen, das es immer schwieriger wird sich landwirtschaftliche Produktion leisten zu können.
Beste Grüße
Jakob


mittermuehl antwortet um 25-06-2019 10:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Überleben wollen alle. Ich denke das die Frage wäre wer mit seinen Produkten im direkten Preiskampf gegen die Industrielle Landwirtschaft von 1000 ha Betrieben (1000 Milchkühe, 10 000 Schweine, ....) antreten will. Oder wer sich lieber eine Niesche sucht mit Direktvermarktung, selten Getreidesorten, Urlaub am Bauernhof, usw. Aber überleben wollen alle...


ewald.w(88y8) antwortet um 25-06-2019 14:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
@jakob.re

sehr gut beschrieben.

deckt sich genau mit einer aussage meines jd-vertreters, der auf einer schulung einen jd-manager wegen dem bemühen von jd um den hiesigen markt ansprach.

dieser sagte, dass jd eine langfristige produktionsverlagerung richtung osten erwartet.

jd ist wohlgemerkt der weltmarktführer--die denken sich was dabei.




Heimdall antwortet um 25-06-2019 16:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Das ganze funktioniert aber nur so lange, bis der Transport teurer wird.
Ab dann ist regionalität gefragt...

Langfristige Prognosen sind sowieso Kaffeesatzleserei...
1 Krieg etc und die ganze Sache ist vorbei


mittermuehl antwortet um 25-06-2019 16:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Beide Vorschreiber haben recht. Das würde aus meiner (hier unbeliebten) Sicht bedeuten, das die vorrangige Aufgabe der Landwirtschaft in Österreich wäre, die Infrastruktur best möglich zu erhalten (so der Krieg kommt). Die Massenproduktion von Lebensmitteln in Österreich ist da im Moment aber nebensächlich. So Bio-Öko-Umweltverträglich,-Landschafterhalt-usw. das Überleben der geförderten Bauern ermöglich, so reicht das. Mein nicht so beliebte Meinung.


ewald.w(88y8) antwortet um 25-06-2019 17:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Kriege gab und gibt es immer wieder, allerdings zuletzt ausschliesslich in armen Ländern.

dort, wo die Kinder rar sind, Begütet und insofern viel zu verlieren haben ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich irgend ein verrückter Kriegstreiber durchsetzt äusserst gering.

darum fleissig arbeiten, investieren, schaffen damit unser land reich bleibt und der Friede ist gesichert.

mit fleissig investieren meine ich natürlich EUCH---mir ists lieber im Schatten bei der Hitze ja und überhaupt möcht ich lieber mein Leben noch ein wenig geniessen.




mittermuehl antwortet um 25-06-2019 17:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Man kann auch in Schattenspender, Liegestühle und Kühlschrank investieren... ;)


ewald.w(88y8) antwortet um 25-06-2019 19:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
@mittermuehl

dafür gibt es aber leider keine Förderung


179781 antwortet um 25-06-2019 21:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Wer nur dort investieren will, wo es eine Förderung gibt, der reitet - in Abwandlung eines Indianerspruches - gern auf toten Pferden.

Im übrigen bin ich auch der Meinung, dass die Bauern endlich die Augen aufmachen sollten und den Blödsinn, dass wir für "die Welternährung" arbeiten nicht mehr glauben.
Das geht in Europa nicht,
a) weil das der am dichtesten bewohnte Erdteil ist, von daher die Flächenausstattung nicht passt
b) weil wir teurer produzieren als fast alle anderen auf der Welt. D. h. unsere Produkte sind wo anders nur zu Dumpingpreisen zu verkaufen, also für die Volkswirtschaft insgesamt ein Verlustgeschäft.
Eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Europa sollte sich am Bedarf im Inland orientieren und gesunde Strukturen erhalten, die auch in Krisenzeiten in der Lage sind, zumindest eine Grundversorgung der Bevölkerung mit den wichtigsten Nahrungsmitteln zu gewährleisten.

Ob das die Bauern so wollen, weiß ich nicht. Bei vielen hat man den Eindruck, die wollen nur, dass jemand ihre Milch oder ihre Schweine abholt oder sie das Getreide im Lagerhaus abkippen dürfen, jeweils so viel sie davon nur produzieren können.

Gottfried


Richard0808 antwortet um 25-06-2019 21:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Europa der am dichtest bewohnte Erdteil?
Wie kommst auf das?

China hat bei der etwar gleichen Fläche doppelt soviele Einwohner.

Von Indien redenen wir noch garnicht....


179781 antwortet um 25-06-2019 22:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Erdteil habe ich geschrieben - nicht Land. Die von dir genannten Länder liegen in Asien und dort sind so große Flächen fast unbewohnt, dass sie das locker wett machen.
Aber das ist alles Statistik. Fakt ist, dass wir in Europa nicht in der Lage sind ernsthaft zur "Welternährung" beizutragen. Weil wir unsere Produktion selber brauchen und für den Export in Länder mit Bedarf viel zu teuer produzieren.

Gottfried


Richard0808 antwortet um 25-06-2019 22:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Ich weiß schon wie du das meinst,
aber trotzdem Europa hat 75Einwohner/km2
Asien 90Einwohner/km2


179781 antwortet um 25-06-2019 22:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Das kommt davon, wenn man dem Internet zu viel glaubt. Ich habe wo gelesen, dass Europa der am dichtesten besiedelte Erdteil ist. Stimmt aber so nicht, die Zahlen von Richard sind wohl eher richtig. Sie stehen zumindest so bei Wikipedia.

Gottfried


Harpo antwortet um 26-06-2019 01:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Ich bin eher selten der gleichen Meinung wie Mittermuehl aber diesmal muss ich ihn 100% Recht geben
Mit Export und Welternährung können wir nur verlieren weil unsere Produktionbedingungen viel zu hoch sind und der Weltmarkt keine Spezialprodukte braucht sondern Dumping Preise
Das Argument vom Durchreichen von Ausgleichszahlungen kann ich nicht nachvollziehen das haben doch nur die erfunden die der Größenwahn reitet um möglichst viele Flächen zu bekommen und den freien Markt huldigen jetzt wollen sie die Grundbesitzer fast enteignen weil Ihnen das Wasser fast bis zum Hals steht????
Wollen die alle auf kosten anderer Gewinner machen???
Ich bin. Überzeugt das ist dem Bauernstand nicht würdig.


Richard0808 antwortet um 26-06-2019 07:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Mich wundert nur das gegen TTIP Gegenwind ohne Ende war, Unterschriften..usw
Aber das Handelsabkommen mit den Mercosur Ländern wird der Europäischen Landwirtschaft mehr zusetzen als das die USA je könnte, dennoch wird intensiv Verhandelt ohne viel Aufregung


mittermuehl antwortet um 26-06-2019 08:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
@179781 Ich bin mir nicht sicher ob sie bei Asien Sibieren dabei hatten. Wo du aber recht hat ist, das Europäer sehr viel Platz brauchen. Wie bauen unsere Einfamilienhäuser zu großzügig, wir versiegeln zu viel Boden durch alle möglichen Bauten. Die Ackerflächen meiner Jugend (nicht die Flächen meiner Familie) sind alle gesichtlosen Einfamilienhäusern gewichen. Oft in kommunal unsinnigen Lagen aber auch wichtigem Ackerboden. Asien hat mehr Bevölkerung pro km². Aber die leben viel konzentierter. Asien hat die stärkste wachsenden Bevölkerung. Warum wohl kaufen die Chinesen in Afrika Ackerland.


Ich vermute das für die nächsten 20-30 Jahre (lange für einen Bauern aber kurz für einen Hof) wir mit den Preisen am Weltmarkt nicht mithalten können. Kann gut sein das dann eine Wende kommt. Für mich persönlich bedeutet das, ich werde mit einem Nieschenprodukt mit durchwurschteln und schaun das die Böden in einem guten Zustand sind. Die nächste Generation hat dann eine Basis zum weiter arbeiten.


rbrb13 antwortet um 26-06-2019 09:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen

Habe gestern gelesen, dass die weltweite Landwirtschaft ihre Produktion vom Jahr 2000 bis jetzt um 50 % gesteigert hat.
Allerdings ist auch der Verbrauch exakt um den gleichen Prozentsatz gewachsen.

Die Zahlen ( sofern sie stimmen ) haben mich mehr als überrascht.


rbrb13


mittermuehl antwortet um 26-06-2019 10:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
@rbrb13 Der Verbrauch beinhaltet aber auch eine gewaltige Verschwendung die vom Acker über den Handel bis zum Konsumenten geht..... weil es so billig ist... Die Produktion hat sich vielleicht verdoppelt aber der echte Verbrauch warscheinlich nicht. Der landet im Kompost.

@Richard0808 Der Welthandel ist eine zweischneidige Sache. Blöd weil er verschieden Regionen mit verschiedenen Grundlagen in einen Wettbewerb schickt. Gut weil er auch Bedarfsspitzen durch Dürre usw. so schnell ausgleicht das der Konsument nichts bemerkt. Denken wir nur an die Erdäpfel aus Ägypten. Die Pommes sind uns nicht ausgegangen. Unsere Schweinebauern freuen sich über den Fleischmangel in China (bis die halt die Schweinpest wieder unter kontrolle haben).


atro antwortet um 26-06-2019 10:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
mittermuehl !! Da hast vollkommen Recht !! Der Freihandel gleicht das aus !! Auf Kosten des Produtzenden .
Man macht nur mehr Geld mit Katastrophen siehe Schweinepest ! Irre das System! LG Georg


Richard0808 antwortet um 26-06-2019 10:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Wenn ich darüber zuviel nachdenke wird mir schlecht.
Bei uns wird schönstes Ackerland zugebaut wo es nur geht und in Brasilien wird Regenwald abgeholzt um Soja anzubauen der zu uns kommt (auf riesigen Schiffen die mit Schweröl fahren) und unsere Tiere ernährt.....

Umweltverbrechen hoch4



Draußen antwortet um 26-06-2019 11:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Das krampfhafte Exportieren und das Schönreden dieser Verlustgeschäfte bringt nur den Exporteuren, den Banken und den Händlern was, alle anderen verlieren daran.


mittermuehl antwortet um 26-06-2019 11:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Ich glaube aber das dieses System das auf ständiges Wachstum ausgelegt ist bald (10-20 Jahre) mal zusammenbrechen wird. Sobald CO2-Kosten usw. ernst genommen werden wird nicht mehr zwingend der "billiste" Preis ausschlaggebend sein.

Bis dahin muß man als Bauer halt überleben und schaun das man sich und sein Flächen nicht zu sehr beschädigt. Wie man das macht, wird wohl jedem selbt überlassen sein.

Richard und Atro haben zwei Punkte des Wahnsinnes aufgezeigt. Die Liste ist noch lange.

Aber am Ende wird heimische Landwirtschaft wieder sehr wichtig werden ... nur bin ich dann mehr als in Pension. ...


atro antwortet um 26-06-2019 11:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
mittermuehl !! Wir wissen es , aber der Mehrheit ist es egal !! Die leben von heute auf morgen ! Zukunft Generations denken gibt es keines mehr !! Nachdenken kommt erst dann wenn es zu Spät ist ! Traurig aber war !!


mittermuehl antwortet um 26-06-2019 14:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
@atro... Ich denke das durch die zu erlebenden Wetterphänomene da in naher Zukunft ein Umdenken stattfinden wird. Wir werden es bei den nächsten Förderungen und auch schon bei der NR vielleicht erleben. Wenn nicht jetzt dann in 10 Jahren.

Thema war ob jemand hier den Wunsch hat im Internationalen Wettbewerb mitzumischen. Und wenn ja .. wie... Gibt es hier jemande der sich und seinen Betrieb als Zukunfstsicher Internationalen Wettbewerb sieht? Persönlich glaube ich das nur sehr wenige Betriebe das mit industieller Massenwaren schaffen werden. Die nahe Zukunft für den Großteil der österreichischen Landwirtschaft in Nischenprodukten der höheren Preisklasse liegen.


atro antwortet um 26-06-2019 17:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
mittermuehl ! Das sind die Auflage der einzelnen Länder schon zu verschieden. Mit der Massenware kann sicher Großteil nicht mithalten . Da die Kosten schon um einiges höher sind. Es wird an der Bevölkerung liegen ob es die Landwirtschaft braucht !! Massenwaren kann ich nicht mithalten . Da höhere ich auf !!


mittermuehl antwortet um 26-06-2019 17:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Sehe ich aus so... Deshalb im Moment ein Ponyhof...

Aber gibt es jemanden hier der meint fit für den Weltmarkt der Massenware zu sein?


Vollmilch antwortet um 26-06-2019 18:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Zählt Milch zur Massenware?

LG Vollmilch


mittermuehl antwortet um 26-06-2019 19:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Wenn sie jederzeit durch Milch oder eine Milchprodukt aus Irland, Frankreich, Deutschland ... ersetzt werden kann - ja... Massenware ... wo ein Weltmarktpreis unsere Preise diktiert..

Wenn sie für eine Produkt steht das nur hier hergestellt wird (und nicht leicht austauschbar ist) bzw. eine Marke darstellt die einen höheren Preis erlaubt --- nein.. keine Massenware.



So würde ich es sehen.


Harpo antwortet um 26-06-2019 19:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Milch zählt offensichtlich dazu weil zuviel Prodoziert wird und alle an den Export denken. Diese Überschussproduktion ist zum Tode verurteilt.
Einfach einmal über den ganzen Wahnsinn nachdenken?????


mittermuehl antwortet um 26-06-2019 19:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Ich würde es nicht ganz so eng sehen. Wenn eine regionale Milch zu einem besonderen Käse veredelt wird, so ist das sicher keine Massenware.

Massenware ist es dann, wenn es leicht austauschbar ist...


gbgb antwortet um 26-06-2019 19:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Guten Abend!

Zu weiter oben:
Natürlich brauchen Einfamilienhäuser mehr Platz als Mehrparteienhäuser.
Dafür bestehen aber auch viele Vorteile:
Es ist der eigene Grund, der eigene Garten, das eigene Haus.
Die größere räumliche Distanz zum Nachbarn beugt etwaigen Störungsanlässen besser vor und wird einem friedlichen Zusammenleben ganz dienlich sein.
Ich glaube, dass das Einfamilienhaus eine gute Wohnqualität bietet, und bin es jedem vergönnt, auch wenn die landwirtschaftlichen Flächen unter anderem dadurch etwas weniger werden.

Schöne Grüße aus dem Mostviertel







golfrabbit antwortet um 26-06-2019 20:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
@gbgb
"Wer das Land schützen will, der fördert die Städte!"
Zugegeben auf den ersten Moment ein eigenwilliger Gedanke, aber wer ihn weiterstrickt, kommt um diese Wahrheit nicht herum - es wird gerade in so eng begrenzten Gebieten wie Tirol usw. nicht länger möglich sein jedem Bauwilligen und Weichenden einen Baugrund zur Verfügung zu stellen, ist es ja jetzt schon schockierend von unseren Aussichtsbergen auf die stetig mehr und mehr zusammenwachsenden Talgemeinden zu blicken.
Wir Bauern brauchen dabei gewiss nicht mit dem erhobenen Zeigefinger wachteln, allein der Grundverbrauch für heutige Betriebsstätten ist enorm und noch immer gibt es viel zu viele Ortsbauernschaften die es als grossen Erfolg in der Jahresbilanz verbuchen, wenn wieder Gründe umgewidmet sind.
Seit dem Krieg schaffen bei uns jetzt die Schwarzen an, trotzdem war es anscheinend nicht möglich, eine Raumplanung zu verwirklichen, die Industrie, Handel und Gewerbe auf (verkehrstechnisch...)sinnvolle Gebiete beschränkt und trotzdem eine gerechte Aufteilung der Kommunalsteuern auch an die "Wohnsitzgemeinden" erlaubt. Das Kirchturmdenken ist noch viel zu stark verankert und damit auch die Unart dass an den unmöglichsten Ecken neue Gewerbeflächen ausgewiesen werden.

Hannes




muk antwortet um 26-06-2019 21:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
ist doch klar was bauern wollen

- hohe einheitswerte
- hohe abgaben
- viel milch und geringe milchpreise
- keine bestandesobergrenzen
- viele freihandelsabkommen
- und zum schluss kommt die PLÄREREI über das eigene versagen - die eigene planlosigkeit - ROTE linien sind die lösung

https://ktn.lko.at/der-klimakiller-am-griller+2500+2945992


falkandreas antwortet um 26-06-2019 22:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Was kümmert mich der Weltmarkt? Ich produziere Zuckerrüben die zu Wiener Zucker verarbeitet werden,Sojabohnen für Donausoja, Weizen heuer an eine Mühlviertler Mühle verkauft die an umliegende Bäcker liefert die Mühlviertler Krustenbrot erzeugen, Raps der zu heimischen Rapsöl und Rapsschrot in Bruck an der Leitha verarbeitet wird,Rindfleisch für Tann schaut drauf mehr Tierwohl in St.Pölten, Eier für umliegende Verbraucher. Ich bin in der glücklichen Lage das meine Produkte zu regionalen Produkten verarbeitet werden die nicht austauschbar sind,und mir der Weltmarkt scheiss egal sein kann:):)


Harpo antwortet um 26-06-2019 23:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
falkandreas
Du bist wirklich überzeugt dass der Weltmarkt keinen Einfluss auf die Preise hat. Egal was Du erzeugst alles richtet sich nach Weltmarktpreisenn mit mehr oder weniger Aufschlägen so dass Du gerade noch leben kannst.
Das Beispiel mit den Zuckerrüben ist ein Schuss ins Knie.

@mittermuehl
Mit Deinem Beispiel vom Käse hast Du Recht nur wieviel % der Gesammtmilch macht das aus.
Alle Molkereien haben den Eigenmarken Wahnsinn unterstützt ohne auf eigene Marke zu setzen und jetzt sind sie beliebig austauschbar zu Weltmarktpreisen



Juglans antwortet um 27-06-2019 00:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
@mimü: Wenn wir nur Weltmarktpreise bekommen würden. Schweine sind bei uns billiger als in Russland und China. Getreide ist bei uns billiger als im nahen Osten und in Afrika. Wenn wir die Preise die dort gezahlt werden bekommen würden - Ich hätte den Ferrari schon bestellt.
mfg
p.s.: Weltmarkt gibt es nicht.


Richard0808 antwortet um 27-06-2019 07:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Es braucht keinen Weltmarkt um den Preis zu drücken.
Beispiel ZZU.: in einigen Regionen wollten Bauern sich gegen die neuen höheren Auflagen mit fast gleichem Milchpreis Querlegen.

Was macht ZZU?
Sagt ganz einfach wenn ihr nicht mit macht ok, es gibt genug andere Molkerein die für das ZZU Projekt produziern möchten.
Und fertig.
Bei Waren die nicht im großen Stil importiert werden können spielt uns der Handel gegenseitig aus und wir machen auch noch brav mit.

Jeder ist ersetzbar, egal wie egal wo.


mittermuehl antwortet um 27-06-2019 08:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
@gbgb ... Ich weiß nicht welches Einfamilienhaus du vor Augen hast. Aber die offene Bauweise (die du beschreibst) ist der schlimmste Landvernichter und Energietechnisch ein Schwachsinn. Bei uns ist auch wieder so eine Anlage entstanden. 500m² Baugrund ... Mittig ein Haus drauf... ein paar Meter Abstand zum Nachbarn... Eine Gekuppelte Bauweise würde zumindest Energie sparen und den Garten besser Nutzbar machen. Eine geschlossen Bauweise (Reihenhaus) wäre da noch besser. Du darfst auch nicht die ganzen Straßen vergessen die für Einfamielienhäuser gebraucht werden.

Verdichteter Wohnbau macht mehr Sinn. Reihenhäuser oder Wohnhausanlagen mit Gärten und Terrassen. Weil bei 400-500 m² Grundfläche ist "privat" sehr relativ.

Ich habe auf meinen 240 Jahre alten Hof in bestehende Gebäude 2 weiter Wohnungen errichtet. Jeweils mit eigem Garten. Sicher mehr Privatsphäre als bei den üblichen Einzelhäusern. Da wurde nichts verbaut was nicht schon seit 240 Jahren verbaut ist.

@Harpo ... Wir sind einer Meinung ... diesmal.

@Juglas ... Es gibt einen Weltmarkt. Und es gibt immer Produzenten die über oder unter diesem verkaufen.

Die Frage war ja, wer sich für den zukünftigen Weltmarkt fit fühlt.


Vollmilch antwortet um 27-06-2019 09:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Ich bin jedenfalls recht entspannt...

Den "Weltmarkt" gibt es schon lange, Holland, Norddeutschland, Neuseeland, Australien, Brasilien, USA, Ukraine,... waren vor 30 Jahren auch schon am Markt.

Und wenn es mit der Milch nicht mehr klappt, mach mal eben was anderes.

LG Vollmilch



atro antwortet um 27-06-2019 12:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Vollmilch !! Kann ich Dir nicht beistimmen !! Großteil der Bauern kapiert es nicht, das der Freihandel der Untergang ist ! Mercosur-Staaten Abkommen mit der EU sind nur Frankreich , Irland und Polen laut Kurier dagegen ! In Österreich liest man nicht viel !! Still und Leise dafür stimmen die Bauern kapieren eh net !!
Zucker, Rindfleisch, Geflügel wird der Preis am Boden sein !! Politik kann viel machen wenn sie will !
LG Georg


Harpo antwortet um 27-06-2019 19:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Ich habe heute gehört das die Getreidepreise um 20-30% fallen können wegen voller Lager dass sind gute Aussichten für alle die auf Größe und Wachstum setzen.


Juglans antwortet um 28-06-2019 06:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Und die Kleinproduzenten werden davon voll profitieren.
@mitter: Schick mir doch bitte die Anschrift vom Weltmarkt. Ich möchte denen meine Produkte anbieten.
mfg



Vollmilch antwortet um 28-06-2019 07:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Guten Morgen!

Sinkende Getreidepreise wären mir persönlich gerade sehr recht. Der Wintergerstenertrag war sehr bescheiden. Da werde ich heuer was zukaufen müssen.
;-)

LG Vollmilch


mittermuehl antwortet um 28-06-2019 08:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
@Juglas Gerne ... Der Weltmarkt wohnt jetzt im www

So als Beispiel.. https://www.vdg-ev.de/veranstaltungen/teilnehmerverzeichnis/

Weltmarkt bedeutet das die Welt für große Händler ein Marktplatz ist. Die kaufen, verkaufen und verdienen auf der ganzen Welt. Wenn dein Angebot nicht besser ist als eines aus Kanada oder der Ukraine, so wirst du nicht zum Zug kommen. Abgesehen davon das du vielleicht nicht die gewünschte Menge hast.

Nur da sich die meisten hier (im Froum) gegen eine direkte Vermarktung wehren und sich nicht als Händler sehen, bleibt nur das Loch im Lagerhaus. War eine gute Lösung als das noch eine Genossenschaft war.

Ich hab meinen Schwarzhafer 2017-2018 selber Vermarktet. 20kg - gesackt - 15€. Ist halt mehr arbeit. Aber den Gewinn dem Handel zu überlassen kann ich mir nicht leisten. Dieses Jahr ist leider nichts zu ernten.... totalausfall (bzw. wurde so verfüttert). Vermarktung fand auch über das www (dem Weltmarkt) statt ;)




muk antwortet um 28-06-2019 19:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
bauern sind bereit ihre höfe für luxuspensionen zu opfern .

https://www.topagrar.at/management-und-politik/news/kritik-an-svb-luxuspensionen-11582343.html?utm_content=start


Harpo antwortet um 28-06-2019 22:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
Wenn das alles stimmt dann gehört den Donnabauer und seinen Vorgängern diese Pension gestrichen die Frechheit hat scheinbar keine Grenzen!!!!
Jedes Jahr werden die Beiträge zwischen 2-4% erhöht für die Bereicherung einiger weniger.
Das Traurige an dieser Situation ist nur dass Bauern Bauern bescheissen und noch schlimmer ist das Bauervertreter solch Dinge bei Abstimmungen noch befürworteten




Juglans antwortet um 28-06-2019 23:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
@Mittermühl: Die Liste die du verlinkt hast ist ja ganz nett und ich habe mit 12 Firmen daraus auch schon Geschäfte gemacht. Aber Weltmarkt sehe ich hier noch immer keinen. Die sind regional tätig - manche sogar in vielen Regionen - und behaupten die Preise der 2 Börsen sind der Weltmarkt. Wo aber sind die Preise von Afrika, China, Japan, Schweiz, Norwegen...….. Sicher nicht in Paris und Chicago.
Deshalb gibt es auch keinen Weltmarkt. Es gibt territorial eingeschränkte Börsenkurse an die sich alle halten, die aber in Österreich ein Angriff auf die bäuerliche Freiheit sind.
mfg


mittermuehl antwortet um 29-06-2019 08:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Was wir Bauern wollen
@Juglas .... Der Weltmarkt ist nicht ein Zimmer wo sich alle treffen. Des ist eine "Marktplatz" der über Vernetzung im www Arbeitet. Das sind Getteidebörsen in Asien und Amerika eingebunden aber auch viele Einzelhändler wie die auf der Beispielsliste. Die Preise für Afrika sind leider die selben. Ich habe selber gesehen wir Afrikanische Kleinbauern ihr Zeug am Markt nicht los wurden weil im Hafen ein Getreidefrachter billigeres "Weltmarktgetreide" geliefert hatte. Unterschiede gibt es nur dort wo Schutzzölle eingehoben werden oder der Transport unsinnig teuer wird.


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