Bio auf Ackerbaubetrieb

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Abercus 17-08-2017 23:44 - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Ich überlege schon seit einiger Zeit, meinen Ackerbaubetrieb auf Bio umzustellen. Da ich keine Tiere mehr am Hof habe, fehlt mir natürlich der eigene organische Dünger und Zukäufe machen eine ausgeglichene Humusbilanz und Nährstoffversorgung doch recht teuer.
Ich kenne bei mir in der Region keinen Betrieb, der viehlos Bio betreibt. Darum würden mich konkrete Erfahrungen interessieren, wie Bioackerbaukollegen das machen und ob sich Bio dann auch noch rechnet.
Ich baue hauptsächlich Getreide, Mais und Kartoffeln an. Der Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz macht mir dabei weniger Sorgen als die Nährstoffversorgung.
Riiitsch antwortet um 18-08-2017 07:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Vielerorts in Tirol würdest du Rindermist oder Gülle gratis ums abholen bekommen. Das bringt dir vermutlich nichts.

Weil du schreibst in deiner Gegend gibts keine Bioäcker: der Abdrift von konventionellen Flächen auf Bioflächen beschäftigt die EU Kommission, weils die Leute beschäftigt. Zuletzt wurde dieses Thema in den Verhandlungen zur neuen BIo Verordnung zum Zankapfel und Grund des Scheiterns. Dh im Moment ist alles gut, aber in 5 Jahren bei den nächsten Verhandlungen kannst du plötzlich in einem Gebiet sein, wo BIO gar nicht möglich ist! Ich schreibe das, weil der Bioberater sagt dir zu dem Thema sicher "alles kein Problem".

Ich bin da absoluter Laie, aber Humusaufbau ist doch auch möglich wenn man auf Strohverkauf verzichtet und Zwischenfrüchte wieder einbaut?

mittermuehl antwortet um 18-08-2017 09:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
@Abercus Ich bin Bio mit etwas Acker und Gemüsebau. Aber ich bin nicht Viehlos. Ich habe mir Einstellpferde wegen Geld und Stickstoff zugelegt. Es gibt natürlich Viehlose Ackerbaurbetriebe, aber da solltest du dir einfach eine von den Schulungen die es immer wieder gibt antun. In meiner Gegend kannte ich nur einen der es versucht hat und der fuhr an die Wand damit, was abert sicher viele Gründe hatte.

Nach meinem Wissen darfst du zwar anderen Mist-Gülle auf deinen Flächen ausbringen. Der muß aber von Biobetrieben sein. AUSNAHME: Pferdemist. Der darf auf konventioneller Haltung stammen. Hast du Reitställe in deiner Gegen?

Natürlich geht es auch mit Zwischenfrucht, Legiminosen usw.

UND Tierlose Biolandwirte verkaufen ihre Produkte jetzt immer mehr unter den Namen "Vegan-Farming" oder "Vegane Landwirtschaft". Hört sich blöd an. Ist aber so.

Mogwai antwortet um 18-08-2017 10:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Ist nicht zwingend notwendig, Kollege macht das schon Jahrzehnte so und ich eigtl auch.

Kompensiert wird das halt mit der Umstellung der Fruchtfolge und Anbau von Klee, Erbsen, Ackerbohnen, Wickroggen, Zwischenfrüchte, usw.


muku8 antwortet um 18-08-2017 13:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
@mogwai
wie sieht bei Dir die Fruchtfolge aus, Leguminosen soll man ja nicht zu oft auf die selbe Fläche bringen? ....oder ist das abhängig von der Frucht, ...oder sind die mindestens 5 jahre für alle Leguminosen gültig????? Soja kann man ja angeblich auf Soja sääen ,.....
Bitte um praxiserfahrungen,.......

mfg muku

einfacherbauer antwortet um 18-08-2017 15:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
es gibt sehr viele viehlose bioackerbauern. man muss halt noch besser auf seinen boden hören

fakt ist aber auch dass ohne zudüngung der boden ausgehungert wird. es gibt einige biotaugliche dünger. hühnermist ist auch so eine sache....naja....

mittlerweile wird auch pelletierter biodünger angeboten.

nur als beispiel. es gibt noch zig andere dünger. stehen in einer liste.

http://www.at.timacagro.com/produit/duengemittel/spezialitaeten-duengemittel/neu-physio-natur-pks-41.html

Peter1545 antwortet um 18-08-2017 19:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
hoher Leguminosenanteil in der Fruchtfolge und Zwischenfrüchte sind wichtig,
Für durchschnittliche Getreideerträge reichts, beim Mais wirds zumindest ohne Kleevorfrucht oder zusätzliche Düngergabe nicht gehen.
Mir fällt auch auf Betriebe mit ausreichender N Versorgung haben geringeren Unkrautdruck.

Mogwai antwortet um 18-08-2017 21:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Meine FF sieht sieht im wesentlichen so aus, im wesentlichen deshalb weil ich nicht überall ebene Flächen habe und ich keine Hackfrüchte am Hang anbaue und schon gar nicht alle gleichwertig sind.

Dazu muss ich als Jungübernehmer auch noch anmerken das ich im Moment dabei bin die FF umzugestalten und da wird es noch Optimierungen geben aber das Grundgerüst sollte klar ersichtlich sein.

Kleegras-Kleegras-Weizen-Soja/Hafer-Dinkel-Ackerbohne-Dinkel

So wird es sie nicht mehr geben da im zweiten Jahr vom Kleegras kein Klee mehr vorhanden ist und für die Soja wohl zuviel N vorhanden ist, was ich in den jetzigen Soja beobachten kann weil ich Diesteln drinnen habe und das schon bei 1 jährigem Kleegras.


Demzufolge hab ich mir folgende ausgedacht:

Kleegras-Weizen/Dinkel-Hafer-Dinkel-Soja-Ackerbohne/Wickroggen-Dinkel

Problem sehe ich hierbei nur bei der Soja wiedereinmal, was machen an den Hängen, bleibt wohl auch nur Hafer übrig, Roggen, Gerste, usw kann man hier getrost vergessen, hier = mittleres Bgld (und nicht die Gunstlage :) ).


Vor jeder Sommerung kommt natürlich eine dementsprechende Zwischenfrucht und wenn es das Unkrautpotential zulässt baue ich auch welche vor Winterungen an und wenn die ZF nur dafür da ist um den N übern Winter zu bringen und das Bodenleben was zu knabbern hat, also keine teure Legu-Mischung.


@muku

Soja ist angeblich selbstverträglich ja, hab ich aber noch nicht gemacht. Es geht auch Dinkel auf Dinkel und der war heuer auch gut im Ertrag aber das war nur dem geschuldet wegen der FF Umstellung, sonst würd ich es nicht machen.

Mit den 5 Jahren Abstand bei Legus kommst gut hin, nur die Erbse sollte mehr Abstand haben was ich so gelehrt worden bin.


Im wesentlichen bleibt zu sagen/schreiben, wechsel von Winterung und Sommerung, unbedingt vor Sommerung eine ZF (und damit meine ich eine vielfältige und keine Senf Begrünung und schon garnicht im Herbst pflügen), weite Fruchtfolge,....


So viel Text, hoffe man blickt da durch :), es hört sich zwar einfach an aber für jeden Betrieb/Standort spielen andere Faktoren rein und erschwert das Thema Fruchtfolgegestaltung erheblich.


@Peter

Naja, ob das stimmt? Denn wo N ist wächst auch Unkraut gut :), da müsste man schon mehr Details von den Betrieben kennen.
Wobei man auch sagen muss wenn N vorhanden ist unterdrückt das Getreide das Unkraut natürlich viel besser da es früher zumacht.


mfg

Abercus antwortet um 18-08-2017 22:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Danke für die Antworten.
Mit der Fruchtfolge lässt sich in Bezug auf N sicher einiges machen. Stroh verkaufe ich ohnehin schon lange nicht mehr. Momentan fahr ich mit Biogasgülle nach der Ernte drüber, die würde bei Bio aber wegfallen. Restfruchtwasser wäre noch eine gute Möglichkeit um ein bisschen Phosphor und Kali auf die Felder zu bringen. Das ist aber gar nicht so billig.
Ganz ohne Zukauf wirds sicher nicht funktionieren.
Was macht der viehlose Bauer mit Kleegras? Verkaufen oder kompostieren? Hab schon überlegt, das Kleegras einfach auf den Miststreuer zu häckseln und dann als Mulchschicht über die Kartoffel zu streuen. Hilft sicher die Unkräuter ein bisschen einzudämmen.
Was habt ihr für Erfahrungen mit den Bioverbänden? Hab bisher nur bei BioAustria geschaut und werde dort auch einmal ein Beratungsgespräch in Anspruch nehmen.
Zahlt es sich eigentlich eurer Meinung nach finanziell auch noch aus auf Bio umzusteigen? Alle sagen, die Nachfrage nach Bio steigt weiter an, ich bin da aber ein bisschen skeptisch, ob diese Entwicklung wirklich so weitergeht.

Mogwai antwortet um 18-08-2017 23:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Mein Kollege hat kein Kleegras... dafür hat er halt eine zweite Legu als Hauptfrucht (Soja zählt nicht), ich brauch mein Kleegras für die Schafe.

Einen Bioverband benötigst du, denn sonst bekommst dein Futtergetreide nicht vermarktet ohne das du Strafe blechst aber das werden die dir schon erzählen.

Würd schon sagen das es sich finanziell auszahlt denn sonst würd es nicht so viele geben und schon Jahrzehnte überleben können, ich weiss aber auch nicht was mir als konventioneller übrig bleiben würde und was die Zukunft bringt weiss auch keiner.

Aber so wie du schreibst bist du eh noch? nicht vollends überzeugt davon, ob das dann gut geht? Nur umsteigen und hoffen das das Geld ins Börserl springt gibts halt nicht :)

muku8 antwortet um 19-08-2017 08:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
@mogwai

Du hast Soja in der Biofruchtfolge, würd ich mir nicht trauen, da späträumend, der Beikrautdruck wär mir zu groß, ist natürlich in zusammenhang mit unseren Boden zu sehen, da geht hacken leider oft nicht, da der zu hohe Lehmanteil dich net im nötigen Ausmaß in den Boden lässt, sind schon dabei Humus aufzubauen, geht halt nicht so schnell wie man es sich wünschen würde,...;-))) Kartoffel geht auch net wirklich gut, zu viele Erdknollen,...

Währe für andere Fruchtfolgevorschläge dankbar.

Kleegras läßt sich als Heu oder Silage gut verkaufen, man fährt halt viel Masse von den Feldern ab, nicht gut für Bodenleben bei viehloser Wirtschaft,.....

mfg muku

Mogwai antwortet um 19-08-2017 09:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Und wen stört das Beikraut? Mir ehrlich gesagt nicht, denn dann seh ich wenigstens was ich beim nächsten mal besser machen muss, Zeigerpflanzen wäre der bessere Begriff.

Ich säe mit der normalen Sämaschine in 12,5cm Reihenabstand und striegle dann, wobei da der Zeitpunkt maßgeblich am Erfolg ist.

Heuer sehe ich schön das die Stellung in der FF nicht passt, Saattermin mit anfang Mai zu früh, den Boden nicht zu oft bearbeiten sonst gibts eine schöne Kruste, dort wo die ZF am schönsten war sind es auch die Soja.

Es gibt noch viel zu tun und lernen.




mittermuehl antwortet um 19-08-2017 09:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
@Abercus Ob sich Bio auszahlt? Hängt davon ab wie du deine Produkte vermarktest. Bei mir in der Gegend geht es fast nur über Direktvermarktung weil die üblich Abnehmer hier (Lagerhaus usw.) noch keine Biosparte haben. Nur wegen der Förderung wird es sich nicht rechnen. Bei entsprechenden Abnehmern oder einer Hand zur Direktvermarkung ist es eine feine Sache. Ich mache mir gerade die Mühe und verkaufe meinen Bio-Schwarzhafer in 20 kg Säcken a 15€. Ist ein guter Preis aber deutlich mehr Arbeit als alles bei einem Großhändel abzukippen.

Bio am Acker ist in den ersten Jahren ein Abenteuer. Die Pilzfesteren Sorten haben alle einen längern Halm. Man hat das Risiko zu Lagerschäden oder Pilzbefall. Und bei der Getreidereinigung hat man plötzlich viel mehr "Beikräuter". Getreidereinigung ist auch ein Thema. Gibt es da Bioanlagen bei dir?

biolix antwortet um 20-08-2017 11:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Servus Abercus !

also ich kenne an die 50 "viehlose" Bioakcerbaubetriebe die es schaffen, seit über 30 Jahren sogar Humus aufbauend zu wirtschaften, bei guten bis sehr guten Erträgen.

Wie geht das ?! Eine ordentliche Fruchtfolge und eine bodenschonende Bewirtschaftung...

Und warum war mein viehlos oben in Anführungszeichen ?

Na ja, wir haben auch 0,6 Rinder GVE am Betrieb, aber pro Spaten Mutter Erde auch mindestens 2 REgenwürmer, nach 12 Jahren pfluglos, nach 17 Jahren 100% Untersaaten und Begrünungen, mindestens 4-5 GVE Bodenleben. Und was die scheissen, ist wertvoller als jeder oberflächliche Zukausfsdünger "Mist".

Vermarktung passt, Futtergetreidepreise steigen, Speiseware bis auf Dinkel auch grad wieder eher im steigen.

Überzeugt bzw. dran glauben solltest wohl schon ein wenig an bio, aber wenn nicht machts auch nichts, du wirst die ersten Jahre wie 90% der anderen schon übrezeugt werden.. ;-)

lg biolix

p.s. falls noch Detailfragen sind, bitte gerne... aber bitte nicht im Nährstoffdenken und bez. Zukausfsdüngermist...

Ach ja , Neueste Ausgabe der Bio Austria Bundeszeitung besorgen, Schwerpunkt dieses mal, Nährstoffversorgung auf den Biofeldern... und das geht auch ohne Zukauf.. ;-)

ja und Riiiiitsch, wenn du so absoluter Laie bist, dann verbreite nicht so einen Schmarrn.. die Bioverodrnung ist durch, der Abdrift wird wenn dann dem konv. Nachbarn ein Problem bringen, bzw. er wird haften, wenn die Bioware nicht anerkannt wird.
Bei einem Glauben hast du aber Recht, bei Stroh am Acker lassen und besonders bei Zwischenfrüchten die bestimmte Feinstoffe aktivieren, ist sehr viel möglich.. ;-)

Riiitsch antwortet um 20-08-2017 11:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
tjo vorerst ist das Thema durch weil die Verhandlungen zu einer neuen Bioverordnung gescheitert sind. Das jetzt alle um Beruhigung bemüht sind ist ja nett, heißt aber nicht das Thema kommt nie mehr. Und ob die konvis da mitziehen ist Wunschdenken. Haften - der war gut.

biolix antwortet um 20-08-2017 12:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Servus !

Haftet bei euch in Tirol normalerweise nicht auch der Verursacher ?!

Und das hast wohl versäumt:

http://noe.orf.at/news/stories/2716592/

Einigung über EU-Bioverordnung erzielt

Nach langwierigen Verhandlungen haben sich am Dienstag die EU-Agrarmininster in Luxemburg auf einen Kompromiss bei der neuen EU-weiten Bioverordnung geeinigt. In Niederösterreich spricht man von einer „praxisnahen Lösung“.

lg biolix

Riiitsch antwortet um 20-08-2017 13:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
"Bei den Grenzwerten für Schadstoffe stand im Raum, dass Betriebe bei Überschreitung ihre Biozertifizierung verlieren, auch wenn die Verunreinigung durch Luftverfrachtung erfolgt. Der Kompromiss sieht vor, dass die betroffene Parzelle gesperrt wird und diese Produkte nicht als bio vermarktet werden dürfen."

soviel zur Haftung des konventionellen Nachbarn. Das wäre ja auch der Oberwitz, es sei den er bricht alle Regeln des PSM. Bio ist was anderes. Und genau das meinte ich mit meinem obigen Kommentar: plant man auf Bio umzustellen, und man ist von konventionellen Äckern mit evtl PSM Einsatz umgeben, dann hat man ein gewisses Risiko. Und zwar Bioregeln einhalten zu müssen, aber nicht Bio verkaufen zu dürfen. Genau das sagt die derzeitige heraus gewurschtelte Verordnung.

mittermuehl antwortet um 20-08-2017 13:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Was ist am Verursacherprinzip ein Witz? Das hätte ich gerne geklärt. Natürlich haften der Nachbar so man ihn als Verursacher bestätigen kann. War doch immer so. Als bei meinem Nachbarn ein paar 1000 Liter Öl ausgelaufen sind, mußte auch bzw. die Versicherung die sanierung der Schäden bezahlen. Spritzmitteleinsatz geht in die selbe Richtung. Konventionelle Betriebe müssen einfach lernen das sie an ihren Grenzen anderes arbeiten müssen.

Kann nur recht blöd werden wenn die Flächen nicht gut arrondiert sind. Blöd für beide Seiten.


Nie vergessen das Bio zuerst da war und Konventionell nachgekommen ist.



Riiitsch antwortet um 20-08-2017 13:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
bitte lest die Verordnung, die spricht überhaupt nicht vom Verursacherprinzip. Das macht auch nur Sinn wenn gesetzliche Grenzwerte überschritten werden, Bio ist nicht Gesetz.

Bitte keine Ideologiedebatte, einfach nur lesen (auch Biolix du solltest lesen was du selber zitierst) Nix für ungut.

1000 Liter Öl und Luftverfrachtung sind auch 2 verschiedene Dinge. Bei letzterem tut sich einiges, aber das der Bioacker ab jetzt bestimmt was der Konvi Acker nebenan macht sehe ich nicht.

Ackerfritz antwortet um 23-08-2017 08:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Bio bestimmt sicher nicht was am Acker daneben gemacht wird und umgekehrt genau so wenig.

Spritzmittel sollte eben auf der Konvi-Fläche bleiben und umgekehrt darf der Bio ja auch nicht in den Konvi-Bestand arbeiten beim Pflanzenschutz. Finde das ist vergleichbar!

Aber zum eigentlichen Thema.
Wir betreiben unseren Ackerbaubetrieb schon seit ca. 15 Jahren biologisch und viehlos. Also möglich ist es. Sind jedoch bei Kulturen die Stark qualitätsabhängig sind zum Beispiel Weizen an unsere Grenzen gestoßen, zumindest ohne zufuhr von Dünger.

Peter1545 antwortet um 23-08-2017 08:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
@Riitsch: Wenn der Wind geht darf man keine PSM ausbringen, ist ja auch kontraproduktiv!
Leider sieht man es trotzdem oft genug!
Also soll auch derjenige Bauer den Schaden ersetzen!
Was käme den da raus wenn sich auf einmal jeder einen Schei## schert was beim Nachbarn passiert.

Riiitsch antwortet um 23-08-2017 09:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Klar, deshalb schreibe ich oben auch "es sei den er bricht alle Regeln des PSM". Das hat aber nichts mit Bio zu tun. Und ob jeder Eintrag sich eindeutig dem PSM Anwender zuordnen lässt - alles Gute beim Beweise und Gutachten sammeln. Die Krux ist ja folgende: angenommen man hat 3 Parzellen mit Bio Weizen. Auf einer Parzelle passiert eben so ein Windeintrag über Luft. Die Bio Kontrollstelle wird dir eine pfeifen wenn du sagst 2 Parzellen willst Bio verkaufen und eine konvi. Das ist ganz einfach alles konvi. Und dann viel Spass beim Einklagen. Ich bin kein Rechtsanwalt, aber da sehe ich schwarz wenn manche glauben hier auf einen grünen Zweig zu kommen. Ein paar Rechtsanwälte verdienen, jeder etwaige Gewinn ist so beim Teufel.

Ob man etwas nicht Bio vermarkten darf oder ein Zertifikat verliert ist für den Biobauern dasselbe. Nur einige hier schlucken auch jede Beruhigungstablette der Politik, auch wenns nur feine Unterschiede am Papier sind.

Peter1545 antwortet um 23-08-2017 10:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Wenn der Eintrag nur über ein kleines Stück des Feldes geht und dann abnimmt ists wohl leicht nachzuweisen! Wenn du das Problem schon im Vorhinein erkennst, machst du eine Statusteilung Sprich du erntest das "verseuchte" Feld verkaufst es konvi. , dann kommt der Kontrolleur schaut sich das an und du verkaufst den Rest bio.
Ich frag mich nur wer bzw. wie soll das kontrolliert werden?
Anlieferung Lagerhaus? gibts PSM Schnelltester?
Verfütterung zuhause - Kontrolle?

Riiitsch antwortet um 23-08-2017 10:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Läuft das mit dem Kontrolleur so? Ich habe letztes Jahr etwas Acker zugepachtet, unter 5% meiner Fläche (erst ab 20% wirds spannend). All meine Äcker (Futterbau) und das Grünland sind jetzt konventionell weil der Spritzmittelverzicht beim Vorpächter nicht angekreuzt war. Das Heu vom Acker und das vom Grünland ist dem Kontrolleur einerlei. Vielleicht sind ja im Osten die Kontrolleure "fleißiger", aber bei uns ist die ganze Frucht bio oder nicht, da gibts keine Teile. Bei mir ists egal, weil ich davon nix verkaufe. Wenn bei euch die Kontrolleure so kommen wie man anruft, dann gehts vielleicht. Praktikabel? Wohl kaum.

mittermuehl antwortet um 23-08-2017 12:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
@Riitsch ...... Bei mir im Osten ist das Heu nach jedem Flächenzugang/Grünland nicht Bio weil ich nicht klar belegeng kann welches Graserl von wo ist. Bei meinen Ackerbauprodukten kann ich es belegen. somit sind die Bio. Maßgäblich ist wie man mit seinen Aufzeichnungen und Lagermöglichkeiten die Produkte der Neuflächen klar trennen kann.

Ziegenbua antwortet um 23-08-2017 13:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Prinzipiell wird durch den PSM-Eintrag vom Nachbar ja die Fläche wieder konventionell, somit müsste man auf diesem Fleck logischerweise nach der Ernte wieder mit einer Umstellungsphase starten. Dann wird der Spaß teuer wenn man auf dem Schaden sitzen bleibt und der Streifen vielleicht 1km lang ist.
In der Eigenfütterung sollte es nicht auffallen, da kommt ja die Prozentregelung zu tragen. Beim Verkauf beispielsweise von Soja sind 450 Euro je to excl. geringerer Flächenförderung schon eine Hausnummer, da bleibt bei vollem Aufwand nur mehr die Hälfte an Umsatz.

Riiitsch antwortet um 23-08-2017 14:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
^das meinte ich. Hat zwar etwas gedauert bis es raus kam. Sowas sagt dir nicht der Bioberater. Das ist aber "praxisnahe" nach der neuen Verordnung.

@mittermuehl: warum sollte man das bei Gras weniger genau trennen können als bei zb Kartoffeln??? Wenn ich sage diese 50 Ballen sind vom Biofeld, und diese 50 vom konvi Feld? Trotzdem gehts nicht und ich bezweifle stark das ist bei Ackerbauprodukten innerhalb einer Frucht anders. Ansonsten wäre dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. (jedenfalls geht das nicht bei der BIKO Tirol, aber wie oben steht sind nicht alle Kontrollstellen gleich).

mittermuehl antwortet um 23-08-2017 15:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
@Riitsch ..... Ich rede von meinem Betrieb. Ich habe ein Heulager und mähe meine Flächen meist auf einen Schlag. Aber bei der Kontrolle haben sie mir sogar wegen reinen Weideflächen (Dauergrünland) das Heu für "Umsteller" erklärt.

Aber ich verbrauche mein Heu selber. Somit ist es mir egal. Ging um kleine Flächen die dazu gekommen sind.

Aber es ging bei mir um Flächenzugänge und neue Zupachtungen.

Riiitsch antwortet um 23-08-2017 15:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Das mit dem Heu ist eh kein (großes) Thema, weil mans eh meist verfütter. Die Umstellerfristen bei Flächenzugang sind ja nicht das Thema hier, nur ein Beispiel wie schnell man etwas nicht mehr als Bio verkaufen darf.

Viel interessanter wären da Ackerfrüchte in Ostösterreich! Ich bezweifle eben das du einen Schlag Weizen bio verkaufen KANNST, wenn du einen anderen als konvi verkaufen MUSST. Eben es sei den die Kontrollstelle spielt mit, was aber zumindest kritisch zu sehen wäre.

Mogwai antwortet um 23-08-2017 15:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
Möglich ist es, ist aber mit Aufwand verbunden, Kontrolle usw. Aber wozu sollte ich auf einer Umstellungsfläche einen Weizen anbauen?

Es gibt ja auch Betriebe die haben Bio und Konvi, das sehe ich noch kritischer! Entweder oder meiner Meinung!

Riiitsch antwortet um 23-08-2017 16:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
eben, auch meine Meinung, manche Kontrollstellen machen da keinen Zauber mehr und nehmen solche die einmal so einmal so machen wollen gar nicht auf. Nicht weils ungut sind, sondern weils Risiko gibt und der Kontrollstelle schaden könnte. Weizen war nur das erst beste Beispiel ohne tieferen Sinn.

Peter1545 antwortet um 23-08-2017 18:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
@Riitsch: das nennt man Statusteilung muss man natürlich bald genug melden und ist auch kostenpflichtig, aber wenn man einen Teil konvi oder als U Ware verkauft und das mit Belegen glaubwürdig versichern kann, warum nicht?

Riiitsch antwortet um 23-08-2017 19:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Bio auf Ackerbaubetrieb
konvi und U okay, geht auch konvi und bio? Verkaufen will man ja Bio. Soweit ich das Teilbetriebs Bio kenne, müssen das verschiedene Früchte auf deutlich getrennten Schlägen und in getrennten Gebäuden gelagert sein. Wenn das einer ordentlich macht ist nix einzuwenden, es ist halt vom Betrug her mit mehr Risiko verbunden und deshalb nicht so sehr erwünscht (ich kenne einen der bekam genau deswegen keinen Kontrollvertrag).
Soll diese Statusteilung die praktikable Lösung sein?

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