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jens.h(g7p5) 05-02-2017 16:05 - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Hallo in die Runde.
DasThema wurde bestimmt schon zur Genüge erörtert aber ich versuche es trotzdem!
Thema Liegeboxen!
Die Ausgangssituation:
Unser Hof steht in Norwegen ca. 350 km unterhalb des Polarkreises. Zwischen Ende Oktober und Anfang/Mitte April gehen wir von Temperaturen unter Null aus, im Januar/Februar gern auch schon mal ein paar Tage mit minus 35.
Zur Zeit stehen unsere Mutterkühe (Hereford), die Färsen und die Kälber in einer Scheune auf Stroh mit Fütterung im Aussenbereich und freiem Zugang auf die verschneiten Weiden am Hof.
Die Abkalbezeit liegt im April/Mai und erfolgt auf der Weide.
Stroh ist in der Beschaffung sehr teuer und gerade in der Übergangszeit mit Plusgraden sehr feucht.

In diesem Frühjahr beginnen wir mit dem Bau eines Mutterkuhstalles (Aussenklimastall) mit Platz für 40 Mutterkühen, 20 Färsen und 60 Kälbern.
Die Konstruktion erfolgt als Stahlrahmenkonstruktion mit antikondensbeschichteten Trapezblechen als Dacheindeckung und verzinkten Trapezblechen im Wandbereich, Höhe 1,50m, und aufrollbaren Windnetzen bis an die Traufe, Höhe 2,00m.
2 stk. Laufgänge, Breite 3,00m.
1 stk. Futterbrett an der Längsseite des Stalles, Breite 4,00m, von innen und aussen erreicbar (für die Kühe :-)).
Der Kälberbereich sowie der "Krankenbereich" wird als Tiefraum mit Stroh/Hackschnitzel ausgeführt.
Die Laufgänge in Betong mit Schieberentmistung.
Nun die alles entscheidende Frage: Welches System für die 60 Liegeboxen??? Tiefbox??? Hochbox???
20 Boxen werden Wandständig mit Kälberschlupf ausgeführt und 20 Boxen liegen sich gegenüber, ebenfalls mit Kälberschlupf.
Wie gesagt ist Stroh sehr teuer, aber Hackschnitzel (geschrädderte Birken) wären verfügbar.
Was denkt ihr? Welches System wäre am besten geeignet in Bezug auf Kuhkomfort, Anschaffungs- und Folgekosten, Arbeitsaufwand usw.
Freue mich auf zahlreiche Meinungen und Erfahrungen!!!

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grasi1 antwortet um 05-02-2017 16:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Schieberentmistung bei -35grad wird bei außenklimastall interessant!
Glaube nicht das das funktioniert, aber tiefboxen sind sicher einfacher und billiger in der Betreuung!

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179781 antwortet um 05-02-2017 16:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Da zündest du wieder eine Streiterei an. Bei uns sind welche der Meinung, dass in einem Aussenklimastall unter österreichischen Bedingungen die Kühe am Boden festfrieren, der Mist zu Eisbergen anwächst und die Kühe das Futter lutschen müssen, weil es durchgefroren ist. Und du erzählst uns, dass du die Kühe weit im Norden unter Aussenklimabedingungen hältst. Da werden dir gleich welche erklären, warum das nicht geht.

Gottfried

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greani antwortet um 05-02-2017 16:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Habt Ihr schon über das System Kompoststall nachgedacht?
Wenn Hackgut in ausreichender Menge günstig zur Verfügung steht, ist natürlich mit einer totalen Neuplanung des Stalles verbunden.
In Ried auf der BBK arbeitet ein Bauberater, der sich mit diesem Systen schon länger beschäftigt und sich nach Aussage eines Kolegen auch sehr gut auskennt


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179781 antwortet um 05-02-2017 17:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Das mit Kompoststall wäre eine Überlegung. Wir haben so etwas schon einmal gemacht. Mit einem Gemisch aus Hackschnitzel, Sägespäne und "Gsott" (Spelzen und Halmreste aus der Getreidereinigung). Das hat gut funktioniert. Bei uns ist es halt so, dass Hackschnitzel noch mehr kosten als Stroh. Aber die bei uns ist ein Heizwerk dran, eine Siebanlage für die Hackschnitzel anzuschaffen und der Siebabgang wäre dann ein passendes und preiswertes Material für die Kompostmatratze.
Wenn Norwegen nicht ganz so weit weg wäre, würde ich dich einladen einmal eine Besichtigungstour zu machen.

Gottfried

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muku8 antwortet um 05-02-2017 17:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Besichtigungstour, da bin i a dabei, fahr sowieso heuer Fischen nach Norwegen,...
Vorausgesetzt du nimmst me mit Gottfried,...;-))

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Vollmilch antwortet um 05-02-2017 17:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Hallo!

Coole Sache!

Ich würde Hochboxen machen, brauchen wenig Stroh und haben wenig Wartungsaufwand. Abgefrorenen Mist kann man von den Gummimatten halbwegs entfernen.

LG Vollmilch

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179781 antwortet um 05-02-2017 18:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Hast du das schon mitgekriegt Vollmilch, dass der für Mutterkühe einen Stall bauen will? Da sind der Tauglichkeit nach die Systeme so einzuordnen: Freilandhaltung, Tiefstreu, Tretmist, Tiefboxen mit passender Einstreumatte, Hochboxen mit Gummimatte.
Freilandhaltung ganzjährig scheidet bei uns fast überall aus, weil dazu unsere Winter zu warm und nass sind. Tiefstreu und Tretmist kommen nur dort in Frage, wo Einstreu billig verfügbar ist. Wenn es mit wenig Einstreu gehen soll kommen Liegeboxen im Mutterkuhstall in Betracht. Die sind zwar in manchen Bereichen ein Kompromiss, aber wer etwas vom Fach versteht kommt auch damit gut zurecht. Hochboxen mit Gummimatten sind wirklich das letzte was in Frage kommt.
Ich hab ja jetzt keine Ahnung davon, wie die Bedingungen dort in Norwegen genau sind. Aber aus meinen eigenen Erfahrungen könnte ich mir vorstellen, dass dort ein Kompoststallsystem auf Hackgutbasis gut funktionieren könnte. Ist ausgesprochen tiergerecht, kostet wenig Geld in der Errichtung, macht wenig Arbeit und keine Probleme im Betrieb, fällt guter Dünger an. Der Knackpunkt ist auch hier der Aufwand für die Beschaffung des Materials. Bei uns wäre es auf Zukaufbasis zu teuer.

Gottfried


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gerhard.k(ix721) antwortet um 05-02-2017 18:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Beim Kompoststall kommt nur der Hacken hinzu das die Einstreu sich erwärmen muß von unten heraus.
Bei diesen temperauturen glaub ich das nicht und dann das grundsätzlich tägl. belüften wird nicht mehr funktionieren.
Tiefbuchten mit Stroh oder Sägespähn oder ein mix daraus wird wohl die bessere Lösung sein.



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eklips antwortet um 05-02-2017 19:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
schließe mich gerhard.k mit den Bedenken zum Kompoststall an.
Das müsste man ausprobieren unter genannten Bedingungen. Denn wenn der Kompost temperaturbedingt zum stehen kommt, dann hast du im Sinne des Wortes die Schei..e auswendig. Die Pflege der Kompostmatratze würde ich auch nicht unterschätzen von der Arbeitszeit.
Hochbox kann ich mir im Außenklimastall auch nicht vorstellen.

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eklips antwortet um 05-02-2017 19:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
@riitsch
Hast dich schon einmal bei 30 Grad minus auf einen Sandhaufen gelegt? oder bei 5 minus?

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eklips antwortet um 05-02-2017 20:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Übrigens ist die Wärmeleitfähigkeit von (trockenem!!) Sand etwa 3 mal so hoch wie von Schnee oder ähnlich von Wasser. Also von Isolierung kann man nicht gut sprechen.

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jens.h(g7p5) antwortet um 05-02-2017 20:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Danke für die schnellen Antworten und die rege Diskussion!
Kompost wäre sicher eine gute Lösung, funktioniert aber bei tiefen Temperaturen nicht mehr, auch scheint mir der Arbeitsaufwand recht hoch.
Wie schon gesagt haben wir bereits Mutterkühe, festgefroren ist noch keine ;-).
Die Kühe fühlen sich wohl und wir haben keine Krankheite im Bestand.
Die Schieberentmistung funktioniert nicht bei minus 35, logisch, da ist schon nach 3 Tagen mit minus 10 Schluss. Das aber ist nicht das Problem, der Schieber erhöht ab 0 die Frequenz und die Geschwindigkeit und ab minus 10 wird eingestellt. Richtig, dann gefriert der Mist, aber die Tiere laufen erfahrungsmässig viel sicherer auf dem mit gefrorenem Mist bedecktem Laufgang als auf gefrorenem Beton.
Die Frage ist für mich nur: Tiefboxen oder Hochboxen??? Welche Probleme gibt es mit dem Verschmutzen durch die Kälber? Geplant sind ein seperater Kälberschlupf als Tiefstreubereich und ein Kälberschlupf an allen Boxen Kopfseitig.

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beglae antwortet um 05-02-2017 20:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
War vor zwei Jahren in Kasachstan dort herrschen im Sommer bis zu 30 Grad + und im Winter bis zu 35 Grad - da ist Norwegen Warm dagegen ( Golfstrom ) . siehe Foto



 

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beglae antwortet um 05-02-2017 20:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
War vor zwei Jahren in Kasachstan dort herrschen im Sommer bis zu 30 Grad + und im Winter bis zu 35 Grad - da ist Norwegen Warm dagegen ( Golfstrom ) . siehe Foto



 

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beglae antwortet um 05-02-2017 20:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
War vor zwei Jahren in Kasachstan dort herrschen im Sommer bis zu 30 Grad + und im Winter bis zu 35 Grad - da ist Norwegen Warm dagegen ( Golfstrom ) . siehe Foto



 

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beglae antwortet um 05-02-2017 20:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Auch beobachte ich die Wetter Stadion Hammerfest ( war letztes Jahr dort) da ist es im Winter wärmer als bei uns.

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179781 antwortet um 05-02-2017 21:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Nur so aus meiner Erfahrung: Ein Kompoststall, wo das Gebäude passt, ist arbeitswirtschaftlich etwas sehr bequemes. Wir hatten damals einen alten Traktor mit einem Kulitvator dran in einer Ecke stehen und mit dem bin ich ein oder zwei Mal am Tag über die Liegefläche gefahren. Kein Einstreuverteilen, keinen Mist herumkratzen, wenig Stallgeruch. Die Liegefläche hat immer schwarz ausgesehen und die Tiere waren immer sehr sauber. Und der Kompostbereich war bei uns auch kaum wärmer, als die Umgebung. Ich möchte dir das jetzt auf keinen Fall extra einreden. Nur die Idee ist bei Vorhandensein von passendem Einstreumaterial sicher gut.

Bei Liegeboxen ist es erfahrungsgemäß so, dass sich die Kälber am liebsten vor die Kühe legen, also kopfseitig viel Abstand zur Wand oder den gegenüberliegenden Boxen einplanen. Der Platz ist nicht vertan, weil das ist gleichzeitig das Lager für Einstreumaterial in die Boxen und Kontrollgang zwischen den Tieren. Falls du genaue Maße wissen willst, kann ich mich für dich einmal erkundigen.
Wenn die Kälber größer werden, legen sie sich öfter allein oder zu zweit quer in eine Liegebox. Deshalb in dem Fall mehr Boxen einplanen. Oder einen Opa in den Stall stellen der solche Querlieger immer vertreibt.
Wäre übrigens interessant, wie das bei dir abläuft mit Kalbung, Weidebetrieb und Absetzen der Kälber. Und mit welchen Tieren du arbeitest und wie die Vermarktung aussieht.

Gottfried

Gottfried

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Vollmilch antwortet um 06-02-2017 07:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Ich bin zugegebenermaßen kein Mutterkuhhaltungsspezialist. Aber wo liegt das Problem bei den Hochboxen im Aussenklimastall?

LG Vollmilch

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jens.h(g7p5) antwortet um 06-02-2017 19:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Hallo Gottfried.
Du zeigst hier wirklich einen interessanten Ansatz. Habe gerade mal ein wenig im Netz geschaut und muss sagen der Kompoststall würde wirklich gut in unser Hofkonzept passen. Man müsste die ganze Sache mal richtig durchleuchten, speziell vor dem Hintergrund des Klimas.
Ach ja, Klima hier hat ja auch jemand die Meinung vertreten Norwegen ist warm wegen dem Golfstron und so...
Okay, Golfstrom stimmt schon, betrifft aber nur die direkten Küstenregionen, sprich vom Süden her Stavanger, Bergen und dann hochwärts Ålesund , Trondheim, Namsos vieleicht noch Mo I Rana. Wir wohnen ca. 120 km Luftlinie östlich von Namsos auf 450m. Das ist dann klimatisch in etwa so als wenn du Meran in Südtirol mit dem Ortler vergleichst.
Die Baumgrenze liegt bei uns etwa bei 600m.
Wir haben als Mutterkühe Hereford. Die Fersen lassen wir, um Probleme beim Kalben zu vermeiden prinzipiell von unserem eigenen Hereford-Bullen decken, bei ein paar Kühen die schon mindestens 1 bis 2 mal gekalbt haben lassen wir auch schon mal mit Limosin besamen.
Die Kälber bleiben bis ca. einem Monat vor dem nächsetn Kalben bei der Mutter. Bei uns ist das im April/Mai.
Auf Grund der Gebietszulagen bleiben alle Schlachttiere bis ca.17 Monate bei uns. Die Bullen werden ans die staatliche Schlachterei NORTURA verkauft, die Fersen als Zuchttiere (Hereford), ebenfalls als Schlachttiere (Hereford/Limosin-Mix) oder sie werden gedeckt und als trächtige Fersen verkauft.
Der norwegische Staat subventioniert die Landwirtschaft kräftig, man will den landes-internen Bedarf an Lebensmittel soweit möglich selbst abdecken. Im Moment fehlen beispielsweise 6000t Rindfleich und mann schafft Anreize um den Bestand an Mutterkühen zu erhöhen! Dem sind natürlich rein topografische Grenzen gesetz. Norwegen ist nicht Mek-Pom oder die Ukraine. Es fehlt einach an nutzbaren Agrarflächen.
Wir bewirtschaften beispielsweise 35 ha Grünland, ausschliesslich für die Grasproduktion.
Die Mutterkühe gehen ab Ende Mai (wenn das Wetter mitspielt) aud die Aussenweiden (Wald, Moor...) und im Herbst auf die Wiesen die wir nur einmal schlagen um sie dann kurz vor dem Winter zu Pflügen. Hier werden alle Grünflächen alle 4 bis 5 Jahre gepflügt.
Mit Kunstdünger schaffen wir 2 Schläge pro Jahr ( an der Küste 3-4).
Unsere 35 ha reichen rein rechnerisch für 40 Mutterkuheinheiten. Das Enspricht ca. 1 1/4 Jahreseinkommen.
Die Vermarktung erfolgt hier, wie schon gesagt über den staatlichen Fleischkonzern.
Da kannst du recht gut kalkulieren und weist was du am Jahresende hast ohne Schlaflose nächte.
Wir haben aber grosse Lust unser Fleisch selbst zu vermarkten, die Zuschüsse bleiben die gleichen, aber du kannst mehr beim Fleischpreis verdiene, vorausgesetzt die Vermarktungslinie stimmt. Dann reicht es auch für zwei Einkommen.
LG Jens

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179781 antwortet um 06-02-2017 20:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Wenn es dir die Reise wert ist, dann komm einmal zu uns. Ich kann dir einiges an Stallungen für Mutterkühe zeigen in unserer Gegend. Die passen halt für unser Land, aber so wie du schreibst, sind die Unterschiede in der Haltung nicht so gravierend. Und der Bauberater der sich bei Kompostställen auskennt, hat einen kleinen Hof in der Nachbarschaft. Wir selbst machen seit 25 Jahren Charolais Zucht mit Verkauf von Zuchttieren und Direktvermarktung von Fleisch.

Gottfried

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jens.h(g7p5) antwortet um 06-02-2017 20:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Habe die letzte Stunde genutzt um noch einmal Infos zu sammeln. Die Amis, Niederländer und Israelis sind ja mit dem System schon relativ weit. Es geht aber wohl nichts über die praktische Anschauung. Wir haben gerade mal in der Familie diskutiert... und glauben ein Besuch bei euch kann nur positiv sein. Der Kompoststall scheint wirklich eine echte Alternative zu allen anderen Systemen zu sein, speziell wenn man die Kosten und Folgekosten für die Stalleinrichtung mit Liegeboxen betrachtet und die unvorteilhafte Aufteilung des Stalles in Bezug auf den Herdenverband.
Ich glaube wir gehen die Reise an und ich denke es wird sehr kurzfristig falls das ok ist.
LG Jens

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peter.z(cgu8) antwortet um 06-02-2017 21:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Guten Abend
Kompoststall ist vom Tierkomfort her sicher am Tierfreundlichsten. Die frage ist nur ob die Kompostierung funktioniert bei den Niedrigen Tempraturen, bei der Verrottung herrschen Temperaturen bis 70°. Hackschnitzel werden wahrscheinlich nicht innerhalb von einem Winter verrotten also muss es später noch gelagert werden, das gleiche mit Sägespäne, bei nicht optimaler Verrottung ist es für den Boden nicht förderlich.
Wen du dich für Liegeboxen entscheidest würde ich Tiefboxen empfehlen, vorzugsweise mit einer Kalkstrohmatratze. Optimaler Liegekomfort, isolierende Wirkung, braucht nicht so viel Stroh. Eventuell in Verbindung mit Wabenmatten das sich das Material besser in den Boxen hält.
Hochboxen würde ich bei jedem Stallsystem nicht empfehlen egal ob Kalltstall, Warmstall, Anbindestall oder Fetzenstall. Teuer in der anschaffung, kein optimaler Tierkomfort und nach spätestens 20 Jahren kannst du die Matten ersetzen weil sie die Weichheit verlieren und durchgetreten sind.

So aus reiner Neugierden, was verstehst du unter Teures Stroh? Also ich zahle 28 SFR/ 100kg Stroh in kleinballen und 30 SFR/ 100kg Häckselstroh. Brauche für 30 Stück Vieh 4 Tonnen Häckselstroh und 6 Tonnen Kleinballen.
Grüsse aus der Schweiz

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jens.h(g7p5) antwortet um 06-02-2017 21:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Hallo Peter.
Wir bezahlen für einen Runballen (1,20 x 1,20) ca. 400 NOK also rund 40 Euro inkl. Transport (140 km).
Ich benötige für ein halbwegs akzeptables Ergebniss im Stall ca. 100 Ballen je 20 Mutterkuheinheiten (von Ende September bis Ende Mai).
Grüsse aus Nord-Trøndelag


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eklips antwortet um 06-02-2017 22:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Beim Kompoststall sind schon die Stichworte Israel, Niederlande....gefallen. Also nicht unbedingt die kältesten Ecken der Welt.
Auch wenn es eine Wiederholung ist: Bitte sicherstellen, dass das Kompostsystem im Winter unter den örtlichen Bedingungen nicht zum stehen kommt. Denn neu starten wird man das im Winter nicht können.


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jens.h(g7p5) antwortet um 25-02-2017 20:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
Hallo Gottfried.
Ich würde gern dein Angebot annehmen und relativ kurzfristig einen Ausflug planen.
Könntest du mit mir Kontakt aufnehmen?
Meine Email: fjellheim@norge1.com

Viele Grüsse
Jens

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Rind12 antwortet um 17-12-2017 00:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
und, was ist es jetzt geworden??;)

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jens.h(g7p5) antwortet um 21-03-2018 08:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mutterkuhstall in Norwegen
kompoststall
Ich habe im Jahr 2017 einen Kompoststall für 40 Mutterkühe + Nachzucht gebaut.
Die ersten Ideen zum Stalldesign kamen von uns und wurden von der Firma Wolf nach unseren Vorstellungen umgesetzt, als Kaltstall, ohne Isolierung, mit Windnetzen und einem offenen Stufengiebel.
Unser Hof liegt in Mittelnorwegen auf dem 67. Breitengrad.
Durch einen extrem schlechten Sommer 2017 waren wir im gesamten Baufortschritt zu spät und konnten den Stall im Bereich der Futtertisches wandmässig nicht schliessen.
Der Winter 2017/2018 hat alle Erwartungen an den Klimawandel und die globale Erwärmung eines Besseren belehrt: Wir hatten seit Ende Oktober 2017 bis heute permanent Minusgrade, im Durchschnit -12 Grad. Über mehrere längere Perioden bis zu -30 Grad.
Mitte Oktober 2017 haben wir den neuen Stall das erste Mal mit Hackschnitzeln, ca. 30 cm, aufgefüllt und unsere Mutterkühe mit den Kälbern aus 2017 sind eingezogen.
Der Stall wird 2 mal täglich mit einer Fräse bearbeitet. Die grösste Herausforderung war, dass der für diese Aufgabe gedachte Same 90 Turbo, luftgkühlt, ab minus 20 Grad gestreikt hat, trotz elktrischer Ölvorwätmung. Das Ergebnis war steinhart gefrorener Kompost.
Aber sobald der Traktor nach wenigen Tagen wieder gestarte ist, wurde eine weiche Oberfläche von ca 10-15cm erzeugt...die Kühe und Kälber fühlten sich wohl...es ist eine Freude nur da zu stehen und zu schauen wie sie herumspringen und spielen.
Den Tierarzt kennen wir eigentlich nur weil er ein Freund von uns ist.
Natürlich kann es sein das es zu Problemen beim Kalb oder beim Kalben kommt, aber das ist nicht das Problen des Kompoststalles.
Für mich ist der Kompoststall, auch in unseren Breitengraten, das System mit den meisten Vorteilen in Bezug auf die Tiergesundheit!
Am letzten Wochenende haben wir den ersten Kompost "geerntet" und neuen Hackschnitzel eingefahren. Die Analyse des Kompost lässt uns eine 50-prozentige Einspaarung von Kunstdünger auf unsren 40 ha Grünland erwarten... ist das Nichts???
Ich hoffe auf eine rege Diskussion.
Viele Grüsse aus Trøndelag in Norwegen

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