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fertig0_4 15-07-2016 22:28 - E-Mail an User
Milchkontingent
Hallo Berufskollegen! Ich war ein Verfechter vom Kontingent. Jetzt ist es Geschichte. Was haltet ihr davon, daß es von der Eu eigentlich gestohlen wurde. Wir hatten viel Geld investiert, nun ist alles weg. Ist dies der schleichende Weg zum Kommunismus. Ist als nächstes unser Grund und Boden dran? Würde mich interessieren was ihr für Meinungen habt. mfg

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2587 antwortet um 15-07-2016 22:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Ja leider ist es so die Eu ist der moderne Kommunismus im Ostblock bringen sie ihn weg und bei uns kommt er!

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bocksrocker antwortet um 15-07-2016 23:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Liebe Freunde der Landwirtschaft::
wo seht ihr den Komunismus kommen .imFernsehen vieleiecht.
seit 1995- EU-Beitrit entfernen wir uns der DEMOKRATIE:
EINFACH zum NACHDENKEN.

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jakob.r1 antwortet um 16-07-2016 02:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Grüß Dich,fertig... wieso wurde das Kontigent gestohlen? Wir haben es alle 1984 geschenkt bekommen in der Höhe des Mittels von der abgelieferten Milchmenge 1981 bis 1983 und zusätzlich eine "Härtefallzusatzquote" wenn in diesen Jahren in die Landwirtschaft investiert worden war. Alles Weitere war dann die betriebliche Entscheidung jedes Einzelnen. Die einen haben das Milchkontigent vor dem wertlosen Auslaufen rechtzeitig verkauft und mit dem Geld (hoffentlich) sinnvolle Investitionen ausserhalb der Landwirtschaft getätigt und erfreuen sich jährlich am wiederkehrenden Ertrag dieser Investitionen. --- Die Anderen haben Bauland usw. verkauft um das Zielkontigent für den neu zu bauenden Milchviehstall vor Beantragung der Zuschüsse vorweisen zu können, -- haben dann weiterhin Grundstücke veräussert um den Stall zu bauen und diese Grundstücke oft gleich wieder zurückgepachtet weil der neue Stall ja mit Milchkühen vollwerden musste. Vielleicht dann in den nächsten Jahren nochmal Kredite aufgenommen und damit Milchkontigente dazugekauft und waren plötzlich in dem Hamsterrad gefangen -- für die Bank monatlich viele Umsätze nachweisen zu müssen, damit die Bank noch ein wenig still hält.....
Dann kam urplötzlich zum 1. April 2015 das Kontigentende für manche wie überraschend der HL Abend auf den 24. Dezember fällt....
Meine Damen und Herren, das hat sicher nichts mit Kommunismus zu tun, -- jeder hat die betrieblichen Entscheidungen während der Zeit des Kontigentes selbst getroffen.
Beste Grüße
Jakob


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Vollmilch antwortet um 16-07-2016 06:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Hallo!

Wenn Mengen und Preise staatlich geregelt werden (wollen), dann könnte man berechtigterweise ein kommunistisches Wirtschaftssystem dahinter vermuten.

Wenn du wieder gerne ein Kontingent hättest, dann kann ich dir gerne eines günstig verkaufen! ;-)

LG Vollmilch

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stallbub antwortet um 16-07-2016 08:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Jakob du bist ein besonders gscheider. Wenn alle das kontigent geschenkt bekommen haben dann müßten jene die es verkauften den erlös zurückgeben. Sie haben etwas verkauft das gar nicht ihnen gehörte.


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jakob.r1 antwortet um 16-07-2016 09:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
@stallbub... ich kann nichts anderes schreiben, weil mein Beitrag eben so den Tatsachen entspricht. Am Anfang waren die Kontigente nicht handelbar, dann konnte man die Kontigente
vermieten, -- da kam dann die Bezeichnung "Sofamelker" auf, aber bei uns in Deutschland am Anfang nur innerhalb der Bundesländer damit Milchmengen nicht vom Süden Richtung Norden abwandern konnten. Auch Verkäufe waren so möglich. Ungefähr bis zum Jahr 2000 konnte jeder auch sein Luftkontigent, welches er als "Härtefall" zusätzlich bekommen hatte -- mit verkaufen. Nachher wurden diese Luftkontigente ersatzlos vom Staat eingezogen und im Junglandwirteprogramm wieder kostenlos verteilt. In den folgenden Jahren war die Beschränkung auf die Bundesländer politisch nicht mehr haltbar, so konnten die Kontigente deutschlandweit gehandelt werden. Ich kann Deine Aussage nicht nachvollziehen, das die Milchbauern beim Kontigentverkauf etwas verkauft hätten was Ihnen gar nicht gehört hat???
Gerne lasse ich mich aber eines besseren belehren. Ein gutes Forum lebt schließlich von ausgetauschten Fakten und nicht von einfach so mal in den Raum gestellten Behauptungen.
Beste Grüße
Jakob

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fertig0_4 antwortet um 16-07-2016 22:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Grüß Dich Jakob! Das mit dem zugeteilten Kontingent passt schon, aber wir haben zum Beispiel relativ viel davon zugekauft, in dem Glauben für den weiteren Bestand. An was soll man denn heute noch glauben, wie kurzlebig ist unsere Zeit geworden? Wenn einem etwas genommen wird wofür er bezahlt hat, in dem Glauben für die Ewigkeit, gleicht das schon ein wenig dem Kommunismus. Jetzt stell Dir vor du kaufst eine Wiese. Du machst das doch sicher auch nur weil du denkst es sei für immer. Auf einmal kommt eine Enteignung von einer Regierung, und alles ist weg. Würdest du dann auch sagen Pech gehabt, ein guter Geschäftsmann hätte früh genug verkauft? Im übrigen wir dachten bis zuletzt ans Bestehen der Quote. Die Naivität unserer Bauernführung ließen wir leider ausser acht. mfg

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fertig0_4 antwortet um 16-07-2016 22:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Hallo Vollmich! Ist ja hochinteressant dass du noch ein Kontingent zur Verfügung hast. Ich rechne eigentlich mit sachlichen Antworten, nicht mit so einem Quatsch. Trotzdem fg

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Aequitas antwortet um 17-07-2016 07:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Das die Milchquote weg kommt ist ja schon 2008 (Bzw noch früher) beschlossen worden, also nicht von heute auf morgen.

Stellt euch mal vor bei den derzeitigen schlechten Milchpreisen fällt noch eine Superabgabe an oder es müsste Kontigent gekauft werden zu Preisen von 1,2€/kg.

Mir persönlich geht die Quote nicht ab.



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Vollmilch antwortet um 17-07-2016 08:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo fertig 0_4!

Vielleicht hättest du das ";-)" beachten sollen, entschuldige, dass ich nicht immer sachlich bin. Aber da du das Thema mit dem Kommunismus imho so unsachlich gestartet hast, dachte ich, du kommst damit zurecht.

Übrigens habe ich unendlich viel Kontingent zu verkaufen! ;-)

LG Vollmilch

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supa1 antwortet um 17-07-2016 09:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Hallo fertig 0_4! Darfst du zu deiner Molkerei keine Milch mehr liefern oder willst du aus der Milchproduktion aussteigen? Sonst sehe ich keinen Grund warum du ein solches Problem mit der Abschaffung des Kontingentes hast. Ich habe auch etliches Geld in Lieferrechte investiert. Habe aber mit der Abschaffung kein Problem, weil ich dadurch in guten Zeiten die Produktion einfach ausweiten kann. Außerdem habe ich nicht mehr den Drang zu sagen wenn ich diese Menge zur Verfügung habe muss ich sie auch liefern.

Und wenn die Marktexperten recht haben, gehts ja eh nicht mehr weiter runter sondern schon wieder leicht bergauf.

LG SUPA1

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stallbub antwortet um 17-07-2016 11:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Supa du hast Stiefel mit den Absatz nach vorn anzog wenns leicht bergauf geht.
fertig0_4 bei manchen Bauern ist der Grund schon enteignet, er gehört der Bank.

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fertig0_4 antwortet um 17-07-2016 11:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Grüß Dich Supa1! Wir dürfen die Milch liefern und werden aus der Produktion auch nicht aussteigen. Das Problem mit der Abschaffung habe ich deshalb, weil sich der Preis nie mehr richtig erholen wird. Wenn er unten ist geht die Menge zurück, der Preis erholt sich. Jetzt fangen viele an mehr zu schütten, bis der Markt wieder gesättigt ist. Jetzt geht der Karuselllauf wieder von neuem los. Nun noch ein Denkanstoß: Stell dir vor der Preis pro kg Milch steigt auf 80 Cent. Ein sehr großer Teil der Bauern würde liefern wie noch nie (die Maschinen machens möglich). Diese Menge am Markt wäre mit Sicherheit nicht mehr zu verkraften. Fakt ist ohne irgend eine Mengenregulierung, werden wir immer mehr zu Almosenempfängern. Die Supvensionen schaffen eine Abhängigkeit gegenüber der Eu und dem Staat. Auf den Neid der nichtbäuerlichen Bevölkerung, wenn sie im Internet die öffentlichen Gelder verfolgen, könnte ich auch verzichten. Und der Glaube dass mehr Milch getrunken wird, wenn sie halb verschenkt wird, ist mit Sicherheit eine Irrmeinung. Ein Sprichwort sagt: Alles was nichts kostet, ist nichts wert. mfg

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fertig0_4 antwortet um 17-07-2016 11:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Hallo Stallbub! Diese Art Enteignung meine ich nicht. Aber ich fürchte genau das sind die Bauern, die hauptverantwortlich für den Milchberg sind. Eigentlich tragisch, bei "normaler" Produktion könnten alle besser leben. mfg

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fertig0_4 antwortet um 17-07-2016 11:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Hallo Aequitas! Mich würden jetzt drei Zahlen interessieren. Deine ehemalige Quotenhöhe, deine ehemalige Überlieferung und nicht zuletzt deine jetzige Milchanlieferung. Wenn du die Zahlen nicht bekannt geben willst, gibs in Prozent durch. mfg

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Aequitas antwortet um 17-07-2016 11:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Also wenn es dich interessiert, ich habe meine Quote die ich 2008 hatte bis zum Quotenende verdreifacht.
Überlieferung hielt sich dadurch in Grenzen, es war aber doch immer ärgerlich Ende des Jahres zu schauen ob man noch Quote kauft oder nicht.

Jetzt zu dir: Schaue mal nach was du im Juli , August 2009 für einen Auszahlungspreis für den Liter Milch hattest und schreibe mal den Preis ins Forum.
Wieviel kg Stalldurchschnitt haben deine Kühe?

lg


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Streimel antwortet um 19-07-2016 07:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Hallo zusammen!
Der Milchpreis ist am Boden angelangt, weil Angebot und Nachfrage einfach nicht mehr zusammenpassen!. Das ist Fakt.
Den Konsumenten freut dies! Der Handel jubelt. die Einzigen die Damit Probleme haben ist die Landwirtschaft- Und zwar die "normale" Landwirtschaft, nicht die industrielle LW. So und nun frage ich mich, warum soll langfristig der Preis steigen? Mit Preis steigen meine ich soweit, dass alle Kosten gedeckt sind und sich der Landwirt wieder einen "Notgroschen" für Unerwartetes anlegen kann, wie es eigentlich für einen vorausblickenden Unternehmer normal sein solle. Hmmmm. Das wird's nicht so leicht spielen, da wir ja offene Grenzen haben und die Überproduktion ja nicht nur in Österreich stattfindet?
Die Milchwirtschaft muss ausgebaut und wettbewerbsfähig werden; Investitionsförderungen liegen bereit zum Abholen;(20/20/60 Regel ( Herr Schultes im Jahr 2014). Viele Landwirte liesen sich blenden und haben aufgestockt, modedrnisiert, Grund gepachtet, Maschinen gekauft, Schulden angehäuft für die nächsten 20 Jahhre. Und diese bekommen jetzt von den selben Vertretern zu hören; sie müssen weniger liefern, dass sich der Preis wieder erholt. Noch bevor der Milchpreis sich einigermaßen erholt hat, wird es wieder zu einer gewaltigen Überproduktion kommen, dass der Milchpreis wieder in den Keller rasselt.
Das sind so meine Gedanken dazu.
freundliche Grüße

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Vollmilch antwortet um 19-07-2016 08:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Hallo Streimel!

In deinen ersten Zeilen steht imho ein Widerspruch: sollte der Preis am Boden angelangt sein, also auf niedrigem Niveau stagnieren, dann sind Angebot und Nachfrage gleich groß. Ansonsten würde sich der Preis ja ändern.

Soweit ich das beurteilen kann, dürfte der Boden erreicht sein und es gibt erste Anzeichen einer zarten Aufwärtsbewegung (mal sehen was heute wieder passiert!)

Es war klar, dass es nach dem Quotenende zu stärker und schneller schwankenden Preisen kommen wird, den ersten Belastungstest machen wir gerade durch. Vielleicht erreichen wir auch wieder 40 Cent!
2009 hätte ich jedenfalls dagegen gewettet, dass wir jemals 40 Cent erreichen würden. Aber manchmal reicht der GLAUBE DARAN, dass die Preise steigen (Spekulation)!

LG Vollmilch

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fertig0_4 antwortet um 19-07-2016 10:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Hallo Aequitas! Juli 2009 26 Cent, Juli 2008 39 Cent. Was sehen wir daraus. 2008 war der Preis in einer Höhe wie schon lange nicht mehr. Man hatte eine Weile das Gefühl als sei er dem Handel und unseren Vertretern entglitten. So, was passierte danach. Die meisten haben auf Teufel komm raus produziert, trotz Quote. Man lieferte ohne Kopf in eine Strafabgabe. Büßen mussten es ein paar Monate später alle Lieferanten, auch die, die sich ans Kontingent gehalten haben.So kam es im Sommer 2009 zu diesem Tiefstand. Das mit der Superabgabe war auch nicht durchdacht. Hier hätte wenn einer die Quote voll hat, die Menge vom nächsten Jahr belastet gehört. Aber das ist jetzt ja wohl Geschichte. Fakt ist, wenn sich der Preis erholt, wird von vielen die Lieferung ansteigen. Ohne irgend eine Mengenbegrenzung, wird er nie zufriedenstellend, ausser wir stehen kurz vor einer Hungersnot. Nun noch der Stalldurchschnitt, der liegt ca. bei 6000kg. Wir sind ein Bio Betrieb, und unserer Stall ist ohne Milchmengenmessung. fg

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fertig0_4 antwortet um 19-07-2016 10:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Grüß Dich Volmilch! Streiml hat schon Recht. Wenn es einen Milchberg gibt, wird mehr gemolken als getrunken. Man hat uns in den Händen und der Preis wird runtergefahren bis es den Produzenten genug schmerzt. Im übrigen für unsere Abnehmer( Molkerei usw.) sind diese Zeiten sicher auch nicht rosig. fg

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Vollmilch antwortet um 19-07-2016 11:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Hallo!
Ja, fertig 0_4, so funktioniert ein freier Markt (im Gegensatz zum eingangs von dir erwähnten Kommunismus).
Man muss sich dran gewöhnen (auf seine Liquidität achten) und anpassen. Eine Produktionsausweitung bei steigenden Preisen ist da imho vernünftig, sofern man die Kosten im Auge behält. Vor allem stärkt es die Wettbewerbsfähigkeit wenn variable und fixe Stückkosten dadurch gesenkt werden können .
Dass dabei Betriebe auf der Strecke bleiben ist klar und Teil des Systems.

LG Vollmilch

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beglae antwortet um 19-07-2016 12:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Im übrigen für unsere Abnehmer( Molkerei usw.) sind diese Zeiten sicher auch nicht rosig. fg
Schreibt fertig0_4:

----------------------------------------

Die sollten aus Kaufmännischer Sicht das Risiko an die Erzeuger weitergeben alles andere währe fatal .das heißt die Spanne bei der Molkerei/Handel bleibt gleich oder steigt sogar.


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G007 antwortet um 19-07-2016 13:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
@Streimel
Die Politik (EU und Österreich) ist unfähig nur im Ansatz irgendwelche Zukunftsstrategien, geschweige Lösungsansätze für den Milchmarkt zu entwickeln.
Da werden lieber -zigtausende (Berg)bauernbetriebe geopfert und viele Landstriche werden dem Verfall geopfert.
Jeder der 1 + 1 richtig zusammen zählen kann hat gewusst, dass das Ende der Milchmarktregelung ein Chaos verursachen wird.
Da werden lieber wieder einmal 500 Millionen in den Markt gepumpt ohne das es dadurch langfristig eine Lösung des Milchmarktes gibt.
Es werden einige mit dem Argument des freien Marktes kommen, dann stelle ich die Frage, warum gibt es keinen freien Arbeitsmarkt, der es am billigsten macht bekommt die Arbeit.
Warum der Druck immer auf die Selbstständigen und Bauern?

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Streimel antwortet um 19-07-2016 15:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Hallo zusammen!
Der Milchpreis ist am Boden angelangt, weil Angebot und Nachfrage einfach nicht mehr zusammenpassen!. Das ist Fakt.
Den Konsumenten freut dies! Der Handel jubelt. die Einzigen die Damit Probleme haben ist die Landwirtschaft- Und zwar die "normale" Landwirtschaft, nicht die industrielle LW. So und nun frage ich mich, warum soll langfristig der Preis steigen? Mit Preis steigen meine ich soweit, dass alle Kosten gedeckt sind und sich der Landwirt wieder einen "Notgroschen" für Unerwartetes anlegen kann, wie es eigentlich für einen vorausblickenden Unternehmer normal sein solle. Hmmmm. Das wird's nicht so leicht spielen, da wir ja offene Grenzen haben und die Überproduktion ja nicht nur in Österreich stattfindet?
Die Milchwirtschaft muss ausgebaut und wettbewerbsfähig werden; Investitionsförderungen liegen bereit zum Abholen;(20/20/60 Regel ( Herr Schultes im Jahr 2014). Viele Landwirte liesen sich blenden und haben aufgestockt, modedrnisiert, Grund gepachtet, Maschinen gekauft, Schulden angehäuft für die nächsten 20 Jahhre. Und diese bekommen jetzt von den selben Vertretern zu hören; sie müssen weniger liefern, dass sich der Preis wieder erholt. Noch bevor der Milchpreis sich einigermaßen erholt hat, wird es wieder zu einer gewaltigen Überproduktion kommen, dass der Milchpreis wieder in den Keller rasselt.
Das sind so meine Gedanken dazu.
freundliche Grüße

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Streimel antwortet um 19-07-2016 16:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Hallo zusammen
@Vollmilch
Ich sehe das nicht als Widerspruch. Wenn soviel Milch verkauft wird wie erzeugt, dann passen Angebot und Nachfrage zusammen. Optimal ohne irgendwelche Lagerhaltung etc.
Wie alles was mit Wirtschaft zu tun hat ist auch die Milchwirtschaft von immer höheren Leistungen in jedem Jahr betroffen. Oft denk ich mir, "koste was es Wolle". In anderen Bereichen wie vor allem der Finanzwirtschaft ist es nicht anders. Unser System ist ein Schuldsystem, was besagt, dass alles Geld auf Schulgeld basiert---> Daher ist eine Inflation unumgänglich---bis zu einem Punkt wo es nicht mehr geht---Die Blase platzt, Abwertungen, Währungskrisen....etc. Das Ganze hat sich seit jeher immer wiederholt-bis heute. Jetzt wird nur verzögert durch Stützungen, Anleihenkaufe durch die EZB,.....
Tatsache ist, dass unser gesamtes Wirtschaftssystem mehr oder weniger im Wachkoma liegt. Nur es wagt sich keiner der "Experten" zuzugeben.
In der Milchwirtschaft ist es das Gleiche---leider.

KINOTIPP: Seht euch den Film "TOMORROW - Die Welt ist voller Lösungen" an. dort sind interessante Ideen zu sehen.

LG

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Lupo2012 antwortet um 19-07-2016 17:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Hallo und @ fertig0_4

Du hast schon recht man kanns als Enteignung sehen aber aber aber.

Ich habe das Milchkontingent gekauft um Milch zu liefern und seit ca . 2010 muss einem mehr oder weniger klar gewesen sein dass es 2015 keins mehr geben wird. Unfair war es dies nicht von Anfang an klar und deutlich zu kommunizieren.

Milch kann ich noch immer liefern. Mit Gewinn verkaufen wollte Ich das Kontingent nicht, dazu gibt's Aktien ;-)

Freie Marktwirtschaft ist Okay wenn die Regeln eingehalten werden. Wenn ich aber in der Elite lese dass in Dänemark 1/3 der Betriebe faktisch pleite sind, doch die Banken diese Betriebe nicht in Konkurs schicken weil sie keine verwertbaren Sicherheiten haben, undsomit die Banken zu hohe Abschreibungen hätten, dann produzieren diese Betriebe zu fast jeden Preis jede Menge weils eh scho wurscht is, und drücken den Preis für Milchbauern die noch können, die sich dann auch weiter verschulden müssen bis alles den Banken gehört die eigentlich nix haben, dann vom Staat aufgefangen werden. Und DAS ist für mich Kommunismus.

Wobei Kommunismus und Kapitalismus für mich, ja nur die zwei Seiten der gleichen Medaille sind.

Ein zweites noch kurz: Damit Marktwirtschaft funktionieren kann, müssen Monopole (bzw. Zu hohe Marktanteile eines Konzerns) verhindert werden ich denk da mal in AT an Spar und Billa (Rewe) und Hofer. Oder auf Molkereiseite den DMK in De einer der größten Molkereien und den schlechtesten Milchpreis.

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Vollmilch antwortet um 19-07-2016 17:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
Daß das Milchkontingent ein Ablaufdatum hat, war schon lange klar.
Bei meiner Stallplanung 1998 habe ich schon damit spekuliert, dass es 2000 fällt. Wurde aber nochmals verlängert auf 2006 - 2009 wurde das Ende dann fixiert. Also es war imho lange genug Zeit sich darauf einzustellen.

LG Vollmilch

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Aequitas antwortet um 19-07-2016 20:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchkontingent
@fertig0_4

Also im Juli 2009 26 Cent Milchgeld als Biobauer (Jetzt ist es ja noch um einiges mehr als Biolieferant).

2008-2009 gab es eine Superabgabe von 27,83 Cent/Milch für die Überlieferung.
https://www.bmlfuw.gv.at/service/presse/land/2009/oesterreichische_milchquoten_wurden_2008_09_um_rund_31_000_t_ueberliefert.html

Also auch mit der Quote und einer Superabgabe war der Preis im Keller.

Es würde für den Milchpreis sicher mehr helfen das Russlandembargo zu stoppen oder auch das billige Palmöl das Milchfett erstetzt aus den Lebensmitteln zu bringen.
Oder mehr Konsum von Trinkmilch. Wenn jeder Landwirt 1x pro Woche im Wirtshaus statt 3 halbe Bier lieber 1x Banenmilch und 2 Bier trinkt würde es den Milchabstatz ankurbeln und die Leber schonen ;-)




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