Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland

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plus_energie 24-02-2014 16:48 - E-Mail an User
Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland
Hallo!

Da ich schon seit ein paar Jahren mit einer Löwenzahndichte von ca. 50 % beim ersten Aufwuchs kämpfe, möchte ich diesen heuer reduzieren.
In meinen schlauen Buch habe ich gelesen, man sollte im Frühjahr entweder beweiden (möchte ich aber nicht) oder wenn die Blüte noch in der Rosette ist Kalk streuen, was bei mir sowieso nötig ist wegen sauren Boden.
Nun will ich das eben heuer machen da ich gelesen habe das man den Löwenzahn so bis zu 50% reduzieren kann, ABER durch die reduzierung fallen wahrscheinlich erhebliche Lücken an, die ich nachsäen will.
Nun die eigentliche Frage: Wie und wann sollte ich diese nachsäen?!
Ich dachte mir entweder mit meinem Düngerstreuer, mit dem Jauchefass oder mit dem MR und Schlitznachsaatgerät. Was würdet ihr mir empfehlen
Wann sollte ich nachsäen ? Dachte mir nach dem ersten Schnitt!

Bodeninfo:
Saurer Sandboden der im Frühsommer oft sehr trocken ist und im herbst oft sehr nass wird

Achja, der viele Löwenzahn kam immer mehr, weil ich immer im Frühjahr miststreute und danach mit unverdünnter Jauche fuhr (Jauchegrube wird übern Winter randvoll). Seit voriges Jahr bringe ich den mist im Herbst aus.

Ich hoffe jemand kann mir helfen,

Mfg

case_jx

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Kernarnold antwortet um 25-02-2014 08:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland
Bei 50% Löwenzahn würde ich eher umbrechen und dann je nach Entwicklung öfters nachsäen.
Wie oft mähst du die Flächen pro Jahr?
Mfg Arnold Kern

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179781 antwortet um 25-02-2014 08:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland
Sei bloß froh, dass da Löwenzahn wächst! Der ist ein Lückenfüller, d. h. du hast einen massiv lückigen Bestand. Wenn der Boden in Ordnung ist, wächst da sehr schnell sehr viel Löwenzahn. Wenn das nicht der Fall ist, kommt die Pionierpflanze Ampfer.
Du musst die Probleme saurer Boden und lückiger Bestand lösen.
Kalken mit kohlensaurem Kalk oder noch besser mit Carbokalk.
Einsäen einer Nachsaatmischung mit überwiegend deutschem Weidelgras ohne Weißklee (wichtig, der Weißklee entwickelt sich in solchen Situationen meist zum Platzräuber) mittels eines agressiv arbeitenden Nachsaatstriegel. Umbrechen ist nur sinnvoll, wenn der restliche Bestand total verkommen ist. Ansonsten weckst du dir damit alle möglichen Probleme auf. So ein umgebrochener Bestand ist die ersten 3 bis 5 Jahre ein Ackergras und entwickelt sich erst langsam wieder zum Dauergrünland.
Ja und das wichtigste hast du ja selbst schon erwähnt, sehr frühes, kontrolliert intensives Beweiden. Wenn du das nicht kannst oder dir nicht traust, dann sehr früh mähen. Die Nachbarn dürfen den Kopf schütteln, weil da einer mäht, wo fast kein Futter steht. Nach dem mähen kreuzweise mit einer schweren Cambridge- oder Prismenwalze drüber. Das hat die selbe Wirkung, wie der Tritt der Weidetiere. Nämlich, dass die Graspflanzen nicht mehr einen Stängel schieben sondern mit Bestockungstrieben in die Breite wachsen. Und das ganze nach drei Wochen am besten noch einmal.

Gottfried

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plus_energie antwortet um 25-02-2014 18:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland
Danke für eure antworten!

ich mähe meist nur zwei mal im jahr mit anschließender beweidung.

Ja die lücken wurden durch jahre lange zu tief eingestellte arbeitsgeräte vorallem den schwader und tiefes mähen erweitert.
Nachsaatmischungen mit weidelgras kann ich leider (oder mit nur geringem anteil) nicht nehmen. Das hält durch die raue lage bei mir nur ein Jahr (bin im Lungau). knaulgras passt recht gut bei mir.

Das mit dem früh mähen ist auch so eine sache, ein bisschen früher kann ich, aber ich habe jetzt schon mit wenig futter zu tun und dann hätte ich noch mehr.

Riesen dank für den tipp mit der Cambridgewalze auf so etwas hab ich noch nicht gedacht und das werde ich heuer sicher machen !

Also noch mal danke für eure Antworten!!

mfg case_jx


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steyrm9000 antwortet um 25-02-2014 19:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland
Sehr guter Tipp Gottfried!!! und gut beschrieben!!!

Nach dem Nachsäen nicht vergessen gut zu düngen, damit sich die Nachsaat gut entwickelt...

Ich würde im Spätsommer nachsäen (August) damit der Konkurenzdruck des altbestandes nicht mehr so groß ist außerdem fällt dann schon öfter Tau ein welcher positiv für die Nachsaat ist!

Was ich auch noch sagen muss...mit einmal nachsäen wirst du das Problem sicher nicht gelöst bekommen, wird sich eher über Jahre hinziehen! (immer wieder nachsäen, kalken, düngen)



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179781 antwortet um 25-02-2014 19:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland
Ich bin da nicht der Experte für Berglandwirtschaft. Aber bei Knaulgras wäre ich in deiner Lage vorsichtig.Das ist ein Gras für Leute die nur allein Trockenmasseerträge im Kopf haben. Die Qualität des Futters ist mäßig bis schlecht (verholzt sehr schnell) und es bildet Horste, zwischen denen sich andere gute Gräser nicht so gut halten können. Es gibt sicher Gräsermischungen, die für deinen Standort passen. Am ehesten erfährst du dazu in Gumpenstein etwas. Die Firmen die Saatgut verkaufen, empfehlen dir immer das, was sie auf Lager haben.
Und noch ein Tipp. Bei uns funktioniert so eine Nachsaat am sichersten, wenn man sie ab Ende August unter die weidenden Tiere ausbringt. Die treten den Samen fest und verschaffen ihm Licht weil sie das Gras wegfressen. Und das sind neben ausreichend Feuchtigkeit die wichtigsten Kriterien

Gottfried


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plus_energie antwortet um 25-02-2014 20:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland
danke gottfried!

werde heuer das früher mähen, kalken und zwischen den schnitten mit der cambridgewalze drüberfahren vl etwas grassamen schon mit dem jauchefass mit ausstreuen und dann wenn beweidet wird nachsäen.

also nochmals vielen dank für deine wirklich sehr guten tipps ;)

achja, hab mich mit knaulgras vertan, wollte eigentlich glatthafer schreiben (glatthafer, goldhafer und wiesenfuchsschwanz bei und vorherrschend)
mfg case_jx

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G007 antwortet um 25-02-2014 21:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland
Löwenzahn wird mit Kalkstickstoff streuen bekämpft. Auf taunassen Gras gestreut, verbrennt den breitblättrigen Löwenzahn. Ich würde das ganze kleinflächig ausprobieren.
Mit einem MCPA Mittel würde es auch gehen.

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Holae antwortet um 25-02-2014 22:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland
Hallo zusammen!

Die Tips vom Gottfried sind alle Top, hab auch ich gute Erfahrungen damit gemacht.
Ich bevorzuge jedoch absolut die Frühjahrsweide mit gleichzeitiger Nachsaat, bringt den besten Erfolg.
Kalk ist bei unserer Käserei nicht gern gesehen, wir arbeiten schon seit mehr als 15 Jahren mit Steinsand, u. Biolit, mit hervoragenden Erfogen, ob´s ihr glaubts od. nicht!! Vor allem fürs Bodenleben!
Knaulgras ja, aber nicht zu hoher Anteil,(max. 15%) alternativ Timothe, sonst wie bereits erwähnt wurde, in Gumpenstein nachfragen.
Gruaß Markus


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Holae antwortet um 25-02-2014 22:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland
Nachtrag:

Pflanzen mit versch. Kalkarten zu bekämpfen bringt mehr Nachteile als Vorteile, arbeite da lieber mit aufbereiteter Gülle(Biolit, Amalgerol, Kohle,), und verdrängung durch den Pflanzenbestand selbst, sprich Nachsaat.
Meine Meinung!?
Gruaß aus Tirol

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Schwarzwaldbauer antwortet um 26-02-2014 10:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland
Hallo Holae,
was hat der Kalk mit der Käserei zu tun?

Gruß
Ein Schwarzwaldbauer

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plus_energie antwortet um 26-02-2014 18:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland
Danke für eure antworten!

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Holae antwortet um 26-02-2014 20:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland
Hallo Schwarzwaldbauer!

Tja, mia liefern an die Fa. Planger in Durchholzen-Walchsee, welche schon seit vielen Jahren das streuen von Steinsand, und die Verwendung von Urgesteinsmehl propagiert, mit dem Hintergrund das die Käseherstellung dadurch besser funktioniert.
Weiters soll, und ist es auch, für das Bodenleben besser verträglich, da der Sand den pH-Wert nicht so rasch anhebt als der Kalk, sowie das Bodengefüge, unsrer Erfahrungen nach, besser locker werden lässt.
Efektive Mikroorganismen runden das Ganze noch ab, welche wir viele Jahre lang kostenlos von unsrer Käserei zur Verfügung gestellt bekamen.
Leider meinten einige unsrer Berufskolegen sie müssten damit Geld verdienen, und haben diese Weiterverkauft!?!
Jetzt kommt unsere Heumilchsennerei weiterhin noch für den Transport u. das verstreuen des Steinsandes auf!
Wir müssen nur den Sand ab Werk bezahlen, was !!! € 11,-- netto/tonne!!! ausmacht,
und kann streuen so viel ich für richtig halte.
Also wird schon was dran sein, das die Käse besser werden!?!
Gruaß aus Tirol

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Quacksi antwortet um 26-02-2014 21:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Löwenzahnreduzierung im Dauergrünland
Also ich sehe kein Problem, haben sichere 40 - 35 % Löwenzahn, ich mähe sehr früh (spätestens 2. Mai Woche) und das Problem ist erledigt!

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