mostkeks 12-08-2013 21:27 - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
Vielleicht nur ein Hirngespinst von mir, aber wenn die Chinesen und Russen (welche sich noch wehren können) die verseuchte Milch nicht trinken wollen, werden sie wohl die Europäer schlucken müssen. Oder? Irgendwo werden sie ihre Milchmengen absetzten müssen.

http://www.elite-magazin.de/news/China-Importstopp-fuer-Milchpulver-von-Fonterra-1217306.html

Zuerst Melamin, jetzt Botulinumtoxin. Ist mir ja nicht so um die Konsumenten welche auf das günstige Zeug abfahren, aber um unseren Milchmarkt, der gerade dabei ist sich wieder zu erholen.

Mit nachdenklichen Grüßen

 



rotfeder antwortet um 13-08-2013 20:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
Hallo!
Halte ich wirklich für eine Fantasie. Erstens trinken die Chinesen und die Russen die verseuchte Milch wieder, sobald die sache aus den Schlagzeilen ist, und zweitens weigern sich die Österreicher auch, verseuchte Milch zu trinken.


mostkeks antwortet um 13-08-2013 20:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
Hat die Österreichische Politik schon einmal eine Importsperre vergeben und dürfen wir das überhaupt, ohne von der WTO eine auf den Deckel zu bekommen?


rotfeder antwortet um 13-08-2013 20:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
Hallo!
Das ist nicht notwendig. Das entscheidet der Konsument und der sitzt am längeren Hebel.


mostkeks antwortet um 13-08-2013 21:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
Naja, wie weiß er denn woher das Molkepulver in seinem Kuchen ist und das Magermilchpulver in der Schokolade,.....muss ja nirgends deklariert werden.


tch antwortet um 13-08-2013 21:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
Wie weiss der Landwirt woher die Inhaltsstoffe der Trockenmilch stammen?

Wo am Sack steht das drauf?

tch



Gewessler antwortet um 13-08-2013 23:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
Falsch: der Erzeuger muß bei der EU bekanntgeben, woher er die Ware bezieht und Rückstellungen sicherstellen, sowie genau den gesetzlichen Probenziehplan und die Untersuchungen einhalten und mitteilen wo welche Charge drinnen ist!

Als kleines Bsp. haben die drei größten europ. Kekshersteller folgende Waren im Jahr 2011 verwendet (0403 90 11,13,19,31,33,39,71,73,79 und 0403 10 51,53,59 Quelle EU Kommision: Milcherzeugnisse in Pulverform für Nahrungszwecke auch zum Diät und Küchengebrauch ...) Menge: 18963 Tonnen aus EU und 6 Tonnen aus Drittstaaten. Die gesamte Menge unterliegt strengen Untersuchungen. Der Verarbeiter muß dann allerdings nur mehr Milchpulver o.Ä. auf der Verpackung angeben.
Also vor der vielgescholtenen EU muß der Verarbeiter sehr wohl ganz genau seine Waren deklarieren und er bekommt die Freigabe erst nach den genannten Untersuchungen.

Noch ein Bsp.: nach Österreich wird teilentrahmtes Milchpulver mit 1,8% Fettgehalt aus der BRD importiert und in Schokolade eingearbeitet. Das geht erst nach Freigabe durch die AGES, jedes Mitgliedsland hat die Untersuchungen nach EU Standard durchzuführen und das wird auch gemacht!

Natürlich gibts Verbrecher, die dann halt Pferdefleisch oder auch Gammelfleisch in die LM Kette einbringen, aber nur durch Untersuchungen kommt man denen auf die Schliche.

Fazit: in Europa muß man 3162 Kekse verspeisen , dann hat man statistisch gesehen ein Keks mit Milchprodukten aus Drittländern verspeist, nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung liegt der Wert allerdings beim hundertfachen, also 31000 Kekse :1 Keks. Wenn Du wissen willst woher der Inhalt der Schokolade stammt, die Du gerade verspeist, kannst du das bei der EU und auch im Lebensministerium ausfindig machen, das wird dann i.A. im Lauf des Folgejahrs auch veröffentlicht, die haben Auskunftspflicht - na da wern si jetzt die Bez. Verw. Behörden freuen, wenn ich das do sag!



Gewessler antwortet um 13-08-2013 23:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
I hob auf meine HP (kuhdoktor.at) unter links alle österreichischen Milcherzeuger online gestellt mit ihren AT - Nummern, soviel mein Beitrag zum Konsumentenschutz.
Aber Frage warum sollen nur Milchprodukte aus Österreich die absoluten Über drüber LM sein, ich iß auch gerne Gryere, Bavaria blue... und gerade aus meiner Gegend fließt sehr viel Milch nach Bayern?


Christoph38 antwortet um 14-08-2013 08:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
Mit ruhigem Gewissen kann ich behaupten, dass der europäische Milchmarkt nicht unter Druck kommt.
Allein schon deswegen, weil die Marktmacht der Handelsketten dafür sorgt, dass der Milchmarkt schon Jahrzehnte unter Druck bleibt.


mostkeks antwortet um 14-08-2013 11:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
Danke für die Info. Wenigstens gibt es die Möglichkeit zu erfahren von wo das Zeug herkommt.

Dass unsere Lebensmittel sicher sind davon bin ich überzeugt. Die AGES kontrolliert und untersucht sehr gut und beurteilt nach den Grenzwerten die von Politik und Wirtschaft vorgegeben werden. (Und bei Bedarf nach oben korrigiert.

Wenn die von uns (AT oder EU) produzierten Lebensmittel NICHT besser sind, wozu quälen wir uns mit zig zusätzlichen Auflagen?

LG

Wenn die Milch aus Neuseeland kommt ist zumindest die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass es sich um Milch von der Weide handelt!


naturbauer antwortet um 14-08-2013 12:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
Doch doch Christoph,
der Druck wird eben erhöht. Da gibt sich heute keiner mehr zufrieden mit "nur" unter Druck setzen, der Druck wird immer weiter anwachsen. Schon deshalb, weil wie hier geschrieben steht, dass eine Milch die aus Neuseeland kommt besser ist als eine hiesige. Was die Neuseeländischen Weiden besser haben gegenüber der Österreichischen oder Bayerischen bleibt dem jeweiligen Betrachter vorenthalten.



Fallkerbe antwortet um 14-08-2013 13:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
@naturbauer,

wenn man nicht direkt ab hof kauft, dann weiß man bei hiesiger Milch nicht, ob die milch vom Weidebetrieb oder aus Ganzjahressilagefütterung- betrieb stammt.

Und man weiß auch nicht, ob die milch von einer Alm, aus einem lichtdurchflutetetn Laufstall mit ausreichen großem Aussenbereich oder aus einem engen dunklen Anbindestall mit kleinen Fensterlucken stammt. womöglich noch kurzstand und halsramen.

So ehrlich sollte man dann schon sein.
bei seiner ehr ......


Christoph38 antwortet um 14-08-2013 14:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
@naturbauer
Obwohl so super wird es in Neuseeland auch nicht sein, war doch kürzlich von einem Milchskandal bei Fonterra zu lesen.

Ich schliesse aber nicht aus, dass die Bauern mit "nur" Druck inzwischen sehr gut leben können, so wie etwa auch die Indios in Südamerika mit Seehöhen von über 4.000 m gut leben können oder wie die Sherpas in Nepal sich bestens an den geringen Luftdruck angepasst haben. Auch gibt es hochspezialisierte Tiefseelebewesen, die sich dem dort herrschendem Druck angepasst haben. ;-)
 


Gewessler antwortet um 14-08-2013 21:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
sry mostkeks i muaß wieda korrigieren (i wui aber nit da oberlehrer sein, netta klarstellen):
die grenzwerte setzt die Wissenschaft, im Fall der Milch u.a. die FAO in Rom, wo ein fachlich äußerst versierter österr. prakt Tierarzt in leitender Position sitzt. Die Politik mischt sich nur bei Anlässen ein und da wirds dann aber meist strenger (Beispiel: es ist seit dem Ö Listerienskandal nicht mehr erlaubt in LM verarbeitenden Betrieben Excursionen durchzuführen; den einzelnen Staaten bleibt es aber überlassen strengere Regeln anzuwenden - da ist Ö Spitze!)

Neuseeland - da sind die Tiere zwar auf der Weide, aber die Neuseeländer haben die mieseste Milchqualität weltweit, in Europa dürften > 90% der Neuseeländischen Betriebe nicht liefern (> 400.000 Zellen!!!!!- genauso wie die Amis, dürfen die LW in Neuseeland filtrieren, also kommt die Milch dann mit < 60.000 Zellen in der Molkerei an- daher können sie das abgelieferte Eiter nur mehr trocknen, nahezu 100% der angelieferten Milch wird getrocknet, da man eben mit dem Glump nix anderes mehr machen kann)
Das ist auch der Grund warum in Europa nahezu nix aus Neuseeland verarbeitet wird, das Patzerl das bei uns ankommt sind meist Gegengeschäfte - also GEA baut das größte Trockenwerk der Welt für Fontera im Gegenzug muß Europa so und soviel Tonnen Miklchpulver abnehmen - also so wie es z.B. auch bei den Eurofightern gemacht wurde (hätte, sollen oder so....)

f.g.


naturbauer antwortet um 16-08-2013 18:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
Fallkerbe du hast scho recht,
wenn man nicht ab Hof kauft kann die Milch aus allen möglichen Löchern herkommen. Meine Milch kommt im Sommer von der Weide, nix als Gras, sonst nix.
Im Winter ganz wenig Silo, sonst Heu und Grummet, sonst nix. Ein Stall der sol hell ist, dass man an jedem Platz, in jeder Ecke Zeitung lesen kann etc.. Hab fast komplett (100% gehen sich nicht aus) das jeweilige Tageslicht zur Verfügung.
Deshalb bekomme ich nicht mehr Milchgeld als ein anderer Betrieb. Silopampe etc... Sorry, aber dieses Thema haben wir schon so oft hier durch gekaut, dass ich nicht weiter mehr darauf eingehen werde.



Fallkerbe antwortet um 16-08-2013 18:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
@naturbauer,
ich will den silo sicher nicht schlecht machen, aber das die Kuh licht und luft erwischt ist mit sicherheit wichtig- für den komfort der kuh und die qualität der produkte.

mfg


mostkeks antwortet um 19-08-2013 21:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
Ist schon OK, wenn du Irrtümer klarstellst, Nur das mit den Grenzwerten ist halt so eine Sache. Oder das mit den dazugehörigen Studien. Wer bezahlt diese Studien und was wünscht man sich für Ergebnisse. Studien kosten eine Menge Geld (Das wird dir nicht neu sein) Und Sponsoren auch private, Firmen, Konzerne... sind sind willkommen.
Hab halt auch schon erlebt dass man für eine kleine Diplomarbeit ein paar Hunderter in die Hand bekommt (für die beschaffung von Unterlagen,.......was dir halt einfällt) aber schon sehr klar die Richtung und Ergebniss kundgetan werden...
Aber bei Grenzwerten für Lebensmittel wird das ja ganz anders sein....

Das mit der Weidemilch war eher sarkastisch gemeint, ein Freund war ein Jahr dort und hat sich auch angewöhnt den Kaffee schwarz zu trinken so begeistert war er von der Milchproduktion.

Und wer in Neuseeland ein Trockenwerk baut oder nicht ist mir ziemlich egal, aber nicht was für ein Zeug in den Nahrungsmitteln meiner Kinder ist.

LG


mostkeks antwortet um 19-08-2013 22:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kommt Europäischer Milchmarkt unter Druck?
@gewessler: tolle HP!


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