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Vierkanter 30-07-2013 21:38 - E-Mail an User
Mostobstbäume
Hallo Kollegen,

möchte im Herbst ca. 50 Obstbäume (Hochstamm) zur Mosterzeugung pflanzen und somit meinen Baumbestand, welcher in den vergangenen Jahren stark geschrumpft ist, wieder aufstocken. Bevorzugt meinerseits Birnenbäume (Landlbirn, rote Pichlbirne, etc.)

Bitte um einige Tipps und Hinweise, welche Sorten ihr für die Mosterzeugung bevorzugt. Liegen hochstämmige Bäume noch im "Trend der Zeit"?

Standort: OÖ Zentralraum

Schönen Abend, Richard



voecklamalus antwortet um 31-07-2013 12:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mostobstbäume
Hallo Richard

Die Streuobstwiese ist im Trend und es gibt auch Förderung. Sortenreine Möste von Buschplantagen mögen zwar mit Säure- Zucker- und Schwefelzugabe Abnehmer finden. Kenner schätzen aber Mischlingsmöste aus Hochstammobst. Leider kann es dir passieren, dass du von Baumschulen Ware erhältst, welche nicht mit der Sorte übereinstimmt. Nimm von zwei oder drei Anbietern eine Mischung geeigneter Sorten. Sie sollen so wenig als möglich feuerbrandanfällig sein. Sollten die Früchte des einen oder anderen Baumes nicht den Erwartungen entsprechen, kann man ihn leicht umveredeln. Wennst später bei der Pflanzung noch Tipps brauchst, melde dich

Gruß hans




Restaurator antwortet um 31-07-2013 13:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mostobstbäume
hallo! abgesehen von den von voecklamaus schon erwähnten vorteilen bestimm(t)en in unseren breiten die grossen pressbirnbäume, bzw. hochstämme ja auch das landschaftliche gepräge. neue zu setzen darf man also ruhig auch als kulturelle handlung betrachten.
meine frage an euch: wo bezieht ihr eure hochstammbäume? ich habe inzwischen im bereich zwischen der soboth, radkersburg und bruck keine baumschule mehr die hochstämme anbietet.
inzwischen versuche ich die gelegentlich vorkommenden wurzelausläfer meiner über 100jährigen selbst mit der auch am original aufgesetzten sorte zu veredeln.
meine sorte und auch mein tipp: steirische weinmostbirne. sehr guter, süsser saft, der daraus vergorene most bekommt tatsächlich weincharakter, wird extrem stark (nach 0,4 war noch jeder schön eing'steift) und vor allem: wird nicht zäh.


mostkeks antwortet um 31-07-2013 18:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mostobstbäume
Also einen Hochstamm pflanzen ist auf jeden Fall eine gute Idee.
Wenn es aber nicht heuer im Herbst sein muss, dann lass dir veredeln, was du gerne hättest. Auf eine möglichst resistent Unterlage, die Sorten die dir belieben. Beachte bei der Sortenwahl auch den Erntezeitpunkt. Es bringt nichts wenn die Birnen/Äpfel genau in deinen Arbeitsspitzen zum ernten sind.

LG


Darki antwortet um 31-07-2013 19:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mostobstbäume
@Restaurator: Fahr einfach ein Stückchen über die Soboth nach St.Andrä./Lavanttal.
Dort bei der Baumschule neben den Kärntner Forstbaumschulen hole ich die Hochstämme.
Ruthofer heisst die Baumschule.
Top Ware, bis jetzt alles einwandfrei gewachsen, und auch kompetente Beratung.


Restaurator antwortet um 31-07-2013 21:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mostobstbäume
danke für den tipp @darki!!


speedy2 antwortet um 01-08-2013 07:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mostobstbäume
Ich ziehe mir die Unterlagen selber, nach Sepp Holzer Art,
streue einfach im Herbst einen halben Kübel Apfeltrester in den Garten, 1m² reicht völlig,
mit dem Rechen grob in die Erde einarbeiten, fertig
im Frühjahr gehen die auf wie Unkraut.
bei den Birnen ist es anscheinend nicht so leicht, habe auch Trester gestreut und ist nix aufgegangen, wollte schon aufgeben
meine Mutter hat Birnen Kerne gesetzt, die sind heuer aufgegangen.

Diese Methode dauert halt ewig, Angefangen habe ich so vor 5-6 Jahren mit dem Trester
ich glaube, beim veredeln waren die Bäumchen 2 Jahre alt (stamm sollte fingerdick sein)
da hat uns ein Spezialist die veredelt und heuer nach 5-6 Jahren sind die ersten Äpfel oben.

Ich habe jetzt in den 5-6 Jahren so um die 50 selbst aufgezogene Bäumchen gesetzt,
buntgemischt, schön langsam kommen sie in die Höhe dauert aber wie gesagt ewig ...


mostkeks antwortet um 01-08-2013 09:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mostobstbäume
Oder du investierst in garantiert virusfreie Unterlagen mit kalkulierbarem Wuchs, Ertrag und Fruchtausbildung um 0,5 bis max. 2€/ Stück
Für dich würde ich Bittenfelder Sämling oder A2 beim Apfel nehmen und Kirchensaller Mostbirne als Birnenunterlage. Da kann dich aber bestimmt eine Baumschule besser beraten!
So ein Obstbaum ist eine Investition auf 100 Jahre, nimm dir ruhig Zeit zum Informieren



schrems antwortet um 01-08-2013 21:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mostobstbäume
Hallo,
du musst gar nicht so weit fahren. Im Naturpark Obst Hügelland bekommst du die Informationen über die richtige Sorte und die Baumschulen in deiner Region:

www.meineobstsorte.at
Interessantes findest du auch hier: www.landobstland.at



voecklamalus antwortet um 02-08-2013 07:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mostobstbäume
Für Apfelunterlage verwende ich Sämlinge von meinen alten Sorten ohne Feuerbrandbefall. Pressstöcke auf Acker oder Garten werfen und im nächsten Jahr umsetzen. Bei den Birnen wird`s mühsamer. Von den drei bis dato feuerbrandfreien Sorten jeweil den einen Samen herauslösen. Die Kerne in Stofffetzen einbinden und für drei Wochen in einen Kübel Gülle legen. Dann herausnehmen abreiben und aussähen. Nennt man stratifizieren. Und acht geben, dass in der Erde schon länger keine Kernobstwurzel saugte. Die ausgesonderten Wuchshemmstoffe sind nicht zu unterschätzen.

Gruß hans


Vierkanter antwortet um 05-08-2013 20:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Mostobstbäume
Vielen dank für eure infos! werde im herbst hochstämmiges setzen ;-) und über die sorten werde ich mir jetzt dann den kopf zerbrechen.

schönen abend, richard


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