Gewessler 11-11-2012 21:28 - E-Mail an User
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Seit einigen Wochen kommt in unserer Praxis gehäuft Abortus vor. Wir untersuchen alle Feten, da die Kosten ja der vielgescholtene TGD zur Gänze übernimmt. Nun hatten wir erst zwei mal Schmallenberg Virus als Diagnose, sonst immer Clostridien, die ja immer bei toten Tieren zu finden sind da sie ja für den "Abbau" der Leiche zuständig sind.
Wie schauts bei euch aus, lasst ihr alles untersuchen, wie ja vom Tierseuchengesetz vorgeschrieben?
Bei der Blauzungenimpfung hatten wir zwei Abortusfälle nun haben wir in den paar Wochen schon mehr als 80.


kotelett antwortet um 12-11-2012 09:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Oje, oje - das gefährliche Orthobunyavirus-Gewessleri steht vor der Tür....

Klingt ganz so, als wollte ein Pharmakonzern die Jahresremuneration des Managements ein bisschen auffetten und würde deswegen schon mal seine Büttel vor schicken, um ein wenig Panik zu verbreiten... Um eine breit angelegte, absolut alternativlose (!) Impfaktion wird man da wohl kaum herum kommen...

>> ... erst zwei mal Schmallenberg Virus als Diagnose, sonst immer Clostridien...

C. Perfringens gar? Wow. Respekt. Diese Untersuchungen sind wirklich jeden Cent wert.



helmar antwortet um 12-11-2012 10:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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In unserer Gegend gibt es das Problem dass die Wildsäu bevorzugt vor dem Silieren die Erde mit Grünfutter vermischen........und es häufen sich die Aborte und natürlich das Nachstieren auch....
Mfg, Helga



Rob1 antwortet um 12-11-2012 11:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo !

@Gwessler : an was sind jetzt die Feten abgegangen ? Der Schmalenberg ist es nicht und Clostridien kommen in alle toten Tieren vor , hast geschrieben .


tommifestini antwortet um 12-11-2012 21:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Sehr geehrter Herr ROB1,
Soweit ich weiß, gibt es verschiedene Ursachen, warum es zum Frühabort von Kühen kommt:
Einmal durch NICHTINFEKTIÖSE URSACHEN. wie zum Beispiel bei Einsatz von verschiedenen Arzneimittel Prostaglandin oder ich habe mal gehört (von Tierärzten aus Südtirol) durch Einsatz von Oxytocin bei Frühtragenden, oder auch durch Klauenpflege bei fortgeschrittener Trächtigkeit, oder auch durch Hitze, Stress.
Dann gibt es noch die INFEKTIÖSEN URSACHEN wie durch den Aborterreger NEOSPORA CANINUM (einzelliger Parasit) die als Endparasiten den Hund nehmen. Dann gibt es noch zahlreiche andere infektiöse Ursachen wie schon das genannte Schmallenberg-Virus oder auch Porospora (hatte ne Kuh auf dem Bauernhof auf dem ich während des Sommers gearbeitet habe, 2. Mal, somit hatte das letzte Stündlein geschlagen).
Hoffe konnte helfen oder aufklären
Thomas Festini


Rob1 antwortet um 13-11-2012 12:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Sehr geehrter Hr. Festini !

Ma, wos Du ois worst .
Natürlich gibt es unzählige Möglichkeiten warum eine Kuh verwirft !
Der Gwessler hat geschrieben,daß er in kurzer Zeit 80 Verwerfungsfälle untersucht hat,deshalb auch meine Frage an was die die Feten abgegangen ist, anschéinend ist ja nicht so viel rausgekommen bei den Untersuchungen.
Ich selber hab noch kein totgeborenes Kalb untersuchen lassen, ist auch selten daß bei mir eine Kuh verwirft (letzte Verwerfung war vor drei Jahren )





Dieselross926 antwortet um 13-11-2012 14:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Ich würd mal speziel auf den Bvd Virus untersuchen würde auch die häufigkeit erklären. Gruß dieselross


Mingo antwortet um 14-11-2012 18:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo,

sind die Proben auch auf Q-Fieber getestet worden.Diese Krankheit wird durch Wild das ja unumgänglich in den Wiesen äst übertragen. Hatte 2 Jahre große Probleme mit diesem Abort.
Grüß Mingo


Gewessler antwortet um 18-11-2012 09:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@kotelett: leg einmal deine Zeugnisse vor, die du behauptest zu haben(Abschluß Bodenkultur und Vet -med) dann kannst einmal einen Tag, bezahlt natürlich, zum Probearbeiten kommen da wir einen Assistenten brauchen, der was kann, nicht einen der nur aus Büchern abschreiben kann. Dann seh ma was du wirklich kannst, oder vorgibst alles zu können, red nicht sondern setz einmal Taten, oder nimm einmal professionelle Hilfe in Anspruch, es gibt so viele gute Psychiater, es kann auch manisch depressiven Menschen geholfen werden.

@alle: die Frage war nur, ob ihr vermehrt Abortus bemerkt, denn das Schmallenbergvirus breitet sich in Österreich extrem schnell aus. Virusnachweis bei den abortierten Föten gelingt selten, aber der Antikörpernachweis bei den Tieren ist flächendeckend über Österreich einfach da! Bei den Gnitzen gelingt der Virusnachweis immer. Von Impfungen redet kein Mensch, denn der Verlauf der Krankheit ist ja kaum zu bemerken, lediglich Abortus in allen Trächtigkeitsstadien ist gehäuft, was ja schlimm genug ist.
Generell sind Impfungen sinvoll, denn die Schweinehaltung, Geflügel und Stiermast wie sie praktiziert wird, könnte ohne Impfungen so nicht funktionieren. Das wird euch Sturmi schon erklären.
Die Konsumenten und der Handel zwingt uns den Antibiotikaeinsatz bei Tieren zu reduzieren, was auch oft sinnvoll ist, denn Streptokokkenmastitis mit Cephalosporinen der 4. Generation zu behandeln ist ja wirklich deppert. Natürlich bedarf es da einer möglichst exakten Diagnose, aber das will ja der C.S. alias Kotelett nicht wahrhaben, dass Laboruntersuchungen sinnvoll sind, auch ein negativer Befund ist ein Ergebnis und kann gedeutet werden. Kotelett ist der Vertreter der Tierärzte, die behaupten die super Bestandsbetreuer zu sein, einmal im Monat die Betriebe anfahren, einige Untersuchungen machen, dann die Medikamente für das nächste Monat am Betrieb lassen, somit die Diagnosestellung, Prognose und Behandlung an den Landwirt abtreten und das lehne ich ab.


naturbauer antwortet um 18-11-2012 10:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@Gewessler, Zitatchen kurz und schnell:einmal im Monat die Betriebe anfahren, einige Untersuchungen machen, dann die Medikamente für das nächste Monat am Betrieb lassen, somit die Diagnosestellung, Prognose und Behandlung an den Landwirt abtreten und das lehne ich ab.

Meine Meinung dazu:

Genau das lehne ich auch ab.

Welcher Depp geht eigentlich davon aus, dass der Bauer selbst richtige Diagnosen stellen kann?

Ich stelle meine Diagnose meinem Tierarzt vor: Das heißt dann, er tut sich leichter mit seiner Diagnose weil er von mir die Beobachtungen mitgeteilt bekommt die ich als Milchviehhalter automatisch mitbekomme weil ich meine Tiere kenne und beobachten kann ob und was sich an ihrem Verhalten gerade ändert oder schon geändert hat. Dieses Zusammenspiel bringt für mich und meine Viecher den durchwegs erhofften Erfolg mit sich.
Da ich auf dem offenen Land bin und nicht in einem Dorf bin, bin ich quasi nur im Stall/Feld und Wald groß geworden. Auf dem Papier bin ich seit 32 Jahren Bauer, mußte es aber schon früher sein wegen Krankheiten und Tot meiner Leute. etc etc...
In dieser Zeit eignet man sich einiges an, keine Frage. Da gehen dann Diagnosen mit der Zeit leichter sicherer und schneller. Ist schon eine Weile her. War mir bei einem Sohlengeschwür nicht ganz sicher wie weit es schon im argen liegt. Hab den TA gerufen. Der hat dann sich als jüngerer etwas unbeholfen angestellt.So hab ich die Regie über nommen und gesagt. Ich schneiden und du schauen okay für dich. Schwupps nahm ich mein Messer schnitt und schnipselte, Verband drauf, er hat den Knecht gemacht quasi. Danach sagte er zu mir: Gelernt ist gelernt wie? Ich darauf ja scho oda? Inzwischen bin ich ein gern gesehener Helfer bei Schergeburten/ Kaiserschnitten von 2 Tierärzten in meiner Gegend. Von daher erlaube ich mir etwas mehr Treffsicherheit bei einer Diagnose zu haben als mancher Kollege. Vielleicht auch deshalb immer wieder ein Erfolg bei leichteren Sachen mit HP. Ansonsten den Onkel Doktor holen, wenn man seine Tiere so gut wie möglich halten will.

Deshalb meine ich: Bei Bedarf Doc holen, das reicht. Wenn aber der per Vertrag regelmäßig kommen soll oder müßte wegen Gesetz, krieg ich meinen Anfall. Geld zum Fenster rausschmeißen hab ich nicht.

Zum Abortus wie vom Gewessler gefragt: Hoffentlich bleibt es wie es ist bei mir, dann wäre diesbezüglich kein Vorfall auch in Zukunft zu melden.

PS: Ja Gwessler ich weiß Eigenlob stinkt! Aber es hilft meinem Selbstvertrauen***ggg** Du gehörst du den wenigen hier die ich mal gerne persönlich treffen würde. (Forumstreffen)


Vetlight antwortet um 19-11-2012 11:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Sehr geehrter Kollege!
Wie viele Abortfälle gibt es in Deiner Praxis im Jahr, bezogen auf wieviel Kühe, die Du betreust?
In welchem Zeitraum sind die Abortusfälle um wieviel angestiegen? Waren nur einzelne Betriebe betroffen? Die Blauzungenerkrankung ist Geschichte, ob die vielen Aktionen, die mit dieser Krankheit verbunden waren sinnvoll waren, ist diskussionswürdig. Auf jeden Fall kann man davon ausgehen, dass wir auch ohne eine Impfung gegen diese Erkrankung auskommen. Man darf es vielen nicht verdenken, dass man neuen Modeinfektionen gegenüber kritisch ist und dass verlangt wird mit seriösen statistischen Methoden abzuklären was diese Krankheiten für einen Schaden anrichtet und ob man impfen muss oder durchseuchen lassen kann.
Viele Grüße
Erich Leitgeb

www.vetlight.info


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