wene85 27-05-2012 21:26 - E-Mail an User
Sojafütterung an Mastschweine
Gibt es hier jemanden der selber Soja anbaut und an Schweine verfüttert.
Hab gelesen das man die Sojabohnen toasten muss wenn man mehr als 5% füttern will.

Bin immer mehr an der Überlegung Soja selber anzubauen da ja Soja momentan nicht gerade billig ist nur bekommt man eigentlich Gentechnik freies Saatgut überhaupt noch.

mfg angerweber


Jophi antwortet um 28-05-2012 10:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sojafütterung an Mastschweine
Ich bin jetzt echt kein Schweineprofi, aber m.w. werden durchs toasten die Nährstoffe besser aufgeschlossen.
Das heißt für das Tier verfügbar gemacht, d.h. ohne toasten ist Dein Soja nur etwa die hälfte wert.
Aber da kennen sich andere sicher besser aus.


HBler antwortet um 28-05-2012 10:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sojafütterung an Mastschweine
servus Wene,

Soja so hast du ja richtig erkannt ist aus der Schweinefütterung nicht wegzudenken, weil das Schwein dem menschlichen Organismus sehr ähnlich ist, und deshalb Rohprotein von sehr hoher Wertigkeit zugeführt werden soll, - Fleisch, Eier für den Menschen, Tofu für den Veganer, Sojaschrot für konvi Schweine
in der Bioschweinefütterung wird mit Kartoffeleiweiß und sehr vielen weiteren Komponenten in geringen Anteilen versucht, eine halbwegs verdauliche Rezeptur zu finden, die auch dem Bioschwein welches sich von der Biologie her zu einem herkömmlichen Schwein nicht unterscheidet, dem Bioschwein auch eine halbwegs angepasste Ernährung für optimale Versorgung zukommen zu lassen
dazu zählt Sojavollbohne getoastet,
getoastet deshalb, um vorhandene Hemmstoffe zu eliminieren, welche die Verdauungsenzyme hemmen;
beim Sojaschrot sind diese durch die Exdrahierung unwirksam
Sojavollbohne kann in Ö nur gentechnikfrei ausgesäät werden, die Vollbohne kommt zum überwiegenden Teil in die Lebensmittel- bzw. in die Biofütterung
da die europäischen klimatischen Bedingungen einen Sojaanbau nur in einem geringen Umfang erlauben, ist eine Einfuhr aus Amerika Stand der Dinge
es gibt aber Initiativen, gerade in den Ländern der ehemaligen Donaumonarchie (Rumänien, Ungarn, Jugosl ect.) den Anbau mit österr. Now How voranzutreiben (Saatgut, Anbau, Pflanzenschutz ect)
das Projekt nennt sich Donau Soja
die Abhänglgkeit von Importen aus Amerika soll dadurch verringert werden, außerdem stünde dann Sojaschrot aus gentechnikfreier Produktion zur Verfügung
Bereits mehr als 80 % der weltweiten Sojaanbauflächen werden mit gentechnisch verändertem Saatgut bestellt, Produkte daraus sind so gut wie in jedem Lebensmittel zu finden, über das Lezithin, das Pflanzenöl, ect.
eine gesicherte Sojaschrotversorgung aus GVO freien Bohnen aus diesen Ländern ist nicht gegeben, einerseits weil die großen Umschlagplätze und Häfen und Schiffe paralell genutzt werden, einmal für GVO frei andermal (zu 80%) aus GVO veränderten Bohnen
deshalb gibt es auch eine 0,9 % Toleranz der Verunreinigung, um Verschleppungen (besenrein?) abzudecken
weiters ist eine gesicherte Versorgung deshalb nicht gegeben, weil zur Preistreiberei sehr einfach Streiks, Niedrigwasser, Schiff ist noch im Ozean unterwegs ect. viele Argumente bereitstehen
Nachzulesen in folgendem Link:
SOJASCHROT aus GVO freier PRODUKTION Stand vorübergehen NICHT ZUR VERFÜGUNG !!
http://www.lk-ooe.at/?+Fuetterung+&id=2500%2C%2C1376295%2C



wene85 antwortet um 28-05-2012 11:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sojafütterung an Mastschweine
Hab da mal was gelesen und das Toasten machen ja nur ein paar Firmen in Österreich das ist eher das Problem.


JD6230 antwortet um 28-05-2012 15:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sojafütterung an Mastschweine
Ungetoastetes Soja besitzt einen hohen Anteil an Trypsininhibatoren. Dadurch ist es nicht sehr gut verwertbar. Diese sind nicht hitzestabil und können durch toasten zerstört werden, wodurch das Soja besser verwertbar wird. Dabei muss das Soja für etwa eine halbe Stunde auf rund 100 Grad erhitzt werden (oder für einige Minuten auf 180 Grad - Je nach System des Toasters)

Weiters muss bedacht werden, dass Vollsoja einen hohen Anteil an Polyensäure (ist eine Ölsäure) besitzt. Auch Mais hat einen hohen Anteil an Polyensäure. Durch die Verfütterung einer Mastschweineration mit hohem Polyensäuregehalt wird das Fettgewebe gelblich, weich und wässriger. Auch das Fleischgewebe wird weicher und wässriger. (Somit für die Speckerzeugung nicht sehr gut geeignet).
Bei der Fütterung von Schweinen für die Gustino-Produktion muss bei der Rationsgestaltung auf diesen Wert geachtet werden.
Somit ist der Einsatz von (getoastetem) Vollsoja auch nur beschränkt und bedingt gegeben.



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