Waldgrund für nicht Forstwirte

Antworten: 16
Naturmadl 13-09-2011 13:41 - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
Hallo,

Bin leidenschaftliche Waldliebhabenrin und würde mir gerne zurr Selbstverwicklichung und als Rückzugsort irgendwo ein platzer Wiese bzw Acker mit Wald zulegen wo ich mir meinen Anhänger zum Schlafen hinstelle und und am Wochenende mal mit Kinder und Mann hin kann zum grillen, zelteln und co.

Nun ist meine FRAGE: Muss man als Waldbesitzer auch Forstmäßig irgendwas machen oder irgendwelche Dinge beachten ?!?!

Vielen Dank
Laura
Und falls jmd ein ruhiges zu verkaufendes Platzerl im Bundesland Salzburg weiß einfach melden ;-)



traktorensteff antwortet um 13-09-2011 14:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
Naja, eigentlich nicht unbedingt. Wenn du Schadholz hast (Borkenkäfer), musst du das schon entfernen. Wenn du einen "Naturwald" lässt, umgefallene Bäume usw., werden unter Umständen zumindest die Nachbarn damit nicht ganz zufrieden sein. Reihenweise Bäume fällen und eine Wiese in der Mitte lassen, darfst du auch nicht. Erkundige dich, ich bin mir nicht sicher, ob du da einfach einen Wohnwagen hinstellen und Feuer machen darfst! Das ist eher das Problem. Es gibt gewisse Freizeitgrundstücke, die jedoch teuer und wohl nicht leicht zu finden sind! Viel Glück bei der Suche!


Neudecker antwortet um 13-09-2011 21:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
Hallo Waldliebhaberin Unser Traktorensteff hat so ziemlich alles beantwortet welches Wissen ein
Waldbesitzer haben sollte. Ich möchte nur hinzufügen, dass der Wald nicht mit rosaroter Brille
betrachtet werden sollte, sondern als Lebensraum, in dem der Eine seine Freude an der Natur
genießen möchte, ein Anderer aber, im Wald, einen gefährlichen Arbeitsplatz hat. Wenn ich Dir
einem guten Rat geben darf, dann entledige Dich von der Sehnsucht, Waldbesitzerin zu werden. Bei
uns in Österreich gibt es eine Vielfalt wunderschöner Waldwanderwege. Kein Waldbesitzer wird
sich aufregen , wenn Du das Recht des freien Waldzuganges in Anspruch nimmst. Bedenke aber,
dass der Wald kein Tummelplatz für Radfahrer ist. Das Grillen und das sonstige Feuermachen zum
Vergnügen, erlaubt das Forstgesetz sowieso Niemandem. Liebe Grüße - Euer Neudecker



Roz98 antwortet um 14-09-2011 12:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte

also ich fahr unendlich lieber mim radl durch den wald, als wenn ich einen forwarder, oder rückewagengespann sehe.
da können 1000 radfahrer druchfahren, wird das nicht die gleichen folgen haben.
die narbe von einer seiwlinden aktion sehe ich am waldboden 2 bis 4 jahre.
ich hab noch keine einzelne radfahrerspur so lange gesehen, die sind nach dem nächsten regen weg.

Gerade als Forstwirt der mit deutlich mehr als 1 Mannstärke im Wald herumwerkt, sollte man nicht solche pauschalen Aussagen machen.



AnimalFarmHipples antwortet um 14-09-2011 12:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
Allerdings muß kein Waldbesitzer Radfahrer dulden und auch Jäger könnten erfolgreich auf Besitzstörung klagen (was zumeist auch nur mangels Feststellbarkeit der Identität des Störers unterbleibt).


Tyrolens antwortet um 14-09-2011 13:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
Eher mangels Interesse.


textad4091 antwortet um 14-09-2011 13:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
Zum Thema Radfahren, etc ... im Wald:
IM Wald darf man nicht Radfahren, auf'm Forstweg (der ja kein Teil des Waldes mehr ist) kann es der Wegerhalter quasi selbst bestimmen soweit ich des mitbekommen hab (Fahrverbot ... )
Ich hätt im Grunde auch nix dagegen, wenn Radfahrer auf unserm Forstweg unterwegs sind, wenn nicht der Wegerhalter haften würde wenn der Radfahrer durch schlechte erhaltung (da reicht bereits ein größerer Stein oder ein Stück Holz aus, wsl. sogar wenn ein Radfahrer in einen Polterhaufen fährt) Stürzt und sich dabei verletzt;
Begehen darf man im Wald also eigentlich ALLES (außer halt befr. forstliches Sperrgebiet, ...), Befahren oder Reiten am WEG muss durch den Wegerhalter erlaubt werden oder halt verboten werden, je nachdem wie man's sieht
Udn Bewirtschaftung durch schwere Maschinen schädlich hin oder her- das muss eh der Waldbesitzer wissen und selbst ausbaden
Sorry für das bisschen Off-Topic, aber ich hab grad nix anders zu tun^^


AnimalFarmHipples antwortet um 14-09-2011 13:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
Oh, sag das nicht.
Aus Sicht der Jäger stört alles außer ihrem SUV das Wild und sie sind die ersten, die eine Minderung der Jagdpacht verlangen, wenn der Grundeigentümer nichts gegen Mountainbiker unternimmt.
Und in den Schubladen der Bundesforste liegen längst fertige Konzepte zur Bemautung von Forstwegen; nachdem aber Radler so schwer faßbar sind, laufen die ersten Testversuche mit den Reitern (und deren Lobby macht dazu den Hofknicks, sonst müßten zB im Wienerwald reihenweise Reitställe mangels ordentlicher Ausreitmöglichkeiten zusperren).


vollgas antwortet um 14-09-2011 14:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
"..... wo ich mir meinen Anhänger zum Schlafen hinstelle und und am Wochenende mal mit Kinder und Mann hin kann zum grillen, zelteln und co......"

Ganz genau da liegt das Problem!! Dann kommt eines Tages ein Traktor, ein Mähdrescher, etc vorbei gefahren, und was wird sein ?? Die lieben "Camper" werden sich über alles unmögliche aufregen, owohl sie gar kein Recht dazu haben. An das Leid der Weidmänner möchte ich gar nicht denken.

Solche Dinge kenne ich schon genug: z.B eine Holzhütte irgendwo auf dem Feld aufgeschlagen und schon sind einige Pferde drinnen - einige ha werden dazu noch eingezäunt und weiters die Pfähle vom Zaun fast am Weg eingeschlagen wo eingentlich der ges. landw. Verkehr läuft und der Dreck von den Pferden kann sich nicht in Luft auflösen - nein - dieser verschmutzt natürlich die ganze Straße.

Deßhalb kann und darf es so etwas nicht geben !

Dazu gibt es spezielle Angebote wie z.b. Urlaub auf dem Bauernhof oder dergleichen.




traktorensteff antwortet um 14-09-2011 14:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
@ vollgas
Das ist eher die typische bäuerliche Übertreibung... Ein vernünftiger Dialog, z.B. bezüglich dem Einschlagen von Pfählen nicht direkt an der Straße, wirkt Wunder.

Außerdem, man darf eben keine Holzhütte einfach so irgendwo aufstellen geschweige denn Feuer machen. In der kanadischen Wildnis möglich, bei uns jedoch nicht.

Leider fehlt mir das Wissen über die rechtliche Grundlage, aber irgendwo sollte das nachzulesen sein.


jfs antwortet um 14-09-2011 20:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
Ich denk mir wenn ich mir ein Stück Wald oder Grund kaufe, dass ich dann sehr wohl das Recht habe mich dort aufzuhalten und dieses Grundstück bis zu einem gewissen Grad auch für meine Bedürfnisse herzurichten. Ob es eine Hütte, oder eine mobile Unterkunft sein soll ist eh fast schon überall reglementiert. Weil Paragraphenreiter und Bürohengste agieren ähnlich wie meine Rindvieher wenn sie im Frühjahr zum ersten mal auf die Weide kommen. Meine Erfahrung in solchen Angelegenheiten ist so, dass Klein und Kleinstgrundbesitzer ihre Sache meist perfekt beisammen haben. Klar wollen sie ihr Grundstück eingezäunt haben. Jeder andere hat auch einen Zaun rundum. Ich selbst natürlich auch. Dabei muß ich oft schmunzeln wenn ich durch Siedlungen fahre, weil da haben viele fast haushohe Thujenhecken gepflanzt um ja nicht gesehen zu werden. Meine Meinung ist, dass mein Nachbar auf seinem Grundstück tun und lassen kann wie er es für richtig hält, und es mich oder auch andere nicht beeinträchtigt. Ein Zaun entlang eines Weges stört mich insofern nicht, wenn ich mit meinen Geräten durchfahren kann. Klar ist es aufwendiger ein Gerät von Arbeitsbreite auf Transportbreite umzustellen. Aber ein freilaufender Hund z.B. kann ärgerlicher sein. Wie immer eine Frage des Ausredens.


Naturmadl antwortet um 15-09-2011 09:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
Aber ich will den Grund ja KAUFEN und auf meinem Grund kann ich ja, auch wenn ich es nicht vorhabe, an Tieren halten was ich möchte!! Und das man auf Seine Nachbaren , da du hier auf Traktorenlärm und co anspielst rücksichtnehmen muss is eh klar, wenn man sich an einem Waldrand siedeln möchte.

Und fixe Hütte möchte ich deshalb nicht hinstellen, da ich ja kein Bauland sondern Grünland suche.

Also ich verstehe grad nicht warum alle hier so eine Problematik sehen - es wohnen ja genug Menschen mit ihrem HAUPTWOHNSITZ am Waldrand und besitzen auch dazu noch ein Stück davon - also warum soll man dann gleich nur Lärm und was weiß ich alles erzeugen und alle möglichen Probleme haben?!?


traktorensteff antwortet um 15-09-2011 10:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
@ Naturmadl
Mach dir keine Gedanken um so manches Kommentar hier. Manche Leute fühlen sich von gewissen Veränderungen immer bedroht und nehmen gleich den schlimmsten Fall an. Natürlich gibts die alte Weisheit: "Kein Nachbar, kein Problem", da ist was dran. Es wird wahrscheinlich eh schwer genug, 1000 m² (?) Wald zu finden. Um so etwas reißen sich die Leute richtig, aber zur Holznutzung.

Suche mal auf Google nach "Bauwagen auf Grundstück", da findest du einiges, jedoch meist auf deutschen Seiten. Irgendwann habe ich mal gelesen, dass man einen Bauwagen nicht fix irgendwo hinstellen darf. Der Betroffene hat dann den Bauwagen alle paar Wochen am Grundstück umgesetzt. Wenn du bei so einem Vorhaben Nachbarn hast, die deine Anwesenheit nicht wollen, kann es Probleme geben. Ich würde mal bei einer Gemeinde anrufen und nachfragen.


Naturmadl antwortet um 15-09-2011 11:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
@traktorensteff
Vielen Dank für dein Kommentar - ja da hast du wohl recht - würd mir gerne ein paar Obstbäume pflanzen; Kräuterbeet erstellen, Beerenstreucher, Gemüse. . .und einfach ein bisserl hobby-bauer spielen :-)) Und würde den Wald natürlich eh auch pflegen und hegen!! Mein Vetter hat sich solch einen Traum in der Wachau bereits verwirklicht doch eher im kleineresn Maßstab und er wohnt eben auch dort.

Was muss man eigentlich so kalkulieren?! Was kostet Wald und Wiese ?!!
Darf man einfach einen Ha kaufen und 500m² abholzeb für eine Wiese ?!



AnimalFarmHipples antwortet um 16-09-2011 12:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
Wenn es sich um einen Wald im Sinne des Forstgesetzes handelt, kannst dort praktisch keins Deiner Vorhaben umsetzen, sogar fürs Abholzen bräuchtest eine Bewilligung und gleichzeitig käme dann auch gleich der Wiederaufforstungsauftrag.

Im Grünland darfst weder bauen, noch irgendwelche Hütterln aufstellen geschweige denn irgendwelche Fahrzeuge dauerhaft aufstellen.


walterst antwortet um 16-09-2011 13:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
ganz so, wie afh das darstellt, ist es auch wieder nicht, getraue ich mich als blutiger juristischer Laie zu behaupten.
Einer Rodung im genannten Ausmaß steht nicht so schnell etwas im Weg, auch ohne Wieder- oder Ersatzaufforstung und man darf vielleicht nicht irgendwelche Hütterln aufstellen, aber das eine oder andere bestimmte.


traktorensteff antwortet um 16-09-2011 17:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Waldgrund für nicht Forstwirte
@ Naturmadl
Du solltest dir einmal das Forstgesetzt ansehen, Link unten.

§ 17a. ForstG Anmeldepflichtige Rodung: Unter einem Ausmaß von 1 000 m² kannst du ohne Bewilligung roden.
Jedoch:
§ 13. ForstG zur Wiederbewaldung. Du musst die Fläche wieder zu Wald werden lassen. Das kannst du auch durch Naturverjüngung (von alleine durch Samen) machen, dafür hat man 10 Jahre Zeit.

Dein Vorhaben kann leider nicht so umgesetzt werden, wie du es gerne hättest. Wald ist Wald und kein landwirtschaftlicher Nutzgrund. Ich rate dir zu einem landwirtschaftlichen Nutzgrund samt Baumbestand.

Da hast du eh schon ein "Vorbild" mit deinem Vater, wie ist sein Grund gewidmet? Klar, wenn es Bauland ist, eben auch mit Bäumen, kann er natürlich dort wohnen usw. Bei einer Waldwidmung ist das Ganze nicht einfach. Leider habe ich abseits vom Forstgesetz keine rechtlichen Gesetze zur Hand. Übrigens, im ForstG steht sogar drinnen, dass du zumindest zelten darfst, mit Erlaubnis des Waldbesitzers. Und wenn das du bist, ist es eben kein Problem. Wie es mit einem Wohnwagen aussieht, kann ich nicht sagen.

Den Preis kann man nicht sagen (siehe hier im Forum, da gibt es auch Beiträge zum Waldpreis). Es ist verschieden, von 1-2 Euro/m² musst du bei halbwegs gutem Bestand schon ausgehen. Wald ist gefragt und das treibt die Preise oft auf wahnsinnige Höhen hinauf.
 


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