21-07-2011 09:04  hans_meister
Mischen wir uns zuwenig ein?
Viele von uns spüren es mehr, als wir es wissen oder im Einzelnen benennen könnten, dass wir an einer Zeitenwende stehen. Da läuft vieles in die falsche Richtung. Das Maß stimmt in vielen Bereichen nicht mehr. Wir ahnen, da kommen Dinge auf uns zu, die vieles von dem, was uns wichtig ist gefährden könnten.
Es gibt keine langfristigen Sicherheiten mehr, weder im politischen, rechtlichen noch in dem für die Landwirtschaft so wichtigen fördertechnischen Bereich. Das macht immer schnellere und damit unsichere Entscheidungen notwendig. Das Risiko steigt. Und außer dem Stimmrecht bei Wahlen ist die Bevölkerung von Mitbestimmungen ausgeschlossen. Umso wichtiger ist es, überall dort, wo man Entscheidungen mit beeinflussen kann, zum Beispiel bei Versammlungen, seine Stimme zu erheben, deutlich und wenn notwendig auch laut. Nur wer sich einmischt, kann auch mit bestimmen.

Aber warum mischen wir uns zuwenig ein?


  21-07-2011 10:28  walterst
Mischen wir uns zuwenig ein?
Bei diesem Thema könnte man doch einmal eine Premiere starten:
Alle Landwirt-Redakteure versuchen einmal, diese Frage hier im Forum kurz zu beantworten. Dies wäre auch eine gute Möglichkeit, die Verfasser unseres Lesestoffes genauer kennenzulernen.
Die Frage "Mischen wir uns zu wenig ein" stellt sich hoffentlich bei jeder Landwirt-Redaktionssitzung und könnte daher perfekt beantwortet werden inklusive der Gründe für die Zuwenig-Einmischung und deren routinierter Überwindung.

  21-07-2011 11:23  5299
Mischen wir uns zuwenig ein?
@walterst

Sehr guter Vorschlag!

  21-07-2011 12:08  riener
Mischen wir uns zuwenig ein?
@walterst kein guter vorschlag!

der fort.. landwirt ist eine fachzeitung und soll es bleiben.

ich will nicht das schreiberlinge politik machen

deswegen lese ich schon seit jahren keine tageszeitungen - schon gar nicht die krone - ich zahle doch nicht dafür das ich mir die persönliche (politische) meinung irgend eines zeitungsdruckers lesen soll.




  21-07-2011 12:44  Moarpeda
Mischen wir uns zuwenig ein?
@riener

die meinung eines zeitungsdruckers braucht dich nur insofern zu interessieren, als dass du ihn (für dein bild von der lage) bdenutzt und aufdeckst wohingehend er dich beeinflussen will.
es ist halt nun einmal so, dass dich ein jeder der den mund aufmacht oder in die tasten haut beeinflussen will.
ist bei uns selber auch nicht anders, bei mir zumindest ;-))

womit wir uns dem thema genähert hätten

wie mische ich mich effektiv ein? und vor allem wo?

sich politisch einzumischen versuchen halte ich für wenig zielführend, weil die politik so gut wie nichts bewegt sondern zur verschleierung und beruhigung der massen dient.

die einzige regierung ist das geld und man könnte gemäß dem afrikanischen spruch:

"Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern."
durch unser konsumverhalten mit sicherheit etwas verändern.....
.....ABER, die vielen kleinen leute ziehen wie wirr in die verschiedensten richtungen und was herauskommt ist dieser stillstand
oder aber die gier, dummheit und der egoismus potenziert sich und artet in einen zug der lemminge aus.
man merkt, dass man mitten drinnen steckt und registriert es mit unbehagen und ohn(e)macht

die einzige möglichkeit ist es meiner meinung nach, zu versuchen, nach seiner eigenen fasson zu leben, das ist auch einmischung und sand im getriebe dieser maschinerie.








  21-07-2011 13:36  Summsumm
Mischen wir uns zuwenig ein?
Hallo,

wie könnten die vielen Kleinen "Schwarmintelligenz" entwickeln?
Man müsste die Ziele formulieren, denen alle unabhängig voneinander folgen können.


Sicherheit, Überschaubarkeit, Planbarkeit .... kann fortgesetzt werden.
Wenn jeder dem anderen auch ein wenig das zugesteht, was er sich für sich selber wünscht, wer bräuchte die ganzen Hiasln, mit ihrer Pseudo - Action.

  21-07-2011 17:40  Moarpeda
Mischen wir uns zuwenig ein?
@Summsumm

"schwarmintelligenz" finde ich gut

wie wir beide wissen können schwärme ganz schön aggressiv werden, wenn man sie zu lange hängen lässt ;-))

  21-07-2011 18:53  fendt_3090_2
Mischen wir uns zuwenig ein?
Sollte ein Meister Hans nicht Fragen stellen wie z. B.: Warum liefern wir ohne Preise unser Getreide ab? Warum haben wir zur Ernte keine Preise?
Mfg.

  21-07-2011 22:54  Summsumm
Mischen wir uns zuwenig ein?

@ moarpeda
Du würdest Dich wundern, wieviele Leute sich über diese Mechanismen Gedanken machen, und wie man es verhindert, dass Schwarmintelligenz entsteht, die innerte Natur der Selbstorganisation
ein Horror für die Hierarchie
wir sind genauso doof gezüchtet wie die Bienen
ich hab ihnen die Freiheit geschenkt
und sie werden die Parasiten ganz von selber los

lg

  22-07-2011 14:47  irgbauer
Mischen wir uns zuwenig ein?
Die Frage stellt sich für mich anders: Dürfen wir "kleinen Leute" uns überhaupt in etwas einmischen?
Und bringt es was wenn wir z.B. bei einer bäuerlichen Veranstaltung mit Agrarvertretern unsere Stimme erheben? Werden wir nicht äußerst schnell als Jammerer und Querulanten bezeichnet? Wie viele sinnlose Auflagen ertragen wir, erfüllen Forderungen von deren Nutzlosigkeit wir genau wissen! Wir machen es, warum, weil wir entgegen einiger Forumsteilnehmermeinungen sehr wohl auf die Ausgleichszahlungen angewiesen sind. Sagen wir unsere Meinung werden wir abgewimmelt und darauf hingewiesen das doch alles sooo einfach einzuhalten und soooooo leicht zu dokumentieren ist. Das der liebe Wettergott uns dann Sonne schickt wenn wir unsere Steilflächen noch nicht heuen dürfen aber nach den x-beliebig festgelegten Terminen nur mehr Regen und Wolken präsentiert, ja das ist auch nur unser Problem. Papier ist geduldig, die Natur nicht! Viele Bauern haben darunter zu leiden, die meisten würden gerne mehr Heu machen aber dank den Bestimmungen geht das leider nicht. Aber sag nur ein Wort und du wirst als Suderant abgestempelt. Ja und da gibt es noch viel sinnlosere Vorschriften......... Auch in Bezug auf den Hunger in der Dritten Welt, Problemlösungen von uns will keiner hören, wir sollen nur brav spenden. Was jetzt auf unserem Planeten passsiert ist erschreckend, die Gier nach Macht und Geld auf Kosten der Benachteiligten, die Ausbeutung der Ressourcen unserer Erde, wer bitte von uns "Kleinen" will das wirklich? Wir haben doch gelernt mit weniger zufrieden zu sein und trotzdem gut zu leben, ohne € 20.000,-- Gehalt pro Monat und allen erdenklichen Privilegien. Einige haben sich das herausgenommen, es wird zwar aufgezeigt aber wenn wir da unsere Stimme erheben werden wir genauso von oben herab behandelt wie bei allen anderen Äusserungen. Unsere Volksvertreter leben zu abgehoben, sie haben Null Beziehung zur Basis, das ist das Übel, es fängt leider schon bei "kleineren Funktionärsfischen" an. Sitzen sie einmal in der Nähe des Geldkruges sind alle anderen egal, nur die eigenen Interessen werden mehr gewahrt. Ich rede kaum mehr öffentlich, denke mir meinen Teil und hoffe auf ein Umdenken, aber wahrscheinlich hoffe ich vergeblich.

  22-07-2011 15:51  AnimalFarmHipples
Mischen wir uns zuwenig ein?
Als Innenministerin ist mir Maria Fekter schwer auf die Nerven gegangen; jedesmal wenn sie den Mund aufgemacht hat, mindestens eine Frechheit und meist auch noch eine gefährliche Drohung.

Als Finanzministerin hat sie hingegen das Zeug zum Kultstatus ( siehe nur http://www.youtube.com/watch?v=V-0Av59JbO4 - alleine schon der schalkhafte Gesichtsausdruck bei 0.16 ist zum Brüllen) und sie stört mich kein Bißchen mehr, weil ich genau weiß, daß sie mir da, wo sie jetzt ist, nicht mehr schaden kann.

Das weiß ich deshalb, weil sich hierzulande in die Köpfe der Leute dermaßen eine Vollkasko-Mentalität eingebrannt hat, daß es sich keine Regierung leisten kann, uns in finanzieller Hinsicht spürbar wehzutun; es wäre ihr sicheres Ende.
Im Grunde sind wir alle von der Mentalität her Griechen.
An allen unseren Problemen sind andere schuld und deshalb sind dafür auch andere zuständig.

Und als Gegenleistung mischen wir uns in nichts ein. Das Protestpotenzial ist hierzulande geradezu niedlich im Vergleich zu anderen Staaten, wo oftmals tausende Leute für sogar recht merkwürdige, sie nichteinmal unmittelbar betreffende Sachen auf die Straße gehen oder Streiks sich nicht nur im Verkehrsfunk niederschlagen, sondern tatsächlich das ganze Land nachhaltig lahmlegen (letzteres haben uns sogar die Griechen voraus).

Natürlich würden wir uns aber diese faktische Entmündigung nie eingestehen; dafür haben wir hierzulande eine der hochentwickeltsten Suder-Kulturen, ja wir sind geradezu DER Experten-Staat schlechthin und das einzig ungelöste Rätsel ist, warum zwar die Stammtische voller Experten für so gut wie eh alles sind, aber sich kein einziger davon in die Politik verirrt ...

  22-07-2011 18:53  golfrabbit
Mischen wir uns zuwenig ein?
@AFH
Das muß der Neid dir lassen, deine Analyse unserer Mentalität schlägt deine Schraubertipps um Welten!
Ein neugewonnener Fan(Josef)

  22-07-2011 20:31  walterst
Mischen wir uns zuwenig ein?
@golfrabbit: ebenso!

  23-07-2011 08:48  Moarpeda
Mischen wir uns zuwenig ein?
@Summsumm

ich wundere mich nicht sondern weiß bescheid

die "pheromone der regierenden" reichen nicht aus, weil menschenschwärme im laufe der evolution nur für ca. 90 personen ausgelegt waren.

da werden halt mediale tricks und gewalt angewendet um das kudelmudel noch irgendwie in den griff zu bekommen und den meisten honig zu lutschen

  24-07-2011 09:48  Seetaler
Mischen wir uns zuwenig ein?
@ irgbauer
du hast es ganz richtig dargestellt. Ich meine wir Bauern sind schnell auch die Sündenböcke für irgendwelche Vorkommnise in der Natur die nach Ansicht von den veschiedensten Experten fest gestellt werden. So kommen dann die allermöglichsten Auflagen und Ver-und Gebote die dann immer wieder geändert werden und so weiter. Langsam ist es so dass die Landwirtschaft nur mehr die Ausführenden sind. Die langsame Enteignung hat längst begonnen. Die Entscheidungsfreiheit wird uns genommen.
Ich denke dass wir uns künftig nicht mehr alles gefallen lassen sollten. Jetzt bin ich wieder bei dem letzten Satz von IRGBAUER Zitat: Ich rede kaum mehr öffentlich, denke mir meinen Teil und hoffe auf ein Umdenken, aber wahrscheinlich hoffe ich vergeblich.
Gerade dass ist es eben, der aktive Bauer hat oft nicht die entsprechende Gabe öffentlich zu sagen was er denkt. Die die sich in diverse "Ämter" wählen lassen um unsere Anliegen zu vertreten, haben oft andere Interessen!
mfg Seet.