Kalk gegen Borkenkäfer?

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iderfdes 15-08-2010 17:01 - E-Mail an User
Kalk gegen Borkenkäfer?
Der Käfer nervt schön langsam. Komischerweise hab ich damit kein Problem in den nieder gelegenen Monokulturen, aber ein höher gelegener Mischwald wird schön langsam ein reiner Laubwald, da alle Fichten sterben. Bis jetzt auf einem Teilstück von fast zwei ha. Jedenfalls hat niemand eine befriedigende Lösung anzubieten, großzügiges Aushacken bringt nichts und Käferfallen sollen alles angeblich noch verschlimmern. Deshalb bin ich auf der Suche nach Alternativen und hab mir gedacht, Kalk im Frühjahr müsste den Viehern eigentlich zusetzten, da viele angeblich im Boden überwintern. Vielleicht bei feuchter Witterung oder nach Regen mit einem Gebläse ausgebracht, damit es auch an den Stämmen haftet.

Mich würd nun interessieren, ob das schon jemand ausprobiert hat, ob das funktionieren könnte oder ob ich damit den ganzen Wald umbringe.


Felix05 antwortet um 15-08-2010 18:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kalk gegen Borkenkäfer?
Grüß dich iderfdes,

bei uns wurde sogar schon Kalk per Agrarfliegern und Hubschraubern ausgebracht.
Ich persönlich denke, wenn die Witterung nicht passt, also zu wenig Feuchtigkeit, macht auch das keinen durchschlagenden Erfolg.

Wir wurden heuer relativ verschont.

Ich wünsch`dir Alles Gute, Lutz!


tree_01 antwortet um 15-08-2010 21:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kalk gegen Borkenkäfer?
ich habe keine erfahrung mit höhenlagen, jedoch leider mit bkäfern.

das einzige was mmn. hilft, ist fangbäume im frühjahr, am besten 3-4 wochen vor vermuteten erstflug gelegt, da hier die lockwirkung am größten ist.
um fangbaumförderung vorher ansuchen, bei großem problem genug schmeissen, und dann, wenn er voll ist, und noch ein gutes stück vom ausflug entfernt weg damit.

nur so bringt man mmn. die brut in den griff, in dem man die exponentiale vermehrung im ersten flug aufhält.

opfere bäume mit einseitigewn kronen, die sowieso wenig harz haben um den käfer abzuwehren.
die erste generation des käfers ist auf liegendes holz programmiert, dort kann man einhaken, und hier hat man den geringsten schaden, da man nicht unter zeitdruck steht, förderung lukrieren kann, die die holzwertminderung ausgleichen, und man hat ein gutes gefühl dabei, weil überprüfbar ist, wie stark der erste druck wirklich ist und vorgewarnt ist.

fang die scheiße ab, bevor sie sich verdreißigfacht....und wieder verdreißigfacht....


lg, wp



tree_01 antwortet um 15-08-2010 21:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kalk gegen Borkenkäfer?
ps: wenn ein problem total aus dem ruder gelaufen ist, ist mmn. nach eins die beste lösung - wenn der preis passt, weg damit.
die zuzerllösung, immer die käferbäume nach und nach umzuschneiden, obwohl erkennbar, daß es jedesmal zehn prozent vom bestand wegfrisst, ist bei einem guten holzpreis nicht die beste - spreche leider aus eigener erfahrung.


lg, wp


Indianerlandwirt antwortet um 16-08-2010 13:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kalk gegen Borkenkäfer?
Hi,
wenn du langfristig gegen Borkenkäfer und Co antreten willst, kannst du die Ameisen in deinen Wald fördern. Ein Ameisenhaugen vertilgt ca. 20000 Insekten als Nahrung pro Tag, darunter werden auch einige Borkenkäfer sein.
In Deutschland ist einen Förster, oder so ,das aufgefallen, Währund rundherum alles kahl und tot war, blieb ein Stück Wald komplett grün. War gar nichts. Die Lösung war die sehr hohe Zahl an Ameisen in diesem Gebiet. Die brauchen eine Menge Futter.


Felix05 antwortet um 16-08-2010 17:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kalk gegen Borkenkäfer?
...freut mich, dass einem deutschen Förster was aufgefallen ist, außer seinem Kontostand.

Klingt aber irgendwie einleuchtend, nur welche Möglichkeiten hat man, um Ameisen einzubürgern, bzw. was ist zu tun, um deren Vorhandensein zu fördern?
Kennt sich da wer aus?

Gruß, Lutz!




Indianerlandwirt antwortet um 16-08-2010 22:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kalk gegen Borkenkäfer?
Die vorhandenen Ameisenhäufen kann man schützen/fördern, indem man sie nicht zerstört. Über die Ameisenköniginen verbreiten sie sich dann weiter. Wenn du nachhelfen willst, wenn du so ein Ameisenleeresgebiet hast, musst du einen Biologen fragen, ich selbst hab das noch nicht gemacht. Aber es geht ungefähr so: Entweder du nimmst ca. ein Viertel (Kuchenstück) des Ameisenhaufens mit einer neuen Königin darauf und exportierts diesen zur gewünschten Stelle. Dort sollte ein Baumstumpf sein. Kann aber auch ein eingegrabenes durchlöchertes Holzstück sein. Es gibt auch Fangeinrichtung für Ameisenköniginnen, und diese bringst du zur vorbereiteten Stelle. Genauer kann ich dir das nicht beschreiben.


iderfdes antwortet um 23-08-2010 11:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kalk gegen Borkenkäfer?
Vielen Dank für die Antworten, bin bemüht, den Käfer zu überholen, sind heuer schon wieder über 120 fm zusammen, hab ihn aber grad erst eingeholt, da die Bringung schwierig (teilw. händisch, Seilen über fast zehn Meter breite Bäche, weit zum Aufseilen) ist, nebenher natürlich die üblichen Arbeiten in der Landwirtschaft anfallen, besonders im Sommer und das Auslagern der Arbeiten nicht besonders interessant, weil kostenintensiv ist; und eigentlich arbeite ich ja auch gerne im Holz. Der Preis ist allerdings mehr als o.k. Über 70 Euro für Käferholz, das hatte ich auch noch nie.
Das mit den Ameisen ist mir auch schon in den Sinn gekommen, hab nämlich einen Wald sonnseitig, der keine Probleme mit dem Käfer hat. Und bei den Unterschieden zum Problemwald ist mir auch aufgefallen, dass dort oben viel mehr Ameisen sind.
Werd mal ein paar Sachen ausprobieren, sobald das Grummet eingebracht ist.
Toi, toi, toi :-)


Felix05 antwortet um 23-08-2010 22:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kalk gegen Borkenkäfer?
Ja genau iderfdes,

mach das und gib mal Bescheid, wie sich die Sache entwickelt.

Viel Glück, Lutz!


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