Knecht als Sklaven gehalten

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ginzo 13-04-2010 06:01 - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Steirischer Bauer vor Gericht, steht heute in der Krone:
428.000 Euro zu wenig Lohn (knappe 6 Mio Schilling) bezahlt.
Wären da (bei ordnungsgemäßer Lohnzahlung) nicht viele selbständige
Bauern auch gerne nur Knecht?
Abgesehen mal vom menschlichen Schicksal dieses Mannes - wer wird
da zum Knecht?



tch antwortet um 13-04-2010 07:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Hallo Ginzo

In Deinem Posting spiegelt sich Dein widerlicher Charakter!

tch


50plus antwortet um 13-04-2010 07:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Ich kenne zwar die Verhältnisse nicht und ich will auch nicht urteilen. Mag sein, dass man den Knecht ausgenützt hat....
Aber dem Bauern oder der Bäuerin wäre vielleicht sogar ein Pflegegeld für die Betreuung des Knechtes zugestanden. Denn wer will ein Leben lang einen geistig Zurückgebliebenen umsonst betreuen? Oder hat man das eh gekriegt?

lg
50plus


Faltl antwortet um 13-04-2010 07:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Das ist doch Pervers, ein Pflegegeld kassieren für das "Ausnützen" des Knechtes. Man muss sich den Artikel (http://www.krone.at/krone/S32/object_id__194747/hxcms/index.html) lesen dann sieht man dass möglicherweise um Pflegegeld angesucht wurde. Wenn hier auch noch der Bauer in Schutz genommen wird dann darf man sich nicht wundern wenn das Ansehen der Bauern so schlecht ist.


179781 antwortet um 13-04-2010 08:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Seid vorsichtig, wenn etwas in der Krone steht. Die beschreiben doch die Wahrheit immer so, dass sie der vom Herrn D vorgesehenen "Volksmeinung" entspricht.
Da es sich um ein Thema handelt, dass die Landwirtschaft betrifft ist es in dem Zusammenhang eigentlich verwunderlich, dass da nicht die EU schuld an der Sache ist.

Gottfried


helmar antwortet um 13-04-2010 08:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Und wie ist es mit manchen Familienangehörigen? Besonders jenen wo es von der geistigen Seite her ein Handicap gibt, welche aber zum Arbeiten gut genug waren (und vielleicht auf manchen Höfen immer noch?) sind? Und auch mit Söhnen und Töchtern, welche von den Eltern, z.T. sogar deren Grosseltern derart unter Druck gesetzt wurden, dass diese heute noch brav daheim mithelfen wo sie selber im Alter wären erwachse Kinder zu haben wenn sie ihr Leben selber in die Hand genommen hätten? Welche darauf verzichten mussten? Wo auch der Glaube wohl mitgespielt hat? Gerade die Älteren unter uns werden sich an so manche dieser Menschen erinnern.......manchmal von irgendwoher ins Haus gekommen, oft der unverheiratete Bruder oder die gute Schwester des Bauern oder der Bäuerin.
Mfg, helmar, Helga


50plus antwortet um 13-04-2010 08:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Ja, darum sage ich, ich will nicht urteilen, ich habe 2 gute Bekannte, die arbeiten in einem Behindertenheim - sie sind unheimlich zu bewundern. Aber, sie gehen nach einigen Stunden nach Hause in ihr geregeltes Leben! Probiert's das - und holt euch einen Behinderten für ein Leben lang ins Haus!
Meint Ihr, diese Menschen haben nicht auch ihre Aggressionen?
Ich würde mir freiwillig keinen solchen "Knecht" nehmen, auch wenn sie bedauernswerte Menschen sind.
Ich möchte aber nochmals betonen, ich kenne besagten Bauern und die Umstände nicht!

lg
50plus


ginzo antwortet um 13-04-2010 08:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
@ tch,
ich habe diese KRONEN-Zeilen hier reingestellt, um einige Meinungen auf
sachlicher Ebene zu ersehen, wie Z. B. die der @helmar, der ich schon mal
für die Wiedergabe ihrer sachlich fundierten Zeilen danke.
Daß sich der in diesem Forum übliche Bauern-Zynismus bald breitmacht,
habe ich vermutet, jedoch schon nicht in der ersten Antwort:
Dazu fällt mir wirklich nur ein: die "Bauern" als Gesamtheit gesehen, haben
wirklich keine "Freunde" -- Anscheinend müssen wir und unsere Nachkommen
mit gleicher Erbpacht (Erbsünde) leben, wie, wie gleichseitig heute auch in der
Krone beschriebenen letzten Nazi-Verbrechern und deren Bezug zu Österreich.
Man braucht nur unter die von @Faltl angegebener URL auch die dazugehörenden
Story-postings lesen - richtig genußvoller Bauernhaß!



50plus antwortet um 13-04-2010 09:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
@ginzo

Es ist einzig und allein der Besitz, weshalb wir Bauern so beneidet werden.
Dass dieser Besitz unser Arbeitspatz ist, versteht kein Nichtbauer.
Sobald wir ihn verkaufen - könnten wir davon gut leben, aber wir hätten auch den Arbeitsplatz unserer Erben verkauft.....
Ist ja eh wurscht......die Bauern wissen es und die anderen werden es niemals kapieren.

Und, da hat sich wieder ein Bauer auf Kosten eines geistig behinderten Knechtes bereichert.....ob wohl TCH ihn zu sich ins Haus holen würde?

Und Helmar hat wieder die Kurve gekriegt - mit dem Glauben....aber teilweise stimme ich ihr zu...man muß überall beide Seiten sehen.....

lg
50plus


ginzo antwortet um 13-04-2010 10:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
@50plus, dennoch stimme ich der Meinung helmars eher zu, als so manch anderer: für den in meinem Erstbeitrag geschilderten meiner Ansicht nach eh tragischen Fall, schon im Hinblick, daß der betroffene Knecht keinen Familienanschluß hatte, offensichtlich, und auch den Medien nach, setzt sich für ihn jetzt die Landarbeiter- Kammer ein. Wer setzt sich für die Bauernehefrauen ein, die oft halbe halbe Mitbesitzer sind und sich auch recht ordentlich oft unterordnen mußten dem "Bauern"; die vor gar nicht allzulanger Zeit, wenn der "Bauer" dann die Pension bezogen hat (und seiner Frau nur nach seinem Willen etwas davon gegeben hat), und sie dann keinen Anspruch hatte, obwohl sie ihr (Bauern)Leben lang fleißig gearbeitet und vieles entbehrt (vielleicht auch aus religiöser Bescheidenheit) hat - und wie vor rund 35 Jahren der damalige steir. LH Krainer angedeutet hat - vom Oa-Geld, das sie ihr eigen
nennen durfte, ihre wenigen Bedürnisse befriedigt hatte?
Heute kräht kein Hahn nach denen!
Die jetzige gesetzliche Lage hat dieses Dasein verbessert.


helmar antwortet um 13-04-2010 10:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Mir sind zwei solcher "Geschwisterhöfe" bekannt.........und da wurde über sehr lange Zeit die gesamte Mannschaft Sonntags in der Kirche gesichtet, angeführt von der "Patriarchin".......
mit einer der beiden bin ich sogar weitschichtig verwandt......als es einer ihrer Enkel gewagt hat, vor dem Ältesten zu heiraten, wurde den restlichen Geschwistern verboten zur Hochzeit zu gehen!!! und der .......war verstossen. Auch die eigene Mutter machte da mit, nicht nur die Gross mutter.
Mit der anderen habe ich früher gern glaubensdiskutiert.....und auch aus diesen Diskussionen meine Einstellung gewonnen, liebe 50 igerin.......
Mfg, helmar, Helga


kraftwerk81 antwortet um 13-04-2010 10:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Ich hab ja keine Ahnung wie's dem "Sklaven" bei dem Bauern gegangen ist, aber kenn doch einige "Zurückgebliebene" die auf Bauernhöfen Ihr auskommen haben und die mit Ihrer Situation recht zufrieden sind. Eine Belastung sind die meist für die Bauersleut und deren Familie! Da es in unserer Gesellschaft mittlerweile schon fast strafbar ist körperlich zu arbeiten ist es für viele kaum zu glauben dass jemand gerne arbeitet.


50plus antwortet um 13-04-2010 10:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Ja, ich kenne Bauernhäuser, da hat die (sogar zugeheiratete) Frau das absolute Recht.
Ich kenne Bauernhäuser, da ist der Mann der absolute Herrscher.
Ich kenne Bauernhäuser, da werden die Jungen unterdrückt.
............................................., da wird mit den Alten "Katzaus" gemacht.
............................................., da geht es sehr harmonisch zu.

Es gibt kein "typisches" Bild.


lg
50plus


ginzo antwortet um 13-04-2010 11:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
@50plus, so ist das (Bauern)Leben eben, und jeder stellt den Aspekt dann als
absolut ins Licht und alle Bauern(familien) sind dann entweder gut oder schlecht,
mehr oder weniger oder absolut autoritär, fortschrittlich, lieb u. nett, usw.
Aber es sind Tatsachen, über die wir hier, so denke ich, schreiben können und auch
über die mehr oder weniger erfreuliche Vergangenheit bescheidwissen, aber darauf
nicht verharren brauchen und sollen.


walterst antwortet um 13-04-2010 12:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
1. Keiner der Artikel von heute und gestern in ORF, Krone, Kleine, .....wird den tatsächlichen Umständen eines jahrzehntelangen gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnisse gerecht.
2. Für die Fehler oder besser den Betrug an Sozialversicherung, AMA und Knecht wird der Bauer sehr sehr teuer bezahlen
3. Die ganze Geschichte samt ihren (vielfach gar nicht angesprochenen) Nebenaspekten, über die ich mich in Schweigen hüllen möchte, könnte aus einem Hollywood Drehbuch stammen.
4. Neben dem Bauern, dem Sohn, dem Rest der Familie gibt es wahrscheinlich noch dutzende personen aber vor allem auch Institutionen, die sich in der Angelegenheit alles andere als Lorbeeren verdient haben. (Das Bezirksgericht, das einer Anzeige schon vor Jahren nicht nachgegangen ist, die Landarbeiterkammer........)
5. Das am schwierigsten zu beurteilende ist der ursprüngliche Vorwurf der Sklaverei, inzwischen auf Ausnützung einer wehrlosen Person abgemildert.
Man muss sich ein Riesenbaby mit 190cm vorstellen, das bereits vom Altersheim wieder "nach Hause" geschickt wurde, weil man dort nicht zurechtkam und das durchaus mal eine halbe Kiste Bier verdrücken kann.
6. Einen Widerspruch gibt es aus meiner Sicht, wenn man auf der einen Seite dem Knecht den geistigen Stand eines 10 jährigen zuteilt und auf der anderen Seite ein Facharbeitergehalt überweisen soll.
7. "Mit Geld lässt sich da einiges regeln" hat ein Rechtskundiger kürzlich zu dem Thema gesagt. Da ist was dran.
8. Mit Punkt 7 sollen keineswegs die MIßhandlungsvorwürfe entkräftet werden. Diese müssen geklärt werden und dazu wird es eine Strafe geben. Ich maße mir selbst aber bei diesem Punkt kein Urteil an.
9. "Er braucht mi und i brauch eam" hat der Max selber damals im ORF gesagt.

ein paar Punkte würden mir noch einfallen


50plus antwortet um 13-04-2010 13:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Ich weiß von einer geistig Behinderten, die ihre Mutter ein Leben lang "traktiert" hat.
Von einigen geistig Behinderten, die im Familienverband recht gut eingebettet ist.
Von einem Rabiatten, den die Fam. mit "Arbeit" ganz gut ruhig hat stellen können.

Und ich kenne auch Einen, der schon öfters in einer "Anstalt" war, der hat keine Aufgabe, es ist ihm den ganzen Tag fad.....er lebt alleine - in einem Zustand!!!!! - er verängstigt seine Mitmenschen mit seinem verwahrlostem Erscheinen - und ist auch nicht glücklich! Ob er es in einem Heim wäre? Ob er Arbeit bräuchte? Die Behörden wären aufgerufen, eine Lösung zu finden!

Ich bin dankbar, dass ich keinen solchen Angehörigen habe, denn das Zusammenleben in einer Großfamilie ist ohnehin schon eine Herausforderung, ständig muß man nachgeben, oder versuchen sich durchzusetzen - aber was davon wann???

Vielleicht war der Bauer mit seiner Verantwortung für diesen Knecht auch überfordert - man hat ihn vom Heim auch "heimgeschickt". Alle Schuld nur auf den Bauern abzuwälzen, kommt mir sehr schwach vor - von den Behörden.

Hollywoodreife Umstände gibt es nicht nur bei den Bauern.

lg
50plus


sisu antwortet um 13-04-2010 15:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
50plus!
Ich weiß den meisten Salonbauern wäre es am liebsten wenn die Leute für einen Teller Suppe und ein Stück Brot bei ihnen arbeiten würden. Das sind Zeiten die hat es einmal gegeben und ich hoffe das sie nie weider kommen. Egal ob der Knecht jetzt geistig behindert war oder ein Trinker ist so behandelt man keinen Menschen und auch kein Tier. Die Gier hat noch keinem Glück gebracht. Ich weiß dem Bauern wären wahrscheinlich 5000 Euro Pflegegeld im Monat zu gestanden für die Ausnützung eines Behinderten. Viel mehr Menschenverachtung als bei Dir habe ich noch nie gelesen. Falls Du Tier hast würde ich die hinaus schmeißen und statt dessen im Stall die Behinderten einsperren und das Pflegegeld kassieren vielleicht wirst ja reich damit.


MF7600 antwortet um 13-04-2010 16:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
???? sisu
kennst du den knecht oder den bauern?!
vielleicht hat der bauer sich gar nicht leisten können dem knecht mehr zu bezahlen?!
wie gesagt ich kenn die situation nicht!


walterst antwortet um 13-04-2010 16:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Um auf Nummer sicher zu gehen, dass meinen obigen Eintrag niemand als unzulässige Parteinahme für eine der beiden Seiten auffasst:

Das ganze war ein absolut unhaltbarer Zustand, der (viel zu lange) auch von der Umgebung und unverständlicherweise auch von Seiten einiger Behörden und Institutionen geduldet oder gar in der Weiterführung unterstützt wurde - letzlich (und das soll KEIN Vorwurf an eine unter Sachwalterschaft stehende Person sein) auch vom Betroffenen selbst. Dieser war ja (bis zur Feststellung des Gegenteils) durchaus mündig und Geschäftsfähig. Ich habe ihn kennengelernt, als er mir als Wildfremden, so wie einigen anderen Wildfremden eine Halbe gezahlt hat. Einfach, weil er grad Geld gehabt hat.

Ich habe oben das Stichwort Hollywood eingebracht: Es gab noch einen 2. Knecht. Den "Kleinen Max". Dieser hat als ehemaliger Fremdenlegionär auf Übergriffe des Bauern damit reagiert, dass er seinen Herrn ein wenig mit dem Messer angeritzt hat.

Wie gering das Unrechtsbewusstsein beim Bauern war, ist daran zu erkennen, dass dieser ohne weiteres ein ORF-Team einen ganzen Tag am Hof filmen ließ. Der damalige Kameramann brachte eine Darstellung bei Gericht ein - die nicht oder unzureichend bearbeitet wurde und nach Auflösung dieses Gerichtes in Vergessenheit geriet.

Was lernen wir aus so einem Fall: Es möge sich jeder überlegen, wie stark seine eigene Zivilcourage ist und ob er/sie auch das Rückgrat hat, nach Kenntnisnahme eines ähnlichen Zustandes zeitgerecht die notwendigen Schritte zu setzen?


grasi1 antwortet um 13-04-2010 18:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
@sisu - ZITAT: "Die Gier hat noch keinem Glück gebracht. Ich weiß dem Bauern wären wahrscheinlich 5000 Euro Pflegegeld im Monat zu gestanden für die Ausnützung eines Behinderten."

Da brauch ich keine Gier wenn ich 5000 EURO im Monat Pflegegeld bekommen sollte, da kannst mir einige Pflegefälle bringen, ok.
Ich kenne den Fall auch nicht, aber das was die Kronenzeitung schreibt kann ich beim besten Willen nicht glauben.


50plus antwortet um 13-04-2010 18:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
@walterst

Gehe ich also recht in der Annahme, dass auch besagter Bauer nicht "Herr der Lage" war und man ihm deshalb nicht die Schuld in die Schuhe schieben kann.
Natürlich würde sich bei einem Vermögen von über 400 000€ schneller jemand zuständig fühlen für den Knecht. Aber hat der Bauer jemals soviel von seiner "Arbeit" profitiert?
Waren nicht beide irgendwie Opfer?
Wäre der Knecht in einem Heim glücklicher gewesen? Wie hätte man ihn dann beschäftigt, oder hätte man ihn medikamentös "ruhiggestellt" ?

Aber mich geht es natürlich nichts an - ich meine nur.......

lg
50plus


50plus antwortet um 13-04-2010 18:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
@sisu

Weißt du, was du da schreibst?

Was bist du von Beruf?

Für manche Büromenschen wäre die Bauernarbeit völlig undenkbare Sklavenhaltung, unzumutbar, körperlich unmöglich....und ich weiß, dass ich als Frau Arbeiten verrichte, die nicht jedem Mann zumutbar wären.

lg
50plus


Hirschfarm antwortet um 13-04-2010 18:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Das Problem ist das hier eine Lebensgemeinschaft wie sie im 19. Jahrhundert vorzufinden war mit Gesetzen des 21. Jahrhunderts zusammentrifft. Das kann nicht gut ausgehen. Ob es dem Sklaven in der Grosstadt besser ergangen waere wage ich zu bezweifeln. Dort würde man ihn wahrscheinlich in der Gruft antreffen, sofern er nicht schon an Leberzirrose gestorben waere. Oben wird erwaehnt das besagter Sklave nicht entmündigt war. Wenn dem so ist kann es nicht einmal theoretisch Sklaverei gewesen sein, es waere ihm ja jederzeit die Möglichkeit offen gestanden einfach zu gehen. Da ich aber davon ausgehe, das Max jedoch unmündig ist und somit eines Sachwalters bedurft haette, ist von einem Versagen der Behörden auszugehen. In jedem Fall sind solche Existenzvernichtenden Gerichtsurteile nach amerikanischem Vorbild falsch und mindestens ebenso Menschenverachtend wie die Art mit der Max behandelt wurde.


walterst antwortet um 13-04-2010 18:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Der Knecht hat sicher gearbeitet. Wahrscheinlich zu einem großen Teil selbstständig und auch (im positiven Sinn) wie ein Pferd. Trotzdem ist/war er wie ein Kind. (Das auch mal ein paar Tage abgehauen ist um dann wieder einzutrudeln)
Man kann sich das ja sogar im ORF anschauen (am Schauplatz)

Dass der Bauer nicht Herr der Lage war, kann man so sicher nicht sagen. Er hat aber wohl die falschen Mittel angewendet, um Herr der Lage zu bleiben.

Wenn er nicht Herr der Lage gewesen sein sollte, ist es trotzdem keine Entschuldigung für (dauerhaft) unrechtmäßige Zustände.
Und vor allem durfte er nur Herr der Lage, aber nicht Herr(scher) über den Menschen sein.

Ich versuche, das Problem auf einen kurzen Satz zu bringen: Die beiden, Herr und Knecht, hatten aus meiner Sicht quasi einen Jahrzehntelangen stillschweigenden und sittenwidrigen Vertrag, dessen Außenwirkung auch andere in betrügerischer Weise betroffen hat.
Mit der nachträglichen behördlichen Feststellung, dass der Erwachsene Knecht eigentlich unmündig und in seiner Handlungsfähigkeit stark beschränkt ist, fällt die Schuld an diesem sittenwidrigen Vertrag nun allein dem Bauern zu.

Dazu fällt mir eine provokante Frage ein: Müssen nun alle Geschäfte, die der Unmündige selbst getätigt hat, Rück-abgewickelt werden? Dann gibt es womöglich ein paar Gastgewerbe-Pleiten




walterst antwortet um 13-04-2010 19:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
@hirschfarm

Du hast es viel kürzer uns besser getroffen, als ich es heute zusammenbringe. Ich tue mir schwer, den passenden Abstand von der Sache zu finden. Das hindert mich an griffigen Formulierungen.


derrick antwortet um 13-04-2010 19:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
gibt sicher viele, welche alles recht gemacht haben. Ist nicht leicht einen Behinderten zu versorgen. Aber vielen ist es nicht besser gegangen wie derzeit von vielen Heimen, Internaten etc. bekannt wird.


josefderzweite antwortet um 13-04-2010 20:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
wer kommt do auf so an Schmarrrrn von 5000euro Pflegegeld im Monat. DEs gibs net amal in Stufe 7 und do bist für dei Leben fix ans Bett gfesselt. Der kriegt maximal STufe 3 = 440euro

http://www.bundessozialamt.gv.at/basb/Pflege/Pflegegeld

Die Diskussion is schon wiedermal in an völligen Witz obdriftet ("Teller Suppe und Stück Brot" von Sisu)


Restaurator antwortet um 13-04-2010 20:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
leute wie dieser knecht müssen um einen platz auf einem bauernhof prinzipell froh sein, es ist immer besser, als die unterbringung im offenen teil der psychiatrie. wie die dortigen patienten - die im rahmen einer "arbeitstherapie" schnee schaufeln, laub rechen, rasen mähen, die salat-, kraut - und sonstigen felder (manuell) bestellen, in der gärtnerei hilfsarbeiten machen, in der buchbinderei, etc. etc. - wie die entlohnt werden wäre für diesen bauern sehr aufschluss- und hilfreich.
wäre der knecht in einer psychiatrie untergebracht würde er der krankenkasse - also irwie uns allen - pro tag 285€ kosten, warum soll der bauer dann nix dafür kriegen.
rund 1200€ netto monatslohn für einen behinderten? da hat der herr anwalt ordentlich nach oben gerechnet, die rechtsanwaltshonorare orientieren sich ja am streitwert.
kost, logis und anderes wäre vom tatsächlichen gehalt sowieso abzurechnen.
über die arbeitsleistung (vor allem die kontinuität der arbeit) eines solchen menschen kann sich jeder selbst ein bild machen. es handelt sich mit sicherheit um keine volle arbeitskraft.
bei der faktenlage gehe ich davon aus, dass der anwalt des bauern sehr schlecht arbeitet. das ihm nach verlorenen prozessen sein teil der wirtschaft / gründe zufällt, das gibt's bei uns in ö. gott sei dank nicht |-)
was der eine gutachter, prof. walzl, zu sagen hat würd' ich mit einem gegengutachter prüfen lassen. das ist derselbe, der den obmann der gkk stmk des unehrenhaften verhaltens durch illegale geldflüsse beschuldigt hat und dann - nach androhung einer rufschädigungsklage - alles zurücknehmen musste. es ist derselbe von dem gesagt wird, dass ihm sein schwiegervater im lkh eine eigene dialysestation eingerichtet hat - mit 2 (!) betten. es ist auch derselbe, der so massiv für die bierlobby arbeitet und der versucht hat seinen "pupillografen" einzuführen. wer nicht weiss, was das ist: mit diesem gerät (war bereits testweise im einsatz) wird über die pupillenreaktion die müdigkeit gemessen. gehanhabt wird das dann nach walzl wie ein alkomat, bei zu hohen werten ist der schein weg. ich freu mich schon bis die ersten arbeiter am nachhauseweg gemessen werden - er wird hinter seinem schreibtisch sicher nie müde.
jetzt bin ich etwas abgekommen: dieser bauer war ja nicht der einzige dem man auf einmal auf die zehen gestiegen ist. irgendwer hat es entdeckt, dass es immer noch solche unterbringungen gibt und einige wurden (zeitgleich) ans licht gezerrt.
plätze wie dieser sind meist die einzige möglichkeit für geistig beschädigte, dass sie einer lebenslangen unterbringung in einem spital entkommen.
was ich dem bauern ankreide: er hätte zumindest ein sparbuch oder so für die alten tage des mannes anlegen können. hat er vielleicht eh, aber das kommt net so gut in der berichterstattung.


Icebreaker antwortet um 13-04-2010 21:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
"leute wie dieser knecht müssen um einen platz auf einem bauernhof prinzipell froh sein"

"plätze wie dieser sind meist die einzige möglichkeit für geistig beschädigte,"


AHA.
Und wie siehst du das mit den Tatbeständen schwerer Betrug und Urkundenfälschung ?
... auch alles rechtens?

(...)



Mfg Ice






Mfg Ice


sisu antwortet um 13-04-2010 21:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
josef2.
lese dir die beiträge durch und du wirst merken das es mit dem teller suppe und dem stück brot gar nicht soweit hergeholt ist. jetzt schreibt man schon das der behinderte froh sein muß überhaupt einen platz auf dem bauernhof gefunden zu haben.


Restaurator antwortet um 13-04-2010 21:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
@ice:
ich habe nicht gesagt, dass da alles in ordnung war. für inkorrektheiten ist er zur verantwortung zu ziehen.
ich habe nur versucht aufzuzeigen, dass da auch für den bauern nicht alles richtig läuft und vieles, was gut ist, bewusst ins negative verzerrt wird.
auch wenn der bauer vielleicht einige inkorrekte dinge getan hat: hier wird er offensichtlich vom kleineren betrugstäter zum grossen schwerverbrecher und sklavenhalter und damit letztlich selbst zu einem opfer von justiz, anwälten, krankenkassen, usw. umgemodelt. wieviel wird ihm von seinem hab und gut bleiben wenn's mit ihm fertig sind???????
eine bauernfamilie in meinem nachbardorf hatte auch so einen "todel" wie es früher geheissen hat. der hat seinen bauern geliebt. und wie der bauer nach einem arztbesuch heimkommen is, is der fröhlich beim tisch g'sessen und der rest der familie mit einem mit der axt gespaltenem schädel im stall g'legen.
in solche leut kann ma net reinschau'n, grösstenteils passiert nix, aber wer so an z'haus hat tragt a des risiko.
letztlich handelt es sich bei dem bauern ja net um die reinkarnierte mutter theresa.


sisu antwortet um 13-04-2010 21:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
mf7600!
wenn sich der bauer es sich nicht leisten kann den knecht ordnungsgemäß zu bezahlen dann darf er ihn eben nicht anstellen und muß halt die arbeit selber verrichten. wenn eine firma einen arbeiter nicht gerecht entlohnt wird zur ak gelaufen und dann habe die ehre lieber unternehmer.
50plus!
ich bin kein büromensch sondern in der forstwirtschaft tätig und weiß selbst ganz genau was schwere arbeit bedeutet. aber nur weil ein mensch behindert ist kann man ihn nicht wie dreck behandeln. aber wie man sieht wird die verhaltensweise des lw auch noch von einigen verteidigt. das eine betreuung von behinderten nicht einfaach ist weiß jeder aber ihn zu schlagen und kein geld zu geben ist auch nicht die feine englische art. habe den bericht im fernsehen gesehen und war danach schockiert was der knecht zu protokoll gegeben hat.


Felix05 antwortet um 13-04-2010 22:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Guten Abend und hallo Restaurator,

ich lese deine Beiträge mit großem Interesse, viele sind nämlich sehr ansprechend geschrieben und zeugen von Wissen.
Diesmal gehen unsere Meinungen allerdings völlig auseinander, warum?

Unsere jüngere Tochter arbeitet in einem Heim für geistig und körperlich behinderte Menschen, die werden nicht den ganzen Tag weggesperrt oder zu irgendwelchen Arbeiten verdonnert, sondern man versucht, sie selbständig zu erziehen, damit sie ihr Leben den Umständen entsprechend meistern können.

Das kann man ja wohl von dem armen Teufel hier nicht behaupten.
Das der auch noch froh sein sollte, ist ja wohl ein schlechter Scherz, ich fasse es halt so auf.
Wer öfter mit behinderten Menschen zusammen ist, merkt sehr schnell, dass diese Leute viel mehr zu geben in der Lage sind, als wir "Normalen".
Sicher gibt´s Ausnahmen, aber die gibt´s auch bei uns. Denk´mal bitte drüber nach, und bedauere den armen Bauern nicht zu sehr, der kann sich ganz gut selber helfen...

Gruß, Lutz!


Restaurator antwortet um 13-04-2010 22:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
@Felix05:
ich hab "LEUTE WIE DIESERknecht MÜSSEN um einen platz auf einem bauernhof PRINZIPIELL froh sein..." geschrieben. das hat sich nicht speziell auf diesen mann bezogen.
auch einer meiner besten freunde gehört zu der sorte: montag ist er hubschrauberpilot gewesen, dienstag fährt er von graz mit seinem fendt nach berlin zum rasenmähen bei seiner 2. frau, usw. da stehen wir auf derselben seite.
trotzdem darf man einen menschen der ein unrecht begangen hat nicht exemplarisch zur abschreckung so ruinieren wie es mit diesem bauern geschieht. man hackt ja dieben heutzutage auch keine hand mehr ab. hier wird der täter selbst zum opfer einer maschinerie der er nicht mehr entrinnen kann. und ich bin mir sicher: für diese(s) vergehen werden er und seine familie alles verlieren.


Icebreaker antwortet um 13-04-2010 22:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
" für diese(s) vergehen werden er und seine familie alles verlieren."

Ah geh. So es stimmt, hat der bereits verurteilte Herr Jungbauer grade mal 6 Monate bedingt für die Betrügereien ausgefasst. Wegen Misshandlung und Ausnützen eh nichts, weil wahrscheinlich hat er davon all die Zeit ja gaaaaar nichts mitbekommen.

So viel nur mal dazu - also no fear - die verlieren schon nicht "alles". (Was auch immer das sein mag ;-)


Mfg Ice


50plus antwortet um 14-04-2010 08:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Felix

Ich nehme an, dass der Bauer keine Ausbildung für die Betreuung Behindeter genossen hat.
Warum hat man ihn nicht im Penisionisten-Heim behalten? Warum wurde er von dort nicht in ein Behindertenheim gebracht?
Müßte der Bauer also gescheiter sein, als alle Mitbeteiligten und Verantwortlichen an dieser MIsere?

Gerechterweise müßte man dem Bauern das Betreuungsgeld geben, das einem Heim zusteht, und von diesem den Lohn für die Arbeit des Knechtes abziehen.

Deine Tochter wird ja auch einen Lohn erhalten, dafür dass sie die Behinderten betreut - oder? Kocht und putzt sie dort und wäscht, bzw. wickelt sie die Leute dort auch? Oder gibt es dafür anderes Personal (Hilfskräfte)?



lg
50plus


MF7600 antwortet um 14-04-2010 09:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
@sisu
ich hab den beitrag im fernsehen nicht gesehen, will also nicht urteilen!
einen menschen zu schlagen und auszubeuten gehört natürlich bestraft!!
mir kommen hier aber einige beiträge so vor als ob man generell auf die bauern hinhackt als seien alle aufs leuteausschinden aus!
bei deinen beiträgen ist ja auch alles ein widerspruch!
war der "knecht" nun unmündig geistig behindert der professionelle hilfe benötigt- dann entweder heim oder pflegegeld!
oder ein vollwertiger arbeiter!
welche firma hätte diesen knecht angestellt zu vollem lohn?!
aber das wird eh das gericht entscheiden.

sisu was arbeitest du in der forstwirtschaft? holzeinkäufer im lagerhaus?


sisu antwortet um 14-04-2010 11:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
mf7600!
Ich habe nie geschrieben das der LW 5000 Euro erhalten hat, sondern wenn er 5000 Euro erhalten hätte. Aber was mir absolut gegen den Strich geht ist wenn jemand ausgenutzt wird egal ob Behindert oder nicht. Das hat auch nichts mit dem herumhacken auf Bauern zu tun aber leider gibt es dort eben die meisten Mißstände das fängt meistens beim eigenen Nachwuchs an. Der Junior hat von 1965-1968 fleißig in der Elterlichen Landwirtschaft mit gearbeitet und hat danach als Arbeiter in einer Firma begonnen. Als er 2010 um die Pensionierung ansucht kommt man bei der Krankenkasse darauf das er die 3 jahre im Elterlichen Betrieb nicht angemeldet war und die fehlen im jetzt. Also beginnt die Ausbeutung schon in der eigenen Familie.


MF7600 antwortet um 14-04-2010 11:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
ok sisu da bin ich bei dir!!! bin ich voll deiner meinung!
wobei ich auch nicht beurteilen kann ob die nicht anmeldung zw. 65-68 aus geiz oder aus unwissenheit erfolgte!!
das problem in vielen landw. betrieben ist, dass so veraltet gearbeitet wird dass keine ordentliche entlohnung möglich ist, auch dem betriebsführer selbst nicht!
das wurde den bauern schon seit jeher beigebracht- dei oarbeit deafst net rechna!!!
leider ein riesenproblem!!!


50plus antwortet um 14-04-2010 12:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
@sisu u. MF7600

Es war in dieser Zeit üblich, die mitarbeitenden Kinder nicht anzumelden - vielleicht aus falsch verstandener Sparsamkeit (beim Bauern wird es sisu natürlich Giiiiier nennen), vielleicht aus Unwissenheit, vielleicht aus Mangel an Vertrauen.........aber für diese Menschen gibt es irgend eine Übergangslösung, sie bekommen ihre Pension - man muß sich halt erkundigen! In unserer Gegend gibt es Viele, die das betrifft - vielleicht sogar die Mehrheit!

Sisu................Ich glaube aber, du wärst auch so gierig, dass du um 5000 € monatlich einige Behinderte betreuen würdest - freilich - die Arbeit müßte eine slovakische Schwester machen, dann wären für dich noch pro Pflegling 3000 € fürs Nichtstun drinnen!

So - jetzt sind wir quitt!

lg
50plus




Felix05 antwortet um 14-04-2010 13:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Hallo 50plus,

doch, die Kleine bekommt schon Geld für´s Berufspraktikum, um hernach die Ausbildungsbeihilfe dem Staat zurückzuzahlen.
Die Wäsche wird von einer Großwäscherei abgeholt und zwei Köchinnen gibt´s auch, zum Glück der Leute, ich kenne nämlich die Begabung meiner Tochter in dieser Richtung :-)

Und die Hilfskräfte, wie du sie bezeichnest, sind für´s reinigen der Einrichtung zuständig.
Unter uns, die haben geregelte Arbeitszeiten, das Wochenende frei, wischen keine Ä....e ab und bekommen nicht viel weniger Lohn.

Du kannst daraus ersehen, dass es auch im Sozialbereich noch Idealisten gibt, nicht nur in Bauernfamilien. Und was dich sehr erstaunen wird, dass Ganze funktioniert ohne Kirche.
Weißt, im Normalfall lass ich mich nicht so "kitzeln", wenn´s aber um Behinderte oder Kinder geht, bin ich bissel leichter auf der Palme, als bei Vollspalten oder Stroheinstreudebatten.

Schönen Tag noch, ich darf zur Arbeit. Gruß, Lutz!


50plus antwortet um 14-04-2010 15:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
@Lutz

Bei uns regnet es, darum haben die Bauern ein wenig Zeit....obwohl, eh nicht wirklich....

Ach, was genau macht dann deine Kleine? Wenn sie in der Ausbildung schon mehr kriegt, als das Hilfspersonal - so entnehme ich es deinem Schreiben........

Eine meiner Bekannten ist für das Füttern, Beaufsichtigen und Wickeln der sehr schwer Behinderten zuständig - sie ist in einem Heim tätig für schwere Fälle. Da werden schon mal die Wände "kreativ" beschmiert, die Betreuerinnen von über 30jährigen behinderten Männern gewürgt, usw......sie ist natürlich nur "Hilfspersonal", mit entsprechenem Lohn......
Keine Angst, ich bin keine menschenverachtende Ausbeuterin, ich bin dankbar, dass Gott mir bisher keinen behinderten Fam. Angehörigen beschert hat - bis auf die langjährige Pflege(Mithilfe) bei der Betreuung eines alzheimererkrankten Großelternteiles, mit allen damit verbundenen Arbeiten.....
Mich gruselt es aber auch, wenn ein Sachwalter oder Rechtsanwalt über die Arbeit am Bauernhof urteilt - wenn ich dran denke, dass ich regelmäßig den Stall wasche, dabei von oben bis untern total verdreckt bin, stinke, den Staub einatme, im Winter bei ordentlicher Kälte.....nennt man das auch Ausbeutung? - oder bin ich selber schuld, weil ich so einen Beruf gewählt habe? - ich mach es trotzdem ganz gerne, weil ich glaube, dass es notwendig ist.......dürfte man so eine Arbeit irgendjemandem zumuten? Ist diese Arbeit höherpreisig zu bewerten oder als Idiotenarbeit? Welch einen Stundenlohn könnte man ansetzen? Krieg ich den beim Verkauf der Schweine herein, wenn der Schweinepreis in Polen höher ist, als bei uns?
Wessen Stundenlohn ist höher zu bewerten, der Stundenlohn jener Frau, die den Behinderten wickelt oder jener, die mit ihm bastelt, singt? Jener Stundenlohn der Köchin, die in 2 1/2 Stunden das Essen für die 37 Behinderten fertig haben muß und mundgerecht geschnitten, oder der Stundenlohn jener, die mit ihm turnt - ohne Erfolgszwang?



Ach vergiß es Lutz! Ich wünsch deiner Kleinen viel Erfolg und viel Freude im Beruf, und dass sie es schön im Leben hat....

lg 50plus


sisu antwortet um 14-04-2010 21:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
50plus!
Wenn es Dir zuviel wird mit Deiner arbeit nimmst Dir halt einen geistig zurück geblieben Knecht und zahlst im nicht viel.
Schönen Abend noch und gute Nacht!


Felix05 antwortet um 14-04-2010 22:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Knecht als Sklaven gehalten
Vielen Dank 50plus,

ich werd´s ihr ausrichten, wenn sie dann von der Schicht kommt, ach nein, ich geh´jetzt auch in mein Nest.
Mach´ich es halt morgen.
Hast du dich eventuell bei meinem Beitrag gekitzelt gefühlt? Macht nix, dass ist ein Beweis, dass du bei der Sache bist.

Ich kann übrigens sehr gut nachvollziehen, was Landwirtinnen und Mütter von Kindern leisten, ich habe eine sehr gute Freundin aus dem Lager.
Die hat den "Laden" voll im Griff, obwohl das nicht immer einfach ist.

Und noch was, drüberlesen und vergessen tu ich deine Beiträge schon gar nicht, dafür sind sie mir zu wichtig.

Gute Nacht!
( Ich finde, dass eigentlich die Person den besseren Lohn verdient, die Behinderte wickelt, füttert, mit ihnen singt und spielt und mit nach Hause nimmt, weil sie unbedingt mit im Auto fahren wollen:-))



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