Gerechtigkeit auf verschiedenen Ebenen-kirchlich/weltlich

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helmar 02-03-2010 09:13 - E-Mail an User
Gerechtigkeit auf verschiedenen Ebenen-kirchlich/weltlich
Gestern hat in der Sendung "Thema" ein Mittvierziger aus der Steirmark darüber berichtet, wie es ihm und anderen Buben mit ihrem Ortspfarrer ergangen ist. Dass über Jahrzehnte dieser Pfarrer seinem Treiben nachgehen konnte, weil darüber vielleicht gemunkelt wurde, aber sonst nichts dagegen getan wurde. Dass er, als er sich darüber seiner Mutter anvertraute, diese ihm befahl, ja nichts zu sagen. Und er sagte, dass er noch Glück dabei hatte, dass er nicht komplett vergewaltigt wurde...........und es wurde der Abt jenes Stiftes, aus jenem der inzwischen verstorbene Pfarrer stammte, mit diesen Anschuldigungen konfrontiert, welcher mit vielen worten nichts sagte und nur den Rat gab, sich an den Obudsmann zu wenden. Wenn man da weiter denkt, wie sehr da eine Mutter entweder vom Glauben oder sonstwas beeinflusst ist, dem Kind den Mund zu verbieten anstatt dieses vor diesem Verbrecher zu schützen, ich versteh es nicht! Wäre interessant ob da auch geschwiegen worden wäre, wenn diese Verbrechen ein sagen wir, Hilfsarbeiter, womöglich ein "Roter" oder gar Kommunist, begangen hätte.
Der Pfarrer wird ja sicher in den Himmel aufgefahren sein, geschützt, für den Fall dass er seine Verbrechen gebeichtet hat, durch das Beichtgeheimnis. Und der weltlichen Justiz entzogen. Im Kirchenrecht steht das Beichtgeheimnis über allem, es schützt auch das erbärmlichste Verbrechen vor weltlicher Justiz.

Angenommen, es hätte damals eine Anzeige gegeben...........wem wäre wohl mehr geglaubt worden, Halbwüchsigen oder dem Pfarrer? Den Halbwüchsigen wohl auch nur, wenn sie unmitelbar nach der Tat zu Polizei und Arzt gegangen wären, vielleicht. Und die Kirche hätte alles in ihrer Macht stehende getan, einen der Ihren vor weltlicher Gerechtigkeit zu schützen.
Jetzt, wenn wieder solche erbärmliche Dinge zu Tage kommen, hören sich ja die Beschwichtigungen mal recht schön an, aber wetten, dass den frommen Worten keine Taten folgen werden?

Der Bericht über die Rettung jener, welche nach der Bergung eines Mitgehers weiter auf den Grossglockner gingen und welche dann in der Dunkelheit von einem sein Leben riskierenden Piloten in der beginnenden Nacht vom Berg geholt wurden.......da hoff ich nur, dass diese wenigstens neben einer Bezahlung der Kosten auch noch eine Anzeige wegen Gefährdung ausfassen.

Und der Swingerclub? Solange er zum Betrieb keine Steuermittel braucht......muss ja keiner hingehen....

Mfg, helmar, Helga Marsteurer





josefderzweite antwortet um 02-03-2010 09:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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I kann dazu nur völliges unverständnis gegen die mutter aussprechn. Wie kann man nur so ein Brett vorm Schädl habm?
Und die Kirchn sollt einmal zu ihrer Mitschuld stehen und netta so tua als wär nix gschehn.Die zerstören damit nur nochmehr die Zukunft von die Kinda.


helmar antwortet um 02-03-2010 09:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Diese Mutter ist mit Sicherheit kein Einzelfall, es bleibt nur zu hoffen, dass Schweigen nicht nur in Fällen mit sogenannten Autoritätspersonen, sondern auch im persönlichem Umfeld bei solchen Taten, massiv geahndet wird. Auf den kleinen Luca hat man ja inzwischen fast schon vergessen.
Mfg, helmar, Helga Marsteurer


50plus antwortet um 02-03-2010 09:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@helmar

Solche Vorfälle sind ein Wahnsinn! Natürlich hat es die gegeben und gibt es leider noch immer. Natürlich hat man damals die Autorität ausgenützt und die restl. Bevölkerung hat weggesehen. Aber ich kenne eine Frau in meinem Alter, da hat der mutige Vater eine Tat verhindert, weil die Tochter sich getraut hat, den Vorfall zu erzählen und die Eltern ihr geglaubt haben (das war vor 40 Jahren), der Fall landete vor Gericht. Es gab nicht viel Strafe, weil ja noch "nichts geschehen" ist. Trotzdem war es richtig!
Leider bleiben auch auf den Opfern Makel hängen - aber ich bin froh, dass man heute schon viel offener darüber reden kann und viele Fälle verurteilt werden können.
Denn ein Kind zu mißbrauchen ist für mich das Perverseste, das ein Mensch anstellen kann.
Ich würde da sehr kurzen Prozeß machen!!!!!! Natürlich nur bei jenen Tätern, denen man es 100%ig beweisen kann.

lg

50plus


Tyrolens antwortet um 02-03-2010 10:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Der Ombudsmann wurde ja auch nur eingerichtet, um weiter zu vertuschen.
Es gibt für solche Fälle nur einen wirksamen Ansprechpartner: Die Staatsanwaltschaft.

Ist eine katholische Kirche, die solche Straftaten deckt, eigentlich auch eine kriminelle Organisation im Sinne des § 278a StGB?


helmar antwortet um 02-03-2010 11:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Tyrolens......wenn man sich nur ein bisserl daran erinnert, was in den letzten Jahrhunderten alles los gewesen ist, bis heute........gabs da nicht einen Selbstmord eines Bankers in London z.B.? Der nie so richtig geklärt wurde. Oder auch so manche Transaktion....und sind nicht auch heute die meisten von denen welche sich in ihren Handlungen auf einen Gott, was immer das auch sein soll, berufen, gar nicht so heikel, wenn es darum geht, manche Dinge unter der Tuchent verschwinden zu lassen?
Mfg, helmar, Helga Marsteurer


helmar antwortet um 02-03-2010 11:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Tyrolens...........ja, wenn sie weiterhin wenn es um die Verfolgung von Straftaten geht, auf dem Beichtgeheimnis beharren.
Mfg, helmar, Helga Marsteurer


Tyrolens antwortet um 02-03-2010 12:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Oder gleich sagen: "Das ist Kirchenrecht, das geht euch nichts an".

Wie so oft kann man sich an der röm. kath. Kirche ansehen, wie sich eine riesige Institution ihr eigenes Grab schaufelt.


helmar antwortet um 02-03-2010 16:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Langsam, aber doch....lieber Tyrolens, mit einer grösseren Anzahl an Austritten ginge es ein bisserl flotter...
Mfg, helmar, Helga Marsteurer


ALADIN antwortet um 02-03-2010 17:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Helmar!

Ich kann dir zu 99% Recht geben. Ausgenommen das Beichtgeheimnis. Wenn es nicht gilt, dann beichtet keiner mehr was. -Wer beichtet überhaupt nocht etwas Bedeutendes?- Die Beichte war ja auch nur dazu da um die Menschen in Schach zu halten.
Der Fall der Mutter, die den Priester geschützt hat, ist natürlich ganz schlimm. Der Bergdoktor hat ja auch so etwas ähnliches berichtet. Meine Mutter, die sonst immer sehr große Geschütze aufgefahren hat, wenn es um das 6. Gebot gegangen ist, hat mitsamt dem sehr kath. Direktor auch nichts gegen einen Lehrer unternommen, der die nicht so "gescheiten" Mädchen in der Klasse meiner Schwester begrapscht hat .



helmar antwortet um 03-03-2010 09:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Dazu passt eine Teletext- Meldung(ORF)...in einer Christlichen!!! Sekte hat man ein 1jähriges Kind verhungern lassen, weil es beim Gebet nicht "Amen" gesagt hat. Lebenslange Haft und Kastration für solche Eltern! Und die Führer solcher Sekten dazu.
Mfg, helmar, Helga Marsteurer


helmar antwortet um 03-03-2010 09:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo 50 Plus......in der letzten Klasse der Hauptschule war eine Mitschülerin schwanger, und wurde sofort ins Heim gesteckt, und überall war sie die "Schlampe",weil sie geschwiegen hat. Erst als ein paar Jahre später eine jüngere Schwester schwanger gewesen ist, ist an den Tag gekommen, dass in beiden Fällen der Stiefvater.....und dann wollen auf einmal alle gewusst haben dass der..........Und dass da die Mutter nichts mitbekommen haben will oder soll, hat niemand verstanden.
Mfg, helmar, Helga Marsteurer


Christoph38 antwortet um 03-03-2010 10:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Das Beichtgeheimnis schützt niemand vor der weltlichen Justiz.
Die Möglichkeiten der Polizei Verdächtige zu verhören, verhaften, observieren, das Telefon abzuhören, Hausdurchsuchungen und DNA-Analysen zu machen etc, werden durch das Beichtgeheimis nicht abgeschafft.

Abgesehen davon bezweifle ich in hohem Ausmaß, dass die Polizei nach einer gedanklichen Abschaffung des Beichgeheimnisses als erstes zum örtlichen Pfarrer gehen würde, um ihn als Zeugen einzuvernehmen, ob aus dem Beichtstuhl etwas zur Verbrechensaufklärung beitragen kann.

Jeder entwickelte Rechtsstaat hat für persönliche Vertrauenspersonen die Möglichkeit geschaffen die Aussage zu verweigern, vor allem für Angehörige, aber auch Ärzte, Anwälte etc.

Ich nehme an, mit gutem Grund dass der dt. Verfassungsgerichtshof die Vorratsdatenspeicherung nicht erlaubt. Die Menschen werden unfrei, wenn jeder jeden verpfeifen muss und alles gespeichert wird.




helmar antwortet um 03-03-2010 10:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Christoph...........sollte ein Pfarrer durch die Beichte von einem Verbrechen erfahren, ist das einzige das er darf, dem Täter zur Selbstanzeige zu raten und ihm 3 Vaterunser als Busse auftragen. Selbst wenn Unschuldige der Tat verdächtigt werden, und dafür verurteilt werden, darf, vom Kirchenrecht her, der Pfarrer die Behörden nicht von der Wahrheit informieren, solange der Täter am Leben ist. Erst wenn dieser der "irdischen Gerechtigkeit entzogen" also gestorben ist, darf der Priester seine Informationen weitergeben, undjetzt kommt es! muss es aber nicht! Wieviele Jahre unschuldig in Haft, wieviele Todesurteile in Wirklichkeit auf diese Praxis zurückgehen, wird man wohl nie erfahren. Keine Politische Partei, keine Regierung wird sich im Ernst getrauen, sich mit führenden Religionsgemeinschaften anzulegen, eher drückt man noch alle Augen zu, oder was noch schlimmer ist, lässt z.B. im Strafrecht, religöse oder traditionelle Auslegungen von Religionen zu. In der Hoffnung ein paar Wählerstimmen zu erhaschen.
Mfg, helmar, Helga Marsteurer


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