Profirechner mit Gefühl gesucht

Antworten: 16
  06-12-2009 14:11  Kepsch
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Folgende Situation:
Habe derzeit 25 Milchkühe, dazupassendes Kontingent, Leistung 6500kg, biologische Wirtschaftsweise, zur Gänze Eigengrund, 9 ha Acker (4,5 ha Getreide, 4,5ha Kleegras)

Aus arbeitswirtschaftlicher Sicht würde ich Äcker zur Gänze in Grünland umwidmen
Folglich würde ich Kuhzahl auf 35 Stück erhöhen (derzeit schon gute Grundfutterausstattung). Angeschätzte Kosten der Erweiterung ca.40000 (Grube, Kontingent, Stall, Auslauf, Silo etc.).
Würdet Ihr einen solchen Schritt machen, oder derzeitige Situation beibehalten?

  06-12-2009 15:34  alfalfa
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würd da ein LP- Modell zu berehnung empfehlen!

lg


  06-12-2009 16:23  soamist2
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bei einem milchpreis der je nach wirtschaftlichem umfeld zwischen 5 und 15 cent unter den vollkosten liegt eine etwas eigenartige frage.

bei einem (zugegebenermaßen geschätzen) milchkontigent von 100.000 kg à -0,10 cent macht das derzeit pro jahr € 10.000,- miese.

nimm also besser deine ersparten € 40.000,- und leiste dir sorgenfreie 4 jahre milchproduktion in der jetzigen größe.



  06-12-2009 16:47  walterst
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@kepsch

wie setzen sich die 40 000€ Deiner Meinung nach zusammen?

Wenn Du alles anpassen musst, Stall, Grube, Auslauf, Silo...scheinen mir die 40 000 ein wenig knapp


  06-12-2009 19:58  Hirschfarm
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Mit 9 ha würde ich mit der LW aufhören. In deiner Beschreibung steht aber 30-40ha.
Ob du 25 oder 60 Kühe machst ist fast egal. Arbeit hast du damit sowieso den ganzen Tag.
Wenn du einen Wachstumsschritt machst dann so groß und kostengünstig wie möglich.

  06-12-2009 21:01  freidenker
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@kepsch


deine ha-angaben sind für mich nicht ganz nachvollziehbar, 9ha und 25milchkühe und biologisch? wie geht sich das mit der gve-grenze aus?

lgf

  06-12-2009 21:12  walterst
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kepsch spricht davon, dass er 9 ha Acker hat und diese wegen Arbeitsvereinfachung in Grünland wandeln will. Dass er nur 9 ha Fläche hätte, wird nirgendwo behauptet. Im Gegenteil spricht er von guter Grundfutterausstattung.

  06-12-2009 21:18  Haa-Pee
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sich hier betriebswirtschaftliche tipps zu holen ist ungefähr so wie sich von der landwirtschaftskammer beraten zu lassen.

viele worte,viele zahlen wenig sinn.....

im prinzip musst du deine situation selbst abwägen es kann dir niemand eine entscheidung abnehmen.


deine frage stellen sich aber viele betriebe!

du musst entscheiden welche anderen alternativen du hättest!?

dannach kannst du über aufstocken oder auslaufen entscheiden.
40000 kommen mir bei dem derzeitigen investionsniveau ziemlich niedrig vor.

erklär mal genauer deine betriebliche situation.
da vorallem die zukünftigen arbeitskräfte!?
die generelle flächenausstattung?

lage des betriebes bergregion,ländliche region oder stadtrand lage.
dein alter,deine ausbildung,deine neigung mit kühen zu arbeiten auch bei einem std einkommen von 2 euro oder niedriger.



  07-12-2009 18:48  may
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Also gefühlmäßig würde ich den Schritt wagen, wenn das Umfeld auch von der personenseite her passt. (Familie, Alter, Lust an der Arbeit, ...)
Die Investitionskosten sind sicherlich etwas niedrig angesetzt, beim Kontingent würde ich zurückhaltend sein.
Auch wenn allgemein gejammert wird, bei überlegter Wirtschaftsweise und maßvollen Investitionen kann man glaube ich doch noch was verdienen (Ein Managergehalt eines Staatsbetriebes wird meist nicht drin sein:-).



  08-12-2009 09:36  milk1
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Ja wen du es wilst und gerne machst mach es. Aber sei vorsichtig und mach es in kleineren schritten!

  08-12-2009 10:20  Fallkerbe
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@Kepsch

wichtig scheint mir vor allen dingen, das dir klar ist, das DU die entscheidung fällen musst und auch Du die Konsequenzen zu tragen hast.
Es ist leider vielfach zu beobachten, das nach getätigten ( fehl) investitionen plötzlich die Kammer oder die EU an der verfahrenen situation schuld sein soll.

Bei deiner Kalulation sollte ein zukünftiger Milchpreis von eventuell 20- 25 cent berücksichtigt sein, genauso wie ein Fördergelderrückgang.

Abgesehen von den Finanziellen belangen sollte auch das Familiäre umfeld in die Überlegnungen mit einbezogen werden. Wieviel billige Ak stehen zur verfügung und wie lange noch? Was meint die Frau / Freundin dazu?
+
mfg


  08-12-2009 19:22  Kallo
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Wenn bei die 40000 noch eine Null angehängt wird, dann wird es passen!... (ist zwar ein wenig überspitzt) Alleine die Grube kostet ja mindestens soviel! Was bei Erweiterungen noch dazu komt, der Fuhrpark muss auch noch angepaßt werden, da ja die Pachtflächen nicht gleich angrenzen. Jeder der neu, oder auch nur umgebaut hat, wird bestätigen, daß die Kosten weit höher sind, als zuerst angenommen. Das gilt auch für alle anderen Umbauten, wie im Haus. Da kommen Kosten noch dazu, mit denen man vorher bicht gerechnet hat.

  08-12-2009 20:37  Kepsch
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Danke für Eure jetzigen Antworten.
War leider einige Zet nicht im Netz.
Folgende Punke sind noch zu erwähnen:
Gesamtflächen betragen rund 22 ha Grünland, 9 ha Acker, 10 ha Wald.
Einkommen zur Gänze aus L.u.Fw.
Stallbau wurde 2005 abgeschlossen, wobei Melktechnik und Gebäude für rund 35-40 Milchkühe ausgelegt wurden. Im derzeitigen Auslauf würden die restlichen Liegeboxen eingebaut. 90 m²Auslauf müßten neu errichtet werden.Weiters Silo verlängern, Güllegrube neu und Dach abschleppen. Kontingent zur Hälfte des bedarfes aufstocken(40000)
Kosten:
Stall 4000
Güllegrube 20000
Silo 5000
Auslauf 9000
Sonstiges 7000
Kontingent 12000
Gesamtkosten 57000, abzüglich Förderung von rund 30 Prozent von Netto ergeben 45750
Bei Optierung gehen nochmals 20 bzw 12 Prozent von Brutto Mwst weg ergeben 8790Euro weniger Gesamtkosten also bei rund 37000 Euro Aufgerundet also 40000
Ja und ich arbeite gerne mit Kühen, Maschinen müssen nicht aufgerüstet werden (hat der MR bessere und neuere)

  08-12-2009 21:01  may
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Unter diesen Voraussetzungen ok
Nur mit dem Optieren würde ich vorsichtig sein, da ja dann auch bei den Einnahmen die Mwst wegfällt und das mind. 5 Jahre lang. Aber das kannst Du Dir ja aus der Buchhaltung leicht herausrechnen (+ Mehrproduktion dazu, ...)
Wenn die Flächen sowieso vorhanden sind muss es auch mit den Maschinen passen - Oft reicht eine angepasste Arbeitsorganisation - siehe Dein letzter Satz.
(Damit die anderen wieder was zu kiefeln haben: Ein 4-schar Pflug mit 100 PS - Traktor reicht auch für 200 ha)
mfg Hans

  08-12-2009 21:13  Hirschfarm
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@may
Stell dir vor es geht auch ganz ohne Pflug bei 1000ha.
Und zum Pflügen von 200 ha mit 100 ps brauchst du im 24 Stundenbetrieb exakt 10 Tage.(2 gute Fahrer und leichter Boden vorausgesetzt).

  08-12-2009 22:04  Haa-Pee
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kepsch mit deiner beschreibung erübrigt sich die frage.

wenn melktechnik usw ohnehin für 35-40 kühe ausgelegt sind und du seit 2005 im neuen stall melkst und das ganze nur mit 25 kühe hast du meiner meinung ohnehin schon verloren und zwar an zeit und geld......

hast die vollen fixkosten und produzierst fast 5 jahre mit halber kapazität.
weiters kommt negativ hinzu dass du die guten milchpreise 2007-2008 nicht voll ausgeschöpft hast obwohl stall dafür ausgelegt wäre.

wenn du schon für 35 kühe melktechnik hast solltest du auch relativ rasch auf die 35 kühe kommen!

ansonsten hast du fehlinvestiert meiner meinung nach.