Gemüseernte 2025: Produktion steigt auf 726800 Tonnen
Die Gemüseernte 2025 erreichte 726 800 Tonnen und lag damit 9 % über dem Vorjahr sowie 10 % über dem Fünfjahresmittel. Die Anbaufläche wurde gegenüber 2024 um 3 % ausgeweitet. Zuwächse kamen vor allem aus Hülsenfrüchten, Wurzel- und Zwiebelgemüse; bei Kohl-, Blatt- und Stängelgemüse fiel die Erntemenge leicht.
Gesamtbilanz und Flächenstruktur
Die Saison verlief insgesamt mit guten Wachstumsbedingungen. Ein kühles Frühjahr verzögerte anfänglich die Entwicklung, im Sommer traten regional Hitze-, Trocken- und Hagelschäden auf. In der Summe führten Flächenzuwächse und überdurchschnittliche Erträge zu einer höheren Ernte als 2024. Im Anbau dominierten Hülsenfrüchte, Wurzel- und Zwiebelgemüse, gefolgt von Kohl-, Blatt- und Stängelgemüse sowie Fruchtgemüse.
Fruchtgemüse
Die Fruchtgemüseernte belief sich auf 170 900 Tonnen und lag bei leicht größerer Fläche 1 % über dem Vorjahr (+2 % zum Fünfjahresdurchschnitt). Bei Tomaten wurden trotz Flächenrückgang 57 600 Tonnen geerntet (-1 % zu 2024); 81 % davon waren Rispenparadeiser. In Wien wurde teilweise auf Melanzani umgestellt. Gurken erreichten 40 100 Tonnen (-7 %), bedingt durch niedrige Erträge bei Einlegegurken und erneut sinkende Flächen auch im geschützten Anbau. Gurken unter Glas/Folie kamen auf 31 600 Tonnen (-4 %) und stellten 79 % der gesamten Gurkenproduktion. Die Einlegegurkenfläche reduzierte sich um 5 %, die Ernte sank auf 7 700 Tonnen (-17 %; -18 % zum Fünfjahresmittel); Schwerpunkt war Oberösterreich.
Paprika verzeichnete 14 000 Tonnen (+2 %). 97 % stammten aus Anbau unter Glas/Folie; knapp drei Viertel entfielen auf die bunte Varietät, die zunehmendem Preisdruck durch Importware ausgesetzt ist. Zuckermais wurde ausschließlich in Oberösterreich flächenmäßig ausgeweitet (+7 %) und erreichte 20 800 Tonnen (+21 %). Speisekürbis stagnierte in der Fläche und erzielte mit 25 800 Tonnen (+1 %) einen neuen Höchstwert. Zucchini blieb flächenstabil und lieferte 7 200 Tonnen (-2 %). Melonen, vorwiegend Wassermelonen, legten in der Fläche stark zu (+16 %) und erreichten 2 800 Tonnen (+17 %). Melanzani setzten den Aufwärtstrend fort und kamen, teils in intensiver Glashauskultur, auf 2 500 Tonnen (+51 %).
Kohl-, Blatt- und Stängelgemüse
Diese Gruppe erzielte 136 100 Tonnen und blieb 1 % unter dem Vorjahr sowie 4 % unter dem Fünfjahresmittel. Freilandkulturen litten regional unter Hitze, Trockenheit und Hagel. Salate stellten 33 % der Gruppe, verloren 4 % Fläche und kamen auf 44 500 Tonnen (-6 %; 11 % unter Fünfjahresdurchschnitt). Kraut reduzierte die Fläche um 3 %, legte ertragsbedingt aber auf 37 200 Tonnen zu (+4 %). Chinakohl erreichte bei unveränderter Fläche 11 900 Tonnen (+2 %). Spinat lieferte auf moderat größerer Fläche (+2 %) 14 700 Tonnen (+2 %). Der Spargelertrag war in Niederösterreich witterungsbedingt niedrig; in Oberösterreich sorgten hohe Erträge für eine Gesamternte von 2 800 Tonnen (+3 %).
Hülsenfrüchte, Wurzel- und Zwiebelgemüse
Die Ernte dieser Gruppe lag mit 419 900 Tonnen deutlich über Vorjahr (+16 %) und Fünfjahresmittel (+18 %). Neben einem Flächenplus von 6 % trug die gute Ertragslage wesentlich bei. Zwiebeln stellten über ein Viertel der gesamten Gemüseproduktion und erreichten auf kaum veränderter Fläche 219 900 Tonnen (+26 %; +32 % zum Fünfjahresdurchschnitt). Karotten profitierten von einem überdurchschnittlichen Ertragsniveau und kamen auf 124 900 Tonnen (+4 %). Zeller notierte mit 14 000 Tonnen 10 % über Vorjahr. Kren legte flächenbedingt auf 3 200 Tonnen zu (+25 %). Knoblauch gewann Fläche (+3 %) und produzierte bei guten Erträgen 1 700 Tonnen (+15 %).
Bei Grünerbsen war ein deutlicher Anstieg auf 12 100 Tonnen zu verzeichnen (+54 %), unterstützt durch Ertrags- und Flächenplus. Fisolen erreichten 5 000 Tonnen (+15 %). Käferbohnen (inkl. andere Speisebohnen) blieben aufgrund teilweise ungünstigen Blühwetters und frühem Frost im Oktober unterdurchschnittlich im Ertrag, kamen aber auf 440 Tonnen (+22 %). Gemüsesoja überschritt mit über 1 000 Hektar eine neue Flächengröße und steigerte das Produktionsvolumen auf 3 900 Tonnen (+39 %).
Datengrundlage und Einordnung
Die Ergebnisse basieren auf der Ernteerhebung von Statistik Austria. Erträge sind in Dezitonnen je Hektar angegeben (1 Dezitonne = 100 kg). Der Anbau „unter Glas/Folie“ umfasst Glashäuser und begehbare Folientunnel. Die ausgewiesenen Ernteflächen verstehen sich inklusive Mehrfachnutzung; bei Schnittlauch ist der Hektarertrag pro Schnitt erfasst. Bei einzelnen Kulturen gelten spezifische Abgrenzungen, etwa Karotten in Niederösterreich und Oberösterreich inklusive Industriefläche. Rundungsdifferenzen sind technisch bedingt.
Zentrale Kennzahlen
- Gesamtproduktion: 726 800 Tonnen, 9 % über dem Vorjahr und 10 % über dem Fünfjahresmittel; die Anbaufläche stieg um 3 %.
- Flächenstruktur: 19 630 ha Gesamtgemüsefläche; 60,5 % Hülsenfrüchte/Wurzel-/
Zwiebelgemüse, 25,9 % Kohl-/Blatt-/Stängelgemüse, 13,7 % Fruchtgemüse. - Zwiebeln: 219 900 Tonnen (+26 %), damit deutlich über dem Fünfjahresdurchschnitt (+32 %).
- Fruchtgemüse: 170 900 Tonnen (+1 %); Gurken 40 100 Tonnen (-7 %), davon 79 % aus geschütztem Anbau.
- Hülsenfrüchte: Grünerbsen 12 100 Tonnen (+54 %); Gemüsesoja 3 900 Tonnen (+39 %) bei über 1 000 ha Anbaufläche.
Fazit
Die Gemüseernte 2025 fiel deutlich größer aus als im Vorjahr und übertraf das Fünfjahresmittel. Treiber waren vor allem Zwiebeln sowie mehrere Wurzel- und Hülsenfrüchte mit guten Erträgen und teils erweiterten Flächen. Im Fruchtgemüse blieb das Niveau insgesamt stabil, mit Rückgängen bei Gurken und leichtem Minus bei Tomaten, aber Zuwächsen bei Melanzani, Melonen und Zuckermais. Bei Kohl-, Blatt- und Stängelgemüse wirkten witterungs- und produktionsbedingte Einschränkungen dämpfend, insbesondere bei Salaten. Die Flächenverteilung bestätigt den Schwerpunkt auf Hülsenfrüchte, Wurzel- und Zwiebelgemüse. Insgesamt weist 2025 eine breite, ertragsstarke Produktionsbasis auf.
Quelle: Statistik Austria, Gemüseernte 2025, Jahresergebnisse – endgültige Ergebnisse, alle Produkte (SB 1.13), bearbeitet.
Originalartikel abrufbar unter: Gemüseernte. (c) Statistik Austria“



