BIO AUSTRIA: Ministerium greift Forderung von BIO AUSTRIA nach BIO-Maßnahmen auf


Inhaltliche Ausgestaltung noch offen; Abwertung der Leistung von Bio-Betrieben kolportiert Zielsetzung von 30 Prozent Bio-Flächenanteil bis 2030: Ministerium zieht Bremse für Bio am

Bisher hatte das Landwirtschaftsministerium im Rahmen der nationalen Umsetzungsstrategie zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik keine Fortsetzung einer eigenen Bio-Maßnahme im ÖPUL vorgesehen. BIO AUSTRIA hatte die entsprechenden Pläne in den vergangenen Monaten massiv kritisiert und die Weiterführung einer eigenen Bio-Maßnahme verlangt. Am 6. Oktober hat das Ministerium verkündet, dass diese Forderung von BIO AUSTRIA aufgegriffen wird und es auch künftig eine eigene Bio-Maßnahme geben wird. Der Bio-Verband hatte schon zu Jahresbeginn ein Modell zur Implementierung einer Bio-Maßnahme im Rahmen des neu geplanten Modul-Systems an das Ministerium übermittelt.

„Wir begrüßen, dass das Ministerium nach langen, zähen Verhandlungen einlenkt und unserer Forderung nach der Beibehaltung einer eigenen Bio-Maßnahme im Agrarumweltprogramm nachkommt. Damit wird allerdings erst einer der zwei Voraussetzungen erfüllt, um das kommende ÖPUL bio-gerecht zu gestalten: Ohne vollumfängliche Entsprechung der umfangreichen Leistungen der Biobäuerinnen und Biobauern für die Umwelt, die Biodiversität und das Klima ist erst die halbe Distanz zurückgelegt“, betont BIO AUSTRIA Obfrau Gertraud Grabmann in Reaktion auf die Ankündigung.

Massive Abwertung von Leistungen der Biobäuerinnen kolportiert

Bislang hat das Ministerium noch keine Prämienhöhen zu den einzelnen Maßnahmen bzw. Modulen im geplanten Agrar-Umweltprogramm veröffentlicht. Kolportiert wird, dass trotz zusätzlicher Auflagen – Biobetriebe die nach der EU-Bio -Verordnung wirtschaften, müssen im Rahmen der Biomaßnahme ab 2023 auch die Auflagen der Maßnahme „UBB“ einhalten – die Prämie für Bio-Betriebe nicht steigen, sondern sogar sinken.
„Ich hoffe sehr, dass das nicht stimmt. Denn das würde bedeuten, dass die Leistungen, die durch die biologischen Wirtschaftsweise erbracht werden, massiv abgewertet und geringer honoriert werden“, kritisiert Grabmann. „Das ist ein Szenario, das aus unserer Sicht nicht akzeptabel ist, weil es die Attraktivität von Bio deutlich senken würde. Das wäre nicht im Sinne der Wertschätzung und Fairness gegenüber den Biobäuerinnen und Biobauern – und damit gegenüber rund einem Viertel der Bauernschaft in Österreich“, betont Grabmann.

Zielsetzung 30 Prozent Bio-Flächenteil bis 2030 bedeutet Ausbremsen von Bio

Die Zielsetzung des Ministeriums für die Bio-Landwirtschaft – 30 Prozent Bio-Flächenanteil bis zum Jahr 2030 – ist aus Sicht des Bio-Verbandes in keiner Hinsicht ambitioniert. Liegt doch der Bio-Flächenanteil schon heute – neun Jahre davor – bei 26,5 Prozent.

„Eine andere Deutung, als dass das Ministerium hier offenbar die Bremse für die Bio-Landwirtschaft anziehen will, ist kaum möglich. Denn alleine, wenn man die bisherige Entwicklung der Bio-Landwirtschaft in der laufenden GAP-Periode fortschreibt, würde der Bio-Anteil im Jahr 2030 bei knapp 36 Prozent liegen. Wenn hier ein Ziel gesetzt wird, das unter dieser Entwicklung liegt, dann ist das mehr als enttäuschend. Und es wird wohl unweigerlich zu einem Wertschöpfungsverlust für die österreichische Landwirtschaft führen, weil die Produktion nicht mit der sich rasant entwickelnden Bio-Nachfrage mithalten wird können“, so Grabmann abschließend.

Presseaussendung: BIO AUSTRIA