Sorghum kann eine Alternative sein

Vor allem zur Auflockerung stark maisdominierter Fruchtfolgen im Hinblick auf den Maiswurzelbohrer und als Zeitfrucht nach früh geernteten Vorfrüchten wird Sorghum verstärkt interessant.
Die kultivierten Sorghum-Arten werden nach ihrem Verwendungszweck und ihrer Wuchsform in Körnersorghum (nur die Körner werden genutzt) und Gräsersorghum (ganze Pflanze wird genutzt) unterschieden.
Die kultivierten Sorghum-Arten werden nach ihrem Verwendungszweck und ihrer Wuchsform in Körnersorghum (nur die Körner werden genutzt) und Gräsersorghum (ganze Pflanze wird genutzt) unterschieden.
In Österreich wird Körnersorghum in den wärmsten Anbaulagen des pannonischen Trockengebietes seit vielen Jahren auf einer kleinen Fläche angebaut. Die rund 30 verschiedenen Sorghumarten sind im Pflanzenaufbau dem Mais ähnlich. Massenwüchsige Futterformen wachsen je nach Wasserversorgung 2,5 bis 4 m hoch, Körner-Hybriden haben eine Wuchshöhe von 1,2 bis 1,6 m. Sorghum stellt hohe Ansprüche an das Klima und benötigt mehr Wärme als Mais für eine optimale Keimung und eine zügige Jugendentwicklung. Fröste während der Keimung führen zu irreparablen Schäden.

So wird Sorghum angebaut
Sorghum kann mit den gängigen Einzelkornsägeräten für Mais oder Rüben gesät werden. Der Reihenabstand variiert hier von 30 bis 75. Das Saatbett muss ähnlich wie bei Rüben fein hergerichtet sein. Die Ablagetiefe beträgt 2-4 cm. In unseren Versuchen konnten wir auch mit einer üblichen Getreidedrillmaschine und einem Reihenabstand von 12,5 cm sehr gute Erfolge erzielt. Ziel ist ein Bestand mit 25-40 Pflanzen/m² bei Körnersorghum und mit 25-30 Pflanzen/m² bei Biomassehirsen. Bei einem Tausendkorngewicht von 25-35 g ergibt sich somit eine Aussaatstärke von 10-15 kg/ha. Wegen des hohen Temperaturanspruches ist eine Aussaat erst ab einer Bodentemperatur über 12 °C sinnvoll, also ab Anfang bis Mitte Mai. Die Hirsen wachsen zu Beginn sehr langsam, verzeichnen später aber sehr beachtliche tägliche Biomassezuwächse. Sorghum besitzt zudem ein stark ausgeprägtes Bestockungsvermögen und ist damit in der Lage, einen schlechten Feldaufgang wieder zu kompensieren.

Pflanzenschutz
Ähnlich wie Mais weist Sorghum eine sehr langsame Jugendentwicklung auf. Eine mechanische Unkrautbekämpfung vor der Aussaat wird empfohlen, ebenso ist ein Abwelken mit Glyphosat-Präparaten von bereits aufgelaufenen Unkräutern möglich. Wenn die Aussaat mit Reihenabständen von 45-75 cm erfolgt, so kann Sorghum mit den gängigen Mais- oder Rübenhackgeräten auch gehackt werden. Registrierte Herbizide sind im Pflanzenschutzmittelregister der Ages unter www.psm.ages.at zu finden. Die deutschen Pflanzenschutzmittelzulassungen finden Sie unter https://portal.bvl.bund.de/psm/jsp/.

Ernte und Ertrag
Die Ernte von Körnersorghum erfolgt Ende September/Anfang Oktober. Die Kultur kann wie Getreide gedroschen werden. Die Dreschereinstellung muss so erfolgen, dass nicht zu viel Bruch anfällt. Ab einer Feuchtigkeit von 14 % ist Sorghum problemlos lagerfähig. Beschädigte Körner müssen aber herausgereinigt werden, da diese bedingt durch den höheren Fettgehalt schnell ranzig werden. Die Erträge von Körnersorghum liegen laut unseren Versuchen in Weikendorf im Marchfeld bei 7 bis 9,5 t/ha.

Wozu wird die Mohrenhirse verwendet?
Sorghum bicolor eignet sich kaum zum Backen, dafür aber für die Herstellung von Brei, Grütze und Fladen oder als Tierfutter. Für die industrielle Bierproduktion ist Sorghum von Bedeutung, da es für die Herstellung von glutenfreiem Bier für Menschen mit Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) geeignet ist. In Österreich wird Sorghum hauptsächlich im Vertragsanbau für Vogelfutter aber auch für Speisezwecke angebaut. Der Einsatzmöglichkeiten als Futtermittel sollten noch durch Forschungsarbeiten abgeklärt werden. Wegen der oft sehr starken Schwankungen zwischen Angebot und Nachfrage ist eine Absicherung mittels Anbau- und Lieferverträgen mit fixen Preisvereinbarungen zu empfehlen.


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Aktualisiert am: 01.12.2010 14:14
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