Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021

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florian.s(ukd51) 13-01-2021 09:26 - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Große Bauernproteste vor Aldi Auslieferungslager! Bauern in Existenzangst! Butterpreis wird von Aldi doch gesenkt! Diese und ähnliche Schlagzeilen in den Medien prägen die letzten Wochen. Die schlechten Preise für die Produkte bringen die Bauern in den Ruin! Stellen wir uns die Frage warum ist das so. Es heißt immer der große Schuldige ist der Handel? Warum ist das so, oder ist das wirklich so? Meiner Meinung nach macht der Handel aus Management Sicht alles richtig, oder? Jede Firma, jeder Betrieb, auch Landwirtschaftliche Betriebe sind Bestrebt ihre benötigten Produktionsmaterialien, Betriebsmaterialien usw. so billig als möglich zu kaufen! Ein Manager im Handel wäre ja ein schlechter Manager wenn er die Produkte zu Höchstpreisen kauft und somit nicht tragbar, das ist doch überall so oder? Der Handel hat bestimmt eine große macht, aber er nimmt was er bekommt und das ganze zum billigsten Preis, hat das vl. doch etwas mit einem Überangebot zu tun? Wenn z.b.: ein Tischler einen Vertrag hat mit einem Großhändler über 100Stk. Sesseln im Jahr, wird er ihm dann 300Stk. Abkaufen weil der Tischler mehr Wachstum will? Vl. Nimmt ihm der Händler die 300Stk. ab, aber zu welchem Preis? Wird der Tischler daraufhin vorm Lager des Großhändlers protestieren? Sollten wir uns vl in der Landwirtschaft die Frage stellen wo unser Wachstum hinführt, wird unsere Menge die wir produzieren gebraucht? Wie schaut die Zukunft aus? Geht es dem Tischler mit 100 oder mit 300 verkauften Sesseln besser? Sollte sich die Landwirtschaft Gedanken machen über unsere Mengen? Freut sich der Handel über den internen Konkurrenzkampf unter den Käsereien? Glaubt die Landwirtschaft ernsthaft, das ein Manager eines Lebensmittelkonzerns nicht mehr schlafen kann weil vor seinen Lägern protestiert wird? Schauen wir uns die Sicht des Managers gesehen an, mal abgesehen von einer gewissen Menschlichen Komponente. Was denkt er sich vl. ,,Aus meiner Sicht führe ich meine mir übertragene Aufgaben aus, und versuche den Konzern bestmöglich zu führen und Kosten einzusparen?´´ ,,Was kann ich den dafür wenn das Angebot ohne besondere Nachfrage produziert wird?´´ ,,Wäre ich Manager bei einem Autokonzern würde ich ja auch nicht wenn ich 100000 Autos im Jahr verkaufe 200000 machen..´´
Würde mich freuen über ernst gemeinte Kommentare zu meinem Beitrag! P.s. bin selber Landwirt!


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2472660 antwortet um 13-01-2021 09:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
dem ist nichts hinzuzufügen - diese proteste sind sinnlose zeitverschwendung!

wann wir wollen, dass sich da was ändert, müssen wir bei der politik demonstrieren, die schaffen die rahmenbedingungen (fördermodelle, importe, kennzeichnungspflichten,....)

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FeSt antwortet um 13-01-2021 09:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021



zu Lasten der Produzenten
 

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grasi1 antwortet um 13-01-2021 10:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Hallo florian, hast absolut recht keine Frage!
Aber warum wird so viel mehr produziert, ja genau weil es bei landwirtschaftlichen Produkten nie eine indexanpassung gegeben hat und somit sind mit der mehrproduktion die Mehrkosten aller anderen Ausgaben ausgeglichen worden. Diese mehrproduduktion fällt uns heute auf den Kopf.
Du hast die Auto Produktion angesprochen, da ist es so das tatsächlich auch Zu viele produziert werden, speziell in Europa, was passiert damit, genau da schließen wir Handelsabkommen mit zb. Südamerika ab wo wir Autos exportieren und im Gegenzug lassen wir Produkte importieren wo wir selber zu viel haben.
Ohne gewisse Spielregeln wird die Freie Marktwirtschaft nicht funktionieren können.
Es wird kein ewiges Wachstum geben auch wenn es so mancher gerne hätte.

Lg


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FeSt antwortet um 13-01-2021 10:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Momentan ist die Zeit der Verschlankung.
Wer das betrieblich nicht vollzieht, wird vollzogen.

Außerdem, Chart-Kurse angucken.

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Peter1545 antwortet um 13-01-2021 10:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
@grasi! Viele produzieren aber nicht weil sie zuwenig zum Leben haben sondern weil sie billiger produzieren als viele andere und damit was verdienen wollen.
Jeder soll das machen was er gerne macht und gut kann und nicht weil es jemand von ihm erwartet oder weil er irgendwo hin gedrängt wurde.

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fgh antwortet um 13-01-2021 10:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
So zum nachdenken... wir protestieren vor dem Lager einer großen Handelskette für einen höheren Milchpreis. Wir verkaufen unsere Milch an eine Molkerei und bekommen von der Molkerei unser Geld und die Molkerei sagt uns wie viel wir kriegen...
Macht ein Werkstattmitarbeiter seine Lohnverhandlungen mit den Autohauskunden?
Letztes Ergebnis solcher Aktionen... 6 Cent für den Kunden mehr, 1 Cent für die Bauern mehr...

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fgh antwortet um 13-01-2021 11:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Nachsatz vor einigen Jahren wie der Milchpreis am Tiefpunkt war, fragt mich ein Lagerhausmitarbeiter direkt und ungeniert, er versteht das nicht alle sagen der Milchpreis ist zu tief und es geht nicht höher, aber die Berglandmilch hat einen Rekordgewinn erwirtschaftet.

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xaver75 antwortet um 13-01-2021 11:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Der Vergleich mit dem Tischler ist lustig.
Was macht der selbstständige 1-Mann Tischler, wenn sein Abnehmer (das Möbelhaus, welches ordentlich fehlende Umsätze entschädigt bekommt, die Fixkosten (Personal) in Kurzarbeit oder beim AMS parkt)
wenn sein Abnehmer weniger Sessel braucht und weniger zahlen will.
Der bereitet sich auf den Neustart nach der Insolvenz vor.

Welche Möglichkeiten hat da der Bauer wo die Substanz(Flächen) im Gegensatz zum Tischler mit seinen 20 Jahre alten Maschinen doch besser "verwertbar" ist?

mfg

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Vollmilch antwortet um 13-01-2021 11:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Die "Rekordgewinne" der Molkereien sind aber auch schon einige Jahr(zehnt)e her.

Alles Gute!
Vollmilch

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fgh antwortet um 13-01-2021 11:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Eben einige Jahre.... aber nicht mehrere Jahrzehnte ;-)

https://www.derstandard.at/story/3411491/bei-berglandmilch-sprudelt-der-gewinn

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moose antwortet um 13-01-2021 11:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@fgh
Dein Link verweist auf das Jahr 2008, da lag der Milchpreis bei 45ct, da wird sich wohl keiner über schlechte Milchpreise beschwert haben.

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fgh antwortet um 13-01-2021 11:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
@moose:
Hast du den Artikel gelesen?
Der Rekordgewinn war 2007 - 2008 gab es keinen, eben weil der Milchpreis gut war.
Weiters aus dem Artikel:
"Im ersten Halbjahr 2008 haben wir nichts verdient"
"Der durchschnittlich gezahlte Rohmilchpreis des Unternehmens erhöhte sich um 8,92 Cent auf 45,96 Cent"



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2472660 antwortet um 13-01-2021 11:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
@xaver
....verwertbare, also wertvolle substanz zu haben ist aber jetzt wirklich keine benachteiligung!

wenn man sich bei denen leid sieht, die nichts zu verlieren haben, ist es auch keine kunst, dahin zu gelangen!

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moose antwortet um 13-01-2021 11:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Langfristig wird in einer Genossenschaft auch hoffentlich der Gewinn wieder über den Milchpreis an die Bauern ausgeschüttet. Wo soll der Gewinn einer Genossenschaft auch sonst hin verschwinden?

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Vollmilch antwortet um 13-01-2021 12:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
"Der Jahresgewinn wuchs von 3,09 auf 3,25 Mio. " ...aus dem genannten Artikel.
Entschuldigung aber 3,25M€ ist doch ein lächerlicher Gewinn bei 1Mrd kg Milch! (Und bei der Mitarbeiterzahl.)

Alles Gute!
Vollmilch



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2472660 antwortet um 13-01-2021 13:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
...natürlich hängen am gewinn sicher auch führungskräfte-boni und es fließt was in die risikorücklage oder immobilienankäufe - also der ausgewiesene gewinn ist nicht für bare münze zu nehmen!

interessant wär aber schon , was die oberen 10 in namhaften molkereien verdienen - dürfte eigentlich in einem genossenschaftlichen unternehmen kein geheimnis sein?!

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jakob.r1 antwortet um 13-01-2021 17:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Grüße Euch, ja es wird sicher immer schwieriger mit landwirtschaftlicher Produktion Geld zu verdienen. Zum einen ist dies der Wunsch der Politik damit immer genügend billiger Grund und Boden zur Verfügung steht, dann die Bauern in den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz die sich massiv überschuldet haben mit wachsen oder weichen und nun japsend aus dem Hamsterrad sinkende Erzeugerpreise durch noch mehr Produktion auffangen müssen. Deren Mengen fallen halt ins Gewicht, nicht die paar Luschen die der gesunde Nebenerwerbslandwirt produziert. Das Schlimmste kommt aber noch auf uns zu: In Norddeutschland verkaufen Bauern Grund und Boden und kaufen sich in den Gebieten des ehemaligen Ostblockes ein dort wo bei der Produktion kein Schwein nach Umweltschutz, Tierschutz oder arbeitsrechtliche Belange sich kümmert. Dann die Chinesen die planwirtschaftlich riesige Milchviehanlagen oder Schweinemastbetriebe aus dem Boden stampfen und künftig als Exporteure auf den europäischen Markt drängen. Wer also künftig noch ohne Substanzverluste durchkommen möchte ( und noch dazu in der Lage ist ),sollte entweder raus aus der Produktion oder aber wissentlich sein immer teurer werdendes Hobby mit ausserlandwirtschaftlichen Einkünften verstärkt stützen. In unseren Ländern in naturschutzfachlich wertvollen Regionen sind künftig Gelder für die Kulturlandschaftspflege mit 5Jahresverträgen in diesem Zeitraum eine sichere Einkommensquelle.
Dem Steuerzahler wird es künftig nur noch vermittelbar sein, wenn die Landwirte für Ihre Leistungen zum Wohle der Kulturlandschaft Staatsknete erhalten und nicht mehr als Ausgleich für schwierigen Produktionsstandort oder wie bei der Direktbeihilfe für den puren Besitz von Flächen. Mit der nächsten Förderperiode ab 2023 wird sich dahingehend vermutlich vieles ändern. Die beim Naturschutz wissen oft nicht mehr wohin mit dem Geld. Ich lasse mich z.B. für schlampiges Mähen bezahlen.
Es gibt zwar nur 50 Euro/Hektar wenn man auf der Fläche zwischen 5% und 20% Altgrasstreifen stehen lässt, die Altgrasbestände dürfen jährlich wechseln so das nirgends Staudenlandschaften entstehen deshalb. Die Förderungen (nicht nur die 50 Euro für den Altgrasstreifen) werden aber alle für die gesamte Fläche ausbezahlt.
Früher wurde man bei Vorortkontrollen sanktioniert wenn nicht bis in den letzten Winkel gemäht worden ist und heute braucht man nur die richtigen Verträge...
Beste Grüße
Jakob

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richard.w(7n417) antwortet um 13-01-2021 18:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Jakob sind diese Flächen mit 50 Euro/Hektar fürs Mähen alleine oder musst du das Gras auch abfahren?

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jakob.r1 antwortet um 13-01-2021 22:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Grüß Dich richard vielleicht habe ich das missverständlich ausgedrückt. Man bekommt die 50 Euro/Hektar wenn man z.B. am Waldrand oder bei gezackten Flächen einfach gerade durchfährt, eine Fläche zwischen 5% bis 20% stehen lässt. Sämtliche anderen Beihilfen wie Direktbeihilfe, Schnittzeitpunktauflage... bekommt man für das gesamte Hektar obwohl man nur zwischen 80% und 95% normal bearbeitet hat. Also mähen und abfahren.
Beste Grüße
Jakob

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tomsawyer antwortet um 14-01-2021 08:32 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Wenn es in diesen Beitrag auch um Milch geht, muss ich sagen dass ich zufrieden bin mit dem Milchpreis. Schon längere Zeit der gleiche Milchpreis, kein auf und ab, es gibt auch keine Überlieferung, brauche nichts nach Brüssel zu zahlen und der Milchpreis bei 4,80% Fett beträgt bei mir brutto 43 Cent.

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Vollmilch antwortet um 14-01-2021 08:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
...seh ich auch so.

Alles Gute!
Vollmilch

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jakob.r1 antwortet um 14-01-2021 14:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Grüße Euch, es ist doch prima wenn Kollegen mit dem Milchpreis zufrieden sind. Wir hatten 1988 als ich den Betrieb übernommen habe schon den genannten Preis,
aber die Betriebsmittel haben im Vergleich dazu fast nichts gekostet. Da ich schon vorher als Holzakkordant unterwegs war und unter einem bestimmten Stundenlohn
nix angerührt habe, war mir der Milchpreis damals schon zu niedrig.
Ich vermute aber, das die Kollegen welche aktuell mit dem Milchpreis zufrieden sind, nicht von den Erlösen aus der Milch und dem Fleisch leben müssen oder?
Beste Grüße
Jakob

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xaver75 antwortet um 14-01-2021 14:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
@Jakob
Kraftfutter (Getreide) kostet das selbe wie vor 30 Jahren, innovative Landwirte reagieren mit der Rationsgestaltung entsprechend. ,-)
Auch der etwas teurer (und größer) gewordene Kuhplatz relativiert sich dadurch …..

mfg

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Vollmilch antwortet um 14-01-2021 15:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Also ich (wir) müssen schon davon leben.

Alles Gute!
Vollmilch

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franz.m(wdd120) antwortet um 14-01-2021 16:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Habt ihr zufriedenen Bauern auch die Stallgebäude eingerechnet. Meiner Meinung kann man derzeit nur mit Abgeschriebenen Gebäuden etwas verdienen. Das geht aber nicht lange gut irgendwann wirst du investieren müssen und dann halt wieder denn Betrieb verschulden ! Irgendwem wird es freuen !
In der Industrie müssen sich Bauliche Anlagen in 5-10 Jahren rechnen, sonst lassen die das.
Auch in der Gastronomie muß sich eine Investition in mindestens in 10 Jahren rechnen.
Ich kann mich dem Eindruck nicht erwähren, das hier bezahlte Schreiberlinge am Werk sind, dass nur ja nicht der Eindruck ensteht, die Politik habe was versäumt !
Frage um wieviel ist der Kuhplatz teurer geworden, während die Milch seit mind. dreißig Jahren das selbe kostet ? Versicherungen und sonstige Sachen steigen mit dem Index !
Wie dumm müßt ihr sein um so einen Blödsinn hinaus zu Posaunen ?
Wieviel kannst du dir heute für 1l Milch kaufen im gegensatz vor 30 Jahren, schon mal was von Kaufkraftverlust gehört !
Werdet munter !
LG

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Vollmilch antwortet um 14-01-2021 16:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Wenn ich nicht zufrieden wäre, würde ich was ändern.

Alles Gute!
Vollmilch

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karl0815 antwortet um 14-01-2021 22:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
@Vollmilch: bitte höre endlich auf, mit deiner Situation zufrieden zu sein. Da werden die Jammerer und Suderer ganz unrund;-)
Und @franz, wie hoch sind denn deine Gebäudekosten bei deiner Kostenrechnung/l Milch denn, wenns gar so schlecht geht? Maschinenkosten belasten bei den meisten die Produktionskosten höher, werden jedoch gerne kleingerechnet, Traktorfahren ist doch des Bauern liebstes Hobby.


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gerhard.h(pvv11) antwortet um 15-01-2021 04:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Entscheident ist doch was kostet Die Erzeugung des Liter Milch nur leider wissen das die meisten Bauern die so Argumentieren ich bin zufrieden mit Brutto Dem Preis

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tomsawyer antwortet um 15-01-2021 06:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Glaubt ihr dass dieser Milchpreis ewig so bleibt? Es werden wieder Zeiten kommen, wo der Milchpreis wieder schlechter ist, wo man nur vielleicht 38 Cent Milchgeld bekommt. Ich bin auch für einen höheren Milchpreis, nur dann geben alle Milchbauern wieder Vollgas dass man in der Milch ersäuft !

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gerhard.h(pvv11) antwortet um 15-01-2021 06:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
auch wen du ihn ihn eigenregie gebaut hat kostet er geld

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richard.w(7n417) antwortet um 15-01-2021 07:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Ich hoffe niemand ist gegen höhere Milchpreise ;) Klar muss man die Menge im Auge behalten, und auch regulieren. Ich denke dieses vorsorglich für niedrige Preise sein, weil sonst könnte ja wer weiß was passieren, ist schon eine ganz besondere Spezialität.

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2472660 antwortet um 15-01-2021 07:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
zufrieden sein liegt im auge des betrachters! der eine ist mit der gleichen situation zufrieden, der andere nicht....

was die milchwirtschaft angeht, kann man sicher grundsätzlich mit der situation zufrieden sein, wenn keine gröberen unvorhergesehenen betriebsindividuellen ereignisse auftreten (krankheiten im stall oder privat,...) statistisch gesehen ist man da wsl. zu 95% davor gefeiht ;-)
die gesundheit des betriebsführeres ist mm auch die grösste achilessehne dieser familienbetriebsstruktur, die aber keiner bedenkt - wenn du da 1 mio aufwährts in den stall investierst (und mit allem drum und dran wie fläche usw. vl 2 mio gesamtinvest verantwortest) und dann plötzlich bist mal ein paar monate ausser gefecht, da kanns schnell grosse probleme geben.
auch bei niedrigem zinsniveau würde der zinsansatz bei 2 mio 30-40k/a betragen!

was in der landw. kalkulation fehlt, ist zum einen dieser risikoaufschlag für die tw. grossen geldsummen, die eingesetzt werden (müssen) und zum anderen die bewertung der eingesetzten arbeitsstunden, der 24h bereitschaft und der dürftige krankenstands- und urlaubsanspruch - in diesen bereichen ist die landwirtschaft meilenweit vom realen wirtschaftsleben entfernt und nur weil diese dinge nicht fremdüblich angesetzt werden, geht es sich halt am ende des jahres unterm strich halbwegs gut aus......

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Vollmilch antwortet um 15-01-2021 08:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
....da hat 2472660 nicht unrecht.

Ein Unternehmer geht halt immer ein gewisses Risiko ein.
Jeder beurteilt dieses Risiko auch anders. In jungen Jahren war ich auch risikofreudiger.

Alles Gute!
Vollmilch


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karl0815 antwortet um 15-01-2021 10:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
@2472660: Zinsansatz und Arbeitskosten sind in Vollkostenrechnungen natürlich berücksichtigt, beim derzeitigen absurden geldpolitischen Umfeld könnte jedoch der kalkulatorische Zinsansatz bald einen Beitrag zum LuF Einkommen liefern....
Was fehl bei den Investitionen, da gebe ich dir recht, ist nicht nur der Risikoaufschlag bei der Kalkulation, sondern vor allem bei manch jungem Kollegen vor allen das Risikobewusstsein!! Hohe technische Invests werden als Selbstverständlichkeit(Roboter dort, Automat da und ein Vario-Traktor für 200 Betriebsst. natürlich noch dazu) erachtet, anstatt dass jede Anschaffung auf ihre Wirtschaftlichkeit und Notwendigkeit kalkuliert wird. Dies ist aber eine österr. Eigenheit, mit unseren hohen Eigenkapital- und FamilienAK- Anteilen.
Gar nicht so wenige Bauern fällen ihre Entscheidungen an den Invests der Nachbarn und nicht nach benützen eines Taschenrechners(aber Hauptsache, Schuld hat jemand anderer)



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2472660 antwortet um 15-01-2021 10:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
@karl
stell bitte mal so eine vollkostenrechnung in der milchwirtschaft rein - damit wir mal echte zahlen haben zum diskutieren!

...und wenn alle in einer branche die gleichen (schlechten) eintscheidungen treffen, ists eigentlich auch wieder egal - es hebt sich auf!
ähnlich wie bei den corona-maßnahmen - solange jedes land die gleichen maßnahmen macht, ist im prinzip egal, auch wenn sich herausstellt, dass es die falschen sind.....

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agrobertl antwortet um 15-01-2021 10:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
@ florian.s
stimme dir zu.
man muss auch selbstkritisch sein.
ich meine jammern hilft nix. wenn sich es nicht mehr rechnet muss man eben aufhören. Wir lassen uns zu sehr vom Geld abhängig machen. Ich glaube ich bin einer der wenigen die jetzt nicht groß Geräte einkaufen wegen der Corona Förderung.
Auf den Lebensmittelhandel hinschimpfen bringt nix. Der ist nicht der Kunde vom Bauern, der kauft nur ein, wie du Florian erklärt hast. Hat sich schon wer mal die Frage gestellt von euch: wer ist mein Kunde, dh an wen verkaufe ich und wer bezahlt mich. Und wenn es nicht mehr geht, dann muss ich halt aufhören. ist in jeder Branche so.
Wenn man von 50ha nicht mehr leben kann, dann muss man halt verpachten - bei so hohen Pachtpreisen (wie auch hier schon mal diskutiert worden ist) lässt es sich auch gut leben.
bsp. 50x1000= 50000 > 25000 nettoeinkommen net schlecht.....
oder oder anderes bsp. 50x500=25000. wennst davon sv und eks abziehst bist bei 14tsd

und man hat freie Zeit und kann auch einer anderen Arbeit nachgehen.




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2472660 antwortet um 15-01-2021 10:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
mm. nach ist die lw schon sehr lange in einem verdrängungswettbewerb und da gehts nicht kurzfristig um das einkommen, sonder darum, ob du dabeibleiben willst oder nicht....
in anderen branchen gibts das auch, aber meist heftiger und kürzer - die förderungen ziehen diesen phase (künstlich) in die länge! (will das nicht bewerten, ist halt gesellschaftlich so gewollt)

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xaver75 antwortet um 15-01-2021 11:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
@2472660
Die Förderungen ziehen das genau so in die Länge, wie es gewollt ist.
Der Kuchen wird nicht größer, wenn die Invest. Förderung erhöht wird, erst ab gewissen Summen möglich sind, wird der Strukturwandel beschleunigt, weil einfach viele keine Krümmel mehr abbekommen.
Der "Rote Bauer" hat auf Seite 6 das mit den SVS-Beiträgen ganz gut dargestellt, warum die kleineren besonders bestraft werden.
In meinem Fall bei 17000 EHW 2348,-/Quartal
hätte ich ca. 54000 EHW (=das mehr als 3-fache) wäre der doppelte Betrag/Quartal fällig.
usw., usw.
Am Stimmenverhältnis in der LK wird sich nichts großartig ändern, wahrscheinlich auch die nächsten 50 Jahre nicht, …… also müsste sich in der LK-Vollversammlung was verändern, jeder Fraktion eine je nach Mandaten mehr oder weniger großes Ressort zustehen in der Landesregierung geht es ja auch.

mfg


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2472660 antwortet um 15-01-2021 11:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
natürlich muss man bei der sv schon auch berücksichtigen, dass halt ein betriebsführer mit 10 ha genausooft erkrankt als einer mit 50 ha bzw. jeder nur einmal eine pension kriegt - das ist halt die krux an der pauschalierung...
wenn jemand von 5ha intensivgemüse im vollerwerb lebt und ein anderer das gleiche mit 200ha marktfrucht verdient, wärs auch zu hinterfragen, warum der mit 5ha soviel weniger zahlt mit dem gleichen einkommen....

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falkandreas antwortet um 15-01-2021 12:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Zu hinterfragen wäre auch das Ost West Gefälle,warum bezahlt ein einzelner Bezirk in Nö genausoviel wie Tirol und VBG gemeinsam

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198731 antwortet um 15-01-2021 12:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
2472660
Du hast mit Deinen Vergleichen vollkommen Recht.
Tatsache ist aber , dass nicht nur in Österr., sondern in der ganzen EU Hungersnot herrschen würde, wenn nicht so viele Lebensmittel und Futtermittel aus anderen Kontinenten, vor allem aus Südamerika vom gerodeten Regenwald importier werden würde !
Unseren Bauern wird aber sogar von (gekauften) Spitzenagrarpolitikern vorgegaukelt, dass sie Überschuss produzieren !!!

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xaver75 antwortet um 15-01-2021 12:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
@2472660
Wie ist das dann bei den normalen Hacklern mit dem krank werden, warum zahlen da die mit den niedrigen Einkommen nicht mehr ein?

mfg

PS.:Ich weiß schon was als nächstes kommt mit Neid, ect. ,-)

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2472660 antwortet um 15-01-2021 13:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
mit neid bin ich nicht geplagt ;-)

du zahlst ja auch als kleiner betrieb weniger ein als ein grosser - wo liegt das problem?

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179781 antwortet um 15-01-2021 13:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Zu deiner Hungersnot 198731: Die würde nur im Futtertrog bei den Schweinen herrschen. Tatsache ist, das etwa 2/3 des in der EU erzeugten Getreides in der Tierfütterung landet. Wenn das auf ein richtiges Mass reduziert wird und man auf den frei werdenden Fläche statt Futtergetreide Erdäpfel, Gemüse und Brotgetreide erzeugt , dann werden alle Menschen satt.
Das ganze ist eher ein Luxusproblem. So lange wir uns es leisten können, wird sich nichts ändern.

Gottfried

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xaver75 antwortet um 15-01-2021 13:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Das Problem wird wohl sein, das ich mich eher bei den Teilzeitbeschäftigten seh ….

mfg

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falkandreas antwortet um 15-01-2021 13:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
@179..... das heißt dann für Brot und Kartoffel wird’s immer reichen,es gibt nur nichts mehr aufs Brot und zu den Kartoffeln,na das sind Gute Prognosen:)

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Vollmilch antwortet um 15-01-2021 13:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Keine Sorge, Butter gibt's auch ohne aussereuropäische Futtermittel. ;-)

Alles Gute!
Vollmilch

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179781 antwortet um 15-01-2021 21:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Ihr seid so ein Haufen Pessimisten. Lasst euch von den Antreibern vormachen, dass Europas Bauern aus eigener Kraft nicht in der Lage sind genug Lebensmittel auf den Markt zu bringen.
Mit dem angesprochen Brotgetreide, Erdäpfel und Gemüse lässt sich ja schon allerhand gutes kochen. Die Vollmilchbauern steuern Butter und Käse bei und die, die eine passende Futterbasis haben, liefern eine ausreichende Menge Fleisch dazu. Dann gibt es eine etwas andere Kost, aber alle werden satt und schmecken tut es auch.
Das ist jetzt nur eine fiktive Annahme. Aber in der Realität ist es so, dass zur Nahrungsmittelprouktion für die Menschen große Reserven in der Produktion da sind. Jetzt produzieren die meisten nur Masse an Rohstoffen für eine Nahrungsmittelindustrie , egal ob die wer braucht oder nicht. Wenn statt dessen alle Flächen zu dem genutzt werden, was dort am besten hinpasst und das vorrangige Ziel die Nahrungsmittelerzeugung für die Bevölkerung ist, dann lässt sich da ordentlich was auf die Beine stellen.

Gottfried


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198731 antwortet um 15-01-2021 22:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Meint Gottfried, dass die Europäer in Zukunft viel weniger Fleisch konsumieren sollten und die Chinesen , die sich in Afrika riesige Produktionsflächen gesichert haben, mehr ?

Hat man deshalb vor ein paar Tagen in der EU die Insekten als Nahrungsmittel zugelassen ?

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Peziii antwortet um 16-01-2021 00:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Was mich so stört an unserem System was ja so krank ist, es wird produziert und produziert und produziert was gar keiner mehr braucht, nur damit ein paar wenige sich mit der Masse dumm und dämlich verdienen. Und das auf Kosten der Umwelt, Menschen werden ausgebeutet die Umwelt ruiniert und auch Tiere gequält, und das alles nur damit sich unser krankes Wirtschaftssystem weiterdreht.... Frage nur wie lange noch...

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179781 antwortet um 16-01-2021 00:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Ich habs ja hingeschrieben: eine Annahme, wie es auch sein könnte. Mir geht halt die ständig wiederkehrende Geschichte auf die Nerven, wonach jede Änderung am derzeitigen System Landwirtschaft gleich zu einer Hungersnot führen soll.
In der Realtiät wird sich nicht viel ändern an dem wie es läuft. So lange wie das jetzige System ein gutes Geschäft für viele ist, werden sich nur wenige für eine ökologisch sinnvolle Veränderung interessieren.

Gottfried

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richard.w(7n417) antwortet um 16-01-2021 07:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Bin Gottfrieds Meinung, man sollte nicht für jede kleine Änderung gleich mit Schreckgespenstern daher kommen. Verkauft euch selber doch nicht so blöd, jeder Landwirt weiß wie viel Futter man für einen Winter brauch, und wie viel davon zb aus Regenwald Soja kommt - bei einigen gehts um den Preis, bei sehr vielen ist der Importanteil 0,00.

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FeSt antwortet um 16-01-2021 07:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Einfach mal zum Nachdenken 13.01.2021
Zeichnet sich so und so ab, aber nicht weil hier ursprünglich zu wenig da wäre.
Bis auf bei Fleisch, Corona, ASP, NEC, usw. sei Dank, kennen grob gesagt, die Notierungen weltweit seit Anfang/Mitte 2020 nur eine Richtung,
selbst die Holzpreise,
und fast schon für manche zu heiß, die Eiweißkomponeten, wo manche Produkte am Markt wirklich nicht mehr verfügbar wie Rapsschrot und teilweise HP Soja,
aber wenn man sich für den Markt nicht interessiert bzw. überhaupt teilnimmt, kein Wunder.

Ach ja, nur im kleinem fleißigen Dorf Ö und Süd D ist man da immer hintenach.
Darum bekommen selbst Freunde an der Ostsee, Russland, Chile, usw. höhere Preise als im kleinem gallischen Ö.

Die Tendenz ist klar, aber Deutschland träumt trotz Nettoimporteur Lebensmittel mit grünen, ökologisch nicht großartig dienlicher Verschärfung Regelwerk immer weiter, im Irrglauben sich als Exportweltmeister alles auf Kosten der Leben anderer irgendwo auf dem Planeten, selbst der eigenen Bauern, Förderung sei Dank auch weiterhin leisten zu können.


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