Drahtwurmbekämpfung im Mais

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Stonle 23-11-2020 11:48 - E-Mail an User
Drahtwurmbekämpfung im Mais
Das nächste Frühjahr kommt bestimmt. Da die Sonidobeizung ausläuft, eine Frage an unsere Experten: Wie bekämpf ich den Drahtwurm nach Wechselwiesenumbruch?
Muss ich meine Sämaschine mit Granulatstreuer nachrüsten? Wie löst ihr das Problem?
LG stonle

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179781 antwortet um 24-11-2020 00:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Drahtwurmbekämpfung im Mais
Wenn u. a. der Kalkgehalt im Boden passt, dann dürfte dort kein übermässiger Bestand an Drahtwürmern sein. Die einfachste Methode ist nicht bekämpfen, sondern genug Futter stehen lassen. Drahtwürmer leben bevorzugt von jungen Pflanzenwurzeln. Die sind bei frisch umgebrochenen Grünland reichlich vorhanden. Wenn die aber durch chemische Unkrautbekämpfung abgetötet werden, dann haben die Drahtwürmer nichts mehr zu fressen und müssen sich zwangsweise auf die übrig gebliebenen 8 oder 9 Maispflänzchen konzentrieren, die je m2 noch da sind. Dann kommt es selbstverständlich zu Schäden.
Nach Wechselwiese sind kaum Ackerunkräuter zu erwarten, also ist auch im konventionellen Bereich mit mechanischen Mitteln der Bestand ausreichend Unkrautfrei zu halten. Viele Dinge sind, wenn man sich intensiv mit Landwirtschaft auseinandersetzt mit recht einfachen Mitteln zu handhaben.

Gottfried


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Aequitas antwortet um 24-11-2020 07:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Drahtwurmbekämpfung im Mais
Da gehen die Meinungen sicher sehr auseinander.
Wenn man eher später Mais legt.(1-2 Maiwoche) und es wüchsige warme Witterung gibt wird der Drahtwurm vermutlich keinen ertragswirksamen Schaden anrichten.

So wie es heuer war, eher kalt und nass hat man schon Flächen gesehen wo massive Schäden waren.
Ein Freund hatte einen Schlag, ein Teil Vorfrucht Getreide, der andere Teil Bioversitätsfläche, und "nur" bei der Bioversitätsfläche hatte er einen großes Schaden obwohl hier ja merklich mehr Wurzelmasse vorhanden war.

Auch bei einigen Kollegen die Bio sind war heuer der Mais nach Feldfutter nicht berauschend durch das kühle, nasse Wetter. Sehr viel Unkrautdruck, schwache Maispflanze mit fast keine Kolben.

Wenn auch noch die Sonido wegfällt bleibt fürs erste mal Belem mit Granulatstreuer direkt zum Maiskorn, ich bezweifel aber ob die deutlich höhere Aufwandmenge im Vergleich zu Poncho/Sonido/,... gesünder ist.

Wenn auch noch das Belem wegfallen sollte hilft im Sommer nach Getreideernte z.B. 2-3mal intensive Bodenbearbeitung (natürlich zeitlicher Abstand von z.B. 1 Woche) bei hoher Sonneneinstrahlung.
Ich bin da aber auch kein Fan davon, gerade im Sommer gibts mal Starkregen und in Verbindung von Hanglage gleich mal Abschwemmung,....

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FeSt antwortet um 24-11-2020 08:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Drahtwurmbekämpfung im Mais
Gottfried richtig,
doch führe ihn damit erst recht nicht in Versuchung, weil überwiegend landauf, landab in solchen Situationen immer wieder damit das Gegenteil praktiziert/erreicht wird.

Wenn die Versorgungslage nicht (ausgeglichen) passt, hat man dann beim Saattermin die Wahl zwischen vorher simplen Drahtwurm, oder später schon komplexeren Fritfliege bzw. Saatenfliege.
Man sollte die beiden bzw. drei nicht verwechseln bei deren bzw. eigenen Schuld. Die machen nur ihren Job, und dienen daher schlecht als Ausrede. ;-)
Darum abgestimmtes Timing, wenn man schon solche Gastarbeiter zur Arbeit einlädt, welches, wenn keine Wechselwiese, lange vor der Saat beginnt, spätestens bei der Auswahl der ZF Komponenten (mit der Installation von zumindest eines Co-Sammlers), es aber nicht öfter als nötig am Grubber auslassen muss.

Drahtwurm hat "NUR" die zu schaffende Gleichung von ausreichend pflanzenverFÜGbaren Ca, Co & Vit C im Boden.
"Punkt vor Strich dabei in der eher simplen abzuarbeitenden Gleichung nicht vergessen" bzw. welche Wechselwirkung erzeugt man mit welcher Dünger-/Maßnahme bzw. Arbeitsschritt, dann klappts auch mit Standard Korit, ohne "Impfung" mit weiteren sündhaft teuren Gift, aber wie man sieht greift die Verzweifelung ohne diese Wirkstoffe um sich und ist auch selbst nicht gefeit, kurz unachtsam einen Fehler zu machen, der sich hinterher als logische Folge herausstellt.
Kalken ohne ph-Wert Übersteigung bzw. wann, das ist eben die Kunst und einer der wesentlichen ersten Schritte dazu, usw.

Schon gespannt, mit welchem Ersatzwirkstoff behandeltes Maissaatgut man 2021 bei Kunden doch aussäen darf/soll.
Zumindest ist jetzt Mund-Nasen-Schutz standardmäßig an Board. ;-)


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