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ewald.w(88y8) 06-08-2020 20:53 - E-Mail an User
A faire Milch
nach 15 Jahren wurde nun dieses einst so hoffnungsvolle Projekt der IG-Milch eingestellt.

irgend wie werdens mir fehlen, die Taferl vor den Höfen, die rot weiss roten Kühe, die Milchpackerl im Regal.

ich denke, wenn auch das Projekt faire Milch oder ehrlicherweise das Projekt IG-Milch gescheitert ist haben diese Aktionen dennoch eine Spur in den Köpfen der Konsumentenschaft hinterlassen.

dies hilft klarerweise auch der Agrarpolitik bei der Akzeptanz von diversen Förderungsaktionen in der breiten Bevölkerung.

ich persönlich sag jedenfalls ein dickes DANKE an die Initiatoren für die unzähligen Stunden Einsatz in Sachen Milchwirtschaft.



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holodrio antwortet um 06-08-2020 21:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
Hoffnungen wurden viele geweckt, gute Ideen waren vorhanden - was ist daraus geworden? Anstatt sich um konkurenzfähige Partner, am seit dem Wegfall der Quote heiß umkämpften Milchmarkt zu schauen, wurden mit medienwirksamen aber primitiven Methoden die Genossenschaften verarscht.
Viele hunderte Milchbauern haben sehr schlechte Milchpreise bekommen von einem Managemt das Spitze war im Selbstdarstellen, aber das war schon Alles.
Groß und gscheit tun ist keine Kunst - aber groß bleiben schon.
Der verdreckte und verlassene Stall des IG Häuptlings im Fernsehen passte zum Ende dieses Experiments.

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xaver75 antwortet um 06-08-2020 23:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
So kommts, wenn man das "System Raiffeisen" unterschätzt

mfg

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mittermuehl antwortet um 07-08-2020 10:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
"A faire Milch" hat auf jeden Fall mehr zur Bewußtseinsbildung zur Problematik des Michpreises beigetragen als alle anderen Molkerein zusammen. Komischaber auch.


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moose antwortet um 07-08-2020 13:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
Da würde weniger das System Raiffeisen unterschätzt, als das Vermarktungspotential von Trink- und Spotmilch überschätzt

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holodrio antwortet um 07-08-2020 14:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
Die große Sauerei ist nur, das nicht die Gottsoberen von der Fairen Milch das Schlamassl ausbaden mussten, sondern die Milchbauern die Ihnen nachgelaufen sind.

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Efal antwortet um 07-08-2020 16:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
@holodrie, unter jeder Sau ist auch deine ständige herum Jammerei und Hetze gegen die IG-milch

Liebe Grüße eines nicht Gottsoberen einfachen Milchlieferanten

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holodrio antwortet um 07-08-2020 17:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
Efal- diese Diskussion wurde eröffnet, das es schade ist, daß das Projekt Faire Milch gescheitert ist.
Solltest du Efal ein Lieferant zu diesem Verein gewesen sein, so kannst du ja uns berichten, wie es wirtschaftlich für dich gelaufen ist.




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mittermuehl antwortet um 07-08-2020 17:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
Es ist um jeden Milchvermarkter schade der von Markt verschwindet.
Einfach weil für die Produzenten (Bauern) eine weitere Absatzmöglichkeit wegfällt.
Dadurch sind Milchbauern noch mehr von immer weniger Vermarktungsmöglichkeiten abhängig.
Das Ende der "A faire Milch" ist auch eine schlechte Nachricht für alle Milchbauern die bei anderen Molkerein unter Vertrag stehen. Das Verhandlungshebel für die Molkerein ist wieder etwas länger geworden.

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Vollmilch antwortet um 07-08-2020 18:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
16 cm mehr Platz im Regal, wo andere Molkereien ihre Produkte platzieren können. Der Markt bleibt derselbe, Anbieter gibt es genug.

Gratulation zum Durchhaltevermögen, hätte nicht gedacht, dass sich diese "Marke" so lange halten kann!

Alles Gute!
Vollmilch

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eklips antwortet um 07-08-2020 20:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
Nur ein paar Anmerkungen, damit die Kritik richtig zugeordnet wird: A Faire Milch und "Freie Milch Austria" waren getrennte Projekte.
Die Experten sagten zur "A faire Milch" voraus: "In 3 Monaten redet keiner mehr davon". Ex-EU-Kommissar, Ex-Minister Franz Fischler hat mit einer Projekt-Kopie "Fairea" ein paar Millionen Euro Fördergeld versenkt und wieviel (MIlchbauern-)Geld aufgewendet wurde, um beiden Projekten Wasser abzugraben, wird vielleicht irgendwann einmal ein Funktionär in fröhlicher Runde verraten...
Über gemachte Fehler bei beiden Projekten kann man ja gut diskutieren. Am liebsten wäre mir anhand von positiveren Beispielen, wo jemand von Null mit Nichts gegen absoluten Widerstand dauerhaft was auf die Beine gestellt hat.

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muk antwortet um 07-08-2020 21:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
vielleich weiss es jemand ,

gibt es die : REINE LUNGAU MILCH : noch

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eklips antwortet um 07-08-2020 22:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
Ich wünsche der Lungau Milch, dass sie so lange durchhalten kann, wie die Faire Milch es konnte. Es wird aber nicht leicht sein, auch mit dem vielen Werbegeld nicht. Sie stammt von dem, der der A faire Milch nur 3 Monate gegeben hat. Das Geld, das da in die Werbung und Projektentwicklung geflossen ist, hätten wir gerne gehabt.

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mittermuehl antwortet um 07-08-2020 22:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
@Vollmilch: "16 cm mehr Platz im Regal, wo andere Molkereien ihre Produkte platzieren können. Der Markt bleibt derselbe, Anbieter gibt es genug."

Der Markt bleibt der Selbe. Ich finde nur das jeder Anbieter weniger in dem Fall ein Verlust für alle Milchbauern ist. Man stelle sich vor wenn ganz Österreich von einerMolkerei, der "NST-Milch" (Niederösterreich-Salzburg-Tirol-Milch) versorgt wird. Wenn alle Milchbauern an die eine Einheitsmolkerei liefern wird es für die Urproduktion noch enger...




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Richard0808 antwortet um 07-08-2020 23:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
Was mir in Erinnerung bleiben wird von "A faire Milch" ist die Werbung mit den Lebensgroßen Plastikkühen in Rot Weiß Rot.
Weil das war eine richtig gute Marketing Idee.

Man stelle sich den Ottonormalverbraucher vor, keine Ahnung was Silo ist, Heumilch sagt ihm nichts und Bio hält er für einen Schmäh....(ist ihm nicht vorzuwerfen, glauben ja gewisse Bauern hier auch:-) )
Aber soweit das er Regional kaufen will.
Also genau die Zielgruppe dieser Milch.

So... jetzt sieht er im 3m breiten Milchregal eine Verpackung der fairen Milch und erinnert sich mal irgentwo an Land bei so einer R-W-R Kuh vorbeigefahren zu sein und verbindet damit automatisch Regionalität und greift zu.(Natürlich auch aufgrund weiterer Werbungen)

In meiner Firma ist mir das einige male aufgefallen, betonen das sie diese Milch kaufen, haben aber keine Ahnung ob das jetzt Silo Heu oder Biomilch ist....

Meiner Meinung nach einer der Hauptgründe warum diese Milch überhaupt solange im Handel überlebt hat.

Alle Milchverarbeiter machen Werbung auf den großen Werbetafeln in Stadtnähe, war/ist aber sicher nicht so wirksam wie diese Plastikkuh(mit Wiedererkennungswert auf der Verpackung) die am Land neben der Straße stand und der Milchviehstall gleich dahinter.

Also von mir ein Hut Ab, das bringen bis heute keine hochbezahlten Marketing Teams der Molkereien zu Wege was "A faire Milch" damals geschafft hat.

Und zu guter Letzt, das so ein Projekt nicht gut gehen wird sieht jeder Blinde, es würde ja jeder im Vorstand einer Molkerei blöd dastehen wenn eine Handvoll Bauern das besser hinbekommen würde.

Mit solch einem Gegenwind kannst keine Segel setzen.

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Vollmilch antwortet um 08-08-2020 07:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
Bei "Gegenwind" kommt man beim Segeln aber trotzdem voran. ;-)

@mittermuehl: dafür haben wir (alleine in Österreich) 10 große (jedenfalls fühlen sie sich so) Molkereien, denen drei Abnehmer gegenüber stehen. Jede Molkerei Muss ihr Geschäft machen, keine kann auf einen großen Abnehmer verzichten - entsprechend ist die Verhandlungsposition.
Dazu kommen dann noch die Molkereien der übrigen EU.
Und die kleinen, wirklich regionalen Molkereien.

Bei aller Liebe zur Vielfalt kann ich einer "österreichischen Molkereilösung" durchaus auch etwas abgewinnen.

Alles Gute!
Vollmilch

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mittermuehl antwortet um 08-08-2020 11:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
@ Vollmilch ..... Da sind wir dann wirklich andere Meinung. Eine "österreichischen Molkereilösung" wäre so wie die jetzige "österreichische Bierlösung". Als Bauer in der Urproduktion verhandelt man da eingentlich nur noch mit Heineken. Eine "österreichischen Molkereilösung" würde dann am Ende so aussehen das die "NRW-Milch" oder "Parmalat" da dann auch Mehrheitseigentümer werden... Ist ja viel einfacher sich in einen großen Betrieb einzukaufen als in viele kleine... Wer das will darf an eine "österreichischen Molkereilösung" glauben. die Brauunion hat gezeigt wie es ausgeht. Die Bauern träumen von Regionalität und trinken meist ein Heineken... halt in Blau... nix anderes ist das "Punti". Noch kann man dem Endkunden Punti als eingen Marke vekaufen. Funktioniert ganz gut. Aber den Zulieferen ist klar das sie immer mit einem Großkonzern "verhandeln"... mit Heineken...

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Richard0808 antwortet um 08-08-2020 14:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
@mittermuehl dann musst halt zum Murauer Bier greifen:-)

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Vollmilch antwortet um 08-08-2020 15:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
Beim Bier ist es ja eine internationale Sache und die schafft zugleich Platz für eine Vielzahl regionaler Biere. Find ich nicht schlecht.

Als "Bauer in der Urproduktion" verhandelt man momentan gar nicht, man nimmt was man kriegen kann. Das würde sich nicht ändern. Ich denke die Position der Molkereien gegenüber dem Handel würde sich verbessern, wenn sich die österreichischen Molkereien nicht gegenseitig unterbieten müssten.

Und ob man in jedem Supermarkt x Milchmarken braucht, samt der damit einhergehenden Logistik, glaube ich auch nicht.

Aber eine österreichische Milchlösung ist eh nicht absehbar.

Alles Gute!
Vollmilch

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Aequitas antwortet um 09-08-2020 08:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
A faire Milch
Bier ist auch noch eines der wenigen Produkte wo es (fast) keine Eigenmarken gibt.

Stell dir vor du bist auf einer Grillfeier eingeladen und bekommst S Budged Bier, auch wenns das gleiche Bier drinnen ist wie die gewohnte Marke.

Hier würde sich der Hausherr schämen müssen.

Bei Milchprodukten ists leider schon Realität, hier wird vom großteil der Leute das billigere Produkt genommen.

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