Sind alte Hühnerrassen wirtschaftlich?

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thomas.h(c9x150) 17-05-2020 13:22 - E-Mail an User
Sind alte Hühnerrassen wirtschaftlich?
Hallo

Ich hätte mal eine Frage ich halte bis jetzt 250Legehühner und behalte Sie eine 2.Saison zwar legen dann nicht mehr alle aber die Eier sind größer somit steigt der Ertrag und am Ende bleibt sogar mehr Übrig. Ich plane mich zu vergrößern auf 1000stk und am Ende sollens 3000werden. Jetzt zu meiner Frage hat jemand Erfahrung mit anderen Rasen im größeren Umfang? Z.b. Sulmtaler oder Pavlofskaja oder in der Richtung? Finde es halt ein Wahnsinn immer neue junghühner zu kaufen und die alten zu ,, entsorgen,,
Weiters möchte ich meine Junghühner selbst aufziehen. Brüten ist momentan nicht geplant.
Ich hätte mir gedacht ein Mix aus 2Rassen wäre gut damit immer gleich viele Eier gelegt werden.

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little antwortet um 17-05-2020 18:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sind alte Hühnerrassen wirtschaftlich?
Wir haben amrock, sind zweinutzungshühner wie die sulmtaler. Die legeleistung ist doch um einiges schlechter als bei den hybriden. Letzte woche haben wir dreijährige suppenhühner davon geschlachtet ca. 2,5 kg schlachtgewicht. Heuer haben wir selber kreuzungen aus hybriden gebrütet, die sind nicht geimpft und jetzt haben wir ein krankheitsproblem. Da ist sich der ta noch nicht sicher was es ist. Also haben die geimpften hühner auch ihre vorteile.
Little

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thomas.h(c9x150) antwortet um 18-05-2020 02:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sind alte Hühnerrassen wirtschaftlich?
@little also impfen musst so und so kannst mit einer Schluckimpfing übers Wasser machen. Ich denke nur wenn das Huhn 10Euro kostet wären das ca.100 Eier was das andere Huhn im 2.Jahr Legejahr nicht mehr legen muss. Amarocks verfetten halt leicht und dann sinkt die Legeleistung

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somerauer antwortet um 18-05-2020 11:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sind alte Hühnerrassen wirtschaftlich?
Hallo!
Wir hatten die letzten 9 Jahre verschiedenste „alte“ Rassen probiert.
Wir hatten Sulmtaler, die jedoch bis zum Schluss, dann Schweizer Huhn , Biehlefelder Kennhuhn, da kennt man män/weibl, auseinander als Küken. Wir haben natürlich selber gebrütet. Zu Spitzenzeiten hatten wir über 100 in verschiedensten Altersgruppen und Rassen. Meine Meinung ist, Zweinutzungshühner legen viel schlechter und fressen mehr, viel mehr. Die Arbeit mit dem Brüten und aufziehen darf nicht außer Acht gelassen werden, sehr Zeitintensiv die Sache. Geimpft haben wir nie, hatte nie Probleme mit Krankheiten, haben auch mehrere Ställe und immer brav ausgemistet. Seit letzten Jahr haben wir wieder Hybriden. Die gehen auch als Suppenhühner, zum Braten haben wir Masthühner.
Wir sind also quasi wieder retour gegangen, andere Hühner kommen mir in nächster Zeit nicht mehr auf den Hof, vielleicht wenn ich in Pension bin ;) lg



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mittermuehl antwortet um 18-05-2020 18:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sind alte Hühnerrassen wirtschaftlich?

In Summe legen alle Hühner im Leben gleich viel Eier. Haben alle gleich viel Eizellen mitbekommen. Aber die Legehybride schießen dies Eizellen mit den Eiern viel schneller raus. Dafür sind sie nach 2-3 Jahren meist erledigt. Altsteirer legen auch mit 6 Jahren noch... aber nicht so oft.

Wenn man seiner Eier zu normalen Preisen vermarkten will ist das Industriehuhn sicher wirtschaftlicher. Wenn man einen Kundenkreis hat der etwas mehr zahlt weil man besondere Hühner hat, so machen die dann auch wirtschaftlich Sinn.

Sumtaler sind die fleischigen Schwestern (schöne Hühnerbrust ) der Altsteirer... Letztere sind mehr auf Legeleistung gezüchtet. Eier von Altsteirern sind aber etwas kleiner als oft gewohnt.. Sie machen auch mal eine Pause beim legen . Sie eignen sich auch für Naturbrut weil die Hühner oft noch glucken. Aber auch das bringt in wirkloich kein mehr Arbeit mit sind.




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thomas.h(c9x150) antwortet um 18-05-2020 20:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sind alte Hühnerrassen wirtschaftlich?
Wenn ein Huhn nur jeden 2.Tag ein Ei legt und ich dafür weniger bzw kein Futter zukaufen muss wäre das doch auch wirtschaftlich. Stallkosten habe ich so gut wie keine.

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Hannes F.1920 antwortet um 19-05-2020 14:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sind alte Hühnerrassen wirtschaftlich?
Vom wirtschaftlichen wird man um die Hybriden nicht rumkommen. Sicher, eine alte Rasse sucht sich mehr Futter selbst und legt auch länger, aber sie kosten allein im Einkauf 3-4x soviel wie die Hybriden, zudem bezweifle ich dass du soviele Junghühner überhaupt bekommst (von verschiedenen Züchter zu kaufen steigert auch das Krankheitsrisiko). Auch haben die Eier von alten Hühner oft mehr Fehler was beim Verkauf sicher auch ein Problem werden kann.
les bleues hühner werden im Bio Bereich häufig genommen, ob die jetzt soviel besser als die Hybriden sind sei mal dahingestellt (Zweinutzungshuhn birgt nur bei den Hähnen was, denke das Mehrgewicht bei den Hennen geht durch das Futter raus).
IM privaten würde ich nie Hybriden nehmen um etwas zu verdienen wirds bei der Größenordnung schwierig..

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colonus antwortet um 19-05-2020 15:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sind alte Hühnerrassen wirtschaftlich?
Hallo Thomas,

Alte Hühnerrassen sind zwar ein schönes Hobby aber in deiner geplanten Größe wage Ich zu bezweifeln das dies funktioniert.

Frage 1: Wo bekommst du soviele Hühner dieser Rassen her? Diese gibt es meist nur in kleinen Mengen zur "Hobbyhaltung"

Frage 2: Solltest du soviele Hühner dieser Rassen bekommen, musst du damit Leben, dass diese Hühner weniger Eier legen und du einen höheren Futterverbrauch hast.
Diese Mehrkosten muss dir jedoch jemand abgelten. Ich hoffe für dich das du dementsprechend abnehmer hast.

Meiner Meinung nach kommt man ab einer gewissen Größe an Legehybriden nicht vorbei, vor allem wenn man die Eier über den Handel weiterverkaufen möchte, da zählt jeder Cent.

"Entsorgt" werden meine Hühner jedoch nicht, diese werden alle zu Suppenhühner verarbeitet. Entsorgen wäre köpfen und in den TKV Container werfen.

Lg

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mittermuehl antwortet um 19-05-2020 17:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sind alte Hühnerrassen wirtschaftlich?
@thomas.... Ich liebe meine Altsteirer. Sie sind ein Hobby für meine Frau. Die Tiere sind um Welten schlauer, beweglicher und gesünder als Legehorn & Co. Ja... sie finden viel Futter selber. Ich lasse meine gezielt in Gemüsebeete weil sie mit die Schneckeneier usw. vernichten. Mäuse werde auch erlegt. Sie fliegen locker 2-4 Meter hoch. Sie laufen gut 200 Meter von Stall weg und kommen sicher wieder. Zur Not können sie auch schwimmen. Aber eine wirkliches Geschäft schaut anderes aus. Wirtschaftlich sind sie bei einem normalen Eierpreis nicht.

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FraFra antwortet um 19-05-2020 20:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sind alte Hühnerrassen wirtschaftlich?
ich hab le bleu dabei bei den hybriden


die eier sind deutlich kleiner, die verwenden wir selbst

ich möchte aber gerne eine partie le bleu hähne mästen ,hab da aber bisher nur einen züchter in bayern mühldorf gefunden...

das eiergeschäft gehört den frauen auf dem hof :-)

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mostkeks antwortet um 19-05-2020 22:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sind alte Hühnerrassen wirtschaftlich?
Ich glaube das Problem ist dass die Züchtung bei den Linienhühnern vernachlässigt wurde als man die Produktion von Hybride entdeckte.
Weiters sind 2-Nutzungshühner in der spezialisierten Haltung im Nachteil.

Ich hatte 2 weiße Altsteirer aber mangels Zeit und fehlendem reinrassigen Hahn ist das vorbei. Legten 5-7 Jahre brav ihre Eier. Sie fliegen höher, laufen weiter und scharren kräftiger als man es von Hybriden gewohnt ist.
Bei uns liegen alte Landwirtschaftszeitungen (ca. 1940) da werden die weißen Altsteirer beschrieben mit dem Zuchtziel 220 Eier/Jahr, 55g Eigewicht im ersten Jahr und 65g in den Folgejahr. Elfenbeinfarbene Eier. Gute Mastfähigkeit der Hähne.
Das Altsteirerhuhn soll sich zum überwiegenden Teil selber ernähren durch Naturbrut vermehren.

Wenn man das noch 80 Jahre züchterisch auf Leistung (und nicht auf Ausstellungstiere) bearbeitet hätte wär das vielleicht eine Alternative!

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mittermuehl antwortet um 20-05-2020 10:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Sind alte Hühnerrassen wirtschaftlich?
Unsere Altsteiere legen Eier zwischen 55 und 60g. Das mit den 220 Stück pro Jahr schwank stark. Wenn alle gleichzeitig in dei Mauser gehen kann eine Ei schon Mangelware sen. Im Sommer besorgen sie sich ihr Futter fast zur gänze selber. Aber dazu müssen sie auch die Möglichkeit haben. Die hälfte der Hennen macht auch naturbrut. Nur suchen sie sich dazu auch mal einen blöden Platz. Wenn man Altsteiere industriell hält so hat man nur deren Nachteile.

Eine Kundschaft hat von uns einen Altsteirerhahn zu seinen Hybridhühnern gegeben. Ein Raubtier hat neben vielen Rehen auch eine Lamm und fast alle Hühner gerissen- Es wird ein Luchs vermutetn. Aber den Hahn hat er nicht erwischt. Der war eine Nummer schneller und wachsamer. Aber er konnte auch nur eine Hendl retten.

Altsteirer sind eine Liebhaberhuhn mit viel Potential. Aber viel Geld macht man damit nicht.

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