Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast

Antworten: 19
steyrm9000 01-12-2019 19:36 - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
Hallo,

Spiele immer öfter mit dem Gedanken von Mutterkuh auf Ochsen- bzw. Kalbinnenmast umzusteigen.
- weil ich immer wieder Probleme bei Geburten habe (weis aber wirklich nicht mehr warum) und ich natürlich mehr Tiere mästen könnte wenn keine Kühe mehr vorhanden sind.

Kurz zum Betrieb:
Bio, nur Grünland, Acker aber möglich (kein Mais)
Stall: Laufstall mit Tiefboxen (Muku) und Tieflaufstall für Tiere die Ausgemästet werden.

Gibt´s von euch Erfahrungen (mit welchem Alter Kälber kaufen usw.) oder findet man wo Wirtschaftlichkeitsrechnungen bzw. vergleiche?

Würde mich über ein paar konstruktive Tipps und Erfahrungen sehr freuen!


greani antwortet um 01-12-2019 19:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
Probier es mal im folgenden Link
lass dich aber nicht von Milchkuh schrecken, ist für alle was dabei
https://idb.awi.bmlfuw.gv.at/milchkuhhaltung.html


179781 antwortet um 01-12-2019 19:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
Kälber kaufen ist gleich die erste Herausforderung. Die musst du dann nach Biorichtlinien entsprechend lang mit Vollmilch füttern.
Da führt wohl kein Weg daran vorbei, passende Einsteller zu kaufen. Die gibt es schon, aber das Angebot ist knapp.
Ansonsten müsste das funktionieren. Wahrscheinlich wird aber unter dem Strich nicht mehr Geld bleiben als bei Mutterkühen. "unerklärliche" Kälberverluste bei Mutterkühen können sich mit genau so unerklärlichen Verlusten bei Zukauftieren fortsetzen.


Gottfried



steyrm9000 antwortet um 01-12-2019 20:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
@ Gottfried:
Habe ja nicht wirklich "unerklärliche" Kälberverluste … traue mir das schon zu sagen das ich das relativ gut im Griff habe (viel Beobachtung uns.)
Habe eher immer wieder Probleme (nach meinem Gefühl kommt das bei mir zu oft vor) bei Geburten mit Fehllagen (Steißlage, Gebährmutterverdrehung) … warum auch immer - finde da keine Ursache!
Deshalb sind Geburten für mich immer wieder Stresssituationen da man ja in der Mukuhaltung (und sonst natürlich auch) ein Gesundens Kalb will!


little antwortet um 02-12-2019 04:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
Gute Einsteller zu bekommen in Bioqualität ist nicht unbedingt einfach. Es haben schon einige Betriebe von Mukuh auf Mast umgestellt. Der Einstellerpreis wird sich meistens auch an Ja Natürlich und ZZU Beef orientieren. Daher ist es vielleicht doch besser ein geschlossener Betrieb zu bleiben mit Mukuh und anschließender Ausmast.
Wie gesagt das Hauptthema ist wo bekommst du passende Einsteller her.
little


2472660 antwortet um 02-12-2019 06:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
einsteller würds mit sicherheit genug geben, wenn der preis passt - biostierkälber, welche dzt konv. vermarktet werden, gibts wie sand am meer....
die rinderbörse hat immer 30€ biozuschlag bezahlt (wie es derzeit ausschaut weiss ich nicht), aber da darf man sich nicht wundern, wenn keiner bioeinsteller erzeugt....


KaGs antwortet um 02-12-2019 07:24 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
Moch a ordentliche Umstellung! Hol da a Palettn Ziegel, und mauer die Stalltür zu! Muku auf Ochsenmast bedeudet mitn Bettelmann Steckn tauschen!
Die Aufkäufer und Handelsketten verar... doch nur alle!
Mit dem Weidegang was ja jetzt vorgeschrieben ist, wirst keine Qualität zusammen bringen. Es sei denn, du kaufst viel Mastfutter zu. Aber im Biosektor wirds da sehr teuer bis unmöglich! Und die Bioeinsteller werdens auch nicht herschenken!
Würde da noch eher Zinsvieh aufnehmen, hast weniger Risiko.


greani antwortet um 02-12-2019 08:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
@ steyrm9000
Ohne Daten schwer zu raten ;-))
ist es Hobby und belastet dich, denk über KaGs Vorschlag gut nach ;-))
mfg


powerjosl antwortet um 02-12-2019 08:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
Vergiss die Umstellung! Das bringt dir keinen Vorteil, ist meine Meinung!
Kauf dir lieber mit dem Geld was dir Freude macht.
Ein Wohnmobil oder Motorrad zum Beispiel ist nur ein Vorschlag


powerjosl antwortet um 02-12-2019 08:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast



179781 antwortet um 02-12-2019 12:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
Allen jenen, die einem, der sich bemüht, einen extensiven Betriebszweig halbwegs wirtschaftlich zu führen gleich das aufhören empfehlen, werfe ich Feigheit vor dem Feind vor.
Was glauben die eigentlich, was passiert, wenn auf allen Futterflächen nur Milch produziert wird, was das Zeug hält, weil alles andere vermeintlich nichts wert ist?
Wenn jemand mit Mutterkühen / Kalbinnen / Ochsen usw. die Produktionstechnik beherrscht, kann er damit durchaus auch so viel verdienen, dass sich der Arbeitseinsatz lohnt.
Das hier Leute, die sich nicht wirklich auskennen ihren Senf dazugeben zeigt z. B. die Aussage, dass man mit Weide nur mit hohem Aufwand an Zukauffutter ordentliche Qualität zusammenbringt. Dazu war grade in der letzten Nr. vom Landwirt ein Artikel, der genau das Gegenteil besagt.
Ob der Verdienst davon dann ausreicht, sich ein Motorrad zu kaufen hängt auch davon ab, wie groß der Betrieb ist und was sich der Betroffene unter Motorrad vorstellt. Aber zumindest hat er Zeit frei um damit zu fahren. Während andere im Kuhstall herumlaufen dürfen.

Gottfried


meki4 antwortet um 02-12-2019 12:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
Das ist in unserer Gegend auch so - wennst keine Milchkühe hast, bist sowieso kein Bauer.
Ich mach jetzt Kalbinnenmast konv. als Grünlandverwertung - ich hab Freude damit.
Wie da als bio die Vermarktungsmöglichkeiten sind, weiß ich nicht. Frag dazu mal Deinen Fleischhauer/Viehhändler oder Rinderbörse.
BG M.


KaGs antwortet um 02-12-2019 19:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
In Gunstlagen wird die Weide sicher für Mast geeignet sein, nicht aber auf seichten Böden, die noch dazu in der Leitn sind. Gerade im Biobereich wird sich das noch zuspitzen, wenn noch mehr Weidefläche auf hofnahen Grundstücken "verbraucht" wird! Wie soll sich da das Grünland erholen, wenn dauernd bis zur Grasnarbe abgebissen wird? Kaum wird's grün im Frühjahr, werden schon die Tiere ausgetrieben bis in den Spätherbst. Dass es also nochmal grün werden kann, keine Chance. Die Engerlinge und Wildsäue geben den Rest noch.
Na, und wo wird das fehlende Grundfutter gekauft? Natürlich dort, die ihre Rinderhaltung aufgegeben haben. Darum nicht auf die schimpfen, die ihre Stalltüren geschlossen haben, weil die andere Betriebe (nicht nur Michbetriebe) brauchen eh ohnehin das Futter. Bzw. die Flächen.


179781 antwortet um 02-12-2019 20:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
Das nicht jede Fläche für Weidenutzung geeignet ist, stimmt schon. Und wenn die Besatzdichte nicht passt geht es auch nicht lange gut. Wer mehr Tiere auf der Weide füttern will, als die Fläche vom Zuwachs ernähren kann, wird zuerst schlechte Leistungen der Tiere und danach kaputtes Grünland haben.
Aber damit, dass du kritisierst, dass ausgetrieben wird sobald etwas wächst und so lange etwas wächst, gibst du ja schon zu, dass du bei Weidehaltung noch deutlichen Lernbedarf hast. Genau der zu späte Weideaustrieb ist der häufigste Fehler, der bei der Weidehaltung gemacht wird.

Gottfried


richard.w(7n417) antwortet um 02-12-2019 21:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
@steyrm9000: dein Vorhaben hat meiner Meinung schon Sinn. Ich würde das nicht so schwarz sehen wie einige hier. Natürlich funktioniert zb Weide fast überall, und halt nirgends wenn man alles falsch macht. Das heikelste Thema wurde genannt: wo das Vieh her bekommen (wohin verkaufen ist zwar mindestens gleich wichtig, aber lassen wir das mal aus). Ich glaube man kann nicht mehr einfach die Bauernzeitung aufschlagen oder bei einer Vermarktungsgenossenschaft anrufen und dann kommt ein LKW. Heute muss man mehr tun. Am besten wäre wenn du Betriebe findest die für dich Tiere haben. Mehr und mehr Landwirte wollen nicht mehr ihre 2 Wochen alten Kälber auf irgend einen LKW ins Ausland lassen. Vorschriften könnten besonders im Bio Bereich den Transport junger Tiere einschränken. Fang doch an schon heute Tiere zu suchen, auch wenn noch ein paar Mukus auf deinem Betrieb unterwegs sind, du musst ja nicht über Nacht alles auf einmal umstellen.


meki4 antwortet um 02-12-2019 22:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
Wem verkaufst Du Dein Schlachtvieh - frag den mal, ob er die gewünschte Menge Einsteller dauerhaft liefern könnte. Bei mir bringt der Viehhändler die Einsteller - ist sicher teurer als selber zusammensuchen.
Auch wäre Mast ab Kalb eine Möglichkeit - mir würde die Zeit dazu fehlen.
Noch besser wäre es, wen Du einen größeren Muku Bauern finden könntest, wo Du deine gebrauchte Menge laufend erhalten könntst.
BG M.


Znarf86 antwortet um 05-12-2019 08:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
Ich bin ein BIO Milchviehbetrieb und verkaufe meine Kälber mit 4 Monaten auf Wunsch auch geschnitten oder enthornt.
Die Kälber bekommen nicht zu viel Milch und fressen dadurch schon sehr brav Heu. Sie sind Weidezaungewöhnt und Fressgitter.

Als ich noch mehr Fläche zur Verfügung hatte habe ich alle Stierkälber schneiden lassen. Auf extensiven Futterflächen eine intensive Weide durchgeführt und den Futterbestand dadurch verbessert. Mit sehr guter Grasssilage und Schrot fertig gemästet und mit ca. 26 Monaten verkauft als ALMO, ca 1900€. Preis einer trächtigen Kalbin mit ca 24 Monaten max 1700€ mit durchschnittlicher Abstammung.

Vorteile sehe ich darin, dass die Stierkälber nicht mit Milch vollgepumpt werden müssen und bei der Versteigerung verschenkt werden.

Bevor ich Mutterkühe halte, suche ich mir ein paar BIO Milchbetriebe in meiner Umgebung. Kaufe ihnen die Kälber ab. Und mäste die Ochsen mit Weide und Grassilage welche am Betrieb anfällt und veredelt wird.



steyrm9000 antwortet um 05-12-2019 10:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
Schon mal Danke für die vielen Antworten hier im Forum...

Werde mir das alles noch durch den Kopf gehen lassen und auch auf der Kammer einen Beratungstermin in Anspruch nehmen.

LG.


richard.w(7n417) antwortet um 05-12-2019 11:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
Bei der Kammer aufpassen: die haben politische Agenden. Was die gerade massiv bewerben ist mit äußerster Vorsicht zu genießen. Suche deinen eigenen Weg!!!!


Bewerten Sie jetzt: Umstieg Mutterkuh auf Ochsenmast
Bewertung:
Noch keine Bewertungen vorhanden!
message;604174




Landwirt.com Händler Landwirt.com User