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Asa 12-08-2019 10:09 - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Wie geht es euch im Wald mit dem Borkenkäferbefall? Unser Förster hat uns geraten, keine Borkenkäferfalle im Fichtenbestand aufzustellen, da diese sie noch mehr anlocken würde. (Der Wald befindet sich auf ca. 650m)
Wie ist eure Meinung dazu?


Richard0808 antwortet um 12-08-2019 11:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Hatte in den letzten 2 Jahren 330fm Käferholz.
Normal habe ich einen Jährlichen Einschlag von 150-200fm zurzeit Arbeite ich aber nur mehr dem Käfer hinterher :(

Murtal- Seehöhe von 660-900m.

@Asa hab mich auch mal mit Schlitzfallen gegen Borkenkäfer beschäftigt, meine Erkenntnis daraus:
Bei wenig Erfahrung mit Aufstellen der Fallen, dosierung vom Lockmittel oder zuwenig Betreuung der Fallen besser Finger weg sonst machst du sicher mehr Schaden wie Nutzen.


jakob.r1 antwortet um 12-08-2019 12:12 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Grüße Euch, --das habe ich früher in meiner Zeit als aktiver Holzakkordant schon beobachtet, das die Fallen vermehrt den Borkenkäfer anlocken und wie schon geschrieben -- wenn nicht rechtzeitig ausgeleert --- dann lieber in die umliegenden Fichten gehen. Doch das größte Problem ist die Nachlässigkeit der Waldbesitzer, --egal ob Privat oder Kommune oder Staat. Wenn Zeit knapp ist, dann werden oft die dürren Fichten entnommen bei denen der Käfer aber schon heraussen ist. Richtig wäre es bei Zeitknappheit nur die frisch befallenen Fichten zu entnehmen. Zu erkennen am Besten bei Sonnenschein und Windstille weil da das Bohrmehl ziemlich senkrecht zu Boden fallen kann. Anschließend auch die Nachbarbäume mitfällen, bis kein Käferbaum mehr dabei ist. Das schmerzt zwar bei den jetzigen Preisen, -- aber ist das einzige Mittel um dem Borkenkäfer Herr zu werden. Verspielt hat man natürlich, wenn der eigene Wald von Ignoranten-Waldbesitzern eingekesselt ist.....
Beste Grüße
Jakob



KaGs antwortet um 12-08-2019 16:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Lässt sich leicht reden im ebenen Traktorbefahrbaren Gelände! Was machst dort, wo kein Traktor hin kann? Per Sappel runter bringen ist auch kein Honiglecken, abgesehen, dass die Äste da ohnehin oben bleiben müssen. Jedermann/Frau kann die Arbeit auch nicht machen, und der Lohnunternehmer wird nicht nächsten Tag wegen einiger Bäume vor der Tür stehen. Die sind mit Arbeit ohnehin bis oben eingedeckt!


jakob.r1 antwortet um 12-08-2019 19:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Grüß Dich KaGs, wenn man mit dem Traktor nicht hinkommt, dann haben die letzten Generationen den Wegebau verschlafen. Da hilft dann nur fällen und entrinden mit der Motorsägenfräse oder bei Handentrindung anschließendes Verbrennen der Rinde, ohne einen Waldbrand auszulösen. (Der Stamm kann ruhig liegenbleiben, da passiert nichts mehr.) Der andere Weg ist einfach zu behaupten das die Käferbekämpfung nicht möglich ist, und eben deshalb nichts tun und den Käfer mampfen lassen, bis nur noch dürre Fichten rumstehen.
Beste Grüße
Jakob


KaGs antwortet um 12-08-2019 22:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Bei mir geht's eh noch ohne Straße, aber bei uns gibt es genug hochalpines Gelände, dort wird's unsinnig überall eine Straße hinein zu bauen. Bei den Bundesforsten wird das praktiziert, dort wo sie nicht dazu kommen, dort wird mit Motorschälgerät entrindet und liegen gelassen. Selber gesehen die entrindeten Stämme.
Es liegt aber trotzdem noch viel Schadholz vom 2018er Sturm und vom Schneedruck 2019 herum. (nicht nur Bundesforste) Schlägerungsfirmen haben Personalmangel, bekommen keine Leute.
Das Verbrennen der Äste im hochalpinen Gelände kannst vergessen. Kannst gleich ein paar Hubschrauber reservieren zum löschen.


Ferdi 197 antwortet um 12-08-2019 22:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Vergeßt die Käferfallen, mir kommt das so vor das die von der Holz - Industrie beworben worden sind, wie vor Jahren es eine Rohstoffknappheit gegeben hat.

Und die Forstbehörden, LK, usw. haben da wirklich fest mitgeholfen, damit die sehr groß Flächig eingesetzt werden. Meines Erachtens, und von div. Erfahrungen von verschiedenen Nachbarn im Wald, haben die alle nur einen Flächendeckenden Schaden von den Klump gehabt.

Einige haben da sehr großes Lehrgeld bezahlt.


meki4 antwortet um 13-08-2019 06:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Mir kommt es auch so vor, die ganzen Kleinstwaldbesitzer, die sich diese Gratisfallen geholt haben, haben sich den Käfer zu ihren Beständen gelockt.


KaGs antwortet um 13-08-2019 06:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Wieso glaubst, dass nur die Kleinstwaldbesitzer diese Fallen aufgestellt haben?


meki4 antwortet um 13-08-2019 07:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Weil die ja Zeit hatten, zur BBK zu fahren und das Klumpert holen.
Als Landwirt hast nicht die Zeit für sowas, wenn du zur normalen Arbeit noch Käferbäume schneiden sollst.


fgh antwortet um 13-08-2019 11:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Die Fallen werden meist mit Beschreibung geliefert und dort steht Kontroll-/Leerhäufigkeit drinnen und vor allem, dass die Falle mindestens 100m vom Bestand weg sein muss.
Von den 100m glaube ich auch, dass sich die Kleinwaldbesitzer damit den Käfer eher geholt haben - habe 20ha aber keinen Fleck wo ich 100m vom Bestand weg bin.
Rene dem Käfer heuer auch hinterher, bis jetzt scheint es so, als ob ich jedes Nest richtig bekämpft habe. Komme zum Glück überall gut hin und mache es ähnlich wie Jakob empfihlt, als erstes ums Nest herum eine gesunde Reihe weg damit er nicht so einfach weiter kann und dann von Außen nach innen.
Hatte 2017 Dezember Windwurf... hoffe die Weißheit vom Förster, dass der Käfer/Sturm/Schnee in den Folgejahren so viel nimmt, wie der Wurf selbst, bewahrheitet sich nicht.


FloW4 antwortet um 13-08-2019 13:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Käfer Falle bringt nur im Frühjahr was, wo im Herbst ein starker Befall war.
Wenn der Käfer Mal in der Höhe auf dem Bäumen ist, interessiert ihm die Falle unten nicht mehr.
Ende April, Anfang Mai habe ich sehr viel gefangen. Und jetzt geht so gut wie nichts mehr auf die Falle.
Hatte voriges Jahr 350fm, und heuer bin ich schon bei 200.
Wir grenzen an ein Naturschutzgebiet an, da steht fast keine grüne Fichte mehr.

Habe jetzt einen frischen Befall, neben unseren 40 jährigen Douglasien, jetzt wird sich zeigen ob sich die Douglasie hält.
Seehöhe 550m nördliches Waldviertel


Ferdi 197 antwortet um 13-08-2019 22:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
An Flow4: gibt es für deine Douglasien auch einen Markt, hast Druchforstungsholz von Douglasien mit guten Preisen verkaufen können?
Beim bepflanzen vor ca. 40 Jahren, hast du auch Fegeschäden / Schälschäden oder ähnliches wie verhindert?


Aequitas antwortet um 14-08-2019 07:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Zu den Fallen habe ich keine praktischen Erfahrungen, deswegen habe ich eine Frage dazu.

Wenn der Befall am Waldrand ist, daneben ein Acker oder Wiese.
Bringt es was wenn man eine Falle dann 100-150m in die Wiese/Acker reinstellt.

Die Käfer müssten ja angelockt werden, wenn sie nicht in der Falle landen bleiben sie ja zumindest auf der Wiese/Acker oder täusche ich mich da?

lg


Mik21 antwortet um 14-08-2019 09:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall


Also ich habe eine Falle ca. 150m vom Wald entfernt aufgestellt.
Und zwar genau neben dem Holzhaufen für Hackschnitzel.

Es wissen vielleicht einige nicht, aber bei solchen Haufen gibt es immer extrem viele
Borkenkäfer im Frühjahr und Frühsommer, wenn im Winter dort frisches Holz gelagert wird.

Also solche Haufen ziehen die Käfer richtig an und mit der Falle kann man viele dann einfangen....


Mfg.


FloW4 antwortet um 14-08-2019 13:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Verfegt und verbissen ist sehr viel geworden.
Da wurden 1975 ca 300 Douglasien gepflanzt, und 30-40 sind übergeblieben.
Die stärkeren haben 42cm BHD, stehen aber sehr eng.

Holzmarkt ist mittlerweile sehr gut für die Douglasie, bei der WWG wurde mir gesagt, dass starkes Douglasien Holz wie Lärche bezahlt wird, schwaches aber nur wie Kiefer.

Wir setzten die letzten 2 Jahre wieder Douglasie, aber nur mit Zaun, ohne Zaun habe ich sogar bei Fichte viel Verbiss.

Küstentannen haben wir auch vor 2 Jahren erstmals gepflanzt, werde ich wieder nehmen.



fgh antwortet um 16-08-2019 14:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Borkenkäferbefall
Bei MM Leoben wird die Douglasie derzeit zu Tannenkonditionen übernommen.


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