Windhalm in der W-Gerste

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Richard0808 18-06-2019 06:57 - E-Mail an User
Windhalm in der W-Gerste
Hallo zusammen.

Habe heuer bei meiner Bio Wintergerste extrem viel Windhalm im Bestand.
Die Schadschwelle geht von etwar 20 Pflanzen/m2 bis locker 100/m2 und das über die ganzen Fläche von knapp 2ha verteilt.

Jetzt wär meine Frage wo der viele Windhalm auf einmal her kommt?

Habe bei der Fruchtfolge immer 2 Jahre die Kleegrasmischung KR danach Wintertriticale, Wintergerste und wieder Kleegras, also 4Jahres Rhythmus.
Getreide wird im Frühjahr 2 mal Gestriegelt, einmal Gülle drüber und Naturphosphat 150kg/ha.

Hatte die letzten Jahre nie probleme mit dem Windhalm, und heuer plötzlich richtig Flächendeckend.

Der einzige Unterschied zu den vergangenen Jahren war die Zwischenfrucht, normal habe ich nach der Triticale immer eine Leguminosen Mischung gesät, diese im Herbst gemulcht, gepflügt, Mist drauf und Gerste gesät.

Statt den Leguminosen hatte ich als Zwischenfrucht Buchweizen, könnte dies den Windhalm begünstigt haben?

Zur Info der Boden hat einen recht niedrigen PH Wert....



roman.n(wg61) antwortet um 18-06-2019 08:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Windhalm in der W-Gerste
Kann ev. an den milden Winter liegen, das sämtliche Unkrautsämerreien gut überwintern können und im drauffolgenden Jahr mehr werden...

Ein Lehrer in der LW Schule sagte mir mal, dass Waldviertel mit wenig NS ein großer Vorteil hat, dass dort kaum Unrkaut wächst und die Bio Bewirtschaftung einfacher wäre... Bei uns ist die NS Menge etwas höher und ungleichmäßig, z. B. wenn ein leichter Regen kommt, dann profitiert nur der Unkraut...


ANDERSgesehn antwortet um 18-06-2019 09:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Windhalm in der W-Gerste
windhalm hat als keimreiz
eine bestimmte co2 konzentration
in der boden luft (zu niedrig),
neben wasser und weiteren
faktoren.

man kann mit gezielter düngung
den keimreiz aussetzen. dazu habe
ich in meinen vorträgen oftmals
erläutert.


Richard0808 antwortet um 18-06-2019 10:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Windhalm in der W-Gerste
Das heißt die Samen vom Windhalm sind im Boden aber nicht jedes Jahr passen die gegebenheiten das er keimen kann oder wie?

Ich hätte darauf getippt das der Windhalm beim Saatgut dabei war, weil er so Flächig auftaucht.

@Andersgesehen, wie sieht diese Düngung aus? Ist das im Biobereich auch möglich?


FeSt antwortet um 18-06-2019 10:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Windhalm in der W-Gerste
Da ist mehr als nur O2-Halm-Samen im Boden in Parkstellung, wie man ihn herleitend auch nennen könnte, denn durch den Wind ist wie @ANDERSgesehn schon erwähnt die CO2-Konzentration ungenügend, bzw. für Windhalm genau passend, daher auch der Name Windhalm. Doch mit H2O haltenden Element wurde ein weiterer Keimreiz durch diese Düngerplatzierung (wann+wo+was) geschaffen, wie auch ideale Wuchsbedingungen durch den in der Höhe vorliegend liebenden ph-Wert.
Humusgehalt niedrig? (Frage, weil striegeln auch nicht angerührt hat)


Richard0808 antwortet um 18-06-2019 12:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Windhalm in der W-Gerste
@FeSt Humusgehalt niedrig ja.

Also ob ich jetzt als Zwischenfrucht Buchweizen oder ein Ackerbohnen/Erbsen Gemenge einsätze hat keinen Einfluss auf den Windhalm oder?

Zum Thema Striegln, heuer vermutlich eine Woche zu spät dran gewesen und ich habe im Herbst die W-Gerste mit einer Glattwalze gewalzt(habe keine Cambridgewalze zur Verfügung) dadurch geht bei sehr trockenem Boden der Striegln zu wenig in die Erde und kann die Unkräuter nur schlecht ausreißen...


FeSt antwortet um 18-06-2019 13:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Windhalm in der W-Gerste
Jetzt haben wir es genau, wie vermutet, aber noch nicht geschrieben - das Walzen.

Zitat WA "passion-for-farming.com" ANDERSgesehn:
"Nur das ist das problem.

Walzen, packer und co machen verdichtungen und somit die kapilare bis nach oben, dann hat es IMMER wasser zum keimen."

--------

+eben weitere Keimreiz-Nährstoffkonzentrationserhöhung zur Hauptkeimzeit

Das mit Humusgehalt und striegeln war anders gemeint. Bei höhereren Humusgehalt wird mehr CO2 im Boden freigesetzt, was dem Windhalm gar nicht taugt.

Daraus lernt man, aber ich red ja zuviel...


179781 antwortet um 18-06-2019 22:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Windhalm in der W-Gerste
Zur Gefährlichkeit von Windhalm: In der Zeit wo wir noch konventionell gewirtschaftet haben, habe ich immer auf Streifen in den Äckern Behandlungsmassnahmen ausgelassen. Da war einmal so ein Streifen bei Weizen nicht mit Gräsermittel behandelt und in der Folge ordentlich mit Windhalm zugewachsen. 50 Pflanzen am m2 und mehr. Beim Dreschen war auf diesem Teil der Ertrag um 3 % niedriger als auf der behandelten Fläche daneben.
Gibt es auch eine Erklärung dafür, warum das nicht schlimmer war. Zum einen ist Konkurrenz in überschaubarem Ausmass nicht automatisch schädlich. Wenn Nährstoffe und Wasser ausreichend vorhanden sind wird der Weizen von der anderen Pflanzen dazu angetrieben, noch mehr Wurzeln auszustrecken und Blätter auszubreiten um überlegen zu sein. Und zum anderen haben die damals eingesetzten IPU Mittel die unangenehme Nebenwirkung, dass sie die Haarwurzelentwicklung bei Getreide reduzieren. Also die Pflanze in ihrer Fähigkeit Nährstoffe aufzunehmen eingeschränkt wird.
Ein weiteres interessantes Thema, das FeSt in dem Zusammenhang angeschnitten hat ist, die technische Geschichte mit Walze und Packern und was sonst an schwerem Gerät eingesetzt wird um große Brocken, die man mit dem Pflug erzeugt hat wieder kleinzukriegen. Da ist einiges zu verbessern.

Gottfried



Richard0808 antwortet um 19-06-2019 08:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Windhalm in der W-Gerste
Danke für eure Infos.

Also meine Kampfansage an den Windhalm sieht wiefolgt aus:

Nach der heurigen Ernte der Triticale(die Frei von Unkräutern ist) zuerst Grubbern,
15m3 Gülle aufs ha,
Saat von Buchweizen und Phacelia als Zwischenfrucht (gesät wird mit Kreiselegge in Kombi mit Scheibenscharsämaschine)
Mitte September Mulchen,
Umbruch der Fläche mit Pflug,
20t/ha Kompost,
Saat der Bio W-Gerste um den 25.September,
Im Frühjahr bei morgenfrost 20m3 Gülle auf die Fläche,
2 mal(eventuell 3 mal) Striegln.

Striegln müsste besser gehen ohne dem Walzen.

Was sagen die Experten zu meinem Plan?


ANDERSgesehn antwortet um 19-06-2019 11:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Windhalm in der W-Gerste
die traktorspuren vom striegel begünstigen das auflaufen


mp12 antwortet um 20-06-2019 16:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Windhalm in der W-Gerste
Hallo!

Sehr interessante und auch informative Diskussion!
Gibt es Literatur zum Thema Zeigerpflanzen und den Umgang damit? Können die Profis etwas empfehlen?
Danke!

Lg mp12


ANDERSgesehn antwortet um 20-06-2019 22:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Windhalm in der W-Gerste
von licht-zeigerpflanze und das buch mit
dem witzigen namen - was blüht denn da?
sind für die grobe oriendierung mal guter
anfang, wenn jemand mit ellenberg-zahlen
etwas anfangen kann. - zur methode düngen
und das unliebsame kräutl reichen sie leider
nicht.

eigentlich ists am besten man macht kinsey
und lasst immer nullparzellen, so lernt man
am besten. mittlerweile weiss ich ja wie KI
tickt, bzw die boden- und pflanzenwelt, sowie
lese ich zb die obrigen bücher dadurch anders u gewinnbringender. durch weitere input ausserhalb der deutschsprachigen wissenschaft
schliesst sich noch viel schnell der kreis.


mp12 antwortet um 22-06-2019 23:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Windhalm in der W-Gerste
Hallo!

Danke für die Buchvorschläge!
Mit denen werd ich mal anfangen und versuchen mein Wissen zu vertiefen.

Hands on Agronomy war leider lange vergriffen, jetzt gibts es wieder zu kaufen und somit kann
ich auch in dem Bereich weiter machen.

mp12







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