Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus

Antworten: 13
reinhard.s(fpc28) 03-04-2019 18:20 - E-Mail an User
Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus
Ohne eine wirksame Bekämpfung von Ramularia wird es schwer werden mit vernünfigen Gersten Erträgen in Österreich.

Link zum Artikel > EU: Getreidefungizid mit dem Wirkstoff Chlorothalonil wird verboten
http://www.lko.at/eu-getreidefungizid-mit-dem-wirkstoff-chlorothalonil-wird-verboten+2500+2919672

Anscheinendend ist es unserer Tourismusministerin und den österreichischen Bauern(bund) egal, dass es in Österreich keinen wirtschaftlichen Gerstenanbau mehr geben wird. Zumindest schreibt die LKO nur von Probelemen in Irland etc.

Klar, wenn der Wirkstoff wirklich problematisch ist, dann gehört er weg. Aber man könnte trotzdem anführen, dass das große Probleme für die österreichische Landwirtschaft bringen wird. Obendrauf wird dann die Braugerste aus der Ukraine oder Australien kommen müssen. Na dann Prost! Auf die beste Bauernvertretung der Welt!




BreiHu antwortet um 03-04-2019 19:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus
Hallo.
Gegen Ramularia wird hauptsächlich Chlorthalonil (Balear, Alternil, Ampera Opti, Bravo etc.).
Chlorothalonil klingt ähnlich ist aber anscheinend ein anderer Wirkstoff. Derzeit auch kein Produkt laut Ages Psm Register mit diesem Wirkstoff registriert.
MfG BreiHu


reinhard.s(fpc28) antwortet um 03-04-2019 20:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus
Servus!

Chlorothalonil und Chlorthalonil ist der gleiche Wirkstoff; im deutschsaprachigen Raum ist Chlorthalonil üblicher, international ist es anders. Aber BreiHu mach Dir nicht zu viele Gedanken; trinke noch österreichisches Bier solange es das noch gibt.



179781 antwortet um 03-04-2019 22:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus
Ist das nicht ein Armutszeugnis für die Pflanzenbauer, wenn sie nicht mehr in der Lage sind ohne bestimmte chemische Wirkstoffe einfache Gerste zu produzieren?

Gottfried


Richard0808 antwortet um 03-04-2019 22:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus
Wie wird dan Bio Gerste produziert? :)


Ferdi 197 antwortet um 03-04-2019 22:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus
BIO - Gerste funktioniert eh fast nicht mehr. Unsere Vermutung ist das bei der Gerste in den letzten Jahrzehnten massiv was mit der Züchtung daneben gegangen ist, Absicht oder Zufällig?
Bei uns baut fast niemand mehr Gerste, die wird einfach nichts mehr, NÖ Waldviertel.
Obwohl 70er bis Anfang der 90 Jahren hat es ganz gut funktioniert.


179781 antwortet um 03-04-2019 22:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus
Ramularia ist auch für Biogetreide ein Thema. Allerdings bis jetzt höchstens an einzelnen Standorten gravierend. Ansonsten ist es wohl ähnlich wie bei den gesamten Pilzkrankheiten. Wenn man sie nicht durch bestimmte Produktionsmethoden fördert, dann gibt es keine oder nur geringe Ertragsverluste.

Gottfried


mostkeks antwortet um 03-04-2019 22:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus
I trink eh de brauuniomsuppe do wird mehr reis wia gerschtn vawerkt.

und ja, wann wenn eine getreideart nicht ohne psm existieren kann hat sie eh keine Daseinsberechtigung.


Century antwortet um 03-04-2019 23:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus
Bei den Erzeugerpreisen hat im Grunde gar kein Getreide in Ö eine Berechtigung.


reinhard.s(fpc28) antwortet um 04-04-2019 11:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus
Gottfried, Du unterschätzt die Lage. Eine große Privatbrauerei wollte vor ein Paar Jahren eine Biolinie auf dem Markt bringen. Nicht einmal in ganz Europa war es möglich die Braugerste zu organsieren bzw. wollten sich Erzeuger auf den hochpreisigen Anbau einlassen.
Rammularia kommt mit dem Klimawandel; war vor 30 Jahren nur in Süditalien bekannt. In Lambach standen einmal über alte 2000 Sorten, um zu testen ob es im genetischen Pool Resistenzen gibt. Leider Fehlanzeige; nur 3 chinesische Stämme waren eine Spur besser. Daher ist das mit der Züchtung nicht so einfach. Ramularia ist jetzt sogar in Schottland angekommen.
So wie die Fichte nicht mehr überall hinpasst, wird ohne der Möglichkeit der Ramulariabekämpfung auch die Gerste aus dem größten Teil Österreichs verschwinden. Kenne viele versierte Biobauern, die mit der Gerste gescheitert sind. Und das ist auch die logische Konsequenz. Aber man kann auch Hafer anbauen.



ANDERSgesehn antwortet um 05-04-2019 08:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus

ja Reinhard, ich sehe das aus für gerste.

ich kann zwar Wintergerste fungizidfrei
und kerngesund auf weltrekordniveau,
aber kenne auch dazu bis zur kleinsten
schraube die man dazu drehen MUSS.

ramuluaria und septora tri. werden die
heuschreckenplage aus Genesis 41 im
3. Jahrtausend.


mir bleibt leider die spucke weg wenn
die schöne rekelnde frau der ages und
die Entscheidungsträger von beirat zur
sachgerechten Düngung die Meinung
vertreten Magnesium (eines der 4 Parameter
in der lufa probe nicht mehr beprobt
werden muss, weil (zitat;) eh genung
im boden vorhanden ist.


schon im alten Testament war Pharo
dumm und verjagt wichtige leute und
führte das eigene Volk ins verderben.


die göttin gaia (Symbol von ages) ist
dem nach nicht fruchtbarkeitsgöttin.
da gefallen mir Landwirte mit wissen
mehr, die sind für mich DIE götter
der bodenfruchtbarkeit und somit
dem Gott tellus eindeutig näher.



franz.m(ecw86) antwortet um 05-04-2019 08:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus
@andersgesehn

dann nur mehr mais mais mais oder wie? langsam aber sicher fängt der ganze rattenschwanz nicht zum stinken an, sondern brennt e schon lichterlo


reinhard.s(fpc28) antwortet um 05-04-2019 19:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus
Servus Andersgesehen! Du bist der einzige im deutschprachigen Raum, dem ich zutraue Ramularia in den Griff zu kriegen. Über alle veschiedenen Standorte, Sorten und Witterungslagen habe ich das nicht ausreichend hinbekommen, und immer wenn ab ca. EC 50 ausreichend Niederschläge und strahlungsreiche Witterung zusammenkommt, wird es zur massiven Belastungsprobe für die Abwehrmechanismen der Gerste.
Aber wie ich aus den Reaktionen hier und bei meinen Freunden sehe, sind Dinge die erst in drei Jahre zum ernsthaften Problem werden, für die Allermeisten zu weit weg. Für mich zu kurz gedacht, aber wahrscheinlich hat man ein schöneres Leben, wenn man manches nicht vorhersehen kann oder will.
Für Dich Manfred, habe ich die römische Schöpfungslegende reinkupiert. Wie ich finde voller Weisheit:

Einst saß die Göttin Cura an den Ufern eines Stromes, dem Spiele seiner Wellen zuschauend. Gedankenverloren nahm sie ein Stück des tonhaltiges Erdreichs am Flussufer in ihre Hände und begann es zu formen. Es entstand in ihren Finger eine Gestalt.
Das bemerkte der Gott Jupiter. Cura bat ihn, dem geformten Stück Lehm Geist einzugeben und Jupiter erfüllt diesen Wunsch.
Daraufhin wollte Cura ihrer tönernen Form einen Namen geben. Das allerdings wurde ihr von Jupiter verboten, denn er selbst wollte das geformten Stück Lehm benennen.
Da nun die beiden in Streit gerieten, erhob sich Tellus, die große Erdgöttin und forderte, dass es ihr allein zustünde, der Lehmfigur einen Namen zu geben, da es ja ein Stück von ihr selber war, das Cura geformt und Jupiter mit Geist versehen habe.
Die drei Streitenden nahmen sich den Gott Saturn zum Richter.
Saturn erteilte folgende, anscheinend gerechte Entscheidung: „Du Jupiter, weil du ihm Geist verliehen hast, wirst bei seinem Tod den Geist dieses tönernen Wesens empfangen, du Tellus, weil du ihm den Körper gabst, wirst mit seinem Tod den Stoff wieder erhalten. Weil aber Cura dieses Wesen gebildet hat, so soll sie, die Sorge, ihr Geschöpf, solange es lebe, besitzen.
Und da der Streit ja um den Namen dieses neuen Geschöpfes ging, bestimmte Saturn auch diesen: Es sei fortan „homo“ zu heißen, da es aus „humus“, also Erde, gemacht worden ist.

So long, eine schöne Zeit sei euch gewünscht.


179781 antwortet um 06-04-2019 08:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Gerstenanbau in Österreich vor dem Aus
Es gibt eine ganze Reihe von Bedrohungen, die sich aufbauen. Und kaum jemand macht sich drum Gedanken. Der Zusammenhang von rasantem Rückgang und Artenverschiebung in der Insektenwelt, bei Vögeln und manchen Wildtieren ist auch so etwas, was jeden Bauern, der noch über Zusammenhänge in der Natur nachdenken kann und will Sorgen machen muss.
Ansonsten möchte ich zu der von anders beschriebenen Gefahr durch unkontrollierbare Ausbreitung von bestimmten Pflanzenkrankheiten die Meinung einbringen, dass angekündigte Katastrophen in der Regel nicht stattfinden.
Durch rechtzeitiges agieren mit richtigen Massnahmen lässt sich vieles zu Besseren verändern. Einen Aspekt hat anders schon dargestellt. Richtige Pflanzenernährung ist eine wesentliche Voraussetzung für gesunde Bestände. Aus dem Blickwinkel wäre es bei vielen Bauern schon eine sehr wirkungsvolle Pflanzenschutzmassnahme, wenn man ihnen den Stickstoffzukauf rationieren würde.

Gottfried


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