Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?

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Ferdi 197 07-10-2016 21:16 - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
Sollte da nicht die Jägerschaft seitens der Forstbehörden aufgefordert werden den Selbstversorgungsgrad aufzubessern?
Im Waldviertel Bezirk Melk könnte man da gleich Anfangen, denn da gibt es schon lange keine Naturverjüngung mehr. Somit gibt's seit den 70er Jahren nur mehr Fichten Monokultur entweder wurde/ wird gezäunt od. eben mit chemischen Mitteln in Sommer u. Winter gearbeitet.
Um bei größeren Fichten die Schälschäden zu verhindern, werden dann Netze u. Folien von Rundballen herumgewickelt wie in der Nähe der Ysperklamm, echt toll!

Dann wundert man sich wenn der Kupferstecher / Borkenkäfer, weil keine Durchmischung von Buche, Lärche, Tanne mehr vorhanden ist, dort so richtig "wüten" kann.

Außerdem wäre es gut für den Eigenversorgungsgrad, denn momentan werden 65 Prozent des Wildfleisches aus dem Ausland importiert, vor allem aus Neuseeland“, erläutert Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ, siehe im TOP AGRAR ein Ausführlicher Bericht darüber.
Muß soviel IMPORT sein, wenn man doch das Wildfleisch eh vor der Haustür hat?

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vadireckt antwortet um 07-10-2016 22:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
Ich würde es eher anders sehen.
Und zwar werden ja die Abschusszahlen vom Wild ja eh Österreichweit durch die einzelnen Bezirksverwaltungsbehörden bestimmt durch Vergleichs, Weiserflächen und Schäden, daran müssen sich die einzelnen Jagten halten ob sie wollen oder nicht!
Ich finde es sogar so das sich unsere Bauern und Bäurinnen ein Vorbild an unseren Jägern nehmen sollen! Denn warum wird (so viel importiert) weil die jeweils heimischen Wildbrethändler nix für´s Wildbred zahlen wollen (im Einkauf vom Jäger) und unsere Jäger haben ja auch ausgaben wie zum Beispiel Jagdinventar, Pachtschilling, Verbisschutz,..uvm...
Also haben es die Jäger geschafft (ich bin allerdings auch Jäger) das meißte Wildbred direckt zu vermarkten in der eigenen Jagd, d.H. wir z.b. verlangen um 50% mehr als der Wildbredhändler zahlen würde und sind immer noch um einigeres billiger als es der Endverbraucher beim Wildbredhändler kaufen würde, und es kommt ja auch uns zu gute!
Wir haben es geschafft bei uns ca. 90% des Wildbretes selber zu vermarkten!
Natürlich müssen dann Grosse Konzerne schauen wo sie Ihr Wildbret her bekommen also bleibt Ihnen nix anderes übrig entweder mehr zahlen oder Importieren (selber schuld)
So ist es auch mit uns Bauern wenn wir zusammenhalten funktioniert es!

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KaGs antwortet um 07-10-2016 22:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
Ist ja bekannt, dass die Wildbrethändler nix zahlen wollen fürs Wildbret. So werden halt dann die guten Stücke selbst vermarktet. Dem Händler bleibt dann nur mehr der Ruß über, für die sie erst recht nix zahlen wollen.

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Juglans antwortet um 08-10-2016 10:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
Das diesen Sondermüll überhaupt wer zu sich nimmt wundert mich doch. Die Rehe bei uns grasen vornehmlich an den Straßenrändern ( Salzgehalt?) und nehmen dadurch sämtliche Autoabfälle(Frostschutz, Gummiabrieb, Ruß...) auf. Die Fasane ernähren sich hauptsächlich von gebeizten Mais und Weizen. Die Hasen fressen die frisch gespritzten Sojabohnen und Sonneblumen und Weinreben. Wartezeiten bei Pflanzenschutzmitteln , die ja Sinn haben,werden nicht eingehalten. Ich würde diesen Dreck nicht zu mir nehmen. Aber durch geschicktes Marketing versteht es die Jägerschaft Ihren Sondermüll doch irgendwie abzusetzen. Und zur Not vertilgen Sie ihn halt selber. Mahlzeit.
mfg
p.s.: Die Wildbetände in Österreich sind zu hoch.


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Peter06 antwortet um 08-10-2016 11:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
Bravo!
Auch eine Kunst.
Soviel unreflektierten Schwachsinn, Klischees und Ahnungslosigkeit in zwei Absätzen unterzubringen, ist schon eine spezielle Leistung.
Dass Du Dich bei diesen bedrohlichen Szenarien überhaupt noch vor die Tür traust?!

Zum Thema: Leider ist der Absatz ziemlich begrenzt, den Gehegewildhaltern geht es ja auch nur bei der Selbstvermarktung halbwegs gut, ansonsten sind die Preise leider komplett am Boden.

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fgh antwortet um 08-10-2016 14:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
Liegt hauptsächlich daran, dass Trophäen gezüchtet werden müssen und da ist ein zu hoher Abschuss nicht förderlich.

junglans hat schon recht, würde man Rinder so füttern wäre es eine Katastrophe und das gefütterte Rind Sondermüll.
Wild frisst Futter bei dem die Wartezeiten nicht eingehalten werden und teilweise ziemlich viele PSM der für diese Futter nicht erlaubt sind.

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pluto. antwortet um 08-10-2016 15:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
Glaubst du, dass jeder Einwohner JEDEN TAG 1 kg Wildfleisch isst?
Wie sieht es mit Schweinen, Rindern und Geflügel aus, die während der Mast Medikamente oder gar "Wachstumsförderer" bekommen haben?

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Franz Schwarz antwortet um 08-10-2016 16:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
Pluto wannst das glaubst wast schreibst na dann gute Nacht. Bei den Standards was mir jetzt erfüllen müssen is das Wildfleisch sicher schlechter.mfg

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pluto. antwortet um 08-10-2016 16:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
Du musst Bauern und "Mastanstaltbetreiber" unterscheiden. Von Bauern gibts bestimmt nichts Schlechtes. Vom Metzger "um die Ecke" auch nicht. Aber die ganz großen Fleischbetriebe und Mastanstalten. Wo gab es, trotz angeblich lückenloser Konrolle, den Skandal um Gammelfleisch? Oder als aufgedekt wurde, dass Masttiere mit Hormonen gefüttert wurden, damit sie schneller wachsen? Und dass sie Antibiotika in bedenklichen Mengen bekamen, um Krankheiten vorzubeugen? Von Wild gab es so etwas noch nicht. Oder ist dir darüber was bekannt?

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borromäus.n1 antwortet um 08-10-2016 17:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
@vadireckt:
ihr jaga habt\'s ja auch den vorteil, dass ihr nach einer verhältnismässig nicht übertriebenen ausbildung euer wild selbst beschauen dürft.
könnt ich das als schaf- und ziegenhalter in durchschnittlicher österreichischer betriebsgrösse auch selber machen und eure vorschriften würden auch für mich gelten,, dann würde mein gewinn um einiges attraktiver aussehen und nicht die begeisterung 2/3 der motivation ausmachen.
ist jetzt nichts gegen die regelungen für jäger, ganz im gegenteil, hier herrscht noch ein klein wenig vernunft weil die konzerne euren markt noch nicht richtig erschlossen haben. wird aber noch kommen, da trau ich mich fast wetten.

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fgh antwortet um 08-10-2016 18:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
Naja Pluto, es gibt keine Kontrollen beim Wild und keine Dokumentation - woher willst du wissen wie hoch das Wild belastet ist...? Wer weiß wie viel Gift ein Reh in sich hat, dass in einem Weingarten speist, der bei schlechter Witterung wie z.B. heuer alle 10, teils 7 Tage gespritzt wird mit mit PSM auf dem 20 Tage aufwärts Wartezeit ist...? Keiner, weil es nie untersucht wurde und wird...

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pluto. antwortet um 08-10-2016 18:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
Das weiß ich natürlich nicht. Aber ich weiß, dass (Rot-)Wild aus Neuseeland auf Weideflächen gehalten wird und bei der Einfuhr stichpunktartig untersucht wird. Bei argentinischem Rindfleisch läuft es ähnlich.

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vadireckt antwortet um 08-10-2016 18:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
@ fgh
Meiner Erfahrung nach (was ich auch schon öfters beobachtet habe) ist es so das wenn herr Landwirt seine Felder mit PMS spritzt wirst du in diesem Felde zu 80% kein Reh sehen, kommt immer auf das Mittelchen an! Weil die jeweiligen Mittelchen einen sehr eigenen Duft haben (merkt auch der Mensch lange Zeit ) und das Reh hat einen äußerst guten Windfang (Nase), die sind bis 14 Tage nicht im Feld anzutreffen! Ausserdem ist das Reh sowiso ein Konzentratselektierer d.H. sie suchen sich nur das beste raus.
Aber man kann alles schlecht reden vl. muss man ja in Zukunft händisch füttern, weil sonst das liebe Vieh eine CO2 vergifftung erleidet oder zu viele Ruspartikel einatmet, Stroh nur mehr entstaubt Staubfieber gefahr ! Also Bitte ist doch lächerlich.


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timon.m(jiu1) antwortet um 08-10-2016 19:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
Durch den Pestiziedeinsatz wird die Natur völlig aus dem Gleichgewicht gebracht. Vor allem Glyphosat ist ein Naturkiller. Dieses Gift ist eine Katastrophe für Tier Mensch und Natur. Das Wild frisst ja auch viel vom Feld und wird so durch die Pestiziede vergiftet.

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vadireckt antwortet um 08-10-2016 20:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
Psm sind für das Wild auch nicht gefährlicher als für den Menschen selbst.
Ausserdem wurden auch im Mastvieh die Mittel nachgewiesen also was soll das!
Muss ich timon.m recht geben.
Besser wären hin und wieder statt Pflantzenschutzmittel eher Menschenschutzmittel.
Mir schmekt trotzdem alles ob Wild oder Schwein....
Dürfte man jetzt gar nix mehr essen weder Fleisch noch Pflanzen hmmm alles schlecht
Also Leute wer hat die Lösung bin neugirig ?

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fgh antwortet um 08-10-2016 20:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
vadireckt.... viel Ahnung vom PSM-Einsatz hast du nicht....
Ja, das Wild selektiert bei seinem Futter das Beste - die jungen Triebe mit viel Eiweiß.
PSM mit unangenehmen andauernden Geruch kenne ich nicht, zumindest nicht aus dem Obst- und Weinbau.
14 Tage kann man die Viecher maximal mit einem Wildverbissmittel ala Trico raushalten, aber da darf es nicht zu viel regnen.
Was glaubst du warum es im Wein-/Obstbau Sonderregelungen für verfrühten Abschuss aufgrund von Wildschäden gibt? Gerade im Frühjahr wo dieser Frühabschuss benötigt wird, dehnt sich der Spritzabstand auf maximal 14 Tage und nahezu nur systemisch wirkende Mittel im Weinbau.
Im Holunder (baue ich an) sind die Abstände zwar weit gedehnter, aber eine Spritzung stört dem Wild nicht im geringsten, nicht mal wenn Schwefel dabei ist, denn man wirklich ein bis zwei Tage war nimmt. Die fressen teils ein paar Reihen weiter genüsslich.
Es wäre aber schön, wenn du recht hättest, dann hätte ich nämlich immer wieder den Kampf mit Wildschäden....
Zum Unterschied: Die Einhaltung der Karenzzeit heißt nicht zwingend, dass kein Rückstand vom PSM mehr auf der Pflanze ist, sondern lediglich, dass der Rückstand so gering ist, dass der Verzehr durch Mensch und Tier vollkommen unbedenklich ist. Dies Dosis macht das Gift.


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vadireckt antwortet um 08-10-2016 21:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
@ fgh
Die Sonderregelung gibt es nicht nur im Wein.- und Obstbau gibst überall musst nur beantragen an der jeweiligen Bezirksverwaltungsbehörde.
Wenn du ein persöniches problem mit herr und frau Reh hast mach doch selber die Jagdprüfung und löse dein Problem selber und nicht immer sagen die anderen seien schuld usw..!
Ich habe z.B. kein problem mit Schäden durch Wild ich halte auch nieder mit dem Abschuss
seid dem ich selber Jäger bin brauche ich im eigenen Wald nicht mal irgendein Verbisschutzmittel.

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fgh antwortet um 08-10-2016 21:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Hoher Importanteil von Wildfleisch, Schwache Jägerschaft?
@vadireckt:
Wo genau habe ich geschrieben, dass wer anders schuld ist? Oder ist das jetzt ein gezielter Themenwechsel, weil du doch im Unrecht bist? - sowas passiert aber nun mal und ist das schöne an Diskussionen.
Aber zu deinen Ratschlägen: Als Verweigerer von Waffengewalt (Zivildienst) passt das mit der Jagd nicht ganz zusammen und ich gebe zu nicht alles machen zu können. Ich bin arbeitstechnisch gut ausgelastet. Aber eines ist klar, wenn jemand etwas pachtet, in diesem Fall die Jagd hat auch die Verantwortung und das heißt auch die damit verbunden Pflichten, folglich sehe ich auch nicht ein, warum ich alles selbst machen sollte.
Aber wären die Schäden noch immer so stark wie vor 2-6 Jahren, hätte ich wahrscheinlich schon den Weg zur Jagd gesucht.

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