Quereinstieg in die LW

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lars.r(ywm3) 12-09-2016 19:34 - E-Mail an User
Quereinstieg in die LW
Servus zusammen,

Ich möchte einmal ein paar Meinungen hören um zu überprüfen ob dies nicht nur ein Tagtraum ist oder durchaus machbar wäre.

Kurz zu mir, ich bin männlich 27, bin aus dem schönen Rottal und seit 10 Jahren,Altenpfleger (derzeit Stationsleiter/Palliativ FK), meine Lebensgefährtin Pferdepflegerin/Hauswirtschafterin mit Vorerfahrung in Eigenversorgung, Gemüsebau, Hühnerzucht und Forst. (Kein Betrieb)

Da ich schon als kleinster "Bua" gesagt hab, das ich irgendwann mal einen Hof haben möchte und ich mich derzeit Ernsthaft mit der Materie auseinander setze hier die folgende Überlegung:

Da es immerwieder zu hören ist, das viele Betriebe keine Nachfolger haben würde ich gerne in einen noch laufenden Kleinbetrieb (Ackerbau/Forst) einsteigen - Deal wäre Leibrente mit Versorgung der Altbauern (Hauswirtschaftlich/ Pflegerisch/ Besorgungsfahrten ect) gegen eine Hofübergabe.

Wichtig wäre mir das ich sozusagen als Quereinsteiger mit an die Hand genommen werde und eingearbeitet werde. Ziel wäre maximal Nebenerwerbslandwirt, neben der Pflege ( natürlich nicht mehr vollzeit)

Derzeit les ich 2 Bücher "Landwirtschaftlicher Pflanzenbau" und "1000 Fragen an den jungen Landwirt". Gibt es noch Bücher die empfehlenswert sind?

Was haltet ihr davon, welche Anlaufstellen könnt ihr mir dazu empfehlen? Falls es zu einem Hof und Leuten kommt, wos passt, könnte ich mit durchaus die Abendschule vorstellen.

Vielen Dank für eure Antworten, vermutlich gab's vor mir schon mehrfach diese Fragen.

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gruberp antwortet um 12-09-2016 20:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Die Politik, will keine Kleinbauern mehr, das ist sicher sehr schwer, ein teures Hobby, und du wirst von hinten bis vorn, nur be....., bin Kleinlandwirt und oft am überlegen ob ichs mir weiter antun soll, und alles wegen den falschen Leuten am Ruder, unfähigen Politikern.

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Mopi antwortet um 12-09-2016 20:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Lars.
Ist mit viel Arbeit verbunden. Aber wenn man es tun will, sollte man es machen, und sich von frustrierten Pessimisten ( siehe Gruber .. sucht die Schuld bei den Anderen ) nicht drausbringen lassen.

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Richard0808 antwortet um 12-09-2016 21:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hy Lars, bin ungefähr in deinem Alter und habe einen Hof im Nebenerwerb.
Finde deine einstellung super, ohne Leute wie dich giebt es bald das kleinstrukturierte Österreich wie wir es kennen und lieben nicht mehr.....

Zu mir, habe ca. 25 Milchkühe und eine 40 stunden Woche in meiner Arbeit, jetzt werden hier viele sagen der Arbeitet sich doch zu tode aber ich bin gern Landwirt.
Die arbeit am Hof ist für mich der Ausgleich so wie andere Wander oder Radfahren gehn, was man gern macht macht man gut.

Nur eins ist sicher, du musst damit rechnen das deine Arbeitsstunden nie so entlohnt werden wird wie in einer Firma.
Ob an diesem Stundenlohn nun die Pokitik, Wirtschaft oder sonst was schuld ist scheiden sich hier im Forum e die geister, aber wenn du davon überzeugt bist dan mach es.

Und zur Ausbildung würd ich sagen zumindest ein Facharbeiter für Landwirtschaft wäre gut, ist e nur ein 6 Wochen Kurs, sozusagen der Crashkurs für Landwirtschaft


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lars.r(ywm3) antwortet um 12-09-2016 23:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Danke derweil für Euren sehr unterschiedlichen Antworten - ich sehe schon ein schwieriges Thema.

Das ist mir sehr wohl bewusst, das ich weniger im gesamten Verdienen werde als bisher - jedoch hat man ein großes Gut in der heutigen zu schnelllebigen Zeit:

Man ist für Unabhängiger als die "Stadterer", man Entschleunigt, ist am Land, hat Frische Landluft ;-)) (...ich mags) und kann im großen und ganzen etwas Zufriedener leben.

Meine Meinung ist: Politik und deren "Gscheidhaferl" wechseln sich wie die Unterhosen. Jedoch ohne Landwirtschaft, geht halt gar nix.
Back to the Roots!

Ich denke wenn man sich auf ein Spezialgebiet festlegt und/oder Direktvermarktet würde das gehen. In erster Linie wäre es sowieso Eigenversorgung - wenn dann noch geschäftlich was gehn würde, warum nicht.

Was ist eure Meinung, würdet ihr auf so ein Angebot bzgl Leibrente/ Hofübergabe eingehen oder nicht? Würde mich mal interessieren.

Vielen Dank für den Tipp mit dem Facharbeiter - muss mich mal Kundig machen, wann, wie und wo es das in meiner Nähe gibt.

---Schön ist alles, was man mit Liebe betrachtet---

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Vollmilch antwortet um 13-09-2016 08:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Lars!

Eine kleine Landwirtschaft zu führen ist imho weniger herausfordernd, als menschlich mit den "Übergebern" auszukommen. Das kann sehr gut funktionieren oder auch gar nicht.
Im Vertrag sollte das ganz klar geregelt sein.
Landwirtschaften auf Leistete gibt es immer wieder, wenn man örtlich flexibel kann das einfach sein.
Für mich wäre Kauf die entspanntere Variante.

LG Vollmilch

LG Vollmilch

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dietmar.s(2cz6) antwortet um 13-09-2016 10:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo Richard

Dass du die 25Kühe....alleine... machst so wie hier suggeriert wird glaub ich dir nicht!
(Untertags fallen sicherlich Arbeiten an wie Tierbeobachtung,Brunstbeobachtung,Geburten,Komplikationen, Tierarztbesuche, usw. und die Tiere werden sich wohl kaum an deine Arbeitszeiten orientieren)

Dass ein 40 job und 25 Kühe trotzdem viel arbeit sind glaub ich dir sehr wohl.

mfg

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Fallkerbe antwortet um 13-09-2016 11:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Zitat Lars
und kann im großen und ganzen etwas Zufriedener leben.
Zitat ende

Das halte ich nun für ein falsches Klischee.
Wenn du dich hier im Forum umschaust, hast du dann wirklich den Eindruck / das Gefühl, das Bauern im schnitt zufriedener leben als die Durchschnittsbevölkerung?





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kraftwerk81 antwortet um 13-09-2016 11:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@lars.r(ywm3)

entschleunigen??? also entweder hast Du wirklich gar keine Ahnung oder Du willst uns verarschen! Im Nebenerwerb bist immer unter Strom das irgendwie unter einen Hut zu bekommen.

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gruberp antwortet um 13-09-2016 12:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@kraftwerk81 Vielen Dank für den treffenden Kommentar,immer unter Strom, ist milde ausgedrückt, eher Starkstrom oder Blitz, hatte heuer Bandscheibenvorfall, und neben der Arbeit, ists mit dem Wetter aus schwierig, vor allem beim heuen, habe oft schon Heu gepresst nach der Arbeit mit Scheinwerfer bis spät in die Nacht, dann während ich in der Arbeit war hats mirs verregnet, zum Glück hab ich nen Arbeitgeber der verständnis hat, und ich zwischendurch heimfahren kann oder Urlaub oder zeitausgleich kurzfristig bekomm.
Von solchem Stress haben hier viele keine Ahnung.

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beginner antwortet um 13-09-2016 12:18 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Wir haben uns auch mit dem Thema Leibrente beschäftigt.
Es ist eine gute Möglichkeit, hat aber auch viele Hürden zu nehmen.

z.b.:

-Vorstellungen der Besitzer (aus Erfahrung wollen viele, dass ihr Erbe so weiter geht wie bisher)
-Kosten (hatten auch schon Anforderungen von 1000€ im Monat Leibrente zu zahlen)
-Wohnmöglichkeit (getrennte Wohneinheiten sind eigentlich ein Muss und nicht immer möglich)
-Nachkommensfrage (oft ist das nicht geklärt und man läuft in einen offenen Konflikt )

Trotzdem kann es eine gute Möglichkeit sein.

Wie schon hier gesagt..alles schriftlich und gut ausmachen.
Quereinsteigen ist auf jeden Fall eine super Sache. Man ist nicht befangen. ;)




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lars.r(ywm3) antwortet um 13-09-2016 12:46 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Vielen Dank für eure Antworten.

Natürlich muss da alles ausgesprochen sein, wie das geschehen soll. Getrennte Wohnmöglichkeiten halte ich für äußerst sinnvoll. Man muss sich "Zamraufa", was beide Parteien wollen. Wenns passt kann mans probieren - wenn nicht weiterschauen.
Eben weil ichs weiß das die meisten Leute zu Hause bleiben wollen im Alter, dachte ich mir wäre das ein Angebot. Eine Hand wäscht die andere.

Versteht mich nicht falsch (manch einer tut dies), ich habe keine vorgefertigten Kllischees
Ich sags mal so: Arbeiten musst überall und geschenkt wird dir nirgendwo etwas, das ist mal klar. Nur kommt es drauf an ob mans machen MUSS oder WILL.

Zum Kurzen Überblick: Ich bin derzeit für 10 Mitarbeiter und rund 30 Bewohnern und deren Angehörigen, Ansprechpartner und Verantwortlicher, Arbeite in Schichtdiensten (7 Tage, keine Seltenheit...bei Krankheit sowieso mehr), nebenbei bin ich Ansprechpartner bei Sterbenden /Schmerzmanagment im Haus, es müssen Dienstpläne geschrieben werden und der tägliche Papierkram will auch erledigt werden....also immer genug zu tun.

Ich bin gern am Land und dort stellt sich (auch beim Mitarbeiten) eine Zufriedenheit/"Entschleunigung" ein. Damit das jeder ein wenig versteht.
Nebenerwerb wär das maximalste was ich mir vorstellen kann - eben weil mir durchaus bewusst ist das ein Vollerwerb mit einem kleinen Hof mehr als am Existensminimum kratzt.

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Ziegenbua antwortet um 13-09-2016 13:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Deine Voraussetzungen sind ja schon mal vielversprechend. Ich gehe davon aus, dass man in deiner geschilderten Position sich über ein Familieneinkommen keine Sorgen machen muss. Auch wenn deine Frau Karenz beanspruchen würde könntest du euch beide und auch einen Sprössling durchfüttern.
Gerade solch eine Situation würde sich auch anbieten um den Einstieg in eine noch laufende Landwirtschaft zu schaffen. Beispielsweise schmeißt deine Frau dann sowieso den Haushalt, ob sie dann für 1 pder 2 Leute mehr kocht sollte schon egal sein. Beim Wäsche waschen das Selbe.
Aber: dass neben der Arbeit ein Ackerbau- und Forstbetrieb Abwechslung in den Alltag bringt kann ich mir nicht vorstellen. Tuts da nicht ein Haus mit einem größeren Grundstück auch? Kräuter- oder Gemüsegarten? Wald gibts auch immer wieder zu kaufen, für wenige 1000 Euro bekommst dan schon mal ein ha in der Nähe. Und das beste daran: ganz ohne dem Überraschungsei der alternden Hofbesitzer - keine Ahnung wie alt die werden, keine Ahnung wie die sich verändern wenn man sich täglich/ständig mit ihnen abgeben MUSS, keine Garantie dass sie nicht ewig leben und dein Leben damit um einiges härter wird.
Was machst du mit dem Hof wenn deine Frau nichtmehr ist, die Hofbesitzer aber schon noch? Was macht deine Frau im umgekehrten Fall? Also für mich wäre es nichts, wenn dann kaufen oder einen Betrieb n der Nähe des Wohnhauses pachten. Geschenkt bekommt man auf Leibrente in den seltensten Fällen etwas.

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Richard0808 antwortet um 13-09-2016 13:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo dietmar.s

Das ich alles alleine mache hab ich auch nicht geschrieben und wenn man es genau nimmt Arbeite ich 38,75 Stunden(die Pause wird natürlich nicht bezahlt)

@gruberp so wie du es beschrieben hast mit dem Strom trifft es auch ganz gut, kenne das nur zu gut wenn man in der Arbeit ist, Heu auf die Einfuhr wartet und ein Wetter aufzieht ist recht spannend.






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