Lebensmittel noch zu billig?

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5800 30-11-2012 21:28 - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Schauplatz ORF 2 über weggeworfene Lebensmittel!


schellniesel antwortet um 30-11-2012 21:58 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
ein klares jein!
eher fehlt die Wertschätzung weil eben leistbar! andererseits braucht die Industrielle Lebensmittelverarbeitung für ihre Produktionsabläufe auch genormte Rohstoffe!

Aber denen geben die sich es nicht mehr leisten können dafür sind wir aber auch wieder zu neidig!

Mfg


antach antwortet um 30-11-2012 22:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Hallo
Katastrophe wie man mit Lebensmittel umgeht, auf der anderen Seite wird produziert auf Teufel komm raus und auf der anderen Seite schmeißt man Lebensmittel weg wie ein Stück Holz.



Icebreaker antwortet um 30-11-2012 22:28 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Ja @antach,
oder man lässts in Unmengen nach der Ernte am Acker liegen ... (weils halt ANGEBLICH nicht der Norm entspricht, die der Endkonsument kaufen würde.

(...)


mfg Ice


tiroler antwortet um 30-11-2012 22:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
von den nachkriegs generationen glaub ich wird keiner lebensmittel wegwerfen.
muß dem icebreaker recht geben, mit den lebensmitteln am acker.im herbst fragte ich
einen kartoffel bauern was es mit den schönen großen kartoffeln am acker auf sich hat?
da sagte er nur zu groß,unverkäuflich.ich schüttelte nur den kopf und zog ab.


wene85 antwortet um 30-11-2012 22:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
ja es schätzt die Lebensmittel keiner mehr. Allein was jeden Tag bei den Supermärkten weggeschmissn wird und nicht mal der eigene MA darf es mit nach hause nehmen.

mfg


tch antwortet um 01-12-2012 00:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Was regt ihr euch auf? "Ihr" zeigt doch immer wieder was lebensmittel wert sind- Milch wegschütten hat eben Vorbildwirkung.
Was bei einem recht ist soll beim anderen schlecht sein?
Seit froh das es so ist- äre es anders würden viele von euch im leeren Stall stehen.

Schön das ihr euch wieder mal auf die Endkonsumenten beruft- die Norm hat anderen Hintergrund....

Die zu grossen Kartoffeln müssen nicht am Acker bleiben- das ist die billige Ausrede von einem faulen Sack.
Als Tierfutter immer noch zu gebrauchen- aber auch da ist so- geschenkt wäre noch zu teuer....

Jeder Landwirt ist bei Lebensmittel ein Konsument

tch




helmar antwortet um 01-12-2012 07:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Hallo Tch.......so ist es. Und was in unserem Haushalt übrig bleibt fressen die Hühner.
Mfg, Helga


sisu antwortet um 01-12-2012 08:14 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Hallo!
Gerade bin ich an einem Rübenfeld vorbeigefahren, wo die 6 Reihige am Werk war hier liegen Zuckerrüben in großer Menge am Feld die entweder abgerissen sind oder von der Maschine nicht genommen wurden.
Vor Lebensmittel haben vorallem die Erzeuger den wenigsten Respekt sonst würden sie nicht Lebensmittel für Biogasanlagen, Bioäthanolanlagen oder zum Verbrennen anbauen.
Die Landwirte die hart für ihr/unser Tägliches Brot arbeiten mußten, würden sich im Grabe umdrehen wenn sie sehne könnten wie ihre Hoffolger mit den Lebensmitteln umgehen.



Gratzi antwortet um 01-12-2012 09:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@sisu

ich glaube es ist sowieso derzeit das grösste Verbrechen, Grundnahungsmittel in Biogasanlagen zu geben, ich rede nicht von unbrauchbaren Rückläufe von Supermarkt.....Früher durfte ich zu Hause nicht mal altes Brot wegwerfen.
Diesen Bananen wurden von den Märkten fuer Bio hergerichtet ???? Wahnsinn
Aber jammern braucht kein Bauer, solange am Bauernmarkt € 5,-- fuer einen 1,5kg Laib und fuer 1 Stk Bratl (2cm dich) €3,-- verlangt werden, braucht sich keiner mehr wundern. Bei uns verlangen viel Bauern ab Hof, über den Lebensmittelmarktpreis ????? .... Ja ???????
Der Markthit der Abzocke : Hausgemachte Bäckerei zu Wahnsinpreisen!!!!! 1Kg Gemischte Keks zu € 35,-- ????????



 


tiroler antwortet um 01-12-2012 10:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@tch
milch weg gschüttet haben wir noch nie,ist in meinen augen ein verbrechen.
früher in den 50ern,60ern gabs bei uns im dorf einen fahrbaren futterdämpfer
wo die gageln(kleinen)erdäpfeln für die schweine und kühe gekocht und
verfüttert worden sind.heut macht diese arbeit keiner mehr.aber so ändern sich die
zeiten.time ist money anscheinend.
Heinz


Gratzi antwortet um 01-12-2012 11:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@ tiroler

nicht die Zeiten ändern sich, sondern die Menschen!!!


Restaurator antwortet um 01-12-2012 11:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
ganz so einfach ist die sache nicht.
natürlich kann man die zu grossen erdäpfel am feld als tierfutter verwerten. die frage ist nur: welcher stundenlohn bleibt dann letztlich für diesen aufwand? muss ein bauer um 1,50 (als hausnummer) die stunde arbeiten damit die nicht-landwirte nicht sagen können, dass bauern lebensmittel selbst nicht schätzen?
in der gegend von gratkorn, neben der autobahn zieht einer alte, ausrangierte autobusse mit dem traktor auf die felder. seine schweinderl wohnen im postbus und holen sich das liegengebliebene selbst. noch mehr bio geht gar net. ist das die lösung?
auch haben mir meine altvorderen als kind immer wieder erzählt wie die ganz armen in den 30er jahren und danach mit erlaubnis der bauern nach der ernte die felder von den liegengebliebenen erdäpfeln und rüben befreit haben. das liegenbleiben gibt's also auch in notzeiten und ist nur für den, der gar nichts hat bedeutungsvoll.
das bild mit den bananen find ich unpassend, nicht nur weil die bei uns (ausser in radkersburg) gar nicht als feldfrüchte wachsen.
erstens sind die im regelfall extrem vergiftet. von einer südamerikanerin aus einem bananendorf weiss ich, dass die leute dort diese bananen nie essen würden weil sie gegen pilzbefall in riesigen containern in eine hochgiftige brühe eingelegt werden. das ist ja auch der grund warum bananenschalen am kompost nichts verloren haben.
dann kommt noch dazu, dass so gut wie alle bananen bei uns inzwischen unreif am markt sind. ein mir bekannter afrikanischer student hat gesagt, dass er in den 7 jahren in österreich eine einzige banane bekommen hat die so wie bei ihm daheim geschmeckt hat. das glumpert muss ja letztlich im mistkübel landen.
wenn milch weggeschüttet werden muss: was ist die alternative? es ist doch nur (in meinen augen zumindest) der auswuchs eines zu geringen preises.
ich würde sogar behaupten, dass die überschussproduktion durch zu geringe lebensmittelpreise verursacht wird. bei höheren preisen kann der produzent bei gleichem gewinn die menge zurückfahren und es bauen sich dann keine butter- und milchberge auf.
@gratzi: warum sollte ein bauer sein in der regel besseres brot billiger als ein bäcker verkaufen? das versteh ich nicht. auch ein bratl der entsprechenden qualität wirst du bei einem fleischhacker nicht unter 3 euro kriegen. du beschwerst dich ja auch nicht, dass ein jeep um eine ecke mehr kostet als ein dacia duster?
dürfte ich diktieren wären die lebensmittelpreise so angesetzt, dass 20% des durchschnittseinkommens zum aufwenden sind. die finanzielle ersparnis bei den lebensmittelpreisen bleibt ja nicht zuhause, sondern geht über die entsprechenden (luxus)produkte nach china, korea, japan, usw.
habt's schon wen jammern gehört, dass das iphone5 700 euro kostet? oder dass wer ein problem damit hat alle 2 jahre sein funktionierendes handy zu wechseln? und damit man sich den scheiss auch als schlechtverdiener leisten kann müssen die lebensmittelpreise runter. womit wir auch bei grund für die vernetzung der elektronikkonzerne mit den dünge- und saatgutherstellern wären.


Arbeiter antwortet um 01-12-2012 11:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Sind die Nahrungsmittel billig werden sie mehr gekauft als man braucht.
Sind die Nahrungsmittel teurer werden weniger gekauft und der Erzeuger muss die zuviel produzierte Ware entsorgen. Das Volk gibt nur einen Teil seines Einkommens für Nahrungsmittel aus. Es ist für mich unverständlich wenn ein Landwirt kritisiert, das mehr gekauft wird als man benötigt wird, denn auch der Landwirt entsorgt ( einackert) genissbare Lebensmittel nur weil zuviel da ist.



zehentacker antwortet um 01-12-2012 11:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Beim Bevölkerungswachstum Mitteleuropas waren die Resourcen in unmittelbarer Umgebung entscheidend. Wasser, Energie, Wohnen, Bekleidung und Essen waren gleich wichtig. Erst durch Kohle, Erdöl und Erdgas war es möglich, freiwerdende Land,- und Forstwirtschaftsflächen für die Nahrungsmittelproduktion zu nutzen. Der weitgehend autarke Bauernhof, in Entwicklungsländern kann man den noch immer sehen, hat sich zu einen Spezialproduktionsbetrieb mit, relativ zum Umsatz, geringer Wertschöpfung gewandelt.
Der Preis für den Endverbraucher eines "Landwirtschaftlichen Produkts" hat nur mehr wenig mit der Wertschöpfung des Landwirts zu tun. Typisch dafür, folgende Aussage: ich kauf im Supermarkt drei Scheiben Spezialbrot, hochgerechnet aufs Kilo kostet das 5 €.


50plus antwortet um 01-12-2012 12:02 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@sisu

Frag den Bauern, ob du die Rüben holen darfst und verkauf sie einem Jäger! Dann muss sich kein Bauer im Grab umdrehen, weil was verdirbt!
Oder bist auch zu bequem - zu diesem Stundenlohn?

@gratzi

Na wirklich um 35 € ein Kilo winzigkleine Weihnachtskekse - Abzocke pur! Wieviel Kilo meinst, dass man in einer Stunde schafft? Bzw. wieviele Stunden braucht man für 1 kg Kekse? Davon musst dann nur mehr den Preis für die Zutaten abziehen und die Kekserl dekorativ verpacken und am Standl verkaufen!

Billa, schick uns Hausverstand!!!

Wenn ich die Sozialversicherungsbeiträge durch die Arbeitsstunden dividiere, die ein Arbeitnehmer im Jahr arbeitet, kostet mein Beitrag ca. 6 €/Arbeitsstunde! Darf ich das bei den Kekserln dazuzählen, oder muss ich die in meiner Freizeit backen? Beim Rüben klauben deto!

Wieviel Stundenlohn gönnt man uns Bauern eigentlich?


50plus antwortet um 01-12-2012 12:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@Arbeiter

Der Bauer entsorgt die Lebensmittel, weil der Verbraucher schon so verwöhnt ist, dass er nur einwandfreie Normgröße in Spitzenqualität zu Billigstpreisen kaufen will, den Rest kann sich der Bauer auf den Hut stecken!

Darum sind die Lebensmittel viiiiiel zu billig. Wenn sie teurer wären, würden sie von den Konsumenten mehr geschätzt und wir Bauern würden keine Ausgleichszahlungen benötigen, die uns ohnehin niemand gönnt!
Was machen wir dann allerdings mit dem Ausgleichszahlungs-Verwaltungspersonal?


sisu antwortet um 01-12-2012 12:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Hallo!
50+ es ist zwar nicht meine Art das zu sagen aber "An bißl an Klopfer hast Du schon"gib Deine Adresse bekannt vielleicht fahren ein paar Forumsteilnehmer vorbei und schmeißen Dir ein wenig Geld bei der Oberlichte rein.




Restaurator antwortet um 01-12-2012 12:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@sisu:
im jahr 2000 lag das durchschnittliche pro-kopf-einkommen der arbeitnehmer aller nace-branchen bei 24530€ in den eu-15, das landwirtschaftliche hingegen bei 14925€. das heisst, es lag bei 3/5 der durchschnittlichen nace-löhne.
2010 lagen erstere bei 29153€, das in der landwirtschaft bei 17204€. es sind also immer noch nur 3/5.
insofern empfinde ich als einer, der nie in der landwirtschaft seinen haupterwerb hatte, deine aussage vom "geld bei der oberlichte reinwerfen" als völlig inakzeptabel und unqualifiziert.
nur für den fall, das du ein ausschliesslich visueller typ bist:



 


50plus antwortet um 01-12-2012 13:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@restaurator

Danke, dass du mich verteidigst! Manche vertragen halt die Wahrheit nicht, oder sie haben keine Ahnung, wovon sie schreiben.


Hirschfarm antwortet um 01-12-2012 13:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Das war ja gestern wieder einmal typisch linker ORF. Message: Die ach so reichen Großbauern lassen die wertvollen Lebensmittel am Acker liegen. So ein Schmarrn!
Die Industrie und der Handel verlangen genormte Ware in ausreichender Menge. Das bei der Produktion Ausschuß anfällt ist normal. In der Landwirtschaft genauso wie in der Industrie. Wie mit einem Produkt umgegangen wird richtet sich nach seinem Preis. Wenn die Konsumenten die Drahtwurmigen Kartoffel auch ordentlich bezahlen würden ,käme kein Bauer auf die Idee diese auf den Kompost zu schmeißen.
Zum Thema Brot: Altbrot wird in Österreich zum überwiegenden Teil verfüttert - sprich der Nährwert wird veredelt. Ein Teil wandert auch noch in die Biogasanlagen.
Wenn jemand durch den Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln krank werden würde wäre der ORF wieder der Erste der die ach so gierigen Bauern vorverurteilen würde.
mfg

p.s.: Alle paar Jahre kosten die schönen Kartoffel auch nur 3ct. Da regt sich auch niemand auf das Sie zu billig sind.
p.p.s: @susi:Bei dir kann mans oben wahrscheinlich mit dem Radlader reinkippen, soviel Platz wie zwischen deinen Ohren sein muß!!


Gerhardkep antwortet um 01-12-2012 14:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?

Dieser bericht war heute in Deutschen Medien zu lesen

Während ein Liter Benzin den deutschen Kunden 1950 noch knapp 30 Cent kostete, bezahlt er heute für den Liter gut den fünf- bis sechsfachen Preis. Anders verhält es sich da bei der Milch: Ein Liter kostete 1950 noch rund 18 Cent. Bis 1980 stieg der Preis dann ähnlich wie der des Benzins auf fast 60 Cent. Seitdem aber sind die Kosten für Milch nicht mehr gestiegen, wogegen der Benzinpreis bekanntlich weiter in die Höhe schnellt. So sieht das der Kunde und freut sich. Butter beispielsweise kann man heute annähernd zum selben Preis kaufen, wie im Jahr 1950. Mit dem entscheidenden Unterschied, dass ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in der Zwischenzeit gut das Zehnfache des damaligen Lohns verdient. Den Preis für die extrem günstigen Milchprodukte zahlen die Landwirte

mfg GK


50plus antwortet um 01-12-2012 15:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@hirschfarm

Jetzt hast den Sisu endgültig beleidigt! ;-)

Manche verstehen's einfach nicht oder wollen's nicht verstehen, dass auch wir nicht umsonst arbeiten mögen.


Gratzi antwortet um 01-12-2012 16:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@restaurator

will das Brot sicher nicht besser ist, und grossteils sind sie bei uns Pauschaliert.
Und weil sie zum Teil am Montag am Grossteil in der Metro zukaufen, glaub nicht das sie 10kg Gebinde in der Woche alleine essen?


sisu antwortet um 01-12-2012 17:26 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Hallo!
Hirschilein Du kannst mich nicht beleidigen, hast wahrscheinlich eh die größten Erdäpfel bei euch in der Gegend.
50+ das Du eine Hardcore Bäuerin bist wissen wir eh alle, aber auch Du kannst mich nicht beleidigen seitdem Du in einem anderen Thread Kinderfi....de Pfarrer verteidigt hast.
Aber es freut mich immer wieder zu lesen das es noch immer Idealisten unter den Landwirten gibt die nur vom Draufzahlen leben.


Restaurator antwortet um 01-12-2012 17:33 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
da muss es dann einen gravierenden unterschied zwischen tirol und der südsteiermark geben.
im raum graz z.b. weiss ich nur die bäckerei strohmeier die in der qualität mit dem "bauernbrot" der kleinen landwirtschaftlichen erzeuger zwischen leibnitz und radkersburg mithalten kann. speziell beim brot mit hohem roggenanteil. die supermarktware - ausgenommen dort wo man eben strohmeier-brot in den regalen findet - kann da selten und meist nur noch teurer mithalten.


Hirschfarm antwortet um 01-12-2012 17:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@susi: Ich hab schon 2003 mit dem Kartoffelbau aufgehört. Was glaubst warum? Weil die Kartoffeln zu klein waren!

mfg


sisu antwortet um 01-12-2012 17:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
hirscherl das war aber eine schwere Wirtschaftliche Fehlentscheidung von Dir weil mit Deinen 70dag Erdäpfel hättest reich werden können. Aber gibt nicht auf probier es jetzt noch einmal Du hättest die besten Vorraussetzungen dafür das Du sehr große Kartoffel bekommst.


Woodster antwortet um 01-12-2012 18:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@50plus, @Restaurator, ja kann ich voll zustimmen.

Ich möchte ergänzen, dass die Lebensmittel nicht viel zu billig sind, sondern sind durch den exorbitant teuren Förderapparat letzlich für alle sauteuer.
Denn: Was man dem Bauern als Förderung zukommen läßt, soll in Wahrheit für niedrige Lebensmittelpreise sorgen, damit das Wahlvolk beruhigt seine bisher gewohnten Kreuzerln macht.

Nur: Das was man als Förderung dem Bauern gibt, muss man dem Steuerzahler ca. 4mal so hoch wegnehmen. Denn 3/4 gehen für den Verwaltungsapparat drauf. Ca. ein Viertel kommt beim Bauern an.
Und dieses Viertel soll den Konsumenten auf Dauer die Lebensmittel verbilligen...

In der Praxis ist das natürlich die teuerste Art der "billigen" Lebensmittelversorgung.
Noch dazu wo mit dieser Förderungweise die bäuerlichen Kleinstrukturen nachhaltig zerstört werden und im Krisenfall eine autarke Versorgung der Bevölkerung auch nicht mehr möglich ist.
Und die immer größeren Strukturen beliefern immer größere Einheiten mit immer weniger Qualität.
Hat hier die Politik also gleich drei Fliegen mit einer Klappe erwischt...
Scho suppaaa - oder??




tch antwortet um 01-12-2012 18:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Hallo 50plus

Welche genormten Lebensmittel ksuft der Konsument direkt beim Landwirt?

Wie stellst Du einen Preisvergleich bei zb. Eiern an?
Machst Du das über die Größe oder nach dem Aussehen ev. nach dem Gewicht?

Wie ist das bei Apfel? Preis nach Stück oder Gewicht?

Scheiss Normen......:-)



tc h


50plus antwortet um 01-12-2012 18:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@sisu

Ich habe niemals Pfarrer verteidigt, die Kinder geschändet haben!
Ich mag es aber auch nicht, dass man automatisch alle Pfarrer in einen Topf wirft.

Natürlich kann ein Bauer nicht lange vom Draufzahlen leben! Du etwa?

Kannst du nicht sinnerfassend lesen oder willst du den anderen nur das Wort im Mund umdrehen?






tch antwortet um 01-12-2012 18:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Hallo Woodster
"Und die immer größeren Strukturen beliefern immer größere Einheiten mit immer weniger Qualität."

Willst Du damit sagen dass "die" Landwirtschaft unfähig ist hochwertige Lebensmittel zu produzieren?
Die Preise sind demnach immer noch zu hoch!

tch



50plus antwortet um 01-12-2012 18:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@woodster

So ist es, leider verstehen das sehr wenige! Es zählt eben nur das, was der Konsument an der Supermarktkasse zahlt.




schellniesel antwortet um 01-12-2012 19:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Falsch! Nicht die Qualität sinkt sondern die Qualitätskriterien sind falsch!
Aussehen ist wichtiger als Geschmack!
Mittelmaß ist besser als zu groß oder zu klein,.....

Mfg Andreas


Woodster antwortet um 01-12-2012 19:29 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@schellniesel,

wenn Strukturen immer größer werden, müssen immer größere Lager her, die Waren legen immer größere Strecken zurück. D.h. der Fokus liegt auf möglichst lange Haltbarkeit. Mit Chemie und Gamma-Bestrahlung wird der Lagerfähigkeit nachgeholfen. Der Wert für die Ernährung sinkt gegen Null...., bzw. ist sogar teilweise gefährlich. Nicht umsonst gibts soviele Allergien wie nie zuvor.

Z.B. bei den Äpfel gibts fast keine alten Sorten mehr im Regal.
Nur Züchtungen, die unempfindlich und lange lagerfähig sind. Geschmack ist da eben sekundär.
So versuch einmal einen der besten Äpfel, wie Kronprinz Rudolf, bei Merkur, Billa und Co zu finden...

Jeder weiß, je länger Lebensmittel gelagert werden, desto schlechter wird in der Regel die Qualität.
Bei Obst und Gemüse ist das natürlich besonders krass.

Soviel zu den immer größer werdenden Strukturen.
Nochwas: If you pay peanuts, you get peanuts...
Oder: Wennst an Schmarrrn zahlst, kriagst holt a Glump!



Restaurator antwortet um 01-12-2012 19:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
schellniesel: triple - A rating


sisu antwortet um 01-12-2012 21:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Hallo!
Also was sollen Lebensmittel Deiner Ansicht nach kosten 50+?
Der kg Maststier kostete vorigen Freitag 3.91 € + Mwst. Schweinefleisch Basispreis 1.76 € + Mwst. Wenn man in einer Gastromarkthalle zur Zeit Rindfleisch einkauft in großen Mengen zieht es einem förmlich die Schuhe aus zBsp.kg Rostbraten um die 18 €, Rinderfiket ca. 30 €, Rindsschnitzel ca. 10 €. Bei der Wurst sieht es nicht viel anders aus 10 dag zwischen 1.70€ - 3.00 €. Der Kopfsalat kostet ca. 1.5 €, der Kornspitz ca.1.10 € auf den Kilo umgerechnet also um die 10 €. Beim Käse sieht es ähnlich aus teilweise teurer als Fleisch.
Wenn Du mir jetzt erklärst das der Endkonsument (Du und Ich) noch immer zuwenig für ihre Lebensmittel bezahlen stimmt irgendwas nicht.
Was mir natürlich klar ist das manchem "Herrenbauer(in)" es lieber wäre wenn der "Kloahäusler" den ganzen Tag bei ihnen arbeitet und dafür am Abend ein Stück Brot und ein Glas Milch bekommt. Ob Du auch zu dieser Sorte gehörst kann ich nicht bezrteilen da ich Dich nicht persönlich kenne, jedenfalls lieferst Du teilweise Argumente die darauf schließen lassen.


wene85 antwortet um 01-12-2012 21:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Der Markthit der Abzocke : Hausgemachte Bäckerei zu Wahnsinpreisen!!!!! 1Kg Gemischte Keks zu € 35,-- ????????

Ok bei uns kosten sie keine 35 € sondern 24€ aber dafür Top Qualität
Wenn ich jetzt ehrlich bin und so arbeiten würde wie eine normale Firma heute mit Mitarbeitern ganz normal bezahlen müsste lt. Kollektiv und die ganzen Ausgaben die dazugehören rechnen würde könnte man sie unter 30€ nie verkaufen würde man nix verdienen dabei. Meine Ehrliche Meinung.

In der Landwirtschaft ist halt das meiste so aufgebaut das man meistens die Arbeitszeit net rechnen darf.


mfg


Restaurator antwortet um 01-12-2012 22:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@sisu:
bei meinen schafen und ziegen hab ich durchschnittlich 1,3 geburten pro jahr. die schaflämmer haben einen schlachtkörper von maximal 20 kg, die ziegen sowieso weniger. dafür krieg ich 5€/kg oder anders gesagt knapp 2€ pro kg lebendgewicht.
wenn ich vom günstigsten fall ausgehe sind das 100€ / lamm.
abzuziehen sind das winterfutter für das muttertier, entwurmungsmittel, zaun- und unterstanderhaltungskosten, strom für weidezaungerät. sie müssen geschoren werden ( das hinführen der wolle bei den in österreich typischen kleinbeständen ist schon fast teurer wie der wollerlös), es muss klauenpflege betrieben werden, im winter tägliche 2-malige fütterung, tägliche (zumindest bei mir 2 - 3 x tägliche) nachschau um das wohl der tiere. nachmähen der weideflächen und ein ausbessern der scheuerstellen ist auch recht zeitaufwändig.
abgezogen werden müssen ebenfalls 29€ für schlachtung mit beschau, das zerlegen nach arbeitszeit kostet nochmals ordentlich. dann muss ich allerdings selber vermarkten, bzw. die eu-gerecht vorgeschriebenen räumlichkeiten füe selber schlachten und zerlegen kann man in 1000 jahren nicht bezahlen.
ein einigermassen annehmbarer stundenlohn wird wohl nur bei den ausnahmebetrieben mit 200 oder mehr schafen erzielbar sein. die masse der schaf- und ziegenzüchter versorgt die bevölkerung mit qualitativ höchstwertigen produkten zu einem stundenlohn wo ein arbeiter nicht einmal mit dem ohrwaschl wackelt. man ist halt daneben auch noch ein idealist der die arbeit mit den tieren und der natur wertschätzt.
der vollständigkeit halber: der durchschnittlich österreichische schafbetrieb hat 20 mutterschafe = 30 lämmer. jetzt kannst selber rechnen.
die differenzen zu den preisen im geschäft (lamm bis zu 29€/kg) bleibt beim händler liegen, nicht bei den schafhaltern.
auch bei anderen tierarten wird das nicht viel anders aussehen.
übrigens gibt es auch arbeiter(innen) die ihrer arbeit und ihrer firma so verbunden sind, dass sie nicht wechseln, auch wenn die bezahlung etwas besser wäre. hab erst vor kurzem so eine gesamte 38 mann/frau belegschaft kennengelernt.


50plus antwortet um 01-12-2012 22:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@sisu
Was meinst du, wie oft es bei uns Rindslungenbraten gibt? Aus Beiried kann man auch ein Steak bereiten, wenn man es richtig einbeizt.
Man muss nicht nur die Gustostückerl kaufen, man kann auch aus billigerem Fleisch eine köstliche Speise bereiten. Rindsschnitzelfleisch ist wesentlich billiger. Sogar aus Gulaschfleisch lassen sich kleine Spezialitäten zaubern.
Den zeigst du mir bitte, der den ganzen Tag um ein Glas Milch und ein Stück Brot beim Bauern arbeitet!
Die Bauern bei uns kriegen heutzutage nicht einmal gegen Bezahlung einen Österreicher zum Beeren pflücken. Vor ca. 30 Jahren gab es noch Österreicher, die so eine Arbeit machten. Wo lebst du, in der frühen Nachkriegszeit?
Aber für die Bauern wär's grad gut genug, die runtergefallenen Rüben oder Erdäpfel einzusammeln und dann nach dem Reiben oder Kochen den Schweinen zu verfüttern.
Ein Mittagessen im Dorfwirtshaus mit 4 Personen geht sich mit einem Hunderter nicht mehr aus, da kann man lange dafür Lebensmittel einkaufen und zu Hause kochen. Schau aber wie überfüllt am Wochenende die guten Restaurants sind, scheinbar können sich das die Leute leisten. Aber 1 l Milch muss im Supermarkt unter der Eurogrenze kosten.



sisu antwortet um 01-12-2012 22:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Restaurator!
Ich weiß das der Handel am meisten verdient bei der "Fresserei", ich habe ja auch nicht behauptet das die Verkaufspreise beim Landwirt ankommen.
Nur verstehe ich eben solche Aussagen nicht wie von 50+ die Lebensmittel sind "Vieeeel" zu billig. Für den Konsumenten sind die Lebensmittel sehr teuer, ABER der Vertriebspartner (Handel) bezahlt dem Produzenten zu wenig. Ganz egal welche Branche man heute hernimmt der der die Arbeit hat verdient am wenigsten.
Es ist auch in meiner Branche das gleiche die Dieselkosten steigen, die Maschinen werden teurer, die ABgaben steigen, usw. nur meine Dienstleistung wird weniger wert.


Fallkerbe antwortet um 01-12-2012 22:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?

Hallo,
wer das geld verdienen will, das der Handel einsackt, der muß halt auch die vermarktung wirklich selbst in die hände nehmen. Und glaubt mir, das ist auch ARBEIT.




Restaurator antwortet um 01-12-2012 22:52 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@sisu:
da treffen wir uns letztlich dann eh alle auf dem gleichen gemeinsamen nenner!
wenn 50+ schreibt "die nahrungsmittel sind vieeel zu billig" dann verstehe ich zumindest das so, dass der handel mit sicherheit genau NULL an die produzenten abgeben wird. daher kann der höhere erlös für den erzeuger letztlich auch nur aus einer preissteigerung beim endprodukt kommen.


sisu antwortet um 01-12-2012 22:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
50+!
Der kg Beiried kostet auch 16.49 € also von billig bist da weit entfernt. Ich habe auch nie behauptet das noch jemand um 1 Stk. Brot und ein Glas Milch arbeitet, es ei ledeglich die Vorstellung einiger.
Da ich Berufsbedingt sehr viel in Gasthäusern esse kann ich Deine Angaben nicht ganz nachvollziehen ein Menü+1 Getränk kostet um die 8 €. Wenn ich für mich das zu Hause selber kochen würde Suppe, Hauptspeise inkl. Beilagen und Salat glaube hätte ich ernsthafte Probleme wenn ich wirklich alles rechne das ich es um das selbe Geld auch bekomme.
Was ich noch dazu sagen möchte auch wenn 1 liter Milch 2 € kostet und ich ihn brauche würde ich ihn auch kaufen. Bei der Milch passiert ja die nächste "Bücherei" im Prinzip kaufen wir nur weißes Wasser das ein wenig nach Milch schmecktzu einem teuren Preis von 0.99 €. Das wirklich gute wurde der Milch ja schon vorher in der Molkerei entzogen.
Da ich am Sonntag mit meiner Familie (4 pers.) auch öfters ins Gasthaus essen gehe kann ich Dir nur sagen das man bei uns für 4 ala carte Essen und 6-8 Getränke auch nicht mehr als 65 € bezahlt.


sisu antwortet um 01-12-2012 23:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Restaurator!
Wenn die lebensmittelpreise in den Regalen um 50% steigen bekommt der Erzeuger genau so viel oder wenig wie vor der Preiserhöhung.
Als ich noch in der Transportbranche war hatten wir auch einmal so eine Situation, ich habe damals für die Relation Wien-Hamburg 12.000 Schilling bekommen. Abgewickelt wurde der Transport von einer Spedition im Auftrag eines sehr großen Getränkekonzern ich war ledeglich als Frachtführer tätig. In der Getränkefirma gab es einen Automaten wo man Cola, Fanta, Sprite usw. um 4 Schilling die Dose bekam. Als dann der Diesel kurz vor Weihnachten für die damalige Zeit (2000 oder 2001) unglaubliche 12.28 Schilling/Liter kostete stand beim nächsten Ladetermin in der Getränkefirma auf dem Automaten " Aufgund der exorbitant gestiegenen Transportkosten müßen wir den Preis für die Getränke auf 6 Schilling je Dose erhöhen".
Bei der nächsten Monatsabrechnung der Spedition habe ich dann gesehen das ich nur mehr 11.500 schilling bekommen habe, auf meine Frage warum wurde mir gesagt das der Konkurrenz Druck aus dem Osten zu groß sei und man deshalb einen Preisabschlag in Kauf nehmen müßte.
Einige Zeit später habe ich dann eine Auftragsbestätigung gesehen wo der Getränkefirma von der Spedition tatsächlich eine Dieselzuschlag von 5 Prozent verrechnet wurde.
Also hat auch hier der Handel (spedition) nicht nur 5 % Dieselzuschlag einbehalten, sondern auch noch die Frachtrate um 500 Schilling gekürzt.
Genauso würde es auch geschehen wenn heute die Preise im Regal steigen.


freidenker antwortet um 01-12-2012 23:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@5800

nein, der hersteller will seine kosten abgedeckt bekommen und gewinn machen. Wenn die sachen hergeschenkt werden,auch die lebensmittel die noch genießbar sind, drückt das letztendlich den gewinn.
Wundert mich, dass gerade bei lebensmittel so ein theater gemacht wird, ist ja überall anders auch so. Wenn im Kinosaal, ..nur ein bruchteil belegt ist darf da auch keiner rein der nicht bezahlen kann. Mir fallen da x weiter beispiele aus anderen bereichen ein.
Die Leute die das aufregt sollten sich evt mal selber fragen ob nicht ein bedingungsloses grundeinkommen eine lösung des problems darstellen würde.










pepesmeinung antwortet um 02-12-2012 08:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Das Problem des Unterschieds zwischen Erzeugerpreis und Verkaufspreis ist leicht erklärt. Der Handel und die vorgelagerte Industrie werden solange die Erzeugerpreise niedrig halten, solange sie sehen, dass die Landwirtschaft Ausgleichszahlungen erhält. Hatten wir vor dem EU-Beitritt das Problem, dass die Händler direkt gefördert wurden, und der Bauer so wenig davon merkte, ist jetzt dasselbe andersrum eingetreten. Wenn ich mir ansehe, wie oft die Handelsketten ihre Gebäude erneuern, kann ich mir nur denken, die haben soviel Geld, dass sie ihre Gewinne irgendwie abschreiben müssen. Und wenn ein neu errichteter Markt einmal schlecht läuft, umso besser, das frißt Gewinne.
Die Handelspanne frißt den Bauern immer den Ertrag auf, weil die immer wissen, wie man das mit "Hausverstand" verdeckt und wegredet.


baerbauer antwortet um 02-12-2012 10:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@pepesmeinung
der Hausverstand sagt mir auch, dass beim Zahlungsziel von 60 bzw. 90 (ist im LEH üblich) Tagen der Salat schon 10 mal verkauf wurde bis der Bauer das Geld sieht. Der Bauer finanziert schon die ganze Produktion vor und dann auch noch die Vermarktung? In welcher Branche ist das sonst noch üblich? Und der LEH setzt immer mehr auf Eigenmarken um die Vorgelagerten unter Druck zu setzten. Ausserdem verlangt der LEH auch Listungsgebühren, damit er überhaupt ein Produkt ins Regal aufnimmt. So erklärt sich die große Differenz zwischen Erzeuger und Verkaufspreis.
Übrigens: Ich wäre gespannt was passieren würde, würde man glaubhaft ein Gerücht in die Welt setzten das der "Hausverstand" (stellvertretend für den ganzen LEH) zahlungsunfähig wäre.



sisu antwortet um 02-12-2012 13:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Hallo!
baerbauer!
In welcher Branche das noch so ist? Als Forstdienstleister zBsp.
- erbrachte Leistung Jänner
- Abfuhr im September
- Abmaßliste im Oktober mit Zahlungsziel 60 Tage.


freidenker antwortet um 04-12-2012 01:09 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@sisu

hallo , also den umstand:

>Was ich noch dazu sagen möchte auch wenn 1 liter Milch 2 € kostet und ich ihn brauche würde ich ihn auch kaufen. Bei der Milch passiert ja die nächste "Bücherei" im Prinzip kaufen wir nur weißes Wasser das ein wenig nach Milch schmecktzu einem teuren Preis von 0.99 €. Das wirklich gute wurde der Milch ja schon vorher in der Molkerei entzogen.

find ich auch immer wieder witzig, hört man ja öfters...beklagen über das produkt vom supermarkt aber nicht direkt vom bauern kaufen...
Meine Nachbarin hat vor jahren mal gemeint ich soll nicht böse sein, wenn sie in zukunft die milch nicht mehr von mir kauft, weil die vom geschäft muß sie nicht mehr abkochen, das ist praktischer, denn einkaufen fährt sie sowieso...ein anderer nachbar hat immer um jeden groschen gefeilscht wenn er milch holen kam und kauft jetzt auch nur mehr die gute milch vom supermarkt


baerbauer antwortet um 04-12-2012 10:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
@sisu
also ich sehe den Land und Forstwirt.... und zähle dich auch eigentlich dazu, der Forstdienstleister (wahrscheinlich 1Mann) ist.
Aber wo in der Industrie gibts so was, dass der Lieferant vorfinanziert?
Da wird sogar teilweise Vorauskassa verlangt beim Endkunden - zb bei den Fenstern 50% Anzahlung 8Wochen vor Lieferung und dann sofort den Rest.... Da hat der Hersteller ja gar kein Risiko und beim Tischler wären sie auch nicht teurer gewesen.
lg


Hirschfarm antwortet um 04-12-2012 11:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Lebensmittel noch zu billig?
Der Handel verdient eindeutig zuviel weil wie sonst wäre es möglich daß z.b.: Hofer alle 10 Jahre seine Filialen die augenscheinlich noch nicht sanierungsbedürftig sind niederreißt - inklusive Parkplätze schreddern und das gleiche Bauwerk am selben Platz wieder hinstellt - vielleicht eine Spur anders. Das läßt nur den einzigen Schluß zu daß aus Steuerspargründen einfach irgendwas investiert wird.
Fazit : Lebensmittel sind für den konsumenten zu teuer und für den Produzenten zu billig. Dazwischen wird ineffizient gearbeitet und wir alle zahlen diese Verschwenderei.

mfg


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