herbie801 09-06-2012 13:52 - E-Mail an User
Milchviehbetrieb in Mastbetrieb "umbauen"
Hallo zusammen

Ich möchte das Forum hier nutzen mal allgemein Meinungen zu o.g. Thema zu erhalten.
Aktuell haben wir einen Milchviehbetrieb in Anbindehaltung, nachzucht ohne Schwemmkanal. Insgesagt etwa 75 Tiere. Mein Vater führt den Betrieb noch gut 5 Jahre bis zur Rente. Da ich einen guten Arbeitsplatz habe war meine Vorstellung den Stall zu entkernen und für etwa 40-50 Stück nur zur Mast weiterzuführen. (Laufstall mit Liegebuchten) Um so die Arbeit am Hof zu reduzieren. Kein besamen, kälbern, melken. Und sich nur auf die Fütterung zu beschränken. Was auch nebenberuflich geht.

Ist diese in dieser Form rentabel!? Jungvieh mit 80-100kg anzukaufen und später den Schlachtpreis zu erzielen? Unterschied von Kälber zu Bullen?? Deßweiteren würde durch die reduziere Stückzahl auch noch die Möglichkeit dazukommen vermehrt Silomais (und ähnliche Energiepflanzen) anzubauen und an Biogas ringsum zu verkaufen.

Bin um jeden Tipp bzw Empfehlung oder ähnliches zur Umsetzung, Rentabilität, Umbaukosten dankbar


Vierkanter antwortet um 09-06-2012 16:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchviehbetrieb in Mastbetrieb "umbauen"
Hallo Herbie!
Also Rindermast ist ein mageres Geschäft. Es gibt genügend Rinderbauern, die dir das bestätigen können....bin aber kein Rindermäster, daher kann ich dir auch keine genauen (praktisch erzielten) DBs und der gleichen nennen. Nennwerte findest du sicher im Internet bzw. lass dich mal bei der Kammer darüber beraten zwecks Wirtschaftlichkeit, etc.

Zum Thema "vermehrt Silomais f. BGAs":
War auch schon mal kurz in Kooperation mit BGAs (Grünschnittroggen für diese siliert), bin aber davon aus diversen Gründen abgekommen, da man gezielt durch eigene Vermarktung des Marktfruchtanbaus mehr an DB/ha herausholen kann. Landwirte, "die nicht rechnen können/konnten", wurde/werden hier günstig abgespeist.

Viel Glück bei Deiner "Umstrukturierung", falls man das so nennen darf ;)))
Richard.


179781 antwortet um 09-06-2012 16:43 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchviehbetrieb in Mastbetrieb "umbauen"
Mit Rindermast kannst du dir auf das ha gerechntet ähnlich viel verdienen wie mit Ackerbau/Marktfruchtverkauf. Also wenn du Dauergrünland zu verwertern hast und günstige Gebäude nutzen kannst, dann passt das. Wenn du alle Flächen für Ackerbau nutzen kannst, wirst du im Nebenerwerb besser dran sein ohne Mastvieh.
Das ist aber nur eine Daumenpeilung, ohne die genaueren Verhältnisse zu kennen.

Gottfried



Steira antwortet um 10-06-2012 09:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchviehbetrieb in Mastbetrieb "umbauen"
Hallo,
Ich sehe da ein anderes Problem: Die Kälber sind jetzt schon sehr knapp und deshalb auch sehr teuer, dann willst du sie auch noch so lange mästen, und am Ende hast du fast nix verdient??!! Stiermast ist zurzeit ein sehr hartes Geschäft, vorallem wennst du die Kälber kaufen muss! Ich glaube auch das in Zukunft die Kälber noch teurer werden werden, weil sehr viele von Milch auf Mast umstellen....

Da bin ich in der glücklichen Lage das ich meine Stierkälber selber mäste oder zur Versteigerung fahre und dann wieder staune, was man für ein Stierkalb mit 200-250 kg bekommt, da zahlt es sich fast nicht aus es selber zu mästen....
Wie auch schon vorher erwähnt hast du einen guten Job, da würd ich mir doppelt überlegen ob du diese Schritt in fünf Jahren wirklich machen willst, oder ob du nicht wirklich nur Ackerbau betreiben solltest!!!??
Evtl. wäre ja auch MutterKuhhaltung ein Thema für dich??

MFG A STEIRA


ebst antwortet um 10-06-2012 11:22 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchviehbetrieb in Mastbetrieb "umbauen"
@Steira

Welche kg Preise bekommst du ca für ein 200-250kg Stierkalb?

mfg


veti antwortet um 10-06-2012 12:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchviehbetrieb in Mastbetrieb "umbauen"
@ Steira: Wenn er Muku- Haltung macht, hat er aber abgesehen vom Melken alle "Probleme" die er mit dem Umstieg auf Mast umgehen möchte, trotzdem: Trächtig werden, Abkalbung, dann schauen, dass mit dem Kalb alles ok ist, usw... diejenigen, die sich das vorher nicht überlegen, landen am Ende dann bei den "schlechteren 25 %" (siehe Link- obwohl ich die Anzahl der ausgewerteten Betriebe sehr kritisch sehe, die Ertragsunterschiede sind Tatsache)... Und ich nehme an, da er auf Sitermast umsteigen möchte, ist Weidehaltung nicht gerade ein Thema- was bei Muku Haltung schon empfehlenswert ist- ohne da jetzt einen Grabenkampf entfachen zu wollen.
 


Gewessler antwortet um 10-06-2012 15:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchviehbetrieb in Mastbetrieb "umbauen"
@herbie801: als erstes solltest du dir die kosten vom stallbau anschauen, umbau ist oft nicht tiergerecht (Luft, Luft und Luft und Licht, Stallklima).
Ich gebe Dir gerne Adressen von Kunden die das in letzter Zeit gemacht haben, die geben Dir sicher richtige Auskünfte.
Eine weitere Alternative ist die Schafhaltung, wenn die Wertschöpfung am Betrieb bleibt, also viel selbst vermarkten!
Alles hängt halt von der Ausgangssituation ab, wie ackerfähig ist dein Standort, umsonst werdet ihr ja nicht Milhkühe halten -oder?
du kannst mir gerne mailen:gfx_66@yahoo.com


herbie801 antwortet um 11-06-2012 16:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Milchviehbetrieb in Mastbetrieb "umbauen"
Danke erstmal für die Meinungen. Ist immer interessant auch was anderes zu hören.

Komplett auf Ackerbau umstellen geht nicht so ganz. Pachtflächen sind teilweise als Wiese gepachtet.
Hin und wieder auch etwas "feucht und/oder steinig". Von daher müßten etwa 20-30% der Fläche als Wiese weiter bestehen. Die waren dann eben als Silofutter angedacht. Und der Rest als Ackerflächen.

Komplett aufhören und verpachten ist auch so ne Sache. für die rund 13ha eigener Grund bekommt man evtl 5-6000€ und das war alles....
Allein wenn ich die Agrarförderung als Einnahme rechne macht das bei uns schon wesentlich mehr aus.
Dazu könnte ich annähernd 10ha Silomais ab Feld verkaufen. Wären ungefähr nochmal 15.000€
Und dann eben noch die Tierhaltung. Die ich im Moment einfach schlecht einschätzen kann.

Maschinen haben wir alles selbst so das keine Lohnunternehmer kosten zu rechnen sind.
Und der nötige Stallumbau stelle ich mir jetzt auch nicht so dramatisch vor. Entkernen kann man selber.
Schalung, betonieren, Fertigteile, Spalten, Liegebuchten und Fressgitter muß man halt zukaufen.
Ist jetzt nur eine grobe Schätzung, aber das kann dürfte ja mit 50.000 zu machen sein.

Mutterkuhhaltung, oder Laufstall mit Melkstand ist auf jedenfall ausgeschlossen. Das passt einfach nicht zum geregelten Arbeitsalltag als Angestellter. Da gibt es zu oft Konflikte.

Aber wenn mich noch jemand berichtigen möchte oder was weiß, ... immer gern!



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