Kompoststall-wer hats schon

Antworten: 18
schwoaga77 08-03-2012 23:14 - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
Hat schon irgendwer praktische erfahrungen mit einen kompoststall?


enzeflo antwortet um 09-03-2012 07:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
ja. Meine Kühe sind seit Anfang Mai eingezogen.


schwoaga77 antwortet um 09-03-2012 13:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
und wie läufts bis jetzt-wieviel m2 pro kuh hat deine liege fläche?wie bearbeitest du sie,ist eine bodenbelüftung verbaut?



enzeflo antwortet um 09-03-2012 15:23 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
ich habe 7m2 pro Kuh, würde aber jetzt sicher auf 9m2 pro Kuh gehen. Wenn du mehr Oberfläche hat, verdunstet mehr Feuchtigkeit, du brauchst nicht so oft einstreuen. ICh habe keine Belüftung und bearbeite den Kompost mit einer Ackerfräse ca 35 cm tief. Das funktioniert super, für mich wesentlich besser als mit Grubber. Für die Klauen, Zellzahl, Kuhkomfort und Arbeitsaufwand ist es das Beste, was es gibt, einziger Wehrmutstropfen sind die teuren Sägespäne, die noch dazu im Winter, wenn Du am Meisten benötigst am Wenigsten verfügbar sind.
Wenn du weitere Fragen hast, dann melde Dich.

lg
enzeflo


Rocker45 antwortet um 09-03-2012 19:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
@ enzeflo: hast du schon mal ausgerechnet wieviel Kalk du zusätzlich ausbringen musst um den niedrigen pH- Wert der Sägespäne auszugleichen, bzw gibt es da Erfahrungswerte?


Mik21 antwortet um 09-03-2012 19:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
Hab mir bezüglich Kompoststall auch schon gedanken gemacht,
aber denke doch dass der Arbeitsaufwand nicht unerheblich ist.
Sägespäne besorgen - Einstreuen - 2 mal täglich fräsen - Dieselkosten....
Hab zur Zeit Tiefboxen mit grossen Strohvorrat im Kopfbereich,
da ist der tägliche Aufwand minimal...

Wie ist es wirklich, enzeflo

Danke


edde antwortet um 09-03-2012 20:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
eigentlich kommt das system kompoststall aus israel, und dort ist die trocknung des kompostes klimatisch bedingt wesentlich besser als bei uns--aus dem grund wird sich wohl der kompoststall bei uns nicht breit etablieren.

am ehesten könnte dieses system im pannonischen klima des burgenlandes funktionieren.

mfg


walterst antwortet um 09-03-2012 20:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
@rocker

den Kalkbedarf halte ich für das geringste Problem. Es handelt sich ja um ein Kompostsystem und nicht um ein "roheSägespänehinausschmeisssystem" Da schaut es mit dem ph-Wert anders aus. (Aber als Biobauer mische ich mich bei Fragen, die mit Chemie zu tun haben, besser nicht ein)


enzeflo antwortet um 09-03-2012 23:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
der pH-Wert von fertigem Kompost ist lt. Untersuchungen meist zwischen 8,5 und 9. Ich habe als Dünger Kompost und keine Sägespäne. Du kannst vom Komfort her die Liegefläche (das komplett freie Liegen der Kühe) nicht mit einer Liegebox vergleichen. Das Einstreuen ist alle 3-4 Wochen im Sommer, alle 2,5 - 3 Wochen im Winter, je nach Witterung erforderlich. Da ich keinen Wartehof habe, sondern meine Kühe auf der Kompostfläche aufs Melken warten entfällt ddas Reinigen des Wartehofes, stattdessen und statt der Liegeboxenpflege sitz ich täglich 6 Minuten am Traktor (3 Minuten morgens und 3 Minuten abends) und fahre mit der Fräse.
Wenn die Einstreu günstig zu haben ist (bei mir kosten Sägespäne 7 oder 8 Euro bei den umliegenden Sägewerken 4km entfernt) dann gibts nichts besseres. Ich mußte im Winter allerdings auch schon 1 Mal Sägespäne um 14 Euro pro m³ zugestellt kaufen, das ist dann schon megateuer. Es wird also nicht ausbleiben, einen gewissen Vorrat an Sägespänen anzuhäufen.
Diese Kosten rechne ich gegen mit dem ersparten überdadchten Vorwartebereich, idealer Dünger Kompost, dafür 50% weniger Gülle, optimale Bedingungen für Klauen meiner Kuhdamen (seit Mai hatte ich 2 von 27 Kühen auf dem Klauenpflegestand), durchschnittliche Zellzahl ist seit Einzug in den neuen Stall 62 (hatte aber auch vorher im Schnitt so 100 bis120 Zellzahl), ich brauche praktisch keine Zeit mehr zur Euterreinigung, die Kühe kommen sauber in den Melkstand, die Brunsterkennung ist dann auch noch optimal, da meine Damen eine griffige, weiche Fläche zum Aufreiten haben.
Das muss ich einem Sägespäneverbrauch von ca 20 m³ pro Kuh und Jahr gegenüberstellen. Alle die weniger an Verbrauch angeben haben entweder mehr Fläche pro Kuh oder sind nicht ehrlich.

lg
enzeflo


schwoaga77 antwortet um 10-03-2012 15:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
Versteh ich richtig-je mehr fläche pro kuh umso weniger streubedarf-sägespäne sind bei uns s..teuer 14€ m3 -aber was man sich an baukosten spart,gibts eigentlich alternativen zum einstreuen (sand,gemahlenes stroh etc.)


walterst antwortet um 10-03-2012 17:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
@schwoaga

sand hat keine Aufnahmefähigkeit für Feuchtigkeit und vor allem bringt er keinen Kohlenstoff zum Kompostierungsprozess. Also in unseren Breiten vermutlich völlige Fehlanzeige.
Mit Stroh wirst Du preislich nicht viel billiger kommen.


enzeflo antwortet um 10-03-2012 19:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
gehäkseltes Stroh kannst du nehmen, wenn du nur ganz feuchte Sägespäne hast, dann kannst du mit trockener Strohhäcksel zu den Sägespänen dazu den Kompostierungsprozess starten. Es geht auch mit Maisspindel, Miscanthus, Strauchschnitt, Hackschnitzel, Hobelspäne. Zum Starten brauchst du immer Sägespäne, weil die haben die kleinste Partikelgröße und die größte Oberfläche.
Das mit den m² pro Kuh hast du richtig interpretiert.

lg
enzeflo


Adamer antwortet um 10-03-2012 19:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
würden auch hackschnitzl funktionieren?
wieviele cm tiefer als fressgang ? (60) ?
wie siehts im sommer mit den fliegen und mit der wärmeentwicklung aus?
putzmaschiene oder wasser im kompostbereich ?
wären säulen im liegebereich störend ?
danke im voraus für deine antworten


schwoaga77 antwortet um 10-03-2012 20:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
wie ist der übergang liegefläche-fressgang geregelt-bei mir würde sich ein höhenunterschied 60 cm ergeben.genügen ein zwei übergänge oder soll man doch eine ebene machen?


enzeflo antwortet um 11-03-2012 13:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
ich habe 60 cm Höhenunterschied zwischen Schrapperbahn und Liegefläche, zum Melkstand sind es 70 cm. Diese 60 cm sidn für die Kühe überhaupt kein Problem und du hast bis zum Erreichen der Schrapperbahnhöhe den Vorteil, dass die Kühe keinen Kompost auf die Liegefläche schleppen. Man kann gerade am Anfang durch hinzuschieben von Einstreu die Stufenhöhe gering halten, bis die Kühe die Stufen gewohnt haben. Wir haben 2 Stk 4m breite Übergänge mit Stufen und 1 Schräge zum befahren der Liegefläche mit Traktor. Diese ist aber auch eingestreut und kann von den Kühen begangen werden, wird allerdings genau gleich gern genutzt wie die Stufen. Stufensteigen ist für meine Vierbeiner absolut kein Problem. Lediglich beim Übersiedeln in den neuen Stall haben die Kühe die Schräge besser angenommen als die noch ungewohnten Stufen. Der Höhenunterschied zw. Liegefläche und Schrapperbahn hängt auch davon ab, wie oft ihr ausmisten wollt. Ich hatte geplant, 1 bis 2 mal im Jahr, 1 mal geht sich bei mir mit 1,2m Einstreuhöhe nicht aus.
Noch ein Tipp: Wenn ihr den Kompost aus der Liegefläche nach draußen bringt, und vor dem Ausbringen lagert, dann müsst ihr belüften oder umwälzen, sonst wird der Kompost schimmelig.

Säulen und Tränken: Alle Tränken müßt ihr unbedingt auf die Schrapperbahn machen, keine Tränken auf der Liegefläche, da wird es sicher zu feucht rundherum. Auch kein Kraftfutterautomat und keine Putzmaschine auf der Liegefläche, da sich ja das Neveau innerhalb eines Jahres um 1 m ändert. Ich würde auch keine Säulen in der Liegefläche machen, da diese beim Gruppern/Fräsen sicher stören.

Hackschnitzel: Ich kann mir nicht unbedingt vorstellen, dass die Hackschnitzel soweit abgebaut werden, dass Du den Dünger auf die Wiese fahren kannst, auf den Acker wirds funktionieren. Kann auch sein, dass sie ganz abgebaut sind, wenn Du den Kompost 1 Jahr lagerst vor der Ausbringung. Aber ich glaub in der Steiermark gibts einen Betrieb, der Hackschnitzel einstreut.

Sommer: Wir weiden unsere Tiere und sie haben die Möglichkeit, jederzeit ein und auszugehen. Ins liegen gehen unsere Kühe (freiwillig) in den Stall. Fliegen gibt es nur, wenn die Tiere von der Weide kommen, diese verflüchtigen sich in der Nacht. Am Morgen ist unser Stall absolut frei von Fliegen.

Wichtig ist auch noch, das Gebäude so hoch zu machen, dass ihr auch bei hoher Kompostmatte noch problemlos Eure Sägespäne abkippen/abschieben könnt.

Weitere Anregungen: unterirdische Belüftung der Fläche (Kosten/Nutzen)? Nutzen der Abwärme zu Heizzwecken/Warmwasserbereitung.

Falls jemand Interesse hat, kann jeder gern nach Terminabsprache vorbeikommen zur Besichtigung oder sonst könnt ich auf Fotos reinstellen.

lg
enzeflo


schwoaga77 antwortet um 11-03-2012 16:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
hallo-fotos sind sicher nett-wenns möglich wäre würde ich mir das gerne vor ort anschaun


MUKUbauer antwortet um 11-03-2012 18:21 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
Hallo

Schön das sich jemand mal dazu meldet der damit Erfahrung hat
das für die Klauen das Ok glaub ich gerne - aber nach deinen Aussagen nach mußt die Klauen auch nicht öfter schneiden als sonst - das find ich mal gut

aber du schreibst von Schrapper - wären Spalten nicht besser? eine Schieberbahn ist ja trozdem immer "feucht" im Gegensatz zu Spalten

Wieviel m3 Spänne brauchst du pro Kuh und Jahr ?


enzeflo antwortet um 11-03-2012 20:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
ich brauche ca. 20 m³ pro jahr. Ich habe im ganzen Stall keine Spalten, weil ich keine Güllekeller und Brutstätte für die Mistfliegenlarven haben wollte.
Fotos werd ich per Gelegenheit reinstellen. Für Besichtigung kannst Dich auf florian.enzenhofer@gmail.com melden.

lg
enzeflo


Thompsn antwortet um 03-02-2015 11:04 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Kompoststall-wer hats schon
hallo, hast du am wartehof keine probleme mit zuviel dunganfall? ich habe 20kühe auf ca.60 m² warteraum. in der zeit, wo die kühe aufs melken warten, fällt ziemlich viel dreck an. jede kuh erleichtert sich logischerweise genau dort


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