Antworten: 18
alexanderimhof 02-02-2012 20:21 - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
Hallo,

Es wurde ja schon einmal geredet das die Kontingente für den Weinbau fallen, wie schauts aus?

Welche Bedingung muss man erfüllen, damit man ein Kontingent leichter bekommt? (bekommt eher ein zukünftiger Vollerwerber eines vor einem Nebenerwerber?)

Wenn dann möchte ich nur Trauben produzieren, 0,75 -1,5 ha Weingarten ist angedacht.

Jetzt stellt sich noch die Frage nach der Sorte, wie schaut es mit der Nachfrage für Schilcher Trauben aus? Welcher Sorte könntet ihr mir sonst empfehlen? (Bezirk DLBG)

Wie sieht es mit den langfristigen Preisen aus (20 Jahre)? Ist der Weinbau ein sicheres Einkommen, oder könnte der Preis einbrechen sowie bei der Milch?

MfG

Alexander


loess antwortet um 02-02-2012 20:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
Hallo,

also wie es ausschaut werden die Pflanzrechte weiterhin bestehen denke ich. Soweit ich weis sind in der Stmk. Pflanzrechte sehr vergriffen. Naja, beim Wein wird Qualiätsproduktion und Flaschenvermarktung sicher gute Erlöse schaffen. Bei Traubenverkauf wäre die beste Lösung mit einem gut vermarktenden Betrieb einen längerfristigen Bewirtschaftungs- und Abnahmevertrag zu schließen. Am besten mit einem fixen Betrag pro Stock bzw. Fläche.

LG loess


Woodster antwortet um 03-02-2012 07:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
Wozu gibts denn diese sogenannten Pflanzrechte?

In welcher Zeit leben wir denn, dass man als Bauer nichteinmal mehr die freie Entscheidung hat, was man pflanzen darf und was nicht???

Demokratie? Diktatur der Bürokratur?




Dinosteyr antwortet um 03-02-2012 08:50 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
hallo alle mit einander

in erster linie ein mal kannst du rechnen das du sorten wie weißburgunder, welschriesling, grauburgunder oder sauvignon blanc immer verkaufen wirst von sauvignon würde ich dir ab raten da es eine diva unter den rebensorten ist. setzrecht gekommst als jemand der schon weingarten hat warscheinlich leichter aber laut lk sind alle gleich du mußt halt die anmelden für ein setzrecht und kommst dan in eine liste in der kannst du dan sehen wie du gereiht bist.das setzrecht ist eine eu weite verordnung damit die überproduktion an wein in europa nicht ansteigt was zur folge hätte wenn es fählt das auf lange sicht großbetriebe noch mehr produzieren dadurch billiger und die kleinen auf hören mußen. wie der kollege schon gesagt hat würde ich mit einen anderen betrieb einen vertrag unterschreiben wie z.b. den erzherzog johann. aber augen auf da gibt es verträge auf 20 jahre wo du dan verpflichtet bis die trauben zuverkaufen ober nicht sie jedes jahr und immer einen guten preis aushandeln.

mfg
steyrdino



 


frischauf antwortet um 03-02-2012 14:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
Meiner Meinung schützt die Flächenrgulierng die ganzen Terassen und Steilhänge wo super Wein entsteht. Wenn die Flächenbeschränkung fällt wird der Preis sinken und unsere schönen kulturlandschaften (Wachau, ... )gehen verloren. Weiters würden Mrd Subventionen umsonst in den letzten Jahre (z.B Rodeprämien in Frankreich) ausgebeben worden sein.

Woodster erst denken und backgrounds anfordern und dann seampern (oder sudern :-D).

Anstelle der Traubenproduktion könnte man die Traubenproduktion für den Speisemarkt gedanklich durchspielen. Ist bestimmt nicht so einfach, aber wenn man die richtigen Verkaufskanäle hat interessant. Ich selber habe ein halbes ha Trauben als Versuchsfäche stehen. Die Kunden sind begeistert von den Trauben. Die Menge die nicht im Frischmarkt untergebracht wird wird als Traubensaft verkauft.


Newbie antwortet um 03-02-2012 18:51 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
Traubenpreise sind ganz einfach durch Angebot und Nachfrage ... also letzten Endes vom Wetter bestimmt.

www.lebensministerium.at/land/produktion-maerkte/markt_preise/wein/wein-kleine_ernte-grosze_auswirkungen.html


Woodster antwortet um 03-02-2012 21:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
@frischauf,

Wieso soll die Flächenregulierung super Wein garantieren???
Denke, das ist das Letzte was der Bürokratiewahnsinn kann.

Es ist doch eher so, dass dadurch eine Vielfalt aktiv verhindert wird.
Und das kostet auch noch einen Haufen Geld.
Qualität setzt sich am freien Markt von selber durch, wenn diese von der Bürokratie nicht zu sehr behindert wird.

Insgesamt haben die Franzosen die Qualitätsentwicklung komplett verschlafen.
Immer mehr Wein mußte vernichtet, oder destiliert werden.
Dafür wurden sie auch noch durch Förderungen/Rodeprämien belohnt.

Was ist an dieser enormen sinnlosen Geldvernichtung so super??

http://www.bernhard-fiedler.at/weblog/?p=283

Link geht nicht: Korrektur ist nicht möglich.
 


loess antwortet um 03-02-2012 22:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
@ woodster

Die Pflanzrechte dienen im weiteren Sinn auch der Behörde um zu kontrollieren, dass Rebflächen nur in Weinbaufluren ausgepflanzt werden, ansonsten würde in manchen Regionen bald jeder unbrauchbare Acker ausgepflanzt werden.

mfg loess


Woodster antwortet um 04-02-2012 10:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
Auch für diese Art der Bevormundung habe ich kein Verständnis.

Soll doch einer einen unbrauchen Acker anpflanzen. Seine Geld, seine Zeit. Und wenn dann die Qualität nicht stimmt und nix dabei rauskommt, selber schuld. Und wenns funktioniert, super.
Das Geld für die Bürokratie ist beim Fenster rausgeschmissen.
Anstatt dessen, sind mir weniger Hindernisse, weniger Steuern lieber...



fgh antwortet um 04-02-2012 11:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
Das das Pflanzrecht mit dem Standort etwas zu tun hat ist mir neu.... Wenn ich ein Pflanzrecht habe muss ich zwar angeben auf welchem Grundstück gepflanzt wird, aber wenn ich es schon besitze kann ich pflanzen wo ich will.....
In erster Linie ist das Pflanzrecht einmal dafür da, dass ich mit dem Verkauf von meinem jetzt schön verdient habe.....
Ob es wirklich zur Kontrolle vom Markt eine Wirkung hat stell ich mal in Frage... wir haben 30 Jahre lang Trauben verkauft und da waren so manche höhen und Tiefen dabei wo nichts davon zu merken war, dass das Recht eine Überproduktion verhindert hat - weil die hat es schon oft genug gegeben....

Dir Alexander kann ich nur folgendes raten, schau das du wo ein Pflanzrecht zu kaufen bekommst - ohne Kammer - der liebe Berater von der Kammer trägt die Pflanzrechte die zum Verkauf stehen aus Erfahrung eher Leuten die ihm "besser " zu Gesicht stehen zu... und auf der Warteliste für die Ausgabe wirst du auf der Liste ziemlich weit hinten stehen....da warten nämlich genug.

Schilchertrauben sind momentan wieder im Kommen und ist in letzter Zeit ein relativ stabiler Markt. Ich würde einen Abnahmevertrag auch mit einem größeren Produzenten empfehlen z.B. Schneeberger. Beim Vertrag nicht auf eine VPI-Klausel vergessen. Bei Abnahmeverträgen mit kleinen Weinbauern ist das immer so eine Sache, wenn sie die Trauben dann nicht brauchen können und wennst dann beim Großen anklopfst weil sie der Kleine nicht brauchen kann, rupft dich der Große dementsprechend


alexanderimhof antwortet um 04-02-2012 19:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
Hallo,

Danke für die zahlreichen Antworten.

Ja ich hab mir auch schon gedacht das es wie bei vielen Dingen im Leben, am einfachsten ein Kontingent bekommt, wenn man jemanden "kennt".

Also ihr ratet mir einen Vertrag über 20 Jahre mit einem Weinbauern, zu dem ich dann liefere, immer mit dem selben Preis? Würde es nicht gehen jedes Jahr einen neuen Käufer zu finden?

Was ist eine VPI-Klausel?

Das Kontingent die Überpruduktion ganz verhinert kann ich mir auch nicht vorstellen. Seit wann gibt es das denn? War die verfügbare gesammt Fläche für das Kontingent immer gleich groß oder ist die zwischen durch auch geändert worden?
Gilt es überhaupt Europaweit, aber auch gleich?
Sind nicht die meisten potentielle Weinbauflächen in Europa nicht eh ziemlich verbraucht? Gebe is in Frankreich, Italien noch viele potentielle Flächen, die den Preis zusammenhauen würden, wenn das Kontingent fällt?

Wieviel kostet so ein Koningent denn überhaupt???

MfG

Alexander




fgh antwortet um 04-02-2012 19:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
Nicht nur einen Vertrag über 20 Jahre sondern auf unbestimmte Zeit mit entsprechend Langer Kündigungsfrist damit du dich rechtzeitig um einen neuen Lieferant umschauen kannst. Einen 20 Jahre Vertrag ohne Kündigungsklausel wird dir nämlich niemand unterschreiben - ist auch nicht ratsam. NEIN nicht mit dem SELBEN PREIS, Betriebsmittel werden ständig teurer, deshalb VPI-Klausel = den Preis mit dem Verbraucherpreisindex zu binden, Der VPI ist ein Warenkorb aus Produkten die der Ottonormalverbraucher benötigt. Werden diese teurer steigt der Index folglich steigt den Traubenpreis von Jahr zu Jahr mit der Teuerung.
Wenn du jedes Jahr zu einen anderen lieferst bzw. keine vertragliche Sicherheit hast, wird dir die Freude ziemlich schnell vergehen. Schlecht schlafen wirst mit der Zeit auch wennst immer einen neuen suchen musst.... deshalb der Rat mit einem Großen wie z.B. Schneeberger einen Vertrag zu machen. 1. braucht er momentan dringend Trauben und gibt folglich auch schöne Vertragspreise und 2. kann der deine Trauben auch in schlechten Jahren brauchen und bezahlen, wenn die kleinen alle die Türen schließen und sage nein Danke.
Pflanzrecht gibt es so lang wie ich mich erinnern kann, aber so alt bin ich auch wieder noch nicht... momentan werden jährlich zusätzliche Pflanzrecht vergeben - aber extrem lange Warteliste.
Das Pflanzrecht kostet laut LK Richtpreis 2000 € / ha, die tatsächlich bezahlten Preise sind aufgrund der hohen Nachfrage dementsprechend weit höher.


fgh antwortet um 04-02-2012 20:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
@Veltliner:
Tatsache ist, dass man wenn man ein Kontingent verkauft dies logischer weise bei der BK dem Weinbauberater meldet und wenn man dann verfolgt, dass interessanter weise nur zwei bis drei Bauern scheinbar Interesse haben und alle drei die gleiche Preisvorstellung haben, obwohl das ganze Gebiet auf der Suche ist und der Bedarf auch gemeldet ist, diese aber einfach nicht informiert werden, dann weißt was ich meine.....


loess antwortet um 04-02-2012 21:48 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
@ fgh

Naja, bei uns in Nö und im Bgld. auch läufts halt anders, da ist zuviel Pflanzrecht vorhanden. Bei uns brauchst nur beim Kataster beantragen und für ca. € 20 kannst 100 ha auch haben. Deshalb wird bei uns kein Pflanzrecht gehandelt, da keiner welches kaufen würde.

@ alex

bei uns machen größere Aulkäufer fixe Verträge, bestimmen zwar Anschnittstärke, Laubarbeit sowie Ausdünnung, besichtigen die Rebflächen während der Vegetation aber bezahlen fixen Preis pro ha, egal wieviel Ertrag und wie hoch die Gradation ist.

Lg loess


fgh antwortet um 04-02-2012 22:41 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
@loess:
Das wiederum würde bei uns keiner machen. Bei uns Zelt im Verkauf Menge / ha für die Qualitätsbewertung und natürlich Gradation. Einen Fixpreis / ha, macht hier kein Mensch.


alexanderimhof antwortet um 05-02-2012 20:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
Hallo,

Naja ich werde dann mal schauen das ich bei der Warteliste eingetragen werde. Und zwecks Traubenverkaufvertrag werde ich mich genauer Informieren, falls es wirklich soweit kommen sollte, aber ihr habt mir schon mal einen guten Überblick über die möglichen Vertragsfomen verschafft, vielen Dank!

Mit dem wenn man jemanden "kennt", meinte ich wenn ich einen Weinbauern kenne der aufhört, kann ich schon von ihm direkt das Kontingent abkaufen oder?

MfG

Alexander


fgh antwortet um 05-02-2012 20:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
@alexanderimhof: Ja kannst, das ist ja das schöne am Pflanzrecht wenn man eines zu verkaufen hat, man kann richtig handeln..


bletschi antwortet um 06-02-2012 15:42 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Zukunft Weinbau
Viele Punkte wurden ja schon gesagt. Um etwas Klarheit in die ganze Sache zu bringen folgende Ergänzungen:

In NÖ und im Burgenland werden die Pflanzrechte von den jeweiligen Bezirkshauptmannschaften verwaltet, in der Steiermark von der Landeslandwirtschaftskammer. Ebenso wird der Kataster in NÖ und B auf der BH geführt, in der STMK auf der LK. In NÖ und B gibt es derzeit mehr Pflanzrechte als ausgepflanzte Rebflächen, d.h. ein Pflanzrecht zu bekommen ist nur ein Formalakt auf der Bezirksverwaltungsbehörde. In der Steiermark hingegen sind die Pflanzrechte knapp und dementsprechend wird auch damit gehandelt.

Wo man dann einen Weingarten bei vorhandenem Pflanzrecht pflanzen kann ist Landessache, wie es in der STMK aussieht weiß ich nicht, jedoch in NÖ dürfen Weingärten nur in sogenannten Weinbaufluren gepflanzt werden. In manchen Gegenden werden die Weinbaufluren schon knapp, so sind einigerorts schon größere Erweiterungen der Weinbaufluren erfolgt.

Zur Vermarktung: In der STMK gibt es, soweit mir bekannt kaum "freien" Traubenmarkt, d.h. die meisten Produzenten sind vertraglich an ihren Abnehmer gebunden, anders in NÖ und B, hier wissen so manche Verkäufer in der Früh noch nicht wo die heute gelesenen Trauben am Abend hinkommen. Einige Abnehmer kaufen die Trauben auch per Fixpreis/ha, insbesondere bei sehr hohen Qualitäten wo dann die Erntemenge entsprechend zurückgeht. Ist mir z.B. von der Domäne Wachau oder WG Andau bekannt. Wichtig sind die Abnahmeverträge auch insofern, dass auf einer Flasche Wein nur dann "Erzeugerabfüllung" bzw. die Bezeichnung "Weingut" (o.ä.) geführt werden darf, wenn der erzeugte Wein aus eigenen Trauben, bzw. vertraglich zugekauften Trauben (max. die Hälfte der eigenen Menge) stammt. Zugekaufter Wein darf die Bezeichnungen nie führen.


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