Ausgleichszahlungen nach 2013

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vfranz 18-01-2011 13:20 - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
Wie so viele andere Berufskollegen habe ich auch den Ackerbautag des
hiesigen Lagerhauses besucht. Nach diversen Gastrednern von Spritzmittelfirmen
wurde auch das Thema von einem Vortragendem der Agrarzahlungen nach 2013
angesprochen. Eines gleich vorweg, Mit der geballten Anhäufung von Statistiken
mit der die Teilnehmer förmlich erschlagen wurden setzte bei den Anwesenden
nicht übersehbares Desinteresse ein, was dem Redner in seinem
gelangweilten Vortrag keinen Abbruch tat in monotoner Art Fortzufahren. Wenn
diese Art der Prognosen stimmen würde, dagegen ist jede Wettervorhersage ein
Tatsachenbericht, wäre ja alles in bester Ordnung.
Nur das ist es nicht.
Ich hätte von all den Teilnehmern am Ende der Ausführungen einen Aufschrei
erwartet, nur, er kam nicht als die Rede von den zukünftigen Agrarzahlungen
für die Ackerbaubetriebe erörtert wurde. Von 230.-€ ist da die Rede.
Bitte, und im ganzen Saal nur ein Gemurmel als wäre in Indien ein Fahrrad
umgefallen.
Eine durchschnittliche Kürzung von 130.-€ pro Hektar das ist fast ein Drittel
der Betriebsprämie, und kein Mensch sagt was!
Das ist eine Kürzung für einen durchschnittlichen Betrieb im
Ackerbau von ca. 7000.-€
Sagt`s Leute seid ihr noch zu retten hab ich mir gedacht.
Wer bitte verhandelt so einen Schwachsinn aus, und stimmt ihm auch noch zu?
Oder ist es der schon obligatorische Gehorsam gegenüber der EU Obrigkeit.
Wäre die Vignette zu Jahresbeginn auf 100.-€ erhöht worden, hätte ein
Katzengejammer eingesetzt, die sind ja ........!
Aber so?
Da kann ich nur sagen es geht uns gut wahrscheinlich noch viel zu gut, es muss
erst richtig weh tun das die Masse erwacht,
Nur dann wird es zu spät sein.
Mit diesen Zukunftsperspektiven wird es immer schwieriger bis unmöglich werden
die Kinder auf den Höfen zu halten und den Betrieb weiterzuführen.
Ist es ihnen zu verübeln, mit nichten.
Wer hat schon Interesse nur um ein auskommen zu haben immer nebenbei arbeiten
zu gehen? Tut oder muss es der Bäcker , Schlosser, Rauchfangkehrer,Maurer
usw.. Die Dynamik von denen die aufgeben wird sich in den nächsten fünf bis
zehn Jahren verstärken, und von der viel zitierten kleinstrukturierten
österreichischen Landwirtschaft wird nicht mehr viel bis gar nichts
übrig bleiben. Die Folgen dieser Entwicklung waren vergangenes Jahr durch die
starken Niederschläge zu beobachten. Dort wo schon im großen Still Flächen
zusammengelegt wurden gab es die stärksten Erosionen was im Klartext heißt,
bester Ackerboden landete im Graben um dort von der Stassenverwaltung manchmal
auch mehrmals ausgebaggert und entsorgt zu werden. Verschlämmungen und
Vermurungen bis in die Orte hinein waren die Folge.

Der Diesel ist auf neuen Höchststand. Schlimm für jene, die jetzt erst denn
Tank für den Frühjahrsanbau anfüllen müssen.
Sozialversicherungsbeiträge werden erhöht und die Produktpreise werden und
müssen wieder fallen. Alleine wegen der politische Sprengkraft die die nicht
mehr leistbaren Lebensmittel in den armen Regionen in dieser Welt haben.
Und was dann?
Erinnern wir uns zurück wie vor gar nicht all zu langer Zeit der Getreidepreis
zur Ernte in den Keller gerasselt ist. Hätte es das Netz der
Ausgleichszahlungen in seiner jetzigen Form nicht gegeben wie hätte mancher
Betrieb diese Zeit überstanden? Und jetzt setzt das System zu einem neuen
Kahlschlag an, bitte wo und wann ist das Ende der Fahnenstange erreicht?
Die Kleinen, pro ha noch "hochsubventionierten" Betriebe ( ich spreche von allen Betrieben die die AZ zu 100% bekommen) werden grossteils verschwinden die
schon Großen bis sehr großen Betriebe werden sich kurzfristig über
Grundzuwächse durch Zupachtung freuen was für sie aber kein Himmelbett sein
wird. Denn die, die viel Haben etwas wegzunehmen liegt im Trend und wird auch
sie in weitere Folge nicht verschonen. Womit der Kreis sich geschlossen hat.
Dann setzt das große Zähneknirschen ein wen einem jeden bewußt wird was jetzt
Sache ist.
Oder Ist es wirklich so das wir über all die Jahre zuviel an Agrargeldern
bekommen haben? Die, unsere "Ausgleichszahlungen", die keine mehr sind weil
sie nicht mehr Ausgleichen was an Teuerungen zu verkraften ist und noch in
Zukunft sein wird.
Die Erträge werden nicht im notwendigen Maß steigen um die Teuerung
auszugleichen, und der höhere Produktpreis wird das alleine nicht schaffen,
davon dürfen wir ausgehen.
Und unabhängig davon wie viel die Ausgleichszahlungen fallen, werden
die Betriebsmittel steigen, wen die Produktpreise steigen.

Ich zweifle das jetzige System der Agrarpolitik mit seiner Dynamik die es
eingeschlagen hat an. Es ist in dieser Form für den Preis der EU
Mitgliedschaft als Nettozahler auch nicht teurer als jenes vor der EU.
Wir müssen heute um Dinge kämpfen die vorher kein Thema waren, uns mit
Verordnugen umschlagen die keiner braucht weil Hausverstand, und das alles nur
um einen Beamtenaparat zu finanzieren der so unnötig ist wie ein Kropf.
Schön langsam weiß ich nicht vor was ich mich mehr fürchten muss vor der
Isalam,- oder Eurisierung.
Beide zusammen werden sie es sicher schaffen das Abendland in den
wirtschaftlichen und kulturellen Abgrund zu führen.
Die Welt war und ist in Veränderung und wird es immer sein,
noch hätten wir die Möglichkeit gegenzusteuern, aber leider ist niemand am
Ruder der den Ernst der Lage erkennt, oder sind es schon lauter übergelaufene
die uns Regieren?
Wie ist sonst das alles zu erklären.
Aber noch hege ich Hoffnung das sich der Hausverstand in der breiten Masse
durchsetzt. Was uns jetzt erst dieser Tage vor Augen geführt wurde.
In Anlehnung an das Zitat
"nichts ist so stark wie eine Idee deren Zeit gekommen ist "
sage ich keine Diktatur und auch kein Beamtenheer ist stark genug sich dem
Volkszorn zu entziehen wen die Zeit gekommen ist.
Nur die Handvoll die dann noch übrig ist kann in Brüssel Demonstrieren ohne das
es irgendwem auffällt.

ein Landwirt



Josefjosef antwortet um 18-01-2011 18:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
jo mei, da kannst nix mochn. Es is a Deiflat auf dera Welt!
so werden die meisten der österr. Bauern auf dein Schreiben reagieren.
Und dann wieder an die Arbeit gehen.................denn................es gibt viel zu tun in der LW.



Mick antwortet um 18-01-2011 18:45 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
Ich bin mir nicht sicher, was ich ab 2014 lieber habe:

330€/ha die ich mit der preislage von vor 15 jahren erklären muss (was eh niemand mehr versteht, aber soweit hat damals ja wieder mal keiner gedacht) oder 230€/ha für die ich (hoffentlich) entsprechende Leistungen (Ernährungssicherheit!!!, Sozialstandards, Umweltschutz, Tierschutz, etc...) parat habe und die zumindest in Westeuropa gleich sind.

Klar bedeutet jede Senkung mehr Höfe, die zusperren...


Heimdall antwortet um 18-01-2011 19:11 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
Komisch, fast immer wird bei denen kassiert / gespart, die eh wenig haben, und jene, die sehr viel haben kommen immer gut raus =).
Aber das Blatt wird sich wenden..
Und: Das letzte Hemd hat keine Taschen ;).



Rinderbaron antwortet um 18-01-2011 19:15 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
Es gibt wahrscheinlich gar nicht so wenig Betriebe, die eine Betriebsprämie von 230€ oder weniger pro ha bekommen, darum heißt sie ja einheitliche Betriebsprämie, weil manche mehr und manche weniger bekommen.
Aber weniger kann auch mehr sein!


Fendt312V antwortet um 18-01-2011 19:40 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
servus vfranz,
geh doch lieber deinen Hobbys nach und zerbrich dir den Kopf über die Zukunft nicht. Uns fragt doch keiner und ändern tun wir das auch nicht. Letzten Endes wird der Konsument die Richtung vorgeben.


rusticus antwortet um 18-01-2011 21:05 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013

ich weiß, ich wiederhole mich:

es ist egal, ob wir € 300,- oder € 200,- argumentieren müssen - wir können's nicht.

darum kann das ziel nur sein, ohne förderungen auszukommen!

dass dadurch die nahrungsmittel teurer werden - was ich erwarte - ist eine logische konsequenz.
für den konsumenten ist es wurscht, ob er jetzt die förderungen blechen muss oder eben den echten gegenwert für nahrung. aber dann würde er die gegenleistung spüren und wir müssen uns nicht mehr den vorwurf der geschenkannahme gefallen lassen.

natürlich, dass lebensmittel immer zu teuer sind ist eh klar - auch wenn der anteil vom einkommen, der dafür ausgegeben wird in den letzten jahrzehnten gegen null tendiert...

also: weg mit den förderungen - weg mit der teuren bürokratie - weg mit sinnlosen auflagen!!
es wird nach 1848 wieder einmal zeit für eine bauernbefreiung!




biolix antwortet um 18-01-2011 21:13 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
hallo !

Rusticus bist du in irgend einer Bauernverretung ? ich hoffe schon, und kämpfst dafür das das so wird ?

lg biolix

p.s. wo gehen die Lebensmittelkosten gegen Null % zu den sonst. Ausgaben ? sind noch zwischen 10 und 15% und wenn ich an ein 1500 Euro Haushaltseinkommen denke, dann wärens bei uns mit 6 Personen leicht über 50%....


rusticus antwortet um 18-01-2011 21:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013

ich bin in KEINER bauernvertretung. ich bin bei KEINER partei od. sonst. ideologischen gruppierung.

ich schreibe hier nur MEINE meinung, ohne jeden missionierungsauftrag.



ps: die ausgaben für nahrungsmittel waren einmal bei 40-50% d. einkommens. wenn es jetzt noch 10-15% sind, haben sich die wertigkeiten schon etwas verschoben, oder?
bei 1500,- haushaltseinkommen bei 6 personen arbeitet man entweder zu wenig oder das falsche...





biolix antwortet um 18-01-2011 21:36 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
Hallo !

Und warum suggerierst du das 10-15% der Ausgaben gegen "Null" gehen ?
Und wo hast du die Arbeit die mehr "bringt" als 1500,- netto im Monat für einen 4 fachen Vater, wo seine Frau sich um die Kinder kümmert ?
Kennst du den Durchschnittsverdienst in Ö eigentlich ?


rusticus antwortet um 18-01-2011 22:00 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013

na gut - es geht schon wieder los.

4 kinder bedeutet ca. 700,- /monat familienbeihilfe. wenn dann aus der arbeit des vaters 800,- netto dazukommen, stimmt was nicht...

mit 60 ha bio-landwirtschaft, 45.000,- förderung, urlaub am bauernhof, div. nebeneinkommen, etc. verdient man bei mittelmäßigen fähigkeiten doch erheblich mehr.






biolix antwortet um 18-01-2011 22:08 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
na ja wurscht, du verstehst es ja wiede rnicht, das gegen "Null" man meint, wenn was 1, 2 oder 3% ausmacht... und wer hat von uns gesprochen ? ich rede ja auch von uns, aber von einem Durschnittseinkommen, und jemanden der nicht sparen möchte beim Essen, sondern seine Familie gesund ernähren, und dann sinds mit Familienbeihilfe 2200 Euro, glaubst echt die geben nur 250 Euro für Lebensmittel aus ? schaffst du das in deiner familie ? schon mal mit geschrieben ? also wir brauchen 600 Euro aufwärts...

lg und gute nacht biolix
p.s.... und ich fange nichts an, stelle nur klar was jemand suggerieren will und was aber leider nicht so stimmt, bzw. für viele in diesem Land, viel Geld ist...


rusticus antwortet um 18-01-2011 22:17 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013

ist ja ok.

ich produziere eben - meinetwegen als hobby - landwirtschaftliche produkte (nahrungsmittel). da ich opportunist bin, werbe ich in diskussionen für meine produkte.

wäre ich hersteller von flachbildfernsehern oder anbieter von luxuskreuzfahrten würde ich auch die meinung vertreten, dass nahrungmittel viel zu teuer sind...




biolix antwortet um 19-01-2011 07:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
GM !

na schau, du kansnt auchmal was zugeben undich versuchs auch, so kommen wir weiter..,.-)

Na das wollen wir doch alle nicht, wir wollen einen "fairen" Preis, aber du bist ja voller Globalisierungsbefürworter anscheinend, dann must du verstehen das ein Maispreis von z.b. 500 Euro die Tonne, was ja vielleicht "fair" wäre, bei einer "fairen" Produktion die zukunftsfähig ist, bei uns sichs jeder leisten kann, aber wie sieht das nun in anderen Ländern aus ? Bei Lohnniveaus die um 4/5 vielleicht geringer sind ? Die Unruhen in Tunesien haben das ale einen Mitgrund...
Darum ist es schwer, Preise zu "Globalisieren"... denn jeder regionale Kreislauf hätte andere Voraussetzungen, und wäre dadurch meiner Meinung nach auch stabiler...

Daran wurde bei der "Globalisierung" auch zu wenig gedacht, darum ist ein Förderungsinstrument gar keine so schlechte Sache, wenns in "geringen" Maßen, und zum "Ausgleich" verwendet wird...

lg biolix


sturmi antwortet um 19-01-2011 08:01 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
Schaun wir mal ob der hochsubventionierte Biolandbau nach 2013 noch immer Liebkind der Politiker ist!
MfG Sturmi


MF7600 antwortet um 19-01-2011 08:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
und da beißt sich die katze in den schweif!! wurde doch immer gesagt mit den niedrigen preisen können die bauern der 3.welt länder nicht produzieren!
sind die preise hoch können sichs die leute dort nichl leisten!
schuld sind auf jeden fall die schlimmen industriestaaten!!!


MF7600 antwortet um 19-01-2011 08:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
sollten die preise hoch bleiben wird die bioproduktion sowieso uninteressanter!


biolix antwortet um 19-01-2011 08:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
Hallo !

hier ein Beispiel, die beiden wollen ja gar nicht richtig über Fakten diskutieren, sondern ewig und allein den Biolandbau anscheinend eines drüber geben, aber egal...

Zum Biolandbau und der Globalisierung : das trifft ihn genauso, nur hat er das Glück bin ich voll der Meinung, das er mündigere, bewusstere KonsumentenInnen hat, und daher habe ich keine Angst, besonders in unserer Betriebsgröße, das wir auch ohne "Förderungen" durchkommen wenn es seinn muss, denn iwir können sofort Richtung Direktvermarktung gehen und sonstiges... ;-)
aber bevor man für Bio kein geld mehr her gibt, da wird noch viel Anderes passieren bin ich überzeugt...

Ja und mf, es sit schon schwer zu folgen,eben nach dem Beispiel vom WOlgang Löser im anderen threat, das jede "Region" eine andere" Basis" hat zu wirtschaften, und die Vermischung aufden verschiedenen Nievaus, große Probleme bringt, können wir uns auf das mal einigen ?

lg biolix

ps. und wenn die konv. Preise hoch sind, na super, wird der Abstand zu Bioprodukten geringer ist das wieder eine Chance..;-))


50plus antwortet um 19-01-2011 09:39 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
@vfranz

Meine Meinung dazu wäre, als Erste müßten die Bauernbundobmänner ihre Stimmen erheben, danach die Ortsbauernräte einstimmen, ich wette, dass die Bauern alle aufmucken täten. Da müßte doch im Vorfeld solcher Veranstaltungen schon die Bauernschaft informiert und dementsprechend motiviert sein!
Wenn die Bauernbundobmänner nur darauf geschult werden, Bauernbuffetts zu verstalten (als Werbung für den Bauern), Begräbnisreden einzustudieren und irgendwelche Zettel, bzw. den Bauernbundkalender auszutragen und Mitgliedsbeiträge einzusammeln, dann ist das meiner Meinung zuwenig!
Ich habe schon öfter mal Vorträge erlebt, wo ein mutiger Bauer aufgestanden ist und seine Meinung gesagt hat, aber ohne irgendwelche Wirkung, er wurde danach ev. vom Vortragenden zurechtgewiesen und die restl. Bauern sahen ihn noch vorwurfsvoll an (wegen seiner Aufmümpfigkeit), oder senkten bestenfalls den Kopf und murmelten zustimmend.

Ich bin überzeugt, dass die Vertretung der eigenen Interessen in anderen Berufsgruppen besser organisiert ist. Bevor man also nur den einzelnen Bauern die Schuld zuweist, sollte man an einer ordentlichen Organisation von oben herab basteln.
Aber ich weiß schon, weil ja "unsere" Partei in der Regierung sitzt, darum sollen wir keinen Wirbel schlagen. Andreas Maurer hatte es halt leichter, als er die Bauern zur Demonstration zusammentrommelte (gegen Kreisky).


vfranz antwortet um 19-01-2011 15:53 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
Der Fisch fängt beim Kopf an zum stinken, das war vor hunderten Jahren so und hat sich bis heute nicht geändert. Unsere so genannten Vertreter vertreten in erster Linie ihre eigenen Interessen. Die eigene Landwirtschaft ist dann meistens nur mehr ein Zubrot das Geld wird dann schon wo anders gescheffelt.
Mit den Beschwichtigungen bei den diversen Veranstaltungen wo ja eh alles zum besten steht und mehr kann man nicht machen weil es ist halt alles sehr schwierig und kompliziert.
(Zitat Sinowatz geistiger Tiefstand unserer politischen Landschaft )
Verdammt noch mal, dann sollen sie diese Förderungen und Subventionen alle, und für alle abschaffen wen eh kein Geld da ist. Ich hab kein Problem damit, aber dann sollen unsere Produkte endlich wieder das kosten was sie Wert sind. Ich verliere heute gegenüber, bevor wir bei diesem Verein der Wasserköpfe der sich EU nennt waren um 400.-€ weniger bei einem ha Qual.-Weizen.
Wenn sich jetzt einige die Hände reiben da sie das Schwert des förderungkahlschlages verschont hat, ich kann sie nicht beruhigen, die Freude wird nur von kurzer Dauer sein.
Als Nebenerwerbslandwirt hatte ich auch eine zeit lang Einblick in die Strukturen der Gewerkschaft ( als Betriebsrat ) . Der seiner zeitige Eisenbahngewerkschafter Nowak hat einmal gesagt und da pflichte ich im bei " die anderen sollen nicht auf die Errungenschaften neidisch sein sondern selber schauen das sie das selbe erreichen"
Das würde umgelegt auf die ZA heißen: und da haben sie meine volle Unterstützung das die Bergregionen stärker gefördert gehören. Meine Frau ist Tirolerin und ich weiß von ihrem Bruder der eine klein "Hoamat" hat was es heißt dort sein Auskommen zu finden.
Unterschiede wird es immer geben und die kann kein System ausgleichen daran ist schon Karl Marx gescheitert.
Das die zwar nicht immer ganz notwendige aber doch im Verhältnis zu einem reinen Grünland Betrieb stärkere Mechanisierung im Ackerbau mehr Geld kostet liegt auf der Hand die Ausgaben für Dünger,Spritzmittel und Diesel fressen einen großen teil der Zahlungen.
Und ich wünsche allen Bio Landwirten das nicht alle auf Bio umstellen das wäre für die Branche nämlich auch der Todesstoß.
Neuesten Berechnungen zufolge ist die Globale Verfügbarkeit an Rohphosphaten schneller zu Ende als das Erdöl. Also irgendwann werden so wie so notgedrungen alle Bio Bauern.
Aber das ist dann nicht mehr mein Problem.


rusticus antwortet um 19-01-2011 23:35 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
@ vfranz

da steckt sehr viel wahrheit drin!

möchte nur eines anmerken: der vergleich mit den preisen vor dem eu-beitritt ist eigentlich nicht zulässig. damals steckten die förderungen eben im produktpreis und nicht auf der fläche. das war vielleicht insgesamt fairer, weil dadurch leistung belohnt wurde, aber es war trotzdem nicht wirklich der preis für das produkt.

ich bezweifle, dass wir ohne eu heute noch die gleichen stützungen hätten.

darum bin ich deiner meinung, am besten ALLE förderungen abzuschaffen und dem freien markt eine chance zu geben - blöder kann's nicht werden.




vfranz antwortet um 20-01-2011 16:38 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
Da gebe ich dir nicht ganz Recht das es nicht blöder werden kann.
Bitte es wird doch laufend BLÖDER. Oder stimmt das nicht? Reizwort, Verpflichtungszeitraum,
darunter verstehe ich das für den festgelegten Zeitraum festgelegte Verpflichtungen eingehalten werden nicht das jedes Jahr irgend welche Ergänzungen kommen die zusätzlich einzuhalten sind.
Am Ende der Fahnenstange wird es Null € geben und unsere Vorschriften werden trotzdem zehn Ordner füllen, und da meinst du das es nicht blöder wird?
Ja, damals wurde Leistung und Können honoriert. Heute ist es so wen einer mit einer guten Fläche ausgestattet ist hat er seine Grundsicherung da braucht er am Acker gar nichts mehr sonderlich zusammen bringen.
Das die Preise gestützt waren das stimmt nur bedingt, betrifft nämlich nur die Menge die wir Exportieren mussten.
Der Golf ,oder egal was für ein Auto, hat auch in jedem Land einen anderen Preis. Denn können sie vor deiner Haustüre zusammenbauen wird er teurer sein als zum Beispiel in Italien.
Warum? Weil die möglichen erzielbaren Preise sich immer den Gegebenheiten des jeweiligen Landes anpassen. Das Problem von der Umsetzung von der null Förderung ist jenes? Wir müssten unsere Grenzen für Agrarische Importe dicht machen, oder mit hohen Strafzöllen belegen. Sonst würde uns der Rest der Gemeinschaft mit billigen Weizen zuschütten, und auf dem eigenen blieben wir sitzen. Das ganze würde nicht einmal funktionieren wen Europaweit der Produktpreis auch Deckungspreis wäre. Denn dann wären wir für den Globalen Mark ein fressen.
Ich würde mir erwarten, und das ist kann ich mir vorstellen auch im interesse der Allgemeinheit Das es auch in der Landwirtschaft jährlich angepasste Preiserhöhungen geben muss, und da sollten genau genommen auch die Ausgleichszahlungen miteinbezogen werden. Denn jede Branche sei es jetzt im Dienstleistungsbereich im Handwerksbereich oder das Gewerbe oder Industrie alle haben und machen jedes Jahr ihre Preisanpassungen.Sogar die Wasserköpfe in Brüssel haben vor Gericht ihre 3.5% Lohnerhöhung erstritten. Und ich glaube das fast kein Bauer das Verdient was die schon gehabt haben. Nur in der Landwirtschaft nicht, bei uns scheint es schon zum Sport von den Wasserköpfen geworden zu sein wo können wir als nächstes was wegstreichen. Aber ich bin mir nicht mehr sicher ob alle in Brüssel sitzen.

Da hatte ein armer Mann einen Esel und da er sehr arm war musste er auch sehr sparen.
Also beschloss er dem Esel auch weniger zum fressen zu geben. Eines Tages fragte der Nachbar den Esel Besitzer wo er seinen Esel hätte? Der Antwortete er ihm, das er tot ist. Wieso das fragte ihn der Nachbar? Ich verstehe es auch nicht. Du weißt ich bin sehr arm und muss sparen und so habe ich ihm immer weniger zum fressen gegeben und jetzt wo ich ihn soweit gehabt habe das er nichts mehr frisst ist er gestorben.



sturmi antwortet um 20-01-2011 16:47 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
".....damals wurde Leistung und Können honoriert. Heute ist es so wen einer mit einer guten Fläche ausgestattet ist hat er seine Grundsicherung da braucht er am Acker gar nichts mehr sonderlich zusammen bringen."
@vfranz
Wie wahr, wie wahr!
MfG Sturmi


lena7 antwortet um 20-01-2011 17:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013


Bin ganz deiner Meinung!
Was gäbe es für Lösungsvorschläge??


Obersteirer antwortet um 20-01-2011 17:55 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
@ rusticus Hallo Gibt es den 45000 Euro Förderung 60 Hektar Betrieb wirklich ? Hätte ich auch gerne .In Wirklichkeit sinds doch nur 10-15000 Euro. Gruss Obersteirer


Rocker45 antwortet um 20-01-2011 19:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
@ Rusticus: Dein Gedanke Mit dem Abschaffen aller Förderungn geistert mir auch schon länger im Kopf herum. Das würde zum ersten einmal bewirken, dass jene Bauern die nicht ordentlich wirtschaften können (die sogenannten EU-Erwerbsbauern), eben mit der LW aufhören müssten!

Die Flächen, die durch extensive Bewirtschaftung ihr Potenzial nicht ausspielen können würden von motivierten Bauern intensiv bewirtschaftet werden.
MfG


biolix antwortet um 20-01-2011 20:57 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
Hallo !

ja irgend wie spannend, dann schau ma was die machen die um 600 und mehr gepachtet haben...oder eine Menge Schulden am Halshaben, dann gehts uns so wie den ersten BiobauernInnen ergangen ist, sie suchen sich einen Markt für Produkte, gehen viel mehr in Nischen und zu den KonsumentenInnen, es wird produziert was wirklich nachgefragt wird, die Qualität wird sich verbessern, die Direktvermarktung wieder boomen, weil in der Masse wirds wieder weniger Chancen geben, denn dir "Großstrukturierten" in den Nachbarländern werden noch mehr "Gas" geben... einen Ausgleich für Bergbauern und benachteiligte Gebiete werdet ihr doch zugestehen, aber dann ruhig stark degressiv und gedeckelt sein...
Also ja das klingt gar nicht schlecht... ;-)


lg biolix

p.s. aber war der Anfangseitrag dieses threates nicht ganz anders, der hat sich wohl sauer mockiert das es bald nur mehr sehr wenig gibt, und die Vertretung mehr tun soll... na egal, kommts wie es kommt, es gibt immer einen WEg... ;-)


vfranz antwortet um 20-01-2011 21:19 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
Die Lösung sollte im Text nicht länger sein als die Amerikanische Verfassung, und nicht wie die diversen Eu- Verordnungen die wir schon zur genüge kennen. Alles andere ist schon wieder Mist. Oder traut sich von euch einer mit Fug und Recht behaupten das er alle für seinen Betrieb relevanten Vorschriften und Verordnungen kennt? Also ich kenne sie sicher nicht mehr! Das gebe ich offen zu, dabei trau ich mir zu sagen das ich mich in großen und ganzen als sehr gut informiert betrachte, aber das kann auch Überschätzung sein.
In dieser Frage sehe ich die Jungbauernschaft und Meisterrunden gefordert. Wir müssen versuchen in dieser Sache selbst das Heft in die Hand zu nehmen. Es muss uns gelingen das wir nicht von oben die Suppe vorgesetzt bekommen noch dazu mit verschiedenem Inhalt die wir dann Auslöffeln müssen, und beim Blick über den Tellerrand zum Nachbarn darf es keinen Neid mehr geben, der nur Zwietracht unter unsere Reihen bringt. Wir sehen ja wohin das führt. Es geht um Eure Zukunft und die Eurer Kinder die einmal den Hof Übernehmen sollen.
Der Fehler ist schon seinerzeit beim Beitritt gemacht worden. Die Bauernschaft war damals das Zünglein an der Waage das es überhaupt zu einem Beitritt gekommen ist. Einige haben damals schon den faulen Braten gerochen der nur mit dem größeren Gestank durch die anfangs großzügigen Ausgleichszahlungen noch überdeckt wurde.Es hätte eine Mindestunterstützung festgeschrieben gehört mit einer jährlichen Anpassung in Höhe von der Inflation.
So, haben wir es noch mit einer jährliche Herabstufung der Fördergelder in Form von einer Modulation zu tun. ?????
Noch ist ein wenig Zeit zum Handeln, aber es soll dann 2013 nicht heißen gestern noch standen wir vor dem Abgrund, aber heute sind wir einen Schritt weiter.


rotfeder antwortet um 20-01-2011 21:37 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
Ausgleichszahlungen nach 2013
Hallo!
Ich würde als Bauer nicht zu laut nach einer Abschaffung von Förderungen rufen. Diesesmal könnte das Anliegen erhört werden. Ein wirtschaften ohne öffentliche Unterstützung ist für den Großteil der Ö Bauern unmöglich bei derzeitigen Kosten ec. selbst wenn sich der Produktpreis verdoppelt. Außerdem steigt der Produktpreis nicht automatisch, denn dazu müßte ein Mangel herschen. Der ist aber nur möglich, wenn die Produktion massiv zurückgenommen wird, was aber wieder das Einkommen scdhmälert. Man müßte die Grenzen dicht machen und wieder Zölle einführen, ein Ding der Unmöglichkeit derzeit
Also müssen wir damit leben, das der Weizenpreis usw. nicht höher ist als in Brasilien oder Kanada, Deshalb sollte alles daran gesetzt werden, um Die Leistungsabgeltungen der Bauern zu erhalten. Und es gibt auch andere Bereiche, die keine Hemmungen haben, Die EU oder den Staat mitzahlen zu lassen Z.B. ÖBB, Witschaftsförderung, Krankenkassa und einige Andere würden mir auch noch einfallen.


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