Willkommen im Schlaraffenland

Antworten: 19
Hirschfarm 28-02-2010 10:39 - E-Mail an User
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Die aktuellen Agrarpreise:

Milch :0,44€/l
Weizen :340€/t
Mastrind :5,5€/kg
Mastkalb :8,9€/kg
Schweine:2,74€/kg
Ferkel30kg:3,77€/kg
Bioschwein:4,80€/kg
Irgendwas müssen die Schweizer besser machen als wir!


Haggi antwortet um 28-02-2010 11:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Sind die leicht immer noch nicht in der EU?!? ;-)


grasi1 antwortet um 28-02-2010 11:54 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Nein, immer noch nicht!



Fallkerbe antwortet um 28-02-2010 12:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo,

mit der Bloßen Nichtmitgliedschaft der EU ist es nicht getan. Es bracuht auch noch den politischen Willen, den Import von Agrarprodukten mit sehr starken Strafzöllen zu belegen.

Es müsste also die Mehrheit der bevölkerung den Wunsch haben, mehr für die Landwirtschaftlichen Produkte zu bezahlen. Wenn sie das denn wollten, wer hindert sie denn heute und jetzt in der EU daran, weit mehr für die österreichischen Agrarprodukte zu bezahlen.

niemand oder?



mfg


Hirschfarm antwortet um 28-02-2010 12:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@Fallkerbe
Wenn du meinst politischer Wille und Wunsch der Mehrheit der Bevölkerung seien in der Schweiz ident, so täuschst du dich gewaltig(gilt übrigens in Österreich genauso). Wenn du in der Schweiz eine Umfrage machst ob die Nahrungsmittel billiger werden sollen, so werden wahrscheinlich mehr als zweidrittel dafür sein.Wenn wir eine ordentliche politische Bauernvertretung hätten könnten die Preise für Agrarprodukte ohne weiteres doppelt so hoch sein, ohne das der Konsument wesentlich tiefer in die Tasche greifen müßte.
Die EU hätte es in der Hand einen ordentlichen Außenschutz aufzubauen. Das ist aber politisch nicht gewollt, da dies zu Lasten der exportorientierten Wirtschaft gehen würde.


Halodri antwortet um 28-02-2010 13:16 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Wir Bauern haben selbst 1995 für den EU Beitritt gestimmt. Laut Versprechung der damaligen Spitzenpolitiker werden die niedrigeren Preise für Agrarprodukte durch Ausgleichszahlungen die am Jahresende einlangen kompensiert.
Wie Fallkerbe schon richtig schreibt außer den Bauern hat niemand Interesse an höheren Preisen für Agrarprodukte. Die Agrarpolitik der EU treibt den Strukturwandel in der LW weiter voran, wenn man etwa 2 Jahre zurückdenkt hatte die damalige Agrarkomissarin Fischer Boel mehr Stress mit den höheren Agrarpreisen als mit dem Preisverfall im letzten Jahr. Die Veröffentlichung der Agrarzahlungen im Internet soll die Ausgleichszahlungen an die Bauern in Frage stellen und die Gelder für andere Bereiche freimachen.
Der allgemeine Slogan beim EU- Beitritt war, wir wollen mitspielen und nicht vom Spielfeldrand hineinschreien.
Die Devise für den österreichischen EU Bauer heißt durchtauchen, Kosten senken und günstige,qualitativ hochwertige Lebensmittel für die Konsumenten zu erzeugen.


Hirschfarm antwortet um 28-02-2010 13:31 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@Halodri
Selbst wenn wir selber für den EU-Beitritt gestimmt haben. wenn man 15 Jahre später einsieht das das ein Fehler war, so wird man doch die damalige Fehlentscheidung revidieren dürfen (Abgesehen davon das die EU heute mit der EU von 1995 nichts mehr gemeinsam hat). Agrarpolitik gehört renationalisiert.Der Mensch braucht Grenzen. Wenn sie von vornherein da sind ist es mit Sicherheit weniger unangenehm als wenn Sie einem zu spät aufgezeigt werden.(siehe 2.Weltkrieg)
p.s.: Zum durchtauchen wünsche ich dir eine ordentlich angefüllte Sauerstoffflasche.


Fallkerbe antwortet um 28-02-2010 14:03 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Hallo,
Es ist mm ziemlich utopisch zu glauben, das sich die Globalisierung zurückdrehen lässt, nur weil die Österreichischen Bauern lieber ohne Konkurenz produzieren möchten. Denn weite Teile der Bevölkerung profitieren vom grossen Wirschaftsraum und der einheitlichen Währung.

Es war schon vor der EU abstimmung der Slogan: "nicht der Grosse frisst den kleinen, sondern der Schnelle frisst den Langsamen"
Wenn man es in 15 Jahren Ausgleichszahlungen nicht geschafft hat, sich auf die Gegebenheiten einzustellen, dann gehört man vermutlich nicht zur schnellsten Truppe.

mfg




Restaurator antwortet um 28-02-2010 14:07 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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besser ihr tauscht net mit den schweizer landwirten!
das durchschnittliche bruttojahresgehalt liegt in der schweiz (lt. statistischem Amt) bei 65000 Franken, in österreich (laut statistischem zentralamt) bei 43000Franken. im verhältnis sind die landwirtschaftlichen produkte also noch billiger als bei uns.
wer schon in der schweiz war weiss, wieviel ma dort für 20€ im supermarkt kriegt :-(


Halodri antwortet um 28-02-2010 14:10 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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In der Werbung heißt es " Sie müssen nur auf die richtige Seite wechseln".
Als österreichischer Bauer mit Produktion von Massenware ( Milch, Fleisch etc.) ist man bis auf wenige Ausnahmen auf der Verliererseite.


Hirschfarm antwortet um 28-02-2010 14:20 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@Fallkerbe
Um uns brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Ich mach mir nämlich auch keine. Aber wenns alle so machen wie wir dann bleiben in Österreich gerademal 10000 Bauern über.
Die Frage ist wo die anderen einen vernünftig bezahlten Arbeitsplatz finden sollen.
@Restaurator
65 durch 43 ist das 1,51 fache
Die Schweizer bekommen aber für ihren Weizen aber genau das 3 fache wie wir Österreicher.


lenkrad antwortet um 28-02-2010 14:44 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@hirschfarm, du kannst nicht die Erwerbseinkommen mit den Erzeugerpreisen vergleichen von Land zu Land denn die Handelsspanne ist auch eine andere. Die Verarbeiter in der Schweiz kassieren viel mehr ab als sonstwo und dennoch geniesst der Schweizer gemessen an seinem Einkommen sehr preiswerte Nahrungsmittel. Ein aderes Thema wären dann noch die übertriebenen Qualitätsanforderungen der Schweizer Abnehmer z.. B. bei Kartoffeln Gemüse Obst etc. Und was den schweizer Landwirt auch noch plagt sind die hohen Produktionskosten. Ein Stunde beim Landmaschinenmechaniker kostet z.. B. 90 Sfr.= ca. 60 Euro und andere Handwerker sind auch nicht billiger. Der Gabelstaplermonteur verlangte von mir kürzlich 149 Sfr. pro Stunde...
Also Bauen, Maschinen, produktionsmittel etc sind in der Schweiz auch wesentlich teurer, ob wir da im Schlaraffenland sind möchte ich bezweifeln.


Fallkerbe antwortet um 28-02-2010 14:59 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Zitat:
Die Frage ist wo die anderen einen vernünftig bezahlten Arbeitsplatz finden sollen.
Zitat ende

Hallo,
Da werden sie sich am gewöhnlichen Arbeitsmarkt unsehen müssen, die alle anderen Arbeitnehmer auch.

mfg


179781 antwortet um 28-02-2010 15:34 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Die Schweiz würde ich nicht als Massstab hernehmen. Da geht es nicht um die Frage EU-Mitglied oder nicht. In der Schweiz sind aus der ganzen Welt riesige Mengen Kapital, das vielfach dubiose oder sogar kriminelle Herkünfte hat gebunkert. Und wenn eine Volkswirtschaft soviel Geld hat, dass sie die Türen der Geldschränke gar nicht mehr zubringt, dann kann sie halt anders wirtschaften. Dieses einzigartige System bringt auch zusätzlich den Vorteil, dass Handelsschranken errichtet werden können, die sich die internationalen Geschäftspartner von anderen Ländern niemals gefallen lassen würden. Mit der Schweiz legen sich die international Mächtigen allerdings nicht an. Schließlich haben sie ihre "Notgroschen" für die private Altersvorsorge dort in einem sicheren Hafen geparkt.

Gottfried


tch antwortet um 28-02-2010 17:56 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Mit der Schweiz legen sich die international Mächtigen allerdings nicht an.

Das sieht ein Herr Gadaffi etwas anders...


tch


helmar antwortet um 28-02-2010 18:06 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Der wird halt seine Fränkli und Rappen schon abgezogen haben....
Mfg, helmar, Helga Marsteurer


Hirschfarm antwortet um 28-02-2010 20:30 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@lenkrad
Bei uns kostet die Mechanikerstunde auch 50€ also um 20% weniger als bei euch. Der Weizen kostet aber in der Schweiz dreimal soviel.


Talbauer antwortet um 28-02-2010 21:27 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Jeder nicht buchführungspflichtige Landwirt in Österreich zahlt für sein landwirtschaftlichen Einkommen keine Einkommemsteuer (Pauschalierung).
Im Jahr 1992 wurde in der Schweiz die generelle Buchführung für alle landwirtschaftlichen Betriebe eingeführt.
Die Ergebnisse für die Bauern in der Schweiz waren sehr ernüchtern.
Hohe Steuerberatungskosten aber die Zahlungen für die Einkommenssteuer fällt bei den meisten Betrieben sehr gering aus, weil trotz dieser Erzeugerpreise die Einkommen gering sind. Die Kosten zur Betriebsführung sind in der Schweiz exhorbitant hoch.
Arbeitserledigungen am Schwarzmarkt kaum möglich sind.
Die Schulden der Schweizer Bauern sehr hoch sind.
Beispiel: Ein Stallbau für Milchvieh kostet in Östereich ca. 5.000 bis 7.000 € pro Kuhplatz
Schweiz: 10.000 bis 13.000 €

Ich habe lieber einem landwirtschaftlichen Betrieb in Österreich.
Ich bin froh, dass Österreich in der EU ist, weil die Vorteile (auch für die Landwirtschaft) größer sind als die Nachteile.

Vergleich: Milch: Österreichdurchschnitt: 65.000 kg Milch
Schweizerdurchschnitt: 130.000 kg Milch

MfG
Talbauer



0815 antwortet um 01-03-2010 20:25 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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Dass in der Schweiz auch nicht alles rosig ist, wird jedem einleuchten. Aber, unsere lieben Politiker wollen uns einreden, dass die Schweiz enorme Nachteile hat, weil sie nicht beim Moloch EU dabei sind. Was sie uns aber verschweigen, dass sie selbst und auch Wirtschaftsbosse ihr Geld in der Schweiz anlegen, weil sie selbst kein so rechtes Vertrauen haben in die EU. Die Schweizer lachen sich ins Fäustchen, weil ihnen die EU-Fanatiker ihr Vermögen anvertrauen. Das Schweizer Volk sind genau so Konsumenten wie wir. Sie kaufen bei uns ein, wenn die Ware passt, und wir kaufen auch bei ihnen ein, wenn es passt! Dem Schweizer Bürger ist es egal, und den anderen Normalsterblichen EU-Bürger ist es auch egal, wenn die Schweiz nicht bei der EU ist. Schlechtreden der Schweizer Wirtschaft ist ein Übel der EU-Fanatiker!
Eine Geschichte,
Ein wohlhabender österreichischer Staatsbürger kommt in eine Schweizer Bank um Geld anzulegen. Der Bankbeamte fragt den Österreicher wie viel er den einzahlen möchte. Der Österreicher wispelt ihm zu, dass es die anderen Kunden nicht hören können, 100 Millionen Euro! Der Bankbeamte laut, sie können ruhig lauter sprechen, Armut ist in der Schweiz keine Schande!



swissmilk antwortet um 02-03-2010 07:49 auf diesen Beitrag - E-Mail an User
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@ hirschfarm

0.44 euro den Liter Industriemilch? Sag mir schnell wo so kann ich
den Abnehmer wechseln.

Lade dich gerne mal ein. Kannst dann in unsere Buchhaltung schauen.
Ob du nachher noch vom Paradies sprichst,da zweifle ich schwer dran.

Gruss Swissmilk



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