21-12-2009 19:57  hoachi
schweinebörse gut genug???
ist die schweinebörse wirlich so gut wie der Herr schlederer immer behauptet.


könnte die börse mehr für uns schweinebauern herrausholen oder wäre ohne börse der
Preis noch schlechter?

was meint ihr dazu

lg hoachi

  21-12-2009 20:11  Neuer
schweinebörse gut genug???
Der Verhandlungsspielraum der Österreichischen Schweinebörse bei der Preisfestsetzung ist minimal, nämlich in etwa Norddeutscher Preis + Transportkosten, sprich etwa 5 ct. pro Kilo.

Wir produzieren für einen freien Markt. Aus. Basta.
Nicht umsonst folgt der österreichische Preis immer beinahe exakt der deutschen Notierung.


  21-12-2009 20:51  apfel11
schweinebörse gut genug???
Hallo Hoachi!

Ich glaub, dass wir froh sein können, dass es eine österreichweit einheitliche Notierung gibt. Ich will sowas ja gar nicht öffentlich schreiben, aber erzähl mal einem deutschen Kollegen, dass wir ab 10 Stück den vollen Basispreis bekommen - gilt auch bei den Ferkel - die können darüber nur lachen.

In der TopAgrar sind des öfteren Berichte über Vorkosten, Transportkosten, Anfahrtspauschalen usw.!! Gibts bei uns Gott und Schlederer sei Dank noch nicht ;-)!!

Schlederer & Co. hat für uns sicherlich schon viel getan - Mycoplasmenimpfung/Circoimpfung würden sonst heute noch die Tierärzte machen und wir könnten die auch noch bezahlen. Siehe aktuell die Kastrationsdiskussion - wenn der Schlederer nicht für uns kämpfen würde, würden wir sicherlich eine nette "Alternative" aufs Auge gedrückt bekommen.

Beim der Preisbildung ist der Einfluss der Börse sicherlich sehr klein geworden bzw. fallen wir mit unserer Produktion gar nicht ins Gewicht, würden wir die Produktion einstellen, wäre es bezüglich Fleischversorgung auch kein großes Drama. Politisch und volkswirtschaftlich wäre ein "schweinefreies" Österreich natürlich undenkbar - Selbstversorgung - das ist auch der Grund, warum Schweineställe immer noch ordentlich subventioniert werden, damit wir nicht das oben genannte Szenario erleben ;-)! (nur so nebenbei erwähnt)

Wenn sich die österr. Notierung nicht an der deutschen orientiert, setzen unsere Schlachthöfe den Schlederer sicherlich ordentlich unter Druck und holen billigere deutsche Schweine nach Österreich. Den Deutschen gehts dann wieder mit den Dänen so. Die Dänen konkurieren dann mit den Brasilianern und den Amerikanern um den asischen Markt usw.!

Ich glaube, dass die "fetten" Jahre vorbei sind und wir uns an die geringen Gewinnspannen bei Mastschweinen/Ferkeln gewöhnen müssen, weil man heute nur noch über die entsprechende Menge und ein perfektes Management gutes Geld verdienen kann. Schau dir die Arbeitskreisauswertungen an - sehr gute Betriebe verdienen auch mit diesen Preisen anständiges Geld und der rest wird zum Aufgeben gezwungen - Strukturbereinigung pur!!


LG Werner