Spaltenboden im Aussenbereich über Güllekeller - BIO

Antworten: 3
  06-12-2009 14:05  Leo7
Spaltenboden im Aussenbereich über Güllekeller - BIO
Wer hat Erfahrung oder selber im Aussenbereich befahrbaren Spaltenboden?
Wie sieht das im Winter aus? - wer das Waldviertel kennt, weiß was ich meine

Großzügige Liegeflächen (Kalbinnenaufzucht ab 3 Monaten) auf Stroh im Innenbereich (35x9m mit flexiblen Abtrennungen) mit Durchgängen ins Freie wären bereits baulich bestehen bzw. ausführbar -
Im Aussenbereich würde mir eine kostengünstige (ev. Rundholz..) Pultdachüberdachung über Futtertisch, und darüber hinaus eben tw. über die Freifläche wie es halt den Biorichtlinen entspräche (90% der Auslauffläche) vorschweben.
Die Auslauffläche würde als Vollspaltenboden mit darunterliegendem Güllekeller (5x35x2,5m) (Slalomsytem und Rührwerk....) - auf Grund Arbeitsvereinfachung und Zeitersparnis - ausgeführt
Damit wäre das Problem des Abschiebens - sei es mit Traktor/Hoftrac oder den im Winter anfälligen Schrappersystemen) auf ein bis gar kein Minimum reduziert.
Die dafür übrige Zeit würde dadurch der essentiellen Beobachtung der Tiere zukommen.

Was ich bis jetzt gesehen habe, sind zwar vielfach kostengünstige Lösungen, und auch bei mir umsetzbare Ideen - aber leider nur arbeitsaufwändige, strohintensive "Mistfabriken" und den Verschmutzungsgrad der Tiere würde ich nicht als annehmbar bezeichnen - nicht nur im Zuchtbereich unvorstellbar.
Weidehaltung und Fütterung mit "flexiblen Modulen" ist bei mir im Dorfverband und der Feldstruktur nicht möglich.
Wer hat Erfahrung mit der Fa. Scheickl Stalltechnik aus der Steiermark?
Welche Firmen bezüglich Spalten sind zu empfehlen?

Herzlichen Dank vorab für Eure Antworten!
lg
leo



  06-12-2009 14:30  179781
Spaltenboden im Aussenbereich über Güllekeller - BIO
Befahrbare Spaltenböden gibt es von vielen Herstellern. Die müssen nach der vorgegebenen Belastung entsprechend armiert werden und kosten deshalb auch ordentlich Geld. Das die im Winter bei tieferen Temperaturen zufrieren ist auch klar, aber sie tauen bei plus-Graden wieder auf und das Problem ist gelöst. Solange zugefroren ist wird auch kein Vieh dreckig, weil gefrorenes ja trocken ist. Des einzige Problem, das auftreten kann ist, dass durch lange andauernden Frost eine "Kraterlandschaft" entsteht. Da kann man mit Sägespänen einstreuen um das wieder begehbar zu machen.
Das Problem mit dem Frost wird von den meisten Betrieben die wenig Erfahrung mit Aussenfütterung haben deutlich überschätzt. Bei uns in Österreich gibt es fast keine landwirtschaftlich genutzen Regionen, in denen im Winter durchgehend Frost herrscht.

Wenn du Lagerraum für die anfallende Gülle hast, brauchst du auch nicht den ganzen Auslauf mit Spaltenboden auslegen. Es reicht wenn du z. B. in der Mitte der Lauffläche einen Streifen von etwa 1/3 der Breite mit Spalten auslegst und den Rest mit 2 - 3 % Gefälle zu den Spalten hin versiehst. Da gehört aber dann der richtige Beton hin (1/3 Split im Zuschlag) damit er nicht glatt wird.

Gottfried

  06-12-2009 15:10  Leo7
Spaltenboden im Aussenbereich über Güllekeller - BIO
hallo,
Gestriger Besuch bei Schweinschwaller auf der AgroTulln ergab einen unverhandelten Listenpreis vo n ca. 60Euros für 3t Achslast befahrbaren Spalten.
Es gibt eine Firma im Innviertel, die selber Spalten herstellt. (knappe 50 Euro)
Bayernstall bei 4t Achslast/m2 liegt laut aufliegendem Angebot bei 55 Euro inkl.
Den Unterschied zwischen befahrbaren und nichtbefahrbaren wird meist zwischen 5 und 8Euros beziffert - wäre dann ein Mehrpreis von ca. 900 bis 1400 Euros bei Vollspalten.

Die volle Unterkellerung würde einen ausreichenden Güllelagerraum ergeben, ohne eine zusätzliche Lagermöglichkeit schaffen zu müssen, da die derzeit bestehenden 2 Gruben als Umlagermöglichkeit zu klein sind und vom "Orte des Geschehens" 500m weit weg liegen.
Eine davon befindet sich unter einer überdachten Festmistlagerstätte am Heimbetrieb, die dann als zusätzliches Zwischenlager für den in der "Liegehalle" anfallenden Mist und die Grube darunter derern Flüssigkeitbehälter dient.
D.h. eine neue Mistlagerstätte und eine Grube wären somit nicht von Nöten und würden auch das Stallbauvorhaben in ein rechnerisch machbares "Licht" rücken.
Wie sieht es mit der Rutschgefahr im 'Winter und diese nach deinen Worten "Kraterbildung" aus, da ja die Futtervorlage in der Auslaufzone eben auf diesen Spalten passiert und somit das aktive Tierverhalten jeglicher Hinsicht meist dort stattfindet?

leo

  06-12-2009 21:11  179781
Spaltenboden im Aussenbereich über Güllekeller - BIO
Das was ich mi Kraterbildung umschrieben habe ist z. B. beim Außenfressplatz bei unserem alten Kuhstall seit dem Umbau 92 ein einziges Mal vorgekommen. Damals war über mehr als zwei Wochen ordentlicher Frost. Da friert der Dreck am Boden fest, wird uneben und an einzelenen Stellen bilden sich so kleine Krater aus und auch einzelne Kugeln, die herumgerolt werden. Das ist aber kein großes Problem. Die Rindviecher sind ja nicht blöd. Sie bewegen sich entsprechend vorsichtig und es passiert nichts. Ich habe damals eine Schicht Sägespäne draufgestreut, daraus entsteht dann so eine sandähnliche Masse, die nicht mehr hart durchfriert.
Nachdem es bei dir nicht einmal ein Grad im Durchschitt kälter ist, als bei uns, wird die Kälte sicher kein Problem sein. Worauf du viel eher achten sollst, ist der Wind. Wenn da zu starke Zugluft ist, dann vermeiden die Tiere jeden unnötigen Aufenthalt auf der Fläche. Das kann im Extremfall auch zu geringerer Futteraufnahme führen. Abhilfe schaffen Windbrecher aus Windschutznetz, Bretterwänden oder den Strohballen, die im Sommer als Einstreu wieder verbraucht werden. Bei Windschutznetz könnte ich dir eine preiswerte Bezugsquelle verraten. Ich habe grade letzte Woche 500 m2 zum Preis von 3,60 Euro netto gekauft.

Gottfried