Zulassungsstatistik Standardtraktoren Österreich u. Deutschland 2020


Zusätzlich zur Zunahme des Gesamtmarkts für Standardtraktoren um 6 % konnten vor allem Fendt und Same, aber auch Steyr und Valtra mit Zugewinnen beim Marktanteil mehr Traktoren verkaufen als im Jahr davor. New Holland konnte bei gleichbleibendem Marktanteil auch etwas mehr Traktoren in den Markt bringen. Während Lindner bei leicht gesunkenem Marktanteil die Stückzahl stabil halten konnte, mussten John Deere, Massey Ferguson, Deutz Fahr und Claas teils deutliche Verluste hinnehmen. Laut einer Umfrage von Landwirt.com sind die drei Hauptgründe für die Anschaffung neuer Traktoren der Ersatz bestehender Maschinen, der Wunsch nach mehr Arbeitskomfort und Notwendigkeit von höherer Schlagkraft und mehr Effizienz.

Der traditionell hohe Marktanteil von Steyr und New Holland und die damit verbundene Markentreue beim Ersatz dieser Maschinen dürften auch daher auch eine Rolle beim Absatz im Jahr 2020 gespielt haben. Darüber hinaus wurden mit dem Steyr Expert bzw. dem T5 AutoCommand neue Modelle eingeführt und bei Steyr das neue Design bei weiteren Modellen nachgezogen. Die Investitionen von Fendt in die Steigerung des Fahrkomforts machen sich offenbar immer mehr bezahlt. Laut Auswertungen des Gebrauchtmaschinenangebots auf Landwirt.com ist Fendt die Marke mit der höchsten jährlichen Auslastung. Mit durchschnittlich etwas mehr als 600 Stunden pro Jahr sitzen Fendt-Fahrer deutlich länger im Traktor als der Gesamtdurchschnitt mit 418 Stunden pro Jahr.

Einen weiteren Rückschlag musste John Deere verkraften. Während in den vergangenen Jahren niedrige Marktanteile oft mit einem eingeschränkten Modellangebot zu erklären waren, ist das derzeit sicherlich nicht mehr der Fall. Der 5R wurde wieder eingeführt und auch der neue 6M ist sicherlich ein Traktor, der mit seinen vielen Ausstattungsvarianten den Anforderungen des österreichischen Markts gerecht wird. Der Premium-Ansatz von John Deere würde ebenfalls zu den Anforderungen der heimischen Landwirte passen.

Traktorneuzulassungen Deutschland 2020


Die wichtigsten Gründe für deutsche Landwirte in einen neuen Traktor zu investieren sind, bestehende Maschinen zu ersetzen und den Arbeitskomfort und die Schlagkraft zu erhöhen, weil die Betriebe größer werden. Die Datenauswertung bei Gebrauchtmaschinen zeigt, dass Kunden, die ihre Traktoren überdurchschnittlich stark auslasten auf Fendt und John Deere setzten. Fendt mit durchschnittlich rund 720 Stunden pro Jahr und John Deere mit rund 670 liegen dabei signifikant höher als der Gesamtdurchschnitt mit knapp 590 Stunden pro Jahr. Wenn also von größer werdenden Betrieben mehr Komfort und mehr Schlagkraft gefordert ist, ist es nur logisch, dass die beiden Premium-Anbieter Fendt und John Deere den deutschen Markt seit Jahren dominieren.