Hohe Erwerbsproduktion, Streuobst unter Vorjahr

Nach zwei schwachen Jahren brachte 2025 eine deutlich überdurchschnittliche Erwerbsobsternte. Ausbleibende Spätfröste und viele Sonnenstunden führten zu hohen Mengen und guter Qualität, Trockenphasen bremsten teilweise das Fruchtwachstum. Der Streuobstbereich lag alternanzbedingt klar unter dem Vorjahr.

Erwerbsobstbau: Mengen deutlich über Vorjahr und Zehnjahresmittel

  • Gesamt: In den Erwerbsanlagen (ohne Holunder und Aronia) wurden 238 590 Tonnen geerntet (+64 % zum Vorjahr; +21 % zum Zehnjahresmittel). Äpfel stellten 80,7 % der Erwerbsproduktion.
  • Kernobst: 203 337 Tonnen (+76,9 %). Äpfel erreichten 192 627 Tonnen (+85,3 %), machten 95 % der Kernobsternte aus und stammten zu 75 % aus der Steiermark. Birnen kamen auf 10 108 Tonnen (-2,3 %; +19,3 % zum Zehnjahresmittel).
  • Steinobst: 14 902 Tonnen (+30,0 %; +43,3 %). Marillen erzielten 7 902 Tonnen (+51,7 %; +50,9 %), mit Schwerpunkt Niederösterreich (71 %), vor Oberösterreich (14 %) und Steiermark (8 %). Kirschen lagen bei 2 586 Tonnen (+9,2 %), Weichseln bei 148 Tonnen (+16,9 %); zusammen wurde um 10 % mehr als 2024 geerntet. Zwetschken erreichten 2 633 Tonnen (+19,6 %). Pfirsiche (inkl. Nektarinen) kamen auf 1 633 Tonnen (+4,7 %), etwa die Hälfte aus steirischem Anbau.
  • Beerenobst: 19 702 Tonnen (+5,8 %; +10,7 %). Erdbeeren erreichten 14 126 Tonnen (-1,5 %; +6,5 %), mit hohem Ertragsniveau erneut in Niederösterreich; Hauptanbauländer waren Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark. Ribiseln summierten sich – nach frostbedingten Ausfällen 2024 – auf 2 711 Tonnen (+64,8 %), überwiegend aus der Steiermark. Kulturheidelbeeren stiegen auf 2 213 Tonnen (+16,0 %); 80 % stammen aus der Steiermark, die Fläche überschritt 260 ha. Himbeeren gingen auf 652 Tonnen zurück (-11,9 %).
  • Schalenobst und Sonderkulturen: Walnüsse brachten 650 Tonnen (+62,2 %); die trockene Witterung reduzierte Pilzinfektionen, der Schädlingsdruck durch Walnussfruchtfliege blieb hoch. Holunder blieb mit 4 480 Tonnen auf Vorjahresniveau (+0,3 %). Aronia legte auf 1 288 Tonnen zu (+63,0 %); die Anbaufläche nimmt wegen Preisentwicklung und fehlender Märkte weiter ab.

Flächen und Erträge in den Erwerbsanlagen
Die ertragsfähige Fläche für Obst (ohne Holunder und Aronia) lag bei 10 020 ha. Kernobst beanspruchte 6 468 ha, davon 5 828 ha Äpfel und 609 ha Birnen. Steinobst wuchs auf 1 548 ha (darunter 873 ha Marillen, 251 ha Kirschen, 233 ha Zwetschken, 173 ha Pfirsiche). Beerenobst nutzte 1 790 ha, davon 1 095 ha Erdbeeren, 332 ha Ribiseln, 262 ha Kulturheidelbeeren und 101 ha Himbeeren. Holunder stand auf 726 ha, Aronia auf 405 ha, Walnussbestände auf 214 ha. Die Erträge je Hektar variierten stark zwischen den Kulturen, profitierten aber insgesamt von den günstigen Witterungsbedingungen.

Extensivobstbau (Streuobst): Alternanz drückt Erträge
Die Streuobsternte blieb 2025 deutlich unter dem Vorjahr. Alternanz, lokale Frostereignisse und Trockenheit wirkten stärker als in den intensiven Anbaugebieten. Winteräpfel (inkl. Mostäpfel) lagen bei 54 560 Tonnen, der Ertrag je Baum bei 63,6 kg (-18,5 % zum Vorjahr). Sommeräpfel erreichten 4 038 Tonnen, 41,4 kg/Baum (-13,2 %). Winterbirnen kamen auf 2 791 Tonnen (36,5 kg/Baum; -23,8 %), Sommerbirnen auf 1 048 Tonnen (32,0 kg/Baum; -18,2 %). Mostbirnen fielen auf 26 054 Tonnen, 64,4 kg/Baum (-33,5 %).
Im Steinobst zeigte sich ein gemischtes Bild: Marillen erreichten 1 818 Tonnen, 25,2 kg/Baum (+16,9 %). Zwetschken sanken auf 8 343 Tonnen, 24,1 kg/Baum (-34,4 %), Pfirsiche lagen bei 769 Tonnen, 21,6 kg/Baum (-3,7 %). Kirschen und Weichseln entwickelten sich vergleichsweise positiv: Kirschen 5 985 Tonnen, 37,4 kg/Baum (+5,7 %; +28,8 % zum Zehnjahresmittel), Weichseln 547 Tonnen, 22,4 kg/Baum (-0,5 %; +20,6 %).
Bei den Beeren im Streuobstbereich erhöhten sich die Erträge von roten/weißen Ribiseln leicht (996 Tonnen; 3,5 kg/Baum; +5,9 %), schwarze Ribiseln lagen bei 429 Tonnen (3,4 kg/Baum; +4,3 %). Stachelbeeren blieben nahezu unverändert bei 72 Tonnen (2,7 kg/Baum; -0,2 %). Walnüsse zeigten mit 4 112 Tonnen (28,1 kg/Baum) Zuwächse zum Vorjahr (+14,6 %) und zum Zehnjahresmittel (+17,1 %).

Datengrundlage und Einordnung
Die Angaben beruhen auf der Ernteerhebung von Statistik Austria für das Kalenderjahr 2025. Erfasst werden Produktion und Erträge in Erwerbsobstanlagen (ertragsfähige Fläche ohne Junganlagen) sowie im extensiven Streuobstbau. Ertragsangaben im Erwerbsobst erfolgen u. a. in Dezitonnen je Hektar (1 dt = 100 kg) und im Streuobst in kg je Baum. Die Ergebnisse sind endgültig und beziehen sich auf die ausgewiesenen Kulturen und Anbauformen.

Zentrale Kennzahlen

  • Erwerbsobst (ohne Holunder und Aronia): 238 590 Tonnen, +64,1 % zum Vorjahr, +21,4 % zum Zehnjahresmittel.
  • Äpfel: 192 627 Tonnen; 75 % aus der Steiermark; Anteil an der Erwerbsobstproduktion 80,7 %.
  • Marillen: 7 902 Tonnen; regionaler Schwerpunkt Niederösterreich mit 71 % der Menge.
  • Beerenobst (ohne Holunder): 19 702 Tonnen; Erdbeeren 14 126 Tonnen; Kulturheidelbeeren 2 213 Tonnen bei über 260 ha Anbaufläche.
  • Streuobst Mostbirnen: 26 054 Tonnen; Ertrag 64,4 kg/Baum (-33,5 % zum Vorjahr).

Fazit
Die Obsternte 2025 brachte im Erwerbsobst eine deutliche Erholung und insgesamt hohe Mengen, getragen von Äpfeln und einer starken Steinobstsaison. Beerenobst legte zu, mit Zuwächsen insbesondere bei Ribiseln und Kulturheidelbeeren. Regionale Schwerpunkte lagen bei Äpfeln in der Steiermark und bei Marillen in Niederösterreich. Im Streuobst wirkte Alternanz dämpfend, mit klaren Rückgängen bei Kernobst und Zwetschken, während Kirschen, Weichseln und Walnüsse überdurchschnittlich abschnitten. Insgesamt zeigt sich ein starkes Erwerbsjahr mit differenzierten Entwicklungen nach Kultur und Anbausystem.

Quelle: Statistik Austria, Obsternte, Kalenderjahr 2025; endgültige Ergebnisse (SB 1.14), bearbeitet. Originalartikel abrufbar unter : Obsternte(c) Statistik Austria“

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