Feldfruchternte 2025: Endgültige Ergebnisse
Aktuelle Marktberichte
Die Getreideernte 2025 erreichte 5,70 Mio. Tonnen und lag 17 % über dem Vorjahreswert.

Die Flächenauswertung auf Basis der Mehrfachanträge der Agrarmarkt Austria (Stand Oktober 2025) weist 1,32 Mio. Hektar Ackerfläche aus. Das entspricht 16 % der Staatsfläche.
Getreidekulturen nahmen 741 200 Hektar ein (56 %), gefolgt vom Feldfutterbau mit 225 400 Hektar (17 %) und Ölfrüchten mit 174 200 Hektar (13 %). Hackfrüchte belegten 47 900 Hektar (4 %), Körnerleguminosen 22 000 Hektar (2 %). Weitere 27 300 Hektar (2 %) entfielen auf sonstiges Ackerland, Bracheflächen umfassten 82 700 Hektar (6 %).
Anbauflächen und Witterung
Ungünstige Aussaatbedingungen mit hohen Niederschlagsmengen und Überschwemmungen im Herbst 2024 erschwerten den flächendeckenden Winteranbau. Wintergetreide war besonders betroffen, vor allem Roggen, Wintergerste und Triticale. Moderate Temperaturen im zweiten Quartal und ausreichend, gut verteilter Niederschlag begünstigten dennoch die Ertragslage. Die Hitze- und Trockenperiode im Sommer beeinträchtigte regional vor allem Mais.
Das Ackerland blieb gegenüber 2024 nahezu unverändert (±0 %). Winterweichweizen hatte mit 18 % den größten Ackerflächenanteil. Körnermais okkupierte 226 400 Hektar (17 %), wobei witterungsbedingte Flächenverschiebungen zwischen Silo- und Körnermais berücksichtigt wurden.
Getreide: Menge, Struktur und Regionen
Getreide wurde überwiegend in Niederösterreich (52 %) und Oberösterreich (24 %) angebaut. Die Getreideernte inklusive Körnermais betrug 5,70 Mio. Tonnen (+17 %; +10 % zum Zehnjahresmittel). Exklusive Körnermais wurden 3,18 Mio. Tonnen geerntet (+13 %; +5 % zum Zehnjahresmittel).
Die Weizenernte lag bei 1,74 Mio. Tonnen (+11 %; +7 % zum Zehnjahresmittel), davon 1,60 Mio. Tonnen Weichweizen inkl. Dinkel (+12 %). Die Dinkelfläche wurde nach dem Vorjahrestief um 54 % erhöht; die Ernte erreichte 53 300 Tonnen (+87 %). Hartweizen erzielte 145 200 Tonnen (+4 %). Roggen verzeichnete trotz Flächenminus (-14 %) 144 700 Tonnen (+13 %).
Die Körnermaisfläche legte um 9 % zu; die Produktion erreichte 2,52 Mio. Tonnen (+22 %; +18 % zum Zehnjahresmittel). In den südlichen Bundesländern waren die Erträge unterdurchschnittlich; regional traten Qualitätseinbußen durch Pilzdruck auf. Gerste erreichte 825 100 Tonnen (+15 %), bei 9 % Ackerflächenanteil. Sommergerste im Frühjahrsanbau machte 15 % der Gerstenfläche aus; die Herbstanbaufläche der Sommergerste stieg um 83 % auf 6 300 Hektar und wird der Wintergerste zugerechnet (88 % der Gerstenproduktion). Triticale erzielte 295 500 Tonnen (+15 %). Rispenhirse kam auf 17 200 Tonnen (+21 %). Sonstiges Getreide summierte sich auf 49 800 Tonnen (+16 %); die Reisfläche umfasste 196 Hektar.
Körnerleguminosen und Ölsaaten
Ölsaaten und Körnerleguminosen wurden zu 51 % in Niederösterreich, zu 19 % im Burgenland und zu 17 % in Oberösterreich kultiviert. Die Ernte belief sich auf 507 700 Tonnen (+13 %; +14 % zum Zehnjahresmittel).
Sojabohnen beanspruchten 88 000 Hektar (inkl. Zweitanbau; -2 %) und erreichten 279 500 Tonnen (+13 %). Ölkürbis verzeichnete bei größerer Fläche (+7 %) und überdurchschnittlichem Ertrag 26 900 Tonnen an getrockneten Kernen (+18 %). Bei Raps und Rübsen wurde die Fläche stark reduziert (-16 %); die Produktion lag bei 65 200 Tonnen (-8 %). Sonnenblumen gewannen an Fläche (+17 %) und lieferten mit 78 100 Tonnen eine Rekordmenge (+48 %). Mohn stieg in der Fläche um 31 %; die Ernte schnellte auf 2 900 Tonnen (+42 %). Ackerbohnen brachten 17 000 Tonnen (+9 %), Körnererbsen 17 600 Tonnen (+9 %). Die restlichen Hülsenfrüchte umfassten 8 500 Hektar, davon 39 % Gemenge mit Getreide, 22 % Linsen und 15 % Wicken.
Hackfrüchte und Grünfutter
Die Hackfrüchteproduktion wird aufgrund der massiven Reduktion der Zuckerrübenflächen voraussichtlich um -31 % auf 2,87 Mio. Tonnen sinken und 17 % unter dem Zehnjahresmittel liegen. Die Zuckerrübenfläche wurde um 42 % auf 24 900 Hektar reduziert; die Erntemenge wird mit 2,05 Mio. Tonnen (-40 %) erwartet. Als Gründe werden die Schließung der Zuckerfabrik in Leopoldsdorf, niedrige Zuckerpreise und Schädlingsdruck genannt.
Kartoffeln legten in der Fläche um 5 % zu und erreichten 813 300 Tonnen (+17 %). Früh- und Speisekartoffeln machten 52 % der Erntemenge aus und beanspruchten 60 % der Kartoffelfläche. Silo- und Grünmais erzielten 4,29 Mio. Tonnen (+7 %); die Fläche (inkl. Zweitanbau) lag bei 88 300 Hektar (±0 %). Klee, Luzerne und Kleegras ergaben 530 600 Tonnen (+1 %; -1 % zum Zehnjahresmittel), Wiesen und Egart 6,00 Mio. Tonnen (-7 %; -3 % zum Zehnjahresdurchschnitt), jeweils in Heumasse.
Tabellen – Aktuell vs Vergleich
| Position | Prod. 2025 (t) | vs 2024 (%) |
|---|---|---|
| Getreide (Summe) | 5 696 472 | 17,1 |
| Weizen | 1 744 484 | 11,5 |
| Gerste | 825 054 | 15,2 |
| Triticale | 295 451 | 14,9 |
| Körnermais | 2 521 137 | 22,4 |
| Sojabohnen | 279 457 | 13,5 |
| Raps u. Rübsen | 65 202 | -7,8 |
| Sonnenblumen | 78 108 | 47,6 |
| Mohn | 2 878 | 41,9 |
| Ölkürbis | 26 887 | 17,9 |
| Kartoffeln | 813 348 | 17,3 |
| Zuckerrüben | 2 054 604 | -40,2 |
| Silo- u. Grünmais | 4 293 535 | 7,2 |
Tabellen – Zeitverlauf
| Position | Prod. 2025 (t) | vs 10J-Mittel (%) |
|---|---|---|
| Getreide (Summe) | 5 696 472 | 9,9 |
| Weizen | 1 744 484 | 7,2 |
| Gerste | 825 054 | 5,0 |
| Triticale | 295 451 | 0,4 |
| Körnermais | 2 521 137 | 17,5 |
| Sojabohnen | 279 457 | 34,3 |
| Raps u. Rübsen | 65 202 | -36,8 |
| Sonnenblumen | 78 108 | 35,1 |
| Mohn | 2 878 | 33,2 |
| Ölkürbis | 26 887 | 27,9 |
| Kartoffeln | 813 348 | 15,6 |
| Zuckerrüben | 2 054 604 | -25,1 |
| Silo- u. Grünmais | 4 293 535 | 8,5 |
Datengrundlage und Einordnung
Die Ergebnisse basieren auf der Feldfruchternteerhebung von Statistik Austria. Ackerflächen stammen aus der Auswertung der Mehrfachanträge der Agrarmarkt Austria (Stand Oktober 2025).
Hektarerträge wurden insbesondere aus der Ertragserhebung der AMA übernommen; witterungsbedingte Flächenverschiebungen zwischen Körner- und Silomais wurden berücksichtigt. Zuckerrüben sind vorläufig, Klee und Wiesen werden in Heuäquivalent ausgewiesen.
Fazit
Die Ernte 2025 war bei Getreide überdurchschnittlich, getragen von Weizen, Gerste und vor allem Körnermais. Ölsaaten und Körnerleguminosen legten insgesamt zu, mit Rekorden bei Sonnenblumen und kräftigen Zuwächsen bei Sojabohnen und Mohn. Hackfrüchte litten unter der stark reduzierten Zuckerrübenfläche, während Kartoffeln sowie Silo- und Grünmais zulegen konnten.
Autor: Alina Neuhold



