Wendesitztraktor Carraro TTR 7800 im Praxistest

Wendesitz-Traktoren sind im Obst- und Weinbau stark verbreitet. Der attraktive Preis macht sie aber auch für die alpine Grünlandwirtschaft interessant. Wir haben den Carraro TTR 7800 mit einem klassischen Zweiachsmäher verglichen. Ob er ihm das Wasser reichen kann, erfahren Sie in unserem Testbericht.
Carraro Wendesitztraktor mit Zettkreisel im Einsatz.
Carraro Wendesitztraktor mit Zettkreisel im Einsatz.
Der Markt für Wendesitz-Traktoren ist nicht unbedeutend: Im Vorjahr wurden österreichweit 170 solcher Fahrzeuge verkauft. Carraro ist der Platzhirsch in dieser Kategorie: 117 verkaufte Traktoren bescheren dem italienischen Hersteller einen Marktanteil von fast 69 %. Im Obst- und Weinbau sind Wendesitz-Traktoren in vielen Situationen die bessere Alternative zu den Standard-Schmalspurtraktoren. Auch Bergbauern interessieren sich immer öfter für diese Spezialfahrzeuge, denn der Preisunterschied ist enorm: Den TTR 7800 bietet Antonio Carraro für gut 58.000 Euro inkl. 20 % MwSt an. Für einen vergleichbaren, klassischen Zweiachsmäher in Grundausstattung muss man rund 100.000 Euro auf den Tisch legen. Grund genug für uns, um beide Konzepte miteinander zu vergleichen. Dazu stellte uns Gebietsimporteur Ledinegg-Kögl den 71 PS starken Carraro TTR 7800 mit Schaltgetriebe für einen Praxistest zur Verfügung. Die BLT Wieselburg hat das Fahrzeug vermessen und gewogen. Die ermittelten Werte haben wir mit dem gleichstarken Reform Metrac G7X (BLT-Prüfbericht 252/08) verglichen. Die Vorzüge eines Zweiachsmähers sind unseren Testfahrern hinlänglich bekannt. Daher haben wir in diesem Fall auf einen direkten Praxisvergleich verzichtet.

Der 4-Zylinder-Yanmar-Motor leistet 71 PS und erfüllt die Abgasstufe 3A.
Der 4-Zylinder-Yanmar-Motor leistet 71 PS und erfüllt die Abgasstufe 3A.
Der Wendesitz-Traktor
Wendesitz-Traktoren gibt es je nach Einsatzzweck mit verschiedenen Spurweiten und Kabinenausführungen. In der Regel haben sie vier gleich große Räder. Selten sind die Hinterräder etwas größer. Gelenkt wird über die Vorderachse und/oder mittels Knickgelenk.
Für unseren alpinen Grünlandeinsatz wählte Ledinegg-Kögl den TTR 7800 mit etwas breiteren Achsen aus. Der Fahrzeugrahmen besteht aus einem mit den Achsen verbundenen Träger und einem zentralen verwindungsfähigen Gelenk. Beide Achsen werden angetrieben und haben eine elektrohydraulisch betätigte Differenzialsperre. Das synchronisierte Wendeschaltgetriebe bietet 16 Vorwärts- und 16 Rückwärtsgänge. Auf Wunsch gibt es ein elektrohydraulisch gesteuertes Lastschaltgetriebe, das die Gangzahl verdoppelt. Mit der optionalen e-Drive-Wendeschaltung am Lenkrad lässt sich der Fahrkomfort weiter steigern. Bei steiler Bergabfahrt mit leichten Anbaugeräten kann der Wendesitz-Traktor durch den überhängenden Motor die Balance verlieren.
Unter der Motorhaube dieselt ein Vierzylinder mit 16 Ventilen von Yanmar. Dieser erfüllt die Abgasstufe 3A. Laut Hersteller leistet er 52 kW/71 PS bei einer Nenndrehzahl von 2.500 U/min.
Die Hydraulikausstattung ist für den Grünlandeinsatz mehr als ausreichend. Die Hubkraft im Heck gibt der Hersteller mit 2.400 kg an. Sowohl das Heck- als auch das Fronthubwerk sind mit verstellbaren Unterlenkern und Schnellkupplern der Kategorie II ausgestattet.

Einfache Bedienung: Alle Schalter und Hebel sind robust und lassen sich gut bedienen.
Einfache Bedienung: Alle Schalter und Hebel sind robust und lassen sich gut bedienen.
Gewichte und Abmessungen
Ohne Fahrer und ohne Ballastgewichte, aber mit vollem Dieseltank bringt der Wendesitz- Traktor 2.560 kg auf die Waage. Damit ist er um 190 kg schwerer als der Metrac G7X. Einen großen Unterschied gibt es bei der Gewichtsverteilung: Der Metrac hat mit 1.090 kg auf der Vorderachse und mit 1.280 kg auf der Hinterachse ein ziemlich ausgeglichenes Gewichtsverhältnis. Der überhängende Motor beim Carraro belastet die Vorderachse mit 1.710 kg. Auf der Hinterachse hat die BLT Wieselburg 850 kg ermittelt. Das ist weniger als die Hälfte. Diese Kopflastigkeit reduziert sich zwar durch ein Gerät im Heck, hat aber einen großen Einfluss auf das Fahrverhalten.
Der Masseschwerpunkt liegt genau mittig zur Längsachse und nur geringfügig (25 mm) höher als beim Metrac. Der seitlich angebaute Motor bei den Zweiachsmähern verschiebt den Schwerpunkt im Regelfall etwas aus der Mitte. Die Bodenfreiheit ist beim Carraro um ein paar Zentimeter höher als beim Zweiachsmäher.
Viel wichtiger ist aber der Unterschied bei der Aufstandsfläche: Der Wendesitz-Traktor ist schmäler als der Zweiachsmäher und hat einen um 46,5 cm kürzeren Radstand. Das wirkt sich negativ auf die Seitenstabilität aus. Am Steilhang sind somit Zwillingsräder deutlich früher notwendig als beim Zweiachsmäher.

Wie sich diese Eigenschaften auf das Fahrverhalten im Hang auswirken sowie alle Testergebnisse erfahren Sie in der LANDWIRT Ausgabe 04/2018 (Erscheinungstermin 16. Februar 2018).

Bestellen Sie kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 04/2018, solange der Vorrat reicht.

Zur Homepage von Gebietsimporteur Ledinegg|Kögl

Aktualisiert am: 07.02.2018 23:34

Bildbericht Carraro TTR 7800

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