Schweinehalter und Jäger: Hobby und Beruf trennen!

Sind Sie Schweinehalter und Jäger? Dann müssen Sie Hobby und Beruf strikt trennen. Sonst kann es gefährlich für Ihre Herde werden.
Wenn Sie als Schweinehalter in Wildschwein-Revieren jagen, ist besondere Vorsicht geboten. (Foto: siepmannH  / pixelio.de)
Wenn Sie als Schweinehalter in Wildschwein-Revieren jagen, ist besondere Vorsicht geboten. (Foto: siepmannH / pixelio.de)
Wildtiere wie Fuchs, Reh oder Wildschwein können viele Krankheitserreger in sich tragen. Schätzungen zufolge stammen etwa 70 % der neu auftretenden Infektionskrankheiten von Wildtieren. Wenn Sie als Schweinehalter dort jagen, wo Wildschweine vorkommen, ist es besonders gefährlich. Denn Wildschweine sind für Krankheitserreger der Hausschweine empfänglich und umgekehrt. Bei Wildschweinen wurden z.B. folgende Viren, Bakterien und Parasiten nachgewiesen:
Porzines Reproduktives und Respiratorisches Syndrom Virus (PRRSV), Porzines Circovirus Typ 2 (PCV 2), Hepatitis E Virus, Erreger der Brucellose, Salmonellen, Spulwürmer, Trichinen u.v.m.
Wildschweine können auch Tierseuchen wie die Klassische und die Afrikanische Schweinepest oder die Aujeszky´sche Krankheit übertragen. In Deutschland konnten bis zu 60 % aller Fälle von Klassischer Schweinepest bei Hausschweinen auf einen Erregereintrag durch Wildschweine zurückgeführt werden.

Afrikanische Schweinepest lauert
Im Gegensatz zur Klassischen Schweinepest stehen für die Afrikanische Schweinepest keine Impfstoffe zur Verfügung. Deshalb ist es umso wichtiger, die Ausbreitung des Erregers in freie Regionen zu verhindern.
Wünschenswert wäre es, infizierte oder empfängliche Wildschweinebestände zu verkleinern.
Ein hoher Jagddruck kann aber dazu führen, dass Wildschweine abwandern und den Erreger weiter verbreiten.
Wenn Sie Jagdreisen in betroffene Regionen planen, müssen Sie vorsichtig sein. Das Virus kann durch kontaminierte Gegenstände (auch Bekleidung), Trophäen oder Fleischprodukte übertragen werden.
Wenn Sie gehäuft Todesfälle von Schwarzwild in Ihrem Revier bemerken, sollten Sie diese dem Amtstierarzt melden. Unterstützen Sie die Veterinärbehörde bei der Probennahme von Fallwild.

Autorinnen: Dr. Andrea Ladinig und Univ. Prof. Dr. Isabel Hennig-Pauka, Klinik für Schweine, Veterinärmedizinische Universität Wien

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Aktualisiert am: 05.02.2015 15:36
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