Schärfere Futtermittel-Auflagen nach Dioxin-Skandal in Deutschland

Für Futtermittel-Unternehmen in Deutschland sollen nach dem Dioxin-Skandal schärfere Auflagen gelten. Das Deutsche Bundeskabinett hat gestern erste Konsequenzen aus dem Fund des giftigen Stoffes in Tierfutter, Eiern und Schweinefleisch beschlossen.
Die Futtermittel-Firmen sollen die Behörden künftig über alle Testergebnisse informieren. Bisher galt dies nur beim Verdacht auf überhöhte Giftwerte. Die Pflicht zur Meldung von bedenklichen Werten gefährlicher Substanzen soll auf private Labore ausgeweitet werden. Dazu ist ein Frühwarnsystem für Dioxin mit vierteljährlichen Berichten geplant. Bundestag und Bundesrat müssen noch darüber entscheiden.

Die deutsche Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner sagte, mit den neuen Meldepflichten könnten die Kontrollbehörden in Deutschland schneller und gezielter reagieren. "Diese Regelungen werden wir auch auf EU-Ebene vorantreiben ", so Aigner. Die ungarische EU-Ratspräsidentschaft habe ihre Unterstützung für eine europaweite Regelung zugesagt. Auch die EU-Kommission wolle schnelle Entscheidungen unterstützen, teilte die Ministerin laut dem Nachrichtendienst dpa mit.

Zum Anti-Dioxin-Plan von Bund und Ländern zählen außerdem eine Zulassungspflicht für Futtermittel-Betriebe und die Trennung der Produktion von Futter- und Industriefett. Ob die verstärkten Untersuchungspflichten zu mehr Kontrolleuren führen, ist allerdings offen. Kontrollen sind Ländersache (Quelle: AIZ).


Aktualisiert am: 03.02.2011 15:00
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